FC Bayern München Es wird einsam um Louis van Gaal

Nach der Niederlage gegen Rom kritisieren Nerlinger und Rummenigge ihren Trainer. Siegt van Gaal in der Bundesliga nicht, wird die Debatte um seine Zukunft heftiger.

Bayerns Trainer Louis van Gaal während des Spiels in Rom

Bayerns Trainer Louis van Gaal während des Spiels in Rom

Louis van Gaal war ratlos. Nicht mal den Fragesteller vom Fernsehen konnte man diesmal ordentlich anpampen. Der machte seine Sache ganz geschickt, stellte schön offene Fragen – auf die der allmächtige und gerne auch allwissende Bayern-Coach keine Antwort wusste. "Das ist so", musste er ein paar Mal sagen, unsicher lächelnd. Ansonsten fiel ihm zum neuerlichen Leistungsabfall seiner Truppe beim 2:3 in Rom nur sein deutsches Lieblingswort ein: "Unglaublich." Im ersten Statement nach dem Schlusspfiff gebrauchte er es sieben Mal.

Der FC Bayern hat nach einer souveränen 2:0-Führung zur Pause nach zwei wunderbar heraus gespielten Treffern von Mario Gomez noch 2:3 gegen den zunächst behäbig auftretenden Tabellenfünften der italienischen Liga AS Rom verloren. Ein neuer Startrekord in der Champions League wurde somit verpasst; schlimmer wiegt jedoch weniger die Niederlage, sondern die Art, wie sie zustande kam: auf für van Gaal unerklärliche Weise.

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"Das muss ich erst mit meinen Spielern überlegen", sprach der gewöhnlich zu einem schwer verrückbaren eigenen Meinungsbild neigende Coach, "wir haben wieder die Partie weggegeben, wie schon in Cluj, in Mönchengladbach und auch in Leverkusen. Das ist unglaublich, das kann nicht wahr sein. Wir haben so dominant gespielt! Aber dann war die Konzentration weg oder es ist irgendetwas passiert". Seine Spieler flüchteten sich nach dem Absturz in die branchenüblichen Floskeln.

Die Tradition will es, dass man sich nach jeder auch noch so missratenen Champions-League-Auswärtspartie zu einem nächtlichen Festbankett trifft, wobei der Chef eine mehr oder weniger aufrüttelnde Ruck-Rede hält. Franz Beckenbauers Anpfiff nach einer herben Schlappe in Lyon ist einst in die Annalen eingegangen. nach dem knappen Sieg in Cluj vermittelte der selbe Beckenbauer mit ein paar seiner Franzeleien zwischen den Streithähnen Uli Hoeneß und Louis van Gaal eine Art Burgfrieden, der mit ein paar Gläsern Rotwein besiegelt wurde. Nach dem 2:3 in Rom war nun im Hotel Cavalieri keine programmatische Rede zu vernehmen, aber fast so etwas wie eine Vorgabe.

Leser-Kommentare
  1. Der FC Bayern hat ein grundsätzliches Problem. Van Gaal ist nur ein Symptom davon. Manager und Vorstand hören schlicht und einfach nicht auf in ihrer Arroganz dem Trainer ins Handwerk zu pfuschen. Klinsmann war nicht hart genug, um gegen die Intrigen, die dann auch Spieler miteinbezogen, konsequent vorzugehen und sein Ruf wurde dadurch weitgehend vernichtet. Mit blanken Nerven trudelte daraufhin die führungslose Mannschaft in den Abgrund.
    Also beschloss der arrogante Oberbesserwisser Uli Hoeneß, einen Trainer zu holen, der hart genug wäre, die Spieler und die Mannschaft wieder zu disziplinieren. Der Trainer hiess Van Gaal und wurde anfangs für seine Härte gelobt. Natürlich darf man von einem harten Trainer aber dann nicht erwarten, dass er dem ersten dreinreden vom selbsternannten Gott Hoeneß klein beigibt.
    Und das hat Hoeness und Konsorten immer noch nicht verstanden, dass es falsch ist, als Chef seinen Mitarbeitern ins Tagesgeschäft reinzuquatschen.
    Ich denke dass Van Gaal jetzt die Schnauze gestrichen voll hat und deswegen auch ein paar Breitseiten, wie mit dem Verkauf von Schweinsteiger gezielt lanciert hat um zu zeigen, dass es reicht.
    Man kann ihm nur wünschen, dass er rechtzeitig kündigt, bevor dieser Verein auch ihn vernichtet, so wie vorher Klinsmann, Magath, Hitzfeld und Rehagel.
    Denn Hoeness und seine Spiessgesellen haben eines verloren in ihrer ignoranten Arroganz: Menschlichkeit und Fähigkeit zum Selbstzweifel.

  2. Denn immerhin hat der von Ihnen so gescholtene Hoeneß einen beispiellos erfolgreichen Fußballverein geschaffen, der auch der einzige deutsche Club von internationaler Bedeutung ist und dazu noch mehr als 100.000 Mitglieder hat. Und all das, ohne wie Dortmund seine Seele an der Börse oder wie Schalke an einen russischen Gaskonzern zu verkaufen.
    Also ganz so schlecht kann sein Vorgehen nicht sein, schon gar nicht für den Verein, die leitenden Angestellten des Vereins müssen halt damit klarkommen!

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    Ich muss Ihnen, was die internationlae Bedeutung anbelangt recht geben, nur bleiben 2 bzw. 3 Fragen offen:

    Wie erläutern Sie dass Schalke seine "Seele" an Gazprom verkauft hat?

    Wie viele Anteile vom FCB besitzen Audi und Adidas?

    Danke schonmal für die Antwort.

    Das sehen Sie meiner bescheidenen Meinung nach falsch.

    Borussia Dortmund hatte vor rund 5 Jahren so ziemlich alles "verkauft" - besser verpfändet - was der Verein an Vermögenswerten besaß.
    Gebieben war nur die Seele, ohne die der Verein auch nicht zurückgekommen wäre. Denn die Seele wohnt auf der Südtribüne und ist unverkäuflich.

    Der FC Bayern ist, so wie er heute dasteht, das Lebenswerk von Uli Hoeneß. Sollte dieser es aber nicht schaffen, in den nächsten Jahren auch mal etwas loszulassen, dann besteht schon die Gefahr, dass UH vieles wieder kaputt macht, was über Jahre aufgebaut wurde. Sollte es z.B. tatsächlich so sein, dass LvG in den nächsten Wochen / Monaten vom Hof gejagt wird, wen will man denn eigentlich noch holen als Trainer bzw. wer ist denn noch bereit, zu einem FC Bayern zu gehen - Peter Neuruer mal außen vor gelassen, wenn er weiß, dass bei der erstbesten Krise und selbst nach größten Erfolgen ihm alle Verantwortlichen mit schöner Regelmäßigkeit in den Rücken fallen? Die Trainerpolitik des FC Bayern trägt schon seit vielen Jahren surreale, wenn nicht gar aberwitzige Züge.

    Zuerst einmal finde ich Ihre Ansicht durchaus nachvollziehbar, der finanzielle Erfolg gibt Hoeneß und Konsorten recht.
    Aus menschlicher Sicht ist deren Vorgehen aber katastrophal. Und als erstes stirbt in einem Verein die Philosophie, die Freude am Spiel. Bis zum Untergang des Vereins dauert es dann erfahrungsgemäß noch einige Jahre. Hoeneß und Konsorten arbeiten fleissig daran, die Freude am Spiel durch ständige Intrigen gegen und ausspielen des Trainers gegen die eigenen Spieler zu zerstören. Und das tun sie nicht zum Wohle des FC Bayern, das tun sie aus purem Geltungsdrang.
    Wenn ich Weltklassespieler oder Trainer wäre, würde ich einen großen Bogen um den FC Bayern machen. Weil das Klima durch diese dauernden Ränkespielchen zerstört ist.
    Das Management sollte seinen Trainer schützen vor den Angriffen der Spieler, statt ihm in den Rücken zu fallen. Beispiel Ribery: Ein (vielleicht ehemaliger) Star, der meint es besser wie der Trainer zu wissen und um sich schlägt. Das Management hält still und er kann sich über den Trainer auslassen, obwohl es Aufgabe des Trainers ist, die Spieler auszuwählen und nicht umgekehrt. Als Vorstand würde ich Ribery ordentlich ans Schienbein treten und ihm vor Augen halten, was er in letzter Zeit geleistet hat.
    Wenn ich ein Poblem mit dem Trainer hätte, würde ich es ihm persönlich mitteilen, und mich mit ihm unter 4 Augen austauschen, um in Zukunft besser zusammenzuarbeiten und nicht ständig irgendwelches Schmierentheater in der Presse inszenieren.

    Ich muss Ihnen, was die internationlae Bedeutung anbelangt recht geben, nur bleiben 2 bzw. 3 Fragen offen:

    Wie erläutern Sie dass Schalke seine "Seele" an Gazprom verkauft hat?

    Wie viele Anteile vom FCB besitzen Audi und Adidas?

    Danke schonmal für die Antwort.

    Das sehen Sie meiner bescheidenen Meinung nach falsch.

    Borussia Dortmund hatte vor rund 5 Jahren so ziemlich alles "verkauft" - besser verpfändet - was der Verein an Vermögenswerten besaß.
    Gebieben war nur die Seele, ohne die der Verein auch nicht zurückgekommen wäre. Denn die Seele wohnt auf der Südtribüne und ist unverkäuflich.

    Der FC Bayern ist, so wie er heute dasteht, das Lebenswerk von Uli Hoeneß. Sollte dieser es aber nicht schaffen, in den nächsten Jahren auch mal etwas loszulassen, dann besteht schon die Gefahr, dass UH vieles wieder kaputt macht, was über Jahre aufgebaut wurde. Sollte es z.B. tatsächlich so sein, dass LvG in den nächsten Wochen / Monaten vom Hof gejagt wird, wen will man denn eigentlich noch holen als Trainer bzw. wer ist denn noch bereit, zu einem FC Bayern zu gehen - Peter Neuruer mal außen vor gelassen, wenn er weiß, dass bei der erstbesten Krise und selbst nach größten Erfolgen ihm alle Verantwortlichen mit schöner Regelmäßigkeit in den Rücken fallen? Die Trainerpolitik des FC Bayern trägt schon seit vielen Jahren surreale, wenn nicht gar aberwitzige Züge.

    Zuerst einmal finde ich Ihre Ansicht durchaus nachvollziehbar, der finanzielle Erfolg gibt Hoeneß und Konsorten recht.
    Aus menschlicher Sicht ist deren Vorgehen aber katastrophal. Und als erstes stirbt in einem Verein die Philosophie, die Freude am Spiel. Bis zum Untergang des Vereins dauert es dann erfahrungsgemäß noch einige Jahre. Hoeneß und Konsorten arbeiten fleissig daran, die Freude am Spiel durch ständige Intrigen gegen und ausspielen des Trainers gegen die eigenen Spieler zu zerstören. Und das tun sie nicht zum Wohle des FC Bayern, das tun sie aus purem Geltungsdrang.
    Wenn ich Weltklassespieler oder Trainer wäre, würde ich einen großen Bogen um den FC Bayern machen. Weil das Klima durch diese dauernden Ränkespielchen zerstört ist.
    Das Management sollte seinen Trainer schützen vor den Angriffen der Spieler, statt ihm in den Rücken zu fallen. Beispiel Ribery: Ein (vielleicht ehemaliger) Star, der meint es besser wie der Trainer zu wissen und um sich schlägt. Das Management hält still und er kann sich über den Trainer auslassen, obwohl es Aufgabe des Trainers ist, die Spieler auszuwählen und nicht umgekehrt. Als Vorstand würde ich Ribery ordentlich ans Schienbein treten und ihm vor Augen halten, was er in letzter Zeit geleistet hat.
    Wenn ich ein Poblem mit dem Trainer hätte, würde ich es ihm persönlich mitteilen, und mich mit ihm unter 4 Augen austauschen, um in Zukunft besser zusammenzuarbeiten und nicht ständig irgendwelches Schmierentheater in der Presse inszenieren.

    • pab1
    • 25.11.2010 um 0:06 Uhr

    Es ist kein Einzelbeispiel - diese Mannschaft spielt gegen den Trainer.

    Prämien in der CL gibt es für das Erreichen des Achtelfinales und nicht für Siegrekorde. Der FCB ist Gruppenerster, wat solls.

    In der BuLi spielen die wieder meisterlich sobald das Thema vG erledigt ist. Indirekt ermuntert durch Vorstand und Sportdirektor. Schusslinie aufgebaut durch Uli Hoeness.

    Rätselhaft bleibt mir nur die Vertragsverlängerung durch Rummenigge und Nerlinger. Schaun mer mal.

  3. wenn man doch wusste was er für ein herrischer Typ ist ?

    Beim FC kann man es niemand recht machen- das zeigt die lange Liste des Trainertodes - und die ist endlos lange bei den Bayern -
    die Arroganz der Chefetage incl. eines Beckenbauers überträgt sich halt auch auf die Spieler- die können froh sein wenn sie 5.werden am Schluß- und dem Van Gaal wird das egal sein- weil er hat ja schon clever vorzeitig verlängert und wenn sie ihn entlassen lacht der sich einen mit der Abfindung die mit Sicherheit eine der fettesten ist die die Bayern je bez. haben- Rummenigge und Co. sind größenwahnsinnig und selbstherrlich dazu- weil was soll denn ein Trainer machen wenn er mit Fehleinkäufen und halbtalentierten großartiges vollbringen soll ? den tlws. Schrott den die am laufen haben- das hat Höhnes zu verantworten wenn er sie schon 2.Reihe nennt *LOL* - der hat diese Spieler geholt - und dann soll sich dieser Wurstkopf doch selber an die Nase fassen was er verbraten hat - Van Gaal ist daran nicht schuld- aber an der Münchner Großarroganz sind eben schon viele Trainer gescheitert- man sollte doch mal ein Interview mit Klinsmann machen -
    Van Gaal lässt sich halt nicht behandeln wie Bubi und untertänig wird der zeitlebens nicht sein - das waren viele gute Trainer auch nicht davor - von Magath bis Hitzfeld - bei den Bayern herrscht eine Höhnes-Bubikultur- die müssen alle schön brav sein und auch so aussehen dann stimmt alles für Höhnes-

    • zarza
    • 25.11.2010 um 3:08 Uhr

    Er wuerde viel einbringen blos als was ? als spieler, zu schwer mitlerweile, als trainer ? hat er nie gelernt also als einen waschechten Bayeren auch nicht "mei oh mei a gelbfiasla" da bleibt dann nur noch seine jahrelange stellung als hilfsbremser beim FCB

  4. Ich muss Ihnen, was die internationlae Bedeutung anbelangt recht geben, nur bleiben 2 bzw. 3 Fragen offen:

    Wie erläutern Sie dass Schalke seine "Seele" an Gazprom verkauft hat?

    Wie viele Anteile vom FCB besitzen Audi und Adidas?

    Danke schonmal für die Antwort.

    • jop
    • 25.11.2010 um 8:36 Uhr

    Auch die Zeit kann sich dem Boulevard nicht entziehen: natürlich hat van Gaal nie gesagt, daß Schweinsteiger verkauft werden sollte. Im Gegenteil, er hat auf der ominösen Pressekonferenz betont, wie wichtig Schw. für das Team ist und das er ihn gerne halten würde. Erst auf die Nachfrage, was denn wäre, wenn Schw. ernsthaft nicht verlängern wollte, hat L.v.G. gesagt, daß man in diesem Fall evtl. lieber das Geld 2011 mitnehmen sollte, als dann 2012 ohne Ablöse und Nachfolger dazustehen. Das ist eine ganz andere Aussage als "Verkaufen!" Mithin: auch dieser Beitrag zur Bayernkrise bewegt sich nur marginal über dem Niveau von Bildzeitung und Bäckerblume.

    Insgesamt haben beide Seiten Fehler gemacht (van Gaal hat die Abwehrprobleme unterschätzt, Hoeneß hat zur falschen Zeit mit Streichhölzern gespielt), für die Bayern ist zu hoffen, daß das Management jetzt nicht die Nerven verliert. Van Gaal kann die Bayern wieder zu einer Marke in Europa machen, so wie es bspw. ManU in den letzten 15 Jahren war. Dafür muß man aber Geduld haben, und auch mal eine erfolglose Saison akzeptieren. Eigentlich müssen sich die Bosse ja nur an die Saison 08/09 erinnern, als ein als Trainer weitgehend unfähiger Klinsmann eine funktionierende Mannschaft in einen Hühnerhaufen verwandelt hat.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Zum Menschen van Gaal kann man geteilter Meinung sein, sportlich hat er doch in der letzten Saison den Bayern tolle Erfolge erbracht. Jetzt sind ihm noch ein paar wichtige Spieler ausgefallen. Dennoch steht Bayern einigermaßen gut da (CL).
    Ich interessiere mich für das fuballerische Drum-Herum nur insoweit, weil ich unweigerlich mit den Schlagzeilen konfrontiert werde. Die Artikel darunter lese ich nicht.

    Anhand der Schlagzeilen frage ich mich jedoch, sind die Reaktionen der Bayernführung nun wirklich ernsthaft gemeint oder werden diese medial aufgeputscht ?
    Wo will man denn von Saison zu Saison einen meistermachenden Trainer herbekommen ?
    So viele Top-Trainer gibt es doch nicht auf der Welt !

    Eine Leser-Empfehlung

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