Corny Littmann "Sarrazin ist der klügere Ronald Schill"

Thilo Sarrazin nutzt die Medien aus und inszeniert sich als schlauer Rechtspopulist. Corny Littmann im Alles-außer-Fußball-Gespräch über die Strategie des Provokateurs.

Im Blickpunkt vieler Kameras: Thilo Sarrazin während des PR-Termins zu seinem Buch

Im Blickpunkt vieler Kameras: Thilo Sarrazin während des PR-Termins zu seinem Buch

ZEIT ONLINE: Herr Littmann, Beispiel Stuttgart 21, Beispiel Thilo Sarrazin: Ist die Gesellschaft im Sommer 2010 gespalten?

Corny Littmann: Klar, die Unterschiede sind doch faktisch vorhanden. Deshalb werden die Proteste wie etwa gegen Stuttgart 21 immer weiter wachsen. Mittlerweile hinterlässt eine Krise auch im Bürgertum Spuren. Es ist nicht nur eine kleine Gruppe, die von Einschnitten, Sparmaßnahmen in der unmittelbaren Umgebung betroffen sind.

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ZEIT ONLINE: Müssen wir in Hamburg oder Berlin Straßenschlachten befürchten?

Alles Außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von Katja Kraus, Corny Littmann, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Alle zwei Wochen geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Die vier sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Littmann, Hitzlsperger, Friedrich und Kraus wollen ihre Meinung sagen, beispielsweise zu den Herausforderungen der Bundesregierung, zum Alltag in der Bundesliga und darüber, wie das zusammenhängen kann.

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Littmann: Ich wäre mir nicht so sicher, dass wir auf Dauer keine Proteste erleben. Bislang hat sich der Widerstand höchstens in Wahlergebnissen ausdrückt. Die eigentliche politische Gefahr, besteht darin, dass ein Populist wie Thilo Sarrazin plötzliche eine Zustimmung bekommt, die ihm politisches Gewicht bei Wahlen verleiht.

ZEIT ONLINE: Ist Sarrazin mit seinen bewussten Provokationen nicht einfach eine weitere Sau, die durchs Mediendorf getrieben wird?

Littmann: Wenn ein Unmut, der vorhanden ist, ein Sprachrohr findet, kann das Auswirkungen haben. Ich habe gerade Umfrageergebnisse gesehen, wonach 95 Prozent der Menschen sagen, dass Sarrazin mit seinen Äußerungen nicht zu weit geht. Das finde ich schon bedenklich. Thilo Sarrazin ist eine klügere Ausprägung von Ronald Schill, den wir in Hamburg hatten.

ZEIT ONLINE: Zeigt das Beispiel Schill nicht, dass ein Rechtspopulist wie er am Ende nicht weit kommt?

Littmann: Schill war mehrere Jahre Innensenator und zweiter Bürgermeister in Hamburg. Er hat es schon sehr weit gebracht. Dass er letztlich an dummen Äußerungen gescheitert ist, sagt nicht, dass ein anderer Rechtspopulist mit mehr Geschick es nicht zu mehr Erfolg bringen könnte.

ZEIT ONLINE: Wie gefährlich ist Sarrazin?

Littmann: Sarrazin ist gefährlich, weil er lange in dem politischen System tätig war und sich auf allen Ebenen der Verwaltung, der Behörden, der Politik bestens auskennt. Schill ist ein politischer Quereinsteiger gewesen. Sarrazin war lange Jahre Senator in Berlin.

ZEIT ONLINE: Dennoch: Nach der Buch-PR, den Auftritten Sarrazins in den Talkshows – der Typ ist vielleicht auch nur ein Medien-Sommerloch-Phänomen.

Littmann: All die Äußerungen des Herrn Sarrazin ergeben für mich nur einen Sinn, wenn politische Strategie dahinter steht. Mich würde es nicht überraschen, wenn eine Partei unter seiner Führung zur nächsten Wahl in Berlin antritt.

ZEIT ONLINE: Wie wäre die richtige Reaktion auf Sarrazins Provokationen?

Littmann: Die angemessene Reaktion wäre, den Unsinn, den er von sich gibt, vollständig zu ignorieren.

ZEIT ONLINE: Das Thema ist dennoch fast überall, auch wir reden darüber.

Littmann: Das ist ein Preis der Mediengesellschaft. Vielleicht ein bitterer Preis.

ZEIT ONLINE: Sind die Medien schuld am Aufstieg eines Sarrazins?

Littmann: Ein Sarrazin handelt in Kenntnis und Bewusstsein dieser Mediengesellschaft. Warum druckt die Bild-Zeitung Auszüge aus seinem Buch? Mit Sicherheit, weil Sarrazin schon länger Kontakt zur Bild-Zeitung hat. Mit Sicherheit, weil die Bild-Zeitung sich davon Aufmerksamkeit und Auflage verspricht. Das Erschreckende an Sarrazin ist ja, dass er intellektuell verkopft auf Stammtischniveau agiert. Er bedient Ressentiments, die offen oder insgeheim viele Menschen haben.

ZEIT ONLINE: Er verhält sich politically incorrect.

Littmann: Ja, aber das politisch Korrekte stimmt ja nicht immer mit Volkesmeinung überein. Es gibt einen tief sitzenden Nationalismus. Wer daran appelliert, findet auch Gehör – so seine Äußerungen denn verbreitet werden. Siehe unsere europäischen Nachbarländer: Niederlande, Frankreich, Österreich, wo die Rechten viel klüger agieren als in Deutschland. Platt gesagt: Lass mal in Deutschland einen schlauen Rechten kommen.

ZEIT ONLINE: Sind wir nicht in der Lage zu erkennen, was für ein Spiel einer wie Sarrazin spielt?

Litttmann: Das werden wir in einem halben Jahr sehen. Ich prophezeie, dass die CDU in Baden-Württemberg wegen des Bahnhofsbaus erheblich Stimmen verlieren wird, und ich prophezeie, dass Sarrazin, sich aus der SPD rausschmeißen lassen und eine eigene Partei gründen wird. Ich wünsche mir das nicht, aber in diesem Fall haben Politik und Theater viel miteinander zu tun. Politik ist auch Inszenierung. Wenn das einen Sinn haben soll, was Sarrazin macht, dann ist das, was bisher geschah der erste Akt einer Inszenierung. Nur der erste Akt.

Die Fragen stellte Steffen Dobbert.
 

 
Leser-Kommentare
    • cronin
    • 01.09.2010 um 17:25 Uhr

    http://videos.arte.tv/de/...

    über diesen Link kann man eine Diskussion auf ARTE verfolgen!

    Thema ist das Machoverhalten muslimischer Jugendlicher.

    Meines Erachtens ganz passend zur Diskussion um Thilo Sarrzins Thesen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Keine Frage: das Männlichkeits- und Frauenbild, gerade in der muslimischen Gesellschaft muss hinterfragt und kritisiert werden.

    Was aber hat das mit Sarrazin zu tun? Seine Thesen sind weder progressiv, noch sonst wie ein Fortschritt in gesellschaftlicher Hinsicht. Sondern genau das, wie es im Interview gesagt wurde: Bauernfängerei für nationalistische und rassistische Ressentiments in den Köpfen vieler Deutscher.

    Habe diese gestern gesehen, und musste dabei als erstes an den erbärmlichen Umgang mit Sarrazin denken.Solche Sendungen kommen leider immer nur bei Spartenkanälen und/oder zu nachtschlafender Zeit, damit ja nicht zuviele Zuschauer aufwachen.

    der aus Sarrazins Formulierungen wie 'Produktion von Kopftuchmädchen' und 'Nettoreproduktionsrate' (meint Töchter pro deutscher Frau, deren Aufgabe es ist, Großvätern (deutsch) deutsche Enkel zu schenken, finde ich auch nicht ganz ohne.

    Danke für den Link. Sehr aufschlussreich. Ich finde, man sollte den Focus weg von dieser Genetik-Debatte setzen. Wenn man sagt, die Intelligenz sei zu 100% von äußeren Einflüssen bestimmt, dann kann man trotzdem sagen, dass Intelligenz zu 100% vererbt werden kann - wenn auch nicht durch Erbanlagen, dann wohl aber durch die Tradierung bildungsfeindlicher Umweltbedingungen. Wer will dem denn ernsthaft widersprechen? Also lasst uns über das Problem inhaltlich reden und denen helfen, die unter unserer Wegguck-Politik zu leiden haben: Die Ausländerinnen und Ausländer selbst!

    Keine Frage: das Männlichkeits- und Frauenbild, gerade in der muslimischen Gesellschaft muss hinterfragt und kritisiert werden.

    Was aber hat das mit Sarrazin zu tun? Seine Thesen sind weder progressiv, noch sonst wie ein Fortschritt in gesellschaftlicher Hinsicht. Sondern genau das, wie es im Interview gesagt wurde: Bauernfängerei für nationalistische und rassistische Ressentiments in den Köpfen vieler Deutscher.

    Habe diese gestern gesehen, und musste dabei als erstes an den erbärmlichen Umgang mit Sarrazin denken.Solche Sendungen kommen leider immer nur bei Spartenkanälen und/oder zu nachtschlafender Zeit, damit ja nicht zuviele Zuschauer aufwachen.

    der aus Sarrazins Formulierungen wie 'Produktion von Kopftuchmädchen' und 'Nettoreproduktionsrate' (meint Töchter pro deutscher Frau, deren Aufgabe es ist, Großvätern (deutsch) deutsche Enkel zu schenken, finde ich auch nicht ganz ohne.

    Danke für den Link. Sehr aufschlussreich. Ich finde, man sollte den Focus weg von dieser Genetik-Debatte setzen. Wenn man sagt, die Intelligenz sei zu 100% von äußeren Einflüssen bestimmt, dann kann man trotzdem sagen, dass Intelligenz zu 100% vererbt werden kann - wenn auch nicht durch Erbanlagen, dann wohl aber durch die Tradierung bildungsfeindlicher Umweltbedingungen. Wer will dem denn ernsthaft widersprechen? Also lasst uns über das Problem inhaltlich reden und denen helfen, die unter unserer Wegguck-Politik zu leiden haben: Die Ausländerinnen und Ausländer selbst!

  1. Keine Frage: das Männlichkeits- und Frauenbild, gerade in der muslimischen Gesellschaft muss hinterfragt und kritisiert werden.

    Was aber hat das mit Sarrazin zu tun? Seine Thesen sind weder progressiv, noch sonst wie ein Fortschritt in gesellschaftlicher Hinsicht. Sondern genau das, wie es im Interview gesagt wurde: Bauernfängerei für nationalistische und rassistische Ressentiments in den Köpfen vieler Deutscher.

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    Wer heute die Islamisierung verharmlost, arbeitet den "Rechten" zu und lebt im politischen Vollrausch - der Kater wird fürchterlich. Die Doku "Kampf im Klassenzimmer" vom WDR beschreibt die traurige Wirklichkeit, und die "Deutsche Linke" gibt wieder ein peinliches Bild ab - Sarrazin und anderen eher unsympathischen Zeitgenossen das Thema Islam überlassen und sich dann über den Zulauf der Rechten beschweren! Problembewußtsein schaffen, darum geht es, um Fr. Kelek mal zu zitieren! Corny versteht von Fußball doch mehr.

    Auch in der "deutschen Linke" - die Verallgemeinerung ist mir bewusst, kann ich jetzt aber nicht lösen - gibt es nicht erst seit gestern kontroverse Auseinandersetzungen u.a. und insbesondere zum Thema Islam, die sich vor allen an der Abgrenzung der so genannten "antiimperialistischen Linken" (die Sie wohl ansprechen) und der "antideutschen Linken" (oder wie die bahamas "Ideologiekritiker" nennt) zeigen. Was die "Mainstream-Linke" (erstgenannte) angeht, gebe ich Ihnen allerdings leider recht.

    hätte man angefangen über die vorhandenen Probleme zu diskutieren wenn Sarrazin die Debatte nicht angeworfen hätte?Woher kommt denn das Denken der Deutschen über gewisse Migranten?Ganz einfach weil viele jeden Tag üble Erfahrungen mit denen machen.Im übrigen ist es erfreulich dass die Deutschen eben gerade keine Vorurteile hegen gegen tüchtige Migranten.Deshalb ist es wichtig das alla Migranten die das Gemeinwohl stören verschwinden,entweder freiwillig oder unter Zwang.Solche Leute braucht hier niemand.

    Wer heute die Islamisierung verharmlost, arbeitet den "Rechten" zu und lebt im politischen Vollrausch - der Kater wird fürchterlich. Die Doku "Kampf im Klassenzimmer" vom WDR beschreibt die traurige Wirklichkeit, und die "Deutsche Linke" gibt wieder ein peinliches Bild ab - Sarrazin und anderen eher unsympathischen Zeitgenossen das Thema Islam überlassen und sich dann über den Zulauf der Rechten beschweren! Problembewußtsein schaffen, darum geht es, um Fr. Kelek mal zu zitieren! Corny versteht von Fußball doch mehr.

    Auch in der "deutschen Linke" - die Verallgemeinerung ist mir bewusst, kann ich jetzt aber nicht lösen - gibt es nicht erst seit gestern kontroverse Auseinandersetzungen u.a. und insbesondere zum Thema Islam, die sich vor allen an der Abgrenzung der so genannten "antiimperialistischen Linken" (die Sie wohl ansprechen) und der "antideutschen Linken" (oder wie die bahamas "Ideologiekritiker" nennt) zeigen. Was die "Mainstream-Linke" (erstgenannte) angeht, gebe ich Ihnen allerdings leider recht.

    hätte man angefangen über die vorhandenen Probleme zu diskutieren wenn Sarrazin die Debatte nicht angeworfen hätte?Woher kommt denn das Denken der Deutschen über gewisse Migranten?Ganz einfach weil viele jeden Tag üble Erfahrungen mit denen machen.Im übrigen ist es erfreulich dass die Deutschen eben gerade keine Vorurteile hegen gegen tüchtige Migranten.Deshalb ist es wichtig das alla Migranten die das Gemeinwohl stören verschwinden,entweder freiwillig oder unter Zwang.Solche Leute braucht hier niemand.

  2. Gerade im gutbürgerlichen Lager hört man überall "na der hat doch eigentlich recht". Öffentlich zugeben will das natürlich keiner. Egal wo man ist, ob im Supermarkt oder im Restaurant, überall sind die Leute froh, das endlich mal jemand "Tacheles" redet. Man darf sich nicht wundern, denn gerade im Zeitalter der milden Urteile, der Besserstellung der Täter usw. sieht sich die Mittelschicht bedrängt. Und das gibt solchen Meinungen und Parteien aufschub. Wenn die Polizei nicht mehr kommt, bei Autobahnbetrügern etc. dann setzt der gutbürgerliche, friedliche Mitmensch sein Kreuz eben irgendwann weiter nach rechts. Das ist das gefährliche daran.

  3. Herr Littmann gibt häufig den Supperliberalen,
    wobei anzunehmen ist, das er es aus einer sicheren Position
    heraus tut.Das heißt er lebt sicher nicht in Billstedt, Jenfeld, Wilhelmsburg oder einem ähnlichen Stadtteil!
    Im Übrigen wird eine Wahrheit nicht unwahrer indem man sie verschweigt. Ander Länder wie Dänemark, Niederlande und andere sind da viel weiter und ignorieren nicht die Stimmung der Menschen. Wenn diese nicht unerhebliche, schweigende Mehrheit immer wieder von den zur Zeit maßgeblichen Politikern "pflichtgemäß abgewürgt" wird, könnten bestimmte Gruppierungen ungewollt großen Zulauf bekommen. Wer nennt denn sonst mutig "Roß und Reiter"?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben: "Im Übrigen wird eine Wahrheit nicht unwahrer indem man sie verschweigt."

    Umgekehrt gilt auch: Im Übrigen wird eine Lüge nicht wahr, indem man sie ständig wiederholt.

    "Das heißt er lebt sicher nicht in Billstedt, Jenfeld, Wilhelmsburg oder einem ähnlichen Stadtteil!"

    Wohnt Sarrazin da...?

    Sie schreiben: "Im Übrigen wird eine Wahrheit nicht unwahrer indem man sie verschweigt."

    Umgekehrt gilt auch: Im Übrigen wird eine Lüge nicht wahr, indem man sie ständig wiederholt.

    "Das heißt er lebt sicher nicht in Billstedt, Jenfeld, Wilhelmsburg oder einem ähnlichen Stadtteil!"

    Wohnt Sarrazin da...?

    • Fifty4
    • 01.09.2010 um 17:59 Uhr

    Diese Bezeichnung hat ungefähr die Qualitiät wie "Dumme Gans".

    Beides ist vielleicht falsch aber sicher nicht "Zeit"gemäß.

    Eigentlich müßte die Redaktion solche Aussagen aufgrund der Nettikette streichen.

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    • keox
    • 01.09.2010 um 19:26 Uhr

    "Ist Sarrazin mit seinen bewussten Provokationen nicht einfach eine weitere Sau, die durchs Mediendorf getrieben wird?"

    Was für eine Formulierung, bin schwer begeistert.

    Schlimm ist nur, daß jeder Kommentator bei einer gleichartigen Formulierung gnadenlos totzensiert oder gar gesperrt würde.

    Es ist schon bemerkenswert, auf welchem Argumentationsniveau sich die ZEIT wieder mal bewegt. Herrn Littmann kannte ich bisher nicht.
    Ist das eine Bildungslücke ?

    • keox
    • 01.09.2010 um 19:26 Uhr

    "Ist Sarrazin mit seinen bewussten Provokationen nicht einfach eine weitere Sau, die durchs Mediendorf getrieben wird?"

    Was für eine Formulierung, bin schwer begeistert.

    Schlimm ist nur, daß jeder Kommentator bei einer gleichartigen Formulierung gnadenlos totzensiert oder gar gesperrt würde.

    Es ist schon bemerkenswert, auf welchem Argumentationsniveau sich die ZEIT wieder mal bewegt. Herrn Littmann kannte ich bisher nicht.
    Ist das eine Bildungslücke ?

  4. Es ist durchaus möglich, daß die Diskussion um Sarrazin die Entwicklung der Pro...-Parteien befördert. Das ist aber nicht die Schuld von Sarrazin, sondern die Schuld einer politischen Klasse, die sich einfach weigert Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Es ist doch bezeichnend, daß eine inhaltliche Kritik oder Widerlegung seiner Thesen immer noch nicht erfolgt ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ist sie nicht? Ich meine doch, und zwar überall - man muss nur hingucken. Hier zum Beispiel: http://www.binsenbrenner....

    Ist sie nicht? Ich meine doch, und zwar überall - man muss nur hingucken. Hier zum Beispiel: http://www.binsenbrenner....

  5. Habe diese gestern gesehen, und musste dabei als erstes an den erbärmlichen Umgang mit Sarrazin denken.Solche Sendungen kommen leider immer nur bei Spartenkanälen und/oder zu nachtschlafender Zeit, damit ja nicht zuviele Zuschauer aufwachen.

  6. alles hineininterpretiert hat.
    Er ist einfach ein Bürokrat und Erbsenzähler, der sich verrannt hat.
    Interessant ist er ja nur für die rechtslastige Unterklasse obwohl er die Unterklasse verachtet. Aber das merken die ja nicht.

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    • keox
    • 01.09.2010 um 20:04 Uhr

    Sarrazyns Verachtung der Unterschichten scheint das einzig konstante an seinen Tiraden zu sein.

    Vor Jahren einmal gab es einen Autoaufkleber: "Eure Armut kotzt mich an".

    Es ist unerheblich, wer nun grad der Sündenbock ist, Muslime, Araber oder auch - wie kürzlich in einer gigantischen, konzertierten Aktion sämtlicher Medien zu 'erfahren' war - eben diese verdammten faulen Griechen.

    Das ist doch nur Folklore, man schlürt an die nächste Pommesbude, schnappt einige Gesprächsfetzen auf und fertig ist die nächste Kampagne.

    (Nur so prinzipiell, INSM, Bertelsmann und Konsorten machen das schon recht professionell)

    Letzlich aber ist es etwas ganz banales, die schrittweise ausgeübte Definitionsmacht der Eliten über das 'Prekariat'.

    So wird das Prekariat zur quasi außergesellschaftlichen Gruppe, ohne jeden Anspruch auf Emphatie, Solidarität oder gar Anerkennung.

    Nur darum geht es.

    Man nennt es Soizid.

    Dummerweise wird dieser "einfache" Mann von den Medien hochstilisiert und seiner "einfachen", nicht sonderlich kompetenten Meinung ein Forum geschaffen, das so manch trüben Geist anzieht. Bleibt zu hoffen, daß der eine oder andere noch einsieht, daß es sich bei Sarrazin um so eine Art Karl May handelt, der von Dingen (z.B. Genen) schreibt ohne sie wirklich zu kennen und diese dann unselig verknüpft. Manche Foren fischen regelrecht Rechts - das ist bitter ! Man fragt sich, wer das finanziert, oder, was da finanziert werden soll ? Sarrazin und Schweinegrippe haben da ein vergleichbares Niveau erreicht.

    auch fuer mich und ich bin "nur" deutscher buerger und
    stehe keinenfalls rechts (aber auch nicht links) was
    denken SIE wenn sie sowas schreiben ?

    • keox
    • 01.09.2010 um 20:04 Uhr

    Sarrazyns Verachtung der Unterschichten scheint das einzig konstante an seinen Tiraden zu sein.

    Vor Jahren einmal gab es einen Autoaufkleber: "Eure Armut kotzt mich an".

    Es ist unerheblich, wer nun grad der Sündenbock ist, Muslime, Araber oder auch - wie kürzlich in einer gigantischen, konzertierten Aktion sämtlicher Medien zu 'erfahren' war - eben diese verdammten faulen Griechen.

    Das ist doch nur Folklore, man schlürt an die nächste Pommesbude, schnappt einige Gesprächsfetzen auf und fertig ist die nächste Kampagne.

    (Nur so prinzipiell, INSM, Bertelsmann und Konsorten machen das schon recht professionell)

    Letzlich aber ist es etwas ganz banales, die schrittweise ausgeübte Definitionsmacht der Eliten über das 'Prekariat'.

    So wird das Prekariat zur quasi außergesellschaftlichen Gruppe, ohne jeden Anspruch auf Emphatie, Solidarität oder gar Anerkennung.

    Nur darum geht es.

    Man nennt es Soizid.

    Dummerweise wird dieser "einfache" Mann von den Medien hochstilisiert und seiner "einfachen", nicht sonderlich kompetenten Meinung ein Forum geschaffen, das so manch trüben Geist anzieht. Bleibt zu hoffen, daß der eine oder andere noch einsieht, daß es sich bei Sarrazin um so eine Art Karl May handelt, der von Dingen (z.B. Genen) schreibt ohne sie wirklich zu kennen und diese dann unselig verknüpft. Manche Foren fischen regelrecht Rechts - das ist bitter ! Man fragt sich, wer das finanziert, oder, was da finanziert werden soll ? Sarrazin und Schweinegrippe haben da ein vergleichbares Niveau erreicht.

    auch fuer mich und ich bin "nur" deutscher buerger und
    stehe keinenfalls rechts (aber auch nicht links) was
    denken SIE wenn sie sowas schreiben ?

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