Olympische Jugendspiele Ein bisschen Leistung soll schon sein
Die Jugendspiele sind ein 300 Millionen teures Experiment mit 3600 Jugendlichen. Auch wenn es um Verständigung gehen soll, der Leistungsdruck ist da.
© Mark Dadswell/Getty Images

Das IOC leistet sich ein Experiment mit 3600 Kindern aus 204 Nationen: Hier die Gewichtheberin Yineisi Reyes aus der Dominikanischen Republik
Begeisterung sieht anders aus – und hört sich anders an. "Na ja", sagt also Shanice Craft (17), und es ist ein sehr lang gezogenes "na ja". Bei den Olympischen Jugendspielen sei "die Konkurrenz nicht so groß, dafür geht es mehr ums Feeling und so".
Shanice Kraft ist Diskuswerferin mit großen Ambitionen. Sie war im vergangenen Jahr Dritte bei der Weltmeisterschaft der unter Achtzehnjährigen – da ging es weniger "ums Feeling”, da stimmte die Konkurrenz. In der Mannschaftsbroschüre der deutschen Delegation wird die Frage gestellt "Was willst Du beruflich mal erreichen?" Shanice Craft antwortete: "Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen und eine Medaille holen."
Gerade hat sie im Bishan Stadium unter den brennenden Strahlen der äquatorialen Sonne und vor einigen Tausend Besuchern, zumeist Schulklassen aus Singapur, mit sechs Metern Vorsprung die Qualifikation gewonnen. Sechs Meter. Shanice Craft wird am Sonnabend mit ziemlicher Sicherheit Jugend-Olympiasiegerin. Sie will eine Bestleistung aufstellen. Eines der vielen Kultur- und Bildungsseminare, die bei diesen ersten Youth Olympic Games angeboten werden, hat sie noch nicht gebucht. "Unsere Betreuer haben aber gesagt, es wäre schön, wenn wir da mal vorbeischauen könnten." Shanice Craft nimmt ihren Wettkampf sehr ernst. "Das machen doch alle hier, oder?", fragt sie. Die meisten schon.
Zumindest jene, die sich bei den europäischen Trials in Moskau für Singapur qualifizieren mussten. 33 Jugendliche durfte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nach Moskau schicken. Sechzehn sind nun in Singapur. Die Hochspringerin Melina Brenner (17) aus Wipperfürth zählt auch dazu. Sie macht einen neugierigeren, verträumteren Eindruck, wirkt noch nicht so professionell-fixiert wie Shanice Craft. Aber sie spricht sehr reflektiert. "Doping", sagt sie zum Beispiel, "ist für mich ein absolutes No-go!" Es ist erst ihr dritter Wettkampf im Ausland. Das sei alles sehr aufregend, sagt Melina Brenner, die Eröffnungsfeier, das Olympische Dorf, die vielen Nationen, die Stadt, Asien und überhaupt.
Es fällt nicht leicht, sich auf den Wettkampf zu konzentrieren. Anders als sonst, wenn der DLV sogenannte Disziplintrainer oder sogar die Heimtrainer mit auf Reisen schickt, werden die sechzehn Leichtathleten diesmal nur von drei Trainern betreut. "Damit muss ich klar kommen", sagt Melina Brenner. Sie ist froh, dass auch ihre Eltern im Urlaub in Singapur sind. Die Ablenkung ist groß. Die Neugier ebenfalls. "Das ist ein anderer Wettkampf, als man ihn normalerweise hat", sagt Ulf Tippelt, der Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Dann doziert er ein bisschen: "Ich persönlich bin der Meinung, für den leistungssportlichen Werdegang eines Athleten ist das eine hervorragende Erfahrung. Da muss man sich drauf einstellen."
Auch für Funktionäre wie Ulf Tippelt ist es eine neue Erfahrung. Schließlich ist Tippelt nicht als Bildungswart beim DOSB angestellt, sondern als oberster Medaillenplaner. Er habe aber keine Excel-Charts mit Medaillenstatistiken im Arbeitskoffer, anders als unlängst bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Es gebe keinerlei Vorgaben, versichert Tippelt. Allerdings berichten einige Fachverbände von fordernden Telefonaten mit der DOSB-Zentrale im Vorfeld der Jugendspiele. "Es kann nur Anrufe gegeben haben, um zu sehen, wo sich die Verbände etwas ausrechnen", sagt Tippelt. "Aber wir haben um Gottes Willen keinen Leistungsdruck oder Erfolgsdruck ausgeübt!" Man wollte nur sicherstellen, dass die Ehrengäste und der DOSB-Präsident Thomas Bach die richtigen Wettkämpfe besuchen. "Wenn unser Präsident kommt", sagt Tippelt, "wäre es doch schade, wenn dort gerade kein Deutscher im Finale steht."
- Datum 17.08.2010 - 15:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Der iranische Finalist im Taekwondo Mohammad Soleimani weigert sich, gegen einen Juden/Israeli anzutreten und verzichtet sogar auf die Siegerehrung, weil er nicht neben einen Juden stehen will = Rassismus pur.
Es ist schon bemerkenswert, dass der Artikel es schafft, diesen Eklat auszublenden.
Aber träumen wir ruhig weiter...
Ich habe versucht, das Thema am Beispiel zweier deutscher Leichtathletinnen und des DLV zu umreißen, mehr nicht. Zeit online hat über die Iran-Israel-Affäre berichtet, sie können den Bericht oben anklicken und lesen. Niemand blendet hier etwas aus, ich schon gar nicht.
Im Vorspann heißt es "Auch wenn es um Verständigung gehen soll,..." und Olympia ist/soll per Definition Völkerverständigung als Fundament haben. Gerade bei der Jugend/Kindern sollte das gelten und auch lebendig sein.
Ihre Wortwahl "Iran-Israel-Affäre" ist schon eine Verfälschung der Realität bzw. könnte man als Parteinahme interpretieren. Warum denn "-Israel-" Affaire? Sind die schon mitschuldig, nur weil sie da sind?
Im Vorspann heißt es "Auch wenn es um Verständigung gehen soll,..." und Olympia ist/soll per Definition Völkerverständigung als Fundament haben. Gerade bei der Jugend/Kindern sollte das gelten und auch lebendig sein.
Ihre Wortwahl "Iran-Israel-Affäre" ist schon eine Verfälschung der Realität bzw. könnte man als Parteinahme interpretieren. Warum denn "-Israel-" Affaire? Sind die schon mitschuldig, nur weil sie da sind?
um dem IOC neue Pfründe zu eröffnen. Mehr muss man dazu nicht sagen. Das einzige was Olympische Spiele zu einem Erziehungs-, Bildungs-, und Kulturprogramm macht ist, wie man es nicht macht.
Im Vorspann heißt es "Auch wenn es um Verständigung gehen soll,..." und Olympia ist/soll per Definition Völkerverständigung als Fundament haben. Gerade bei der Jugend/Kindern sollte das gelten und auch lebendig sein.
Ihre Wortwahl "Iran-Israel-Affäre" ist schon eine Verfälschung der Realität bzw. könnte man als Parteinahme interpretieren. Warum denn "-Israel-" Affaire? Sind die schon mitschuldig, nur weil sie da sind?
...wird in Singapur alles getan.
Kinder werden gezwungen in stroemendem Regen dem Fackellauf beizuwohnen, ihnen wird mit schlechten Schulnoten gedroht falls sie nicht als Freiwillige mithelfen, meine eigenen Kinder muessen beim Kanufahren zusehen- damit schoen viele westliche Gesichter (Ang Moh Lian) auf den Fernsehschirmen zu sehen sein werden.
Und um die Laecherlichkeit auf die Spitze zu treiben darf der 86-jaehrige "Minister Mentor" Lee das Olympische Feuer entzuenden...
Der Singapurischen Regierung geht es ausschliesslich um ihr eigenes "Branding" (schoenes neudeutsches Wort)
Singapur besteht ausschliesslich aus Medienkontrolle, da kommt ein medienkontrollierendes IOC gerade recht.
Und alles im Namen der Voelkerverstaendigung?? Laaaach!!
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