Perikles Simon : "Schon Nachwuchsleistungssportler dopen"
Der Fall Contador ist nur einer von sehr vielen: Perikles Simon entwickelte den ersten Gendoping-Nachweis und schreibt über die Chancenlosigkeit im Anti-Dopingkampf.

Der Mediziner und Molekularbiologe Perikles Simon von der Universität Mainz entwickelte mit seinem Kollegen Michael Bitzer von der Universität Tübingen vor wenigen Wochen erstmals ein Nachweisverfahren für Gendoping.
"Gendoping galt als Dopingform der Zukunft, galt auf lange Zeit als nicht nachweisbar. Deshalb haben wir uns gedacht: Kümmern wir uns drum, und zeigen exemplarisch, dass man im Prinzip alles nachweisen kann – wenn man es denn wirklich will.
Der Begriff Gendoping, wie von der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) definiert, umfasst ein weites Feld. Streng genommen ist Koffein auch ein Gendoping-Mittel, weil es unsere natürlichen Gene positiv im Sinne der Leistungsfähigkeit aktivieren kann. Landläufig steckt hinter dem Begriff aber das, was wir untersucht haben. Nämlich dass genetisches Material von außen zugeführt wird. Dieser Gentransfer ist das eigentliche Problem. Das Problem, das auch ethische Fragen aufwirft. Da verändert jemand seine Erbsubstanz. Da dopt sich einer so nachhaltig, dass es ein Leben lang wirkt.
Dieser Erbsubstanz, die von außen in den Körper kommt, fehlen bestimmte Sequenzen, die Bestandteile der natürlichen Gene sind, die sogenannten Introns. Durch diesen Unterschied können wir die unechten Gene aufspüren. Der Nachweis kann über Urin- oder Blutproben geführt werden. Wir wussten, dass wir Gendoping wohl nicht länger als ein paar Tage im Urin nachweisen können, deshalb haben wir uns von Anfang an auf Blutproben konzentriert. Und haben gezeigt: Im Blut können wir das Ganze mehrere Monate lang nachweisen.
Damit haben wir die Leute widerlegt, die gesagt haben: Wozu sollen wir überhaupt Geld in den Bereich geben? Ihr Wissenschaftler hinkt doch sowieso hinterher! Mitunter wegen dieser Einstellung sind die Forschungsmittel im Kampf gegen Doping extrem begrenzt. Die Welt Anti-Doping-Agentur (WADA) gibt jährlich etwa sechs Millionen Dollar aus, um neue Nachweisverfahren zu entwickeln. Eigentlich kann man so nur alle vier oder fünf Jahre einen neuen wirklich bahnbrechenden Nachweis entwickeln. Doch das ist zu wenig. Es gibt Stand heute sicher hundert Mittel und Möglichkeiten, wie sich jemand dopt, ohne dass wir die geringste Chance hätten, das herauszufinden. Ein Fall wie der des spanischen Radprofis Alberto Contador ist da eher ungewöhnlich, greift er doch auf ein altes, bekanntes und gut nachweisbares Dopingmittel wie Clenbuterol zurück. Generell aber stehen wir Sportmediziner mit dem Rücken zur Wand, wenn wir unsere Sportler vor Doping bewahren wollen. Wenn ein Mittelchen mehr nachgewiesen werden kann, ist das zwar ganz nett, aber dann weichen die Athleten auf das Nächste aus. Auch die Athleten, die gar nicht dopen wollen, bekommen früher oder später mit, was es für Möglichkeiten der illegalen Leistungssteigerung gibt und wie stark die Wirkung ist.
Vor dem Hintergrund der momentanen Finanzierung, die absolut schräg liegt, im Anti-Doping-Kampf blieb uns nichts anderes übrig, als zu zeigen: Wir können das Schwierigste nachweisen. Wenn ihr wollt, dass wir den Standard auch noch können, dann müsst ihr einfach das Geld dafür bereitstellen. Ansonsten sagt den Athleten doch ehrlich, dass sich keiner dafür interessiert, ob sie ihre Gesundheit ruinieren.
Wir glauben, dass mit unseren Ergebnissen nicht viel passiert. Ich bin da relativ ernüchtert. Der Sport steckt in der Klemme. Pro Jahr werden für insgesamt 300 Millionen Dollar etwa 300.000 Dopingtests durchgeführt. Nur etwa 0,3 Prozent davon sind positiv – das steht ja eigentlich im Widerspruch zu den Befürchtungen, dass Doping weit verbreitet ist. Erst vergangenes Jahr hatten wir ein Studienergebnis herausgebracht bei dem wir zeigen konnten, dass schon rund 8 Prozent der Nachwuchsleistungssportler Doping zugeben. Eigentlich müsste man sich somit andere Strategien im Anti-Doping-Kampf überlegen. Nur wie will man denn rechtfertigen, wenn von diesen 300 Millionen etwa ein Drittel abgezogen und in die Entwicklung neuer Nachweisverfahren gesteckt wird? Dann müssen die Anzahl der Tests reduziert werden, und für die Verbände stellt sich die Frage, wie das die Öffentlichkeit aufnehmen wird. Sieht sie das dann als Aufweichung im Anti-Doping-Kampf an? Das ist eine Sackgasse.






Während die deutsche Presse das steinzeitliche Clenbuterol hervorhebt, ist die interantionale Presse schon weiter. So seien im Urin von Contador Plastikanteile gefunden worden. Dies könnte auf die Verwendung von Transfusionsbeuteln bei der Zuführung schließen lassen. Andererseits seien Plastikanteile im Urin nicht so ungewöhnlich, da sie über Nahrung aufgenommen werden, die in Plastik eingeschweißt sind. Ist das nicht beunruhigend? Oder vielleicht sogar nützlich. Plastiktüte vergessen? Wenn die Analyse- und Reproduktionsverfahren ausgereifter sind, einfach auf die Toilette gehen und den abgegebenen Urin aushärten lassen
:-))
Doping wird erst dann aufhören, wenn kein Geld mehr damit zu verdienen ist. Das wird aber erst dann der Fall sein, wenn das Publikum (spich: Werbekunden, TV-Zuschauern etc.) einhellig sagt: "Wir wollen uns nicht verschaukeln lassen. Wir ächten konsequent jeden, der betrügt. Punkt!"
DAS wird aber nie passieren. Die Leute wollen strahlende, siegende Helden sehen. Und es ist ihnen wurscht, wer betrügt und wer nicht. Sie wollen die Wahrheit nicht hören, weil ihnen ihre mit dem Sport verbundenen Illusionen und Emotionen viel zu wichtig sind.
die meißten Erwachsenen können trotzdem die körperliche Leistung würdigen die die meißten Top-Athleten vollbringen.
Es ist nämlich nicht so, dass man mal eben ein bisschen dopt und plötzlich spielt wie Lionel Messi, Novak Djokovic oder Filip Jicha.
Sport hat für viele Menschen auch eine gewisse Ästhetik und die wird durch Doping nicht zerstört. In dem Sinne wäre ja auch jeder Film heutzutage "gedopt"(mit Software nachbearbeitet).
Außerdem schmälert Doping weder den Wert der Kreativität auf dem Spielfeld oder die Vorbildfunktion.
Spielverständnis kann man nämlich nicht andopen. Und das Kinder eher danach streben WAS Sportler erreicht haben und nicht WIE sehe ich dort auch nicht wirklich eine große Gefahr.
Nichtsdestotrotz wünsche natürlich auch ich mir dopingfreien Sport aber das wird es wohl nie wieder geben...
die meißten Erwachsenen können trotzdem die körperliche Leistung würdigen die die meißten Top-Athleten vollbringen.
Es ist nämlich nicht so, dass man mal eben ein bisschen dopt und plötzlich spielt wie Lionel Messi, Novak Djokovic oder Filip Jicha.
Sport hat für viele Menschen auch eine gewisse Ästhetik und die wird durch Doping nicht zerstört. In dem Sinne wäre ja auch jeder Film heutzutage "gedopt"(mit Software nachbearbeitet).
Außerdem schmälert Doping weder den Wert der Kreativität auf dem Spielfeld oder die Vorbildfunktion.
Spielverständnis kann man nämlich nicht andopen. Und das Kinder eher danach streben WAS Sportler erreicht haben und nicht WIE sehe ich dort auch nicht wirklich eine große Gefahr.
Nichtsdestotrotz wünsche natürlich auch ich mir dopingfreien Sport aber das wird es wohl nie wieder geben...
die meißten Erwachsenen können trotzdem die körperliche Leistung würdigen die die meißten Top-Athleten vollbringen.
Es ist nämlich nicht so, dass man mal eben ein bisschen dopt und plötzlich spielt wie Lionel Messi, Novak Djokovic oder Filip Jicha.
Sport hat für viele Menschen auch eine gewisse Ästhetik und die wird durch Doping nicht zerstört. In dem Sinne wäre ja auch jeder Film heutzutage "gedopt"(mit Software nachbearbeitet).
Außerdem schmälert Doping weder den Wert der Kreativität auf dem Spielfeld oder die Vorbildfunktion.
Spielverständnis kann man nämlich nicht andopen. Und das Kinder eher danach streben WAS Sportler erreicht haben und nicht WIE sehe ich dort auch nicht wirklich eine große Gefahr.
Nichtsdestotrotz wünsche natürlich auch ich mir dopingfreien Sport aber das wird es wohl nie wieder geben...
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