Fussball Diego und der weltweite Ruhm
Mit der Verpflichtung von Diego untermauert der VfL Wolfsburg seinen hohen Anspruch. Der Brasilianer soll den Verein aus der Bedeutungslosigkeit holen.
© Ettore Ferrari/dpa

Soll den VfL Wolfsburg aus dem Loch der Bedeutungslosigkeit holen: Diego Ribas de Cunha
Seine Taktik bleibt bestehen. Wochenlang hat Dieter Hoeneß bestritten, dass er an der Verpflichtung von Diego arbeite. Und selbst nachdem der brasilianische Dribbelkünstler jetzt schon zum zweiten Teil seiner medizinischen Untersuchung in Wolfsburg vorstellig geworden ist, möchte der Manager des VfL Wolfsburg den spektakulären Transfer noch nicht bestätigen.
"Wir sind auf einem guten Weg. Aber es fehlen noch die letzten Formalitäten", sagt Hoeneß, während sich die Profis des VfL längst fragen, ob ihr neuer Spielmacher schon am Samstag im Heimspiel gegen Mainz 05 eingesetzt werden kann. Der Drang, einen Star wie Diego, für den die Wolfsburger angeblich nur 15 Millionen Euro Ablösesumme an Juventus Turin überweisen müssen, auch gleich den Fans vorführen zu können, ist enorm groß.
Mit der Verpflichtung von Diego enden für Hoeneß Wochen der Ungewissheit und voller Zweifel. Seit Anfang des Jahres arbeitet der frühere Macher von Hertha BSC Berlin daran, aus dem VfL Wolfsburg eine so feine Adresse des deutschen Fußballs zu machen, dass er auf Dauer auch international wahrgenommen werden muss. Mit Diego kommt jetzt ein Mann ins Spiel, der dem auf weltweiten Ruhm bedachten Volkswagen-Konzern als VfL-Geldgeber bestens ins Konzept passt.
Nach der überraschenden Meisterschaft im vergangenen Jahr war der VfL Wolfsburg eine Saison lang in ein tiefes Loch der Bedeutungslosigkeit gefallen. Und wenn es der lange Zeit belächelte Verein zuletzt doch noch einmal bis in die ganz großen Schlagzeilen schaffte, dann im Grunde nur wegen der Abwanderungsgedanken seiner Erfolgsgaranten Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic. Nichts gegen die bosnischen Stars – aber die Aufmerksamkeit, die Diego dem niedersächsischen Verein schon vor seinem Debüt beschert, nimmt ganz andere Dimensionen an.
Teure Versuche, den VfL Wolfsburg auf Dauer ins Rampenlicht zu rücken, hat es schon vor der Ära von Felix Magath und dessen bestauntem Meisterstück 2009 gegeben. Vor allem die sportlichen Irrwege und die Irrfahrt der früheren Reizfigur Stefan Effenberg, der 2003 mit seinem Auto die Wolfsburger Fußgängerzone erobern wollte, sind als Intermezzo der besonderen Art in Erinnerung geblieben.
Was aber seit einem halben Jahr unter der Regie von Hoeneß versucht wird, ist nicht auf kurzfristige Effekthascherei, sondern auf langfristigen Erfolg angelegt. Trotz der enormen Finanzkraft, über die das Wolfsburger Fußballmodell verfügt, wird mit Hilfe von vielen Scouts und einem teuren Nachwuchsleistungszentrum daran gearbeitet, auf lange Sicht einen brauchbaren Unterbau für die Profimannschaft entstehen zu lassen.
Bis das greift, wird weiter tüchtig investiert. Und so lange ein hochkarätiger Profi wie Diego verpflichtet werden kann, ohne dass andere Spieler dafür verkauft werden müssen, werden sich die Wolfsburger weiter den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie ein neureicher Klub sind.
- Datum 26.08.2010 - 16:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Um das Level des FC Bayern München zu erreichen, braucht man Geschichte und Tradition. Es wird Zeit brauchen, bis wir uns einen ähnlichen Status erarbeitet haben"
Geld alleine hält langfristig keine Spieler in einer Stadt, die Jahrzehnte jünger ist, als die meisten Bundesligavereine. Leider momentan nicht mehr als eine Legionärstruppe. Emotionale Bindungen und Identifikation der Spieler an/mit den/m Verein, was wohl ein Traumziel eines jeden Vereines darstellt, sind so nicht zu erwarten.
Der Verfall eines Spielers ... vor gut einem Jahr ist Diego von Turin für angeblich 24,5 Mio. Euro aus Bremen weggekauft worden, wo man froh war, ihn, seinen Vater und seine sonderbare Freundin samt Medienrummel loszuwerden.
Jetzt ist er sozusagen nur ein Spiele später für glatte 10 Mio. Euro weniger zu haben und muss sich einem Verein anschließen, der eher Provinz als große Bühne ausstrahlt.
man hätte ihn in Bremen mit Handkuss wieder genommen und war mitnichten froh, ihn "loszuwerden" im vergangenen Jahr, ganz und gar nicht. Vielmehr ist er unter den Bremer Fans (zu denen ich mich zähle) noch immer sehr beliebt und man hätte viel darum gegeben, ihn halten zu können - leider war dies Werder als einem normal wirtschaftenden Klub, der keinen großen Konzern im Rücken hat (oder FCB heißt), nicht möglich.
Was den Preisverfall angeht: nun, er hatte kein besonders gutes Jahr in Turin (d.h. immer noch 5 Tore 11 Vorlagen in der Liga), was auch den Besten passieren kann, und er war ja schließlich nicht der einzige dort, der nicht am Limit gespielt hat... Außerdem darf man davon ausgehen, dass diese 15 Mio. locker noch nach oben offen sind, vielleicht nicht durch die fixe Ablöse (es war teilweise die Rede von 18 Mio. o.ä.), aber mit Sicherheit durch Sonderzahlungen.
man hätte ihn in Bremen mit Handkuss wieder genommen und war mitnichten froh, ihn "loszuwerden" im vergangenen Jahr, ganz und gar nicht. Vielmehr ist er unter den Bremer Fans (zu denen ich mich zähle) noch immer sehr beliebt und man hätte viel darum gegeben, ihn halten zu können - leider war dies Werder als einem normal wirtschaftenden Klub, der keinen großen Konzern im Rücken hat (oder FCB heißt), nicht möglich.
Was den Preisverfall angeht: nun, er hatte kein besonders gutes Jahr in Turin (d.h. immer noch 5 Tore 11 Vorlagen in der Liga), was auch den Besten passieren kann, und er war ja schließlich nicht der einzige dort, der nicht am Limit gespielt hat... Außerdem darf man davon ausgehen, dass diese 15 Mio. locker noch nach oben offen sind, vielleicht nicht durch die fixe Ablöse (es war teilweise die Rede von 18 Mio. o.ä.), aber mit Sicherheit durch Sonderzahlungen.
man hätte ihn in Bremen mit Handkuss wieder genommen und war mitnichten froh, ihn "loszuwerden" im vergangenen Jahr, ganz und gar nicht. Vielmehr ist er unter den Bremer Fans (zu denen ich mich zähle) noch immer sehr beliebt und man hätte viel darum gegeben, ihn halten zu können - leider war dies Werder als einem normal wirtschaftenden Klub, der keinen großen Konzern im Rücken hat (oder FCB heißt), nicht möglich.
Was den Preisverfall angeht: nun, er hatte kein besonders gutes Jahr in Turin (d.h. immer noch 5 Tore 11 Vorlagen in der Liga), was auch den Besten passieren kann, und er war ja schließlich nicht der einzige dort, der nicht am Limit gespielt hat... Außerdem darf man davon ausgehen, dass diese 15 Mio. locker noch nach oben offen sind, vielleicht nicht durch die fixe Ablöse (es war teilweise die Rede von 18 Mio. o.ä.), aber mit Sicherheit durch Sonderzahlungen.
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