Die Ukraine bewegt sich dagegen kein Stück von ihrem letzten Platz auf dem Index der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International
Das mangelnde Verständnis für Pressefreiheit erschwert in der Ukraine die kritische Berichterstattung über die EM 2012 bereits seit deren Vergabe im April 2007. Auch in Polen stagnierten die Verhältnisse zunächst: Anfangs dominierten dort die Skandale um einen korrupten Sportminister oder zahlreiche gekaufte Ligaspiele. Seit die pro-europäische Regierung von Amateurfußballer Donald Tusk im Amt ist, hat Polen sich aber allmählich zur Lokomotive der EM 2012 entwickelt. In Warschau will man die einzigartige Chance ergreifen, sich mit dem Turnier in der Öffentlichkeit als zuverlässiger Partner innerhalb der EU zu etablieren. Selbst die marode Liga, die polnische Ekstraklasa, scheint sich langsam zu reformieren.
Die Ukraine bewegt sich dagegen kein Stück von ihrem letzten Platz auf dem Index der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International. Auch weil die Oligarchen hemmungslos an dem Turnier verdienen wollen. Immerhin wurde durch den Konkurrenzkampf zwischen dem mächtigen Präsidenten des nationalen Fußballverbandes FFU, dem Bauunternehmer Grigorij Surkis aus Kiew und Alexander Jaroslawski, Milliardär und Eigentümer von Metalist Charkiw, nun eine Spielmanipulation in der heimischen Premier-Liga bekannt: Ein Verteidiger von Karpaty Lemberg hatte in einem Spiel gegen Metalist Charkiw im April 2008 ein Eigentor erzielt, und wurde später noch des Feldes verwiesen. Seine Mannschaft verlor daraufhin – wie geplant – das Spiel (0:4). Charkiw zog anschließend in den Wettbewerb um den Uefa-Cup ein. Erst jetzt gab der Spieler seine Manipulation zu. Beide Clubs wurden mit einer Geldstrafe über 20.000 Euro belegt, und mit je neun Punkten Abzug in der laufenden Saison.
Auch Alexander Jefremow, Geschäftsführer von Karpaty Lemberg und Chef der Premier-Liga, wurde für ein halbes Jahr suspendiert. Schon zuvor fiel Jefremow als korrupter Fußballmanager beim Versuch auf, die klamme Stadt beim Stadionbau zu erpressen, den sein Club im Hinblick auf die EM 2012 großspurig angekündigt hatte. "Die Stadt wollte unsere Bedingungen aber nicht akzeptieren. Nun gehen wir davon aus, dass die Stadt in den nächsten Monaten ihre Haltung ändern wird", sagte er, bevor er als korrupter Fußballfunktionär überführt wurde. Für seinen Einsatz beim Stadionbau wollte Jefremows Boss, der Oligarch Deminski, die besten Grundstücke Lembergs haben. Die Stadt aber ließ sich nicht erpressen. Sodann zog das bereits angeheuerte österreichische Bauunternehmen wieder aus Lemberg ab. Seither dient der zurückliegende kalte Winter als vorgeschobenes Argument für die Verzögerung am Bau. Längst modernisiert dasselbe Bauunternehmen die Stadien in Krakau und Königshütte (Chorzów), die Polen als mögliche Ersatzorte für ukrainische Ausfälle vorbereitet.
- Datum 07.09.2010 - 16:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Warum kann man nicht erstmal abwarten wie sich alles entwickelt ? Vielleicht werden die Infrastrukturprojekte in der Ukraine doch noch rechtzeitig fertig. Rassistische Hooligans gibt es leider auch in anderen Staaten Europas. Und anders als viele EU Mitgliedsstaaten erhält die Ukraine keine jährlichen Milliardentransfers aus Brüssel. Im EU Mitgliedsstaat Griechenland laut Transparency International eine ähnlich hohe Korruptionsrate. Auch die Ukraine hat in der jüngeren Geschichte viel gelitten (besonders im 2. Weltkrieg) und ich finde, man sollte auf das Land nicht arrogant herabsehen und nur das Negative beschreiben.
selten so einen dummen Kommentar gelesen. Lieber Herr Sundermeyer, auch für Sie gilt, erst informieren, dann denken und dann schreiben.
Sie sollten einmal L´viv als Gast des Weltkulturerbes besuchen. Seien Sie versichert, Sie werden wirklich nicht erschossen, wenn Sie die ukrainische Sprache nicht beherrschen.
Also raus aus Europa und rein in die Welt - zum kennenlernen.
L'viv hat eine wunderschöne Altstadt die zu ihrem großen Glück als Unesco-Weltkulturerbe geschützt ist. Der restliche Teil des Zentrums erwartete seine Besucher in diesem Sommer als Großbaustelle zur Vorbereitung auf die EM 2012.
Mir stellt sich hier die Frage, inwieweit es überhaupt erstrebenswert ist, Städte und Landstriche auf der ganzen Welt "internationalen Standards" anzugleichen und sie damit ihrer Individualität und ihres Charmes zu berauben, sei es für sportliche Großereignisse oder touristische Zwecke.
[entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und höflich und bemühen Sie sich darum, diese mit Argumenten zu untermauern. Danke. Die Redaktion/ew]
Was ein Glück, daß es - außer bösen Nicht-EU-Territorien - in dieser Welt auch noch FIFA UEFA gibt, transparente und unbestechliche Wächter über die Beachtung demokratischer Grundwerte.
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