Dann wiederum tauchen Bilder von del Potro im Internet auf, die ihn auf wilden Partys zeigen
Wie es genau zu der Verletzung kam und worin sie wirklich besteht, wollte er schon in Melbourne nicht sagen. Seine Spielerkollegen Mariano Zabaleta und Juan Monaco, die auch aus Tandil stammen, sind sich sicher: "Er mag ein Problem mit dem Handgelenk haben, aber ein noch viel größeres im Kopf." Del Potro isoliert sich auch von ihnen, nicht einmal sein Mentor Monaco hält noch Kontakt zu ihm. Zu widersprüchlich sei dessen Verhalten für ihn. Selbst die Spielervereinigung ATP konnte del Potro zwischen Februar und Mai nur einmal erreichen. Im Telefonat sagte dieser: "Mir geht es gut hier zu Hause. Ich vermisse Tennis nicht."
Wie genau del Potro die vergangenen Monate verbrachte, ist unklar. Müde und lustlos war er bereits nach seinem US-Open-Sieg. Seither soll der Argentinier sich geweigert haben, normal zu trainieren. Den bombastischen Empfang, der ihm danach in Tandil bereitet worden war, habe er nicht verkraftet, sagen die einen. Dann wiederum tauchen Bilder von del Potro im Internet auf, die ihn auf wilden Partys zeigen – mit schönen Frauen und viel Alkohol. Dabei hatte sich der introvertierte del Potro stets vor Fotografen gefürchtet, die ihn abseits des Courts ablichten wollten. Sein strenger Vater Daniel del Potro achtet stets darauf, dass Juan Martin sich nicht vom Image des bodenständigen Jungen entfernte.
Möglich, dass del Potro sich gegen den Druck seines Vaters, der alle wichtigen Entscheidungen für ihn trifft, nun nicht mehr anders zu wehren weiß. Vor drei Wochen hatte del Potro zumindest erstmals wieder einen Schläger in der Hand, das kurze Video des Trainings stellte er ins Internet. Profitennis sieht jedoch anders aus.
Es scheint derzeit wenig wahrscheinlich, dass del Potro tatsächlich Ende September in Bangkok auf die Tour zurückkehren wird, wie es sein Physiotherapeut Diego Rivas gerade ankündigte. Dann wird del Potro bereits aus den Top 30 herausgerutscht sein. Doch das ist wohl sein geringstes Problem.
- Datum 30.08.2010 - 15:11 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Es ist zwar recht unwichtig, aber: Twitter ist nicht SMS. 140 Zeichen, nicht 160.
... hat in einem Interview mal erzählt, dass es ihm jeweils am Tag nach seinen 3 gewonnenen Finals in Wimbledon immer sehr schlecht gegangen ist. Wenn das große Ziel erreicht war, dann war irgendwie nichts mehr übrig, wofür man noch kämpfen konnte. Und das hat ihn dann runtergezogen.
Der Unterschied zwischen Becker und del Potro ist, dass Becker immer ziemlich schnell aus diesem Loch herauskam.
Etwas ganz ähnliches ist Mats Wilander passiert. Er war jahrelang ein Bestandteil der Tennis-Weltspitze, bis es ihm eines Tages gelang, die Nummer 1 der Weltrangliste zu werden. Darauf hatte er immer hingearbeitet, und als das große Ziel erreicht war, dann war seine Motivation dahin. Er stürzte danach in der Weltspitze rasant ab und hört wenig später mit dem Profitennis auf.
Ein sehr großes Ziel zu erreichen, kann auch negative Dinge auslösen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren