Der Fußballer Mario Gomez © Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images

Es gilt noch immer als das größte Tabu im Profifußball: Homosexualität. Noch hat sich in Deutschland kein schwuler Fußballer geoutet, obwohl es als offenes Geheimnis gilt, dass es auch Profifußballer gibt, die Männer lieben.

Nun hat Nationalspieler Mario Gomez von Bayern München schwule Fußballer ermutigt, sich zu outen. "Sie würden dann wie befreit aufspielen. Schwulsein ist doch längst kein Tabuthema mehr", sagt der 25-jährige Stürmer in einem Interview mit der Illustrierten Bunte .

"Wir haben einen schwulen Vizekanzler, der Berliner Bürgermeister ist schwul. Also sollten sich auch Fußballprofis zu ihrer Neigung bekennen", sagt Gomez.

Gomez ist der erste namhafte Profifußballer, der homosexuellen Kollegen rät, sich zu offenbaren. Im April hatte sein Nationalmannschaftskollege Tim Wiese in der gleichen Zeitschrift Profis von einem Outing abgeraten: "Der würde von den Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Machosport." Er bedauere, dass "Fans da so erbarmungslos sind".

Philipp Lahm hatte sich vor einem Jahr ähnlich kritisch geäußert: "Der Spieler, der sich jetzt outen würde, der geht jedes Wochenende vor zigtausend Zuschauern seinem Job nach. Ein Guido Westerwelle spielt nicht jedes Wochenende vor 60.000 Zuschauern Fußball", sagte Lahm dem Playboy .

Der Deutsche Fußball-Bund kämpft zwar gegen Homophobie, sieht aber auch die Probleme. "Der erste Homosexuelle, der sich im Profifußball outet, wird keinen leichten Weg zu gehen haben. Ich habe geglaubt, das kann nicht sein. Denn in Politik, Kunst und Kultur ist das ja gar kein Problem mehr. Auch der Amateurfußball geht inzwischen besser damit um. Aber der Profifußball ist da offenbar noch einmal fester gefügt", sagte der DFB-Präsident Theo Zwanziger im Dezember 2009 in einem Zeitungsinterview. Er kündigte aber auch an, ein mögliches Coming-out mit allen Mitteln zu begleiten und zu unterstützen.