Es klingt fast so, als rechne Dirk Nowitzki bereits damit, sein großes Ziel des NBA-Titels nicht mehr zu erreichen. "Es gibt viele sehr gute Spieler, die alles gegeben und es nie geschafft haben", sagte der Basketballprofi in einer Telefonkonferenz am Montag. "Manchmal soll’s einfach nicht sein, manchmal ist das so." Bevor er sich aber in dieses Schicksal fügt, will der 32-Jährige noch einmal alles versuchen, um die Meisterschaft in der amerikanischen Profiliga zu erringen. Die neue NBA-Saison begann am gestrigen Dienstagabend, Nowitzkis Dallas Mavericks starten am Mittwoch mit einem Heimspiel gegen die Charlotte Bobcats in die Spielzeit.

Gerade hat der deutsche Nationalspieler für weitere vier Jahre in Dallas unterschrieben. Am Ende dieses Vertrags wird der Würzburger 36 Jahre alt sein, vier Jahre bleiben ihm, um seinen Traum, sein "einziges Ziel", wie er sagt, zu erreichen. Die Chancen dafür haben sich allerdings auch in diesem Sommer nicht wirklich verbessert.

"Der Glaube ist jedes Jahr wieder neu da", sagt Nowitzki trotzdem. "Ich glaub schon, dass wir wieder ein gutes Jahr haben werden. Und dann wird man sehen, wie weit es am Schluss reicht." Zuletzt reichte es für die Mavericks in der regulären Saison für 55 Siege und einen hervorragenden zweiten Platz in der Western Conference hinter dem späteren Champion L. A. Lakers. In den Play-offs schied Dallas aber bereits in der ersten Runde gegen den texanischen Rivalen San Antonio Spurs aus. Einen ähnlichen Saisonverlauf sagen dem Team nahezu alle amerikanischen Experten erneut voraus.

Nowitzki gibt zu, dass es ihm schwerfällt, die immer wiederkehrenden Niederlagen zu verarbeiten. "Es ist erst einmal frustrierend. Nach dem Motto: wieder ein Jahr in meiner besten Zeit weg, wieder das Ziel nicht erreicht", sagt Nowitzki, der in seine 13. NBA-Saison geht. "Dann vergehen ein paar Wochen und man freut sich auf einen neuen Versuch." Er habe sich erneut viele Gedanken darüber gemacht, was er hätte besser machen können: "Wenn man verliert, muss jeder erst mal in den Spiegel schauen und nicht mit dem Finger auf andere deuten."

Das Team der Mavericks hat sich in diesem Sommer nur marginal verändert. Der bullig-phlegmatische Center Erick Dampier verließ den Klub, dafür kam Tyson Chandler, der mit dem US-Nationalteam gerade den WM-Titel gewonnen hat, im Schnitt dabei aber die wenigsten Minuten aller Amerikaner pro Spiel auf dem Feld stand. Chandler ist beweglicher als Dampier – eine wirkliche Verstärkung ist er nicht.