Bundesliga: 2. Spieltag Gladbach demütigt Leverkusen

Leverkusen kassiert sechs Tore, Stuttgart startet traditionell schlecht, Mainz stiehlt Diego die Schau, Hoffenheim dämpft St. Paulis Euphorie und Schalke verliert. Die Spielberichte

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 3:6

Leverkusens Aturo Vidal kommt gegen den Gladbacher Thorben Marx zu Fall

Leverkusens Aturo Vidal kommt gegen den Gladbacher Thorben Marx zu Fall

Böses Erwachen für Bayer und Michael Ballack: Nach vier Pflichtspielsiegen versetzte Mönchengladbach den Leverkusenern den ersten heftigen Dämpfer. Der 19-jährige Youngster Patrick Herrmann mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack, Roel Bouwers, Juan Arango, Mo Idrissou und Marco Reus schossen die Tore bei der ersten Leverkusener Niederlage mit sechs Gegentoren in der Bay-Arena. Zudem endete damit die lange Negativ-Serie der Gladbacher nach 26 sieglosen Spielen gegen die Bayer-Elf seit 1994.

"Es ist mir völlig unerklärlich, warum wir uns mit diesen Abwehrfehlern das Leben so schwer gemacht haben", war Nationalspieler Simon Rolfes fassungslos, der nach seinem Knorpelschaden im Knie erst vor zehn Tagen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war und noch auf der Tribüne saß. Immer wieder schlichen sich Fehler in die Deckung der Gastgeber ein, die den Gladbachern den unerwartet hohen Auswärtssieg eröffneten. Die Bayer-Treffer fielen durch Eren Derdyok, Arturo Vidal und Stefan Kießling.

Patrick Herrmann, der in der Vorsaison erst einmal für die Borussen getroffen hatte, schoss im 57. Rhein-Derby nach 20 Minuten das erste Tor, doch Eren Derdyok glich schon vier Minuten später mit einem Kopfball aus.

Dennoch zog keine Ruhe in die Bayer-Aktionen ein, auch wenn Stefan Kießling mit einem Latten-Kopfball das Bemühen der Leverkusener
unterstrich. Nach einem Fernschuss von Thorben Marx ließ sich Nationaltorwasrt Rene Adler jedoch von der Unsicherheit seiner Vorderleute angesteckt und ließ den Ball nach vorn prallen. Bouwers war der dankbare Abnehmer.

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Patrick Herrmann erzielte noch vor der Pause aus 18 Metern das 1:3. 2000 Gladbach-Fans unter den 30.210 Besuchern waren aus dem Häuschen. Und ihr Team setzte auch in Halbzeit zwei weiter auf voll Angriff.

Ein Freistoß von Juan Arango aus 29 Metern sorgte nach 56 Minuten praktisch für die Entscheidung in einer der torreichsten Partien der Bundesliga-Geschichte. Arturo Vidal verkürzte zwar mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter (58.) auf 2:4, doch nur zwei Minuten später beteiligte sich auch Neuzugang Idrissou mit einem verwandelten Abpraller an der Gladbacher Torausbeute. Nationalspieler Marco Reus krönte das Offensivspiel der Borussia mit dem 6:2 (69.), so dass Trainer Jupp Heynckes auf der Bayer-Bank nur entsetzt den Kopf schüttelte. Bisher hatte er noch keines seiner sechs Spiele auf der Bayer-Bank gegen sein einstiges Team verloren. Das 3:6 durch Kießling (70.) konnte seine Stimmung kaum heben.

Deprimierend verlief die Partei auch für Nationalmannschaft- Kapitän Michael Ballack, der keinerlei Akzente setzte, den Elfmeter nicht schießen durfte und dann von Heynckes nach 63 Minuten ausgewechselt wurde. Auch Abwehrchef Sami Hyypiä, der gerade seinen Vertrag bis 2012 verlängert hatte, gab diesmal der Bayer-Deckung keine Sicherheit.

Bayer Leverkusen: Adler - Castro, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal (71. Balitsch), Ballack (63. Bender), Renato Augusto, Barnetta
(63. Jørgensen) - Kießling, Derdiyok

Bor. Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Herrmann (80. Schachten), Reus (85. Neustädter) -
Arango (75. Bobadilla) - Idrissou

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Herrmann (20.), 1:1 Derdiyok (24.), 1:2 Brouwers (40.), 1:3 Herrmann (44.), 1:4 Arango (56.), 2:4 Vidal (58./Foulelfmeter), 2:5 Idrissou (60.), 2:6 Reus (69.), 3:6 Kießling (70.)

Gelbe Karten: Castro (1) / Marx (1)

Beste Spieler: - / Herrmann, Reus, Idrissou

Leser-Kommentare
  1. Und wenn DANN noch die Bayern zu Besuch kommen ;-) Dann ist auf dem TeufelsBetze natürlich die Hölle los.

    Von ihren lautstarken Fans getrieben, zeigte die Mannschaft aus Kaiserslautern einen großen Willen, sie kämpften uns siegten, auch wenn spielerisch zwischen ihnen und dem FCB nach wie vor Welten liegen.

    Aber wie man es trotzdem schafft haben sie heute eindrucksvoll gezeigt, hat mich gefreut!

    • Moin.
    • 28.08.2010 um 1:06 Uhr

    Und das ohne Fußballgötter wie Olaf Marschall oder Miro Klose!
    Darauf hebe ich meine sämtlichen FCK-Tassen. Bundesliga kann soooo schön sein.

  2. Und dessen Training gelang 1998 der Bundeligaauftaktknaller der roten Teufel gegen die Lederhosen ebenso. Man weiß, wie das endete. ;)

    • oma007
    • 28.08.2010 um 8:58 Uhr

    "Kaiserslautern blamiert Bayern München" stimmt!!!

    aber es ist doch sehr sehr unwahrscheinlich das Kaiserslautern Meister wird
    mehr Objektivität wäre angebracht...

  3. Wie meistens auf dem Betze super Stimmung !
    Das Spiel selbst, ok, Ergebnis zählt.
    Bayern hätte sich mehr tun müssen / können.
    Besuch im Stadion Bewertung und Bilder auf stadionreporter.de

  4. Als Lautrer hats mich gefreut. Wir hatten leider keine Karten für das Spiel bekommen (die 50.000 Stück wären dreimal weg gegangen) und verfolgten das Spiel per Internet-Liveticker.

    Als nach dem ersten Tor ein Schrei über die Stadt rauschte, da wussten wir schon, dass was passiert war, bevor es zu lesen war. Und der Schrei ging dann ja fast nahtlos in den zweite Torjubel über, so schnell hintereinander kam die beiden Tore. Gut gemacht!

    Gut, dass es dann geregnet hat, so war es in der Innenstadt nach dem Spiel dann einigermaßen friedlich.

  5. wohl mal wieder gezeigt, dass ein gutes Kollektiv viel, viel kostbarer ist als gute Einzelspieler. Diego und Dzeko ändern nichts daran, dass der VfL Wolfsburg nur eine zusammengekaufte Legionärstruppe ist, jedoch kein gut funktionierendes Team. Als Werder-Fan habe ich mir heute ins Fäustchen gelacht, selbst wenn ich für Diego noch Sympathien habe.

  6. Der Kloppo hat sich grenzend an unsterblich in die Herzen der 05er Fans getrainerspielt, Andersson war eine Übergangslösung...und der Thomas ist auf dem richtigen Weg, aus Kloppos Schatten herauszutreten was wirklich nicht leicht ist..das war einfach nur genial. Ich gebs ja zu ich hab des Spiel schon abgeschrieben gehabt..und dann dieser unglaubliche Sturmlauf..geil !!! Und nun treffen am nächsten Spieltag die zwei Hoeneßbrüderbesiegermannschaften aufeinander....Wir sind nur ein Karnevalsverein und wir schenken Euch noch einen ein..hoffentlich 2 oder 3 oder mehr :-)

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