Enttäuschungen und Kritik gab es für Mario Gomez in der vergangenen Saison reichlich. Das Freundschaftsspiel am Mittwoch gegen Dänemark gerät für den Fußball-Nationalspieler nun zur Bewährungsprobe. Für Gomez geht es um seinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft und um seinen Verbleib beim FC Bayern. "Es gibt nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Ich hoffe, dass ich den schwierigen Weg hinter mir habe", sagte der 25-Jährige. Gomez darf in Kopenhagen spielen, weil der WM-Stammangriff das Testländerspiel in Dänemark auslässt.

"Für ihn ist es auch eine neue Phase, in der er seine Qualitäten beweisen kann und muss", erklärte Bundestrainer Joachim Löw . Gomez müsse nun ein anderes, sein wahres Gesicht zeigen, sagte Löw. Bayern-Präsident Uli Hoeneß sieht Gomez vor der "Eiger-Nordwand", einer der großen Nordwände in den Alpen. Ein wenig gequält wirkte das Lächeln des Stürmers, als er auf diesen Vergleich im Vorfeld des Länderspiels angesprochen wurde. Aber von der Hand wies er ihn auch nicht. "Ich habe sicher kein perfektes Jahr hinter mir, deswegen kann man das so sehen", sagte der Ex-Stuttgarter.

Zwölf Tore gelangen ihm in 38 Länderspielen. Vier gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, drei gegen die Schweiz, zwei gegen San Marino, je eines gegen Österreich, Ungarn und Südafrika. Ein richtig großer Gegner ist nicht dabei. Bei den Bayern steuerte er in der vergangenen Saison zehn Tore in 29 Bundesliga-Spielen und drei Treffer in vier DFB-Pokal-Partien bei nicht schlecht. In der Champions League dagegen schaffte er nur ein Tor in zwölf Begegnungen.
Als Rekord-Einkauf mit über 30 Millionen Ablöse war Gomez zum FC Bayern gekommen, als Millionen-Rätsel beendete er die Spielzeit. Wie oft im Nationalteam hatte er auch bei den Münchnern nicht die hohen Ansprüche erfüllt. Allerdings und das wurde in der zum Teil überkritischen Saison-Nachlese oft vergessen leistete der WM-Teilnehmer mit wichtigen Toren vor der Winterpause einen Beitrag am vorweihnachtlichen Aufschwung des Teams von Trainer Louis van Gaal.

"Ich habe einen Teil beigetragen, aber in der entscheidenden Phase war ich nicht mehr dabei. Das ist, was mich wurmt, das ist, was ich ändern will", sagte Gomez, den im Vorjahr auch die hohe Ablösesumme belastet hatte. Dass Gomez der Neustart nicht leicht fällt, war ihm auch beim ersten Training vor dem Dänemark-Spiel anzumerken. Gomez mühte sich lange vergeblich bis er doch noch drei Treffer im Übungs-Spielchen erzielen konnte. 

In der neuen Spielzeit will es Gomez besser machen. "Ich habe jahrelang davon geträumt, bei den Bayern zu sein, und alles dafür getan. Das will ich nicht nach einem Jahr wieder aufgeben, weil das erste Jahr nicht perfekt lief." Für das Nationalteam gelte seine Kampfansage genauso.