Andreas Biermann Ein Fußballprofi auf der Depressionsstation
58 Nächte verbrachte der Fußballprofi Andreas Biermann nach einem Suizidversuch in der Psychiatrie. Ein Auszug aus seinem Buch "Rote Karte Depression"
© Gütersloher Verlagshaus

Andreas Biermann
Die Linden sind zu kahlen Skeletten abgemagert. An Haus 17, einem roten Klinkerbau mit weißen Fenstern, frisst der Winter mit seinem eisigen Maul. Es ist ein langer und frostiger Winter, das Tageslicht hat Mühe sich durch die fahle Watte zu bohren, die über Hamburg liegt. Unter den Bäumen liegen Zigarettenfilter im Schnee, wie erfrorene Früchte. Auf dem Flur gehen Patienten mit toten Augen auf und ab, ohne Ziel. Draußen vor der Tür klackt ein Ball immer wieder hart auf die Holzplatte, tock tock, wie Trampolin auf dem Trommelfell. Vor der Eingangstür der Depressionsstation steht die Tischtennisplatte. Hinter der Glastür riecht es auf der Station nach Wirsingeintopf, Desinfektionsmittel und Angst.
Am 12. November, zwei Tage nach Robert Enkes Tod, lässt sich Andreas Biermann in die Psychiatrie einweisen. Auf der Depressionsstation des Klinikum Nord in Hamburg-Ochsenzoll will er sich stationär behandeln lassen. Biermann ist einer von 40 Patienten, die an Depressionen erkrankt sind oder an Angstzuständen leiden. Depressionen kennen keine sozialen Unterschiede und Klassen, keine Altersgrenzen. Die Patienten, die draußen nicht mehr zurechtkommen, sind zwischen 18 und Mitte 70. Im Klinikum werden Hausfrauen und Handwerker behandelt, Bankangestellte, Akademiker und ein Fußballprofi.
Andreas Biermann schildert beim ersten Gespräch in der psychiatrischen Notaufnahme die Probleme der letzten Jahre, die Endlosschleife an Verletzungen. Wie er in Neuruppin langsam die Kraft und den Mut verloren hat, um weiter leben zu können. Wie er wenige Wochen zuvor versucht hat, sich mit Autoabgasen das Leben zu nehmen. Er verschweigt nichts mehr. Er will "zu 100 Prozent offen sein", um geheilt zu werden. Biermann schreibt sein digitales Tagebuch, vom ersten Tag an, er will Protokollant seiner eigenen Genesung sein. Am ersten Tag tippt er in sein iPhone:
Verheimlichen und verstellen hilft nicht mehr, sondern hat zum Teil auch dazu beigetragen, dass ich jetzt hier bin. Ich will alles erzählen, auch wenn es peinlich für mich ist. Das ist gerade das Ziel dieser Sache, einmal alles so auf den Tisch zu bringen, dass es nicht mehr so belastet.
Jahrelang hatte Biermann geschauspielert, geschwindelt und gelogen, er wollte nicht, dass jemand erfährt, dass er kaum schläft und immer wieder unter starken depressiven Schüben litt, die ihm das Leben schwer machten. Wie Robert Enke hatte Biermann Angst davor, als Profi aussortiert zu werden, wenn herauskäme, dass er psychische Probleme hat. Er versuchte zu verbergen, dass er immer öfter in einer dunklen Wolke verschwand, mit zerstörerischen Gedanken.
Die Therapie soll ein Neubeginn sein, für seine Familie, für ihn. Biermann steht unter der Wirkung von Medikamenten und hat manchmal Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Biermann nimmt Tavor, ein Beruhigungsmittel, das gegen Angstzustände, Panikattacken und Depressionen eingesetzt wird. Es ist ein Notfallmedikament, schnell wirksam und mit hohem Suchtfaktor. Tavor ist beliebt bei den Patienten auf der Station, "es setzt einem so ne rosarote Brille auf und nimmt einem vorübergehend die Sorgen", schreibt Biermann.
Das Leben auf Station kommt ihm manchmal vor wie auf einer "Klassenreise oder einer Jugendherberge". Biermann wird zum Getränkedienst eingeteilt und zum Küchendienst. Es ist ein Kontrastprogramm zu seinem bisherigen Leben als Fußballer, wo ihm viel abgenommen wurde, wo ihm oft auf die Schulter geklopft wurde. Jetzt liegt Andreas Biermann in einem kleinen Doppelzimmer, sein Mitbewohner wechselt öfter mal. Biermann versteht sich nicht mit allen. Er hasst die Nähe zu Menschen, die er nicht mag, die Intimitäten, Geräusche und Gerüche, denen er nicht aus dem Weg gehen kann.
- Datum 14.03.2011 - 15:59 Uhr
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Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Beiträge. Danke. Die Redaktion/ew
Bisher hat sich niemand aus diesem Umfeld - der Maennerdomaene Fussball - mit solchen Erlebnissen an die Oeffentlichkeit getraut. Biermann beschreibt in dem anderen Interview auf der Zeit, dass er selbst nicht einmal wusste, was Depressionen sind und wie diese Krankheit ihn beeinflusste. Ich finde es nur gut, dass er nun den Schritt wagt und oeffentlich darueber redet, was ihm zugestossen ist.
Manchmal braucht es zudem ja auch den Promi-Faktor, damit ein ernstes Thema in der Oeffentlichkeit diskutiert wird. Im Endeffekt werden auch andere depressive Personen davon profitieren, egal aus welcher Gesellschaftsschicht sie kommen.
Angesichts dieser Tatsache finde ich Ihren Beitrag mehr als unsensibel, allen Betroffenen gegenueber. Wenn es Sie nicht interessiert, lesen Sie es eben nicht, und wenn Sie sich ueber sinnlose Literatur aufregen wollen, dann gibt es wahrlich schlimmere Beispiele als Biermanns Buch.
Ihr Kommentar ist ärgerlich. Ich würde wetten, dass sie den Artikel nicht mal gelesen haben. Ich muss zugeben, dass ich Andreas Biermann nicht kannte. Er ist auch sicher keiner der "Fußballmillionäre". Wenn ich mir seine Leistungsdaten anschaue, so hat er meist in der Regionalliga oder Oberliga gespielt. Erst relativ spät kam er zu einigen Einsätzen in der 2. Liga. Davon wird man nicht reich. Im Gegenteil, meist reicht der Verdienst gerade für die aktuellen Kosten, wobei man als Profi, der mit Mitte 20 den absoluten Durchbruch noch nicht geschafft hat, vor der Wahl steht, was anderes Längerfristiges zu machen, oder eben zu wissen, dass man in wenigen Jahren den Beruf und die Lebenschance aufgeben muss. Auch gerade davon dürfte ein erheblicher Druck ausgehen, zumal wenn es noch eine Familie im Hintergrund gibt.
Der Vergleich mit einem ALG 2-Empfänger lässt sich natürlich immer ziehen. Aber inzwischen scheint es bei politischen Diskursen üblich zu sein, entsprechennd Godwins Law den Nazi-Vergleich durch Hartz 4 zu ersetzen. Ich glaube nicht, dass damit einem Hartz 4- Empfänger geholfen wird.
Insgesamt finde ich die Schilderung von Herrn Biermann sehr eindrücklich. Menschen, die psychisch kranke Menschen in ihrem engeren Umfeld haben, können dies teilweise sehr gut nachempfinden. So wie ich auch.
Überhaupt würde es die Hälfte an Weltliteratur nicht geben, wenn man die Autoren abzieht, die sich ihren Schmerz, ihre Neurose etc von der Seele geschrieben haben.
Sie sollten ganz schnell Ihre Depression behandeln lassen. Ansonsten fällt mir nur noch Forentroll ein. Zudem reden Sie komplett am Thema vorbei. Es ging in dem Artikel nicht um Berufsunfähigkeit, sondern um eine Krankheit, die schwer zu erfassen ist. Mit Verlaub: Ihr Problem kann man relativ schnell diagnostizieren.
Bitte bleiben Sie anderen Diskussionsteilnehmern gegenüber sachlich. Danke. Die Redaktion/er
gerne schreiben möchte, würde von der Redaktion zensiert werden.
Darum versuche ich mich möglichst zu kontrollieren.
Wer zwingt Sie denn den Artikel zu lesen, und darüberhinaus noch so einen langen Kommentar abzulassen?
Sie unterscheiden Depressionen von Gering- und Vielverdienern! Reden von Glamourfaktor und "weich fallen",
von einem Zusammenhang von "Ego und Depression"
Sie haben nicht EINEN blassen Schimmer davon, was eine Depression ist, was sie aus und mit Menschen machen kann. Und da ist es egal ob es ein Millionär ist oder ein Hartz4-Empfänger.
Mir zumindest.
Aus Ihnen spricht purer Neid. Wie zynisch und kalt müssen Sie die Welt sehen?!
Sie haben sicher nicht mal den Auszug gelesen, geschweige denn das Interview mit ihm von heute Morgen!
Dort sagt er unter anderem, dass er sich nur seiner Kinder wegen nicht umgebracht hat.
Das hat nichts mit Geld zu tun. Das sind menschliche Tragödien, die ganze Familien zerstören können.
Falls dieses Buch auch nur einem hilft, ist schon viel gewonnen. Keiner muss es lesen. Wahrscheinlich auch wenige die derzeit eine Depression haben.
Aber vielleicht hilft es jenen, die ihre Krankheit im Griff bzw überwunden haben.
Oder einfach nur Herrn Biermann selbst, sein Leben in den Griff zu bekommen und zu verarbeiten.
Oder es öffnet einfach nur die Tür zu einem Tabu-Thema(nicht nur im Fußball)einen Spalt weit.
Sehr geehrter Herr Homer,
Das ist nicht die Stelle, um Neid und Frustration abzuladen. Und bitte informieren Sie sich erstmal über das Krankheitsbild und vor Allem darüber, dass sie überhaupt nichts mit der materiellen Ausstattung bzw. der "objektiven" Lebenssituation zu tun.
Als nächstes könnten Sie über folgende Fragen nachdenken:
Dürfen (erfolg-)reiche Menschen nicht depressiv sein?
Gibt es akzeptable und weniger akzeptable Kranke?
Sollte man psychische Erkrankungen erfolgreicher Menschen weniger ernst nehmen als die weniger erfolgreicher Menschen?
Könnte es sein, dass gerade bei erfolgreichen Menschen der entsprechende (Erfolgs-)Druck sowie Verlustängste eine Ursache für das Entstehen der Krankheit ist (ebenso wie bei Hartz4-Empfängern andere Faktoren eine Rolle spielen)?
Sollte man (erfolg-)reichen daher raten, auf ihren Erfolg und ihr Geld zu verzichten?
Ich gebe Ihnen teilweise recht, was den Glamourfaktor anbelangt. Andererseits wird dadurch das Interesse auf das Thema gelenkt, was sicher keine schlechte Sache ist. Erfahrungsberichte von Normalsterblichen würde kaum einer lesen und Sie wahrscheinlich auch nicht. Außerdem ist die Behauptung, solche Artikel würden Hilfestellung anbieten, völlig aus der Luft gegriffen. Das kann und will so ein Text gar nicht leisten.
Bisher hat sich niemand aus diesem Umfeld - der Maennerdomaene Fussball - mit solchen Erlebnissen an die Oeffentlichkeit getraut. Biermann beschreibt in dem anderen Interview auf der Zeit, dass er selbst nicht einmal wusste, was Depressionen sind und wie diese Krankheit ihn beeinflusste. Ich finde es nur gut, dass er nun den Schritt wagt und oeffentlich darueber redet, was ihm zugestossen ist.
Manchmal braucht es zudem ja auch den Promi-Faktor, damit ein ernstes Thema in der Oeffentlichkeit diskutiert wird. Im Endeffekt werden auch andere depressive Personen davon profitieren, egal aus welcher Gesellschaftsschicht sie kommen.
Angesichts dieser Tatsache finde ich Ihren Beitrag mehr als unsensibel, allen Betroffenen gegenueber. Wenn es Sie nicht interessiert, lesen Sie es eben nicht, und wenn Sie sich ueber sinnlose Literatur aufregen wollen, dann gibt es wahrlich schlimmere Beispiele als Biermanns Buch.
Ihr Kommentar ist ärgerlich. Ich würde wetten, dass sie den Artikel nicht mal gelesen haben. Ich muss zugeben, dass ich Andreas Biermann nicht kannte. Er ist auch sicher keiner der "Fußballmillionäre". Wenn ich mir seine Leistungsdaten anschaue, so hat er meist in der Regionalliga oder Oberliga gespielt. Erst relativ spät kam er zu einigen Einsätzen in der 2. Liga. Davon wird man nicht reich. Im Gegenteil, meist reicht der Verdienst gerade für die aktuellen Kosten, wobei man als Profi, der mit Mitte 20 den absoluten Durchbruch noch nicht geschafft hat, vor der Wahl steht, was anderes Längerfristiges zu machen, oder eben zu wissen, dass man in wenigen Jahren den Beruf und die Lebenschance aufgeben muss. Auch gerade davon dürfte ein erheblicher Druck ausgehen, zumal wenn es noch eine Familie im Hintergrund gibt.
Der Vergleich mit einem ALG 2-Empfänger lässt sich natürlich immer ziehen. Aber inzwischen scheint es bei politischen Diskursen üblich zu sein, entsprechennd Godwins Law den Nazi-Vergleich durch Hartz 4 zu ersetzen. Ich glaube nicht, dass damit einem Hartz 4- Empfänger geholfen wird.
Insgesamt finde ich die Schilderung von Herrn Biermann sehr eindrücklich. Menschen, die psychisch kranke Menschen in ihrem engeren Umfeld haben, können dies teilweise sehr gut nachempfinden. So wie ich auch.
Überhaupt würde es die Hälfte an Weltliteratur nicht geben, wenn man die Autoren abzieht, die sich ihren Schmerz, ihre Neurose etc von der Seele geschrieben haben.
Sie sollten ganz schnell Ihre Depression behandeln lassen. Ansonsten fällt mir nur noch Forentroll ein. Zudem reden Sie komplett am Thema vorbei. Es ging in dem Artikel nicht um Berufsunfähigkeit, sondern um eine Krankheit, die schwer zu erfassen ist. Mit Verlaub: Ihr Problem kann man relativ schnell diagnostizieren.
Bitte bleiben Sie anderen Diskussionsteilnehmern gegenüber sachlich. Danke. Die Redaktion/er
gerne schreiben möchte, würde von der Redaktion zensiert werden.
Darum versuche ich mich möglichst zu kontrollieren.
Wer zwingt Sie denn den Artikel zu lesen, und darüberhinaus noch so einen langen Kommentar abzulassen?
Sie unterscheiden Depressionen von Gering- und Vielverdienern! Reden von Glamourfaktor und "weich fallen",
von einem Zusammenhang von "Ego und Depression"
Sie haben nicht EINEN blassen Schimmer davon, was eine Depression ist, was sie aus und mit Menschen machen kann. Und da ist es egal ob es ein Millionär ist oder ein Hartz4-Empfänger.
Mir zumindest.
Aus Ihnen spricht purer Neid. Wie zynisch und kalt müssen Sie die Welt sehen?!
Sie haben sicher nicht mal den Auszug gelesen, geschweige denn das Interview mit ihm von heute Morgen!
Dort sagt er unter anderem, dass er sich nur seiner Kinder wegen nicht umgebracht hat.
Das hat nichts mit Geld zu tun. Das sind menschliche Tragödien, die ganze Familien zerstören können.
Falls dieses Buch auch nur einem hilft, ist schon viel gewonnen. Keiner muss es lesen. Wahrscheinlich auch wenige die derzeit eine Depression haben.
Aber vielleicht hilft es jenen, die ihre Krankheit im Griff bzw überwunden haben.
Oder einfach nur Herrn Biermann selbst, sein Leben in den Griff zu bekommen und zu verarbeiten.
Oder es öffnet einfach nur die Tür zu einem Tabu-Thema(nicht nur im Fußball)einen Spalt weit.
Sehr geehrter Herr Homer,
Das ist nicht die Stelle, um Neid und Frustration abzuladen. Und bitte informieren Sie sich erstmal über das Krankheitsbild und vor Allem darüber, dass sie überhaupt nichts mit der materiellen Ausstattung bzw. der "objektiven" Lebenssituation zu tun.
Als nächstes könnten Sie über folgende Fragen nachdenken:
Dürfen (erfolg-)reiche Menschen nicht depressiv sein?
Gibt es akzeptable und weniger akzeptable Kranke?
Sollte man psychische Erkrankungen erfolgreicher Menschen weniger ernst nehmen als die weniger erfolgreicher Menschen?
Könnte es sein, dass gerade bei erfolgreichen Menschen der entsprechende (Erfolgs-)Druck sowie Verlustängste eine Ursache für das Entstehen der Krankheit ist (ebenso wie bei Hartz4-Empfängern andere Faktoren eine Rolle spielen)?
Sollte man (erfolg-)reichen daher raten, auf ihren Erfolg und ihr Geld zu verzichten?
Ich gebe Ihnen teilweise recht, was den Glamourfaktor anbelangt. Andererseits wird dadurch das Interesse auf das Thema gelenkt, was sicher keine schlechte Sache ist. Erfahrungsberichte von Normalsterblichen würde kaum einer lesen und Sie wahrscheinlich auch nicht. Außerdem ist die Behauptung, solche Artikel würden Hilfestellung anbieten, völlig aus der Luft gegriffen. Das kann und will so ein Text gar nicht leisten.
Bisher hat sich niemand aus diesem Umfeld - der Maennerdomaene Fussball - mit solchen Erlebnissen an die Oeffentlichkeit getraut. Biermann beschreibt in dem anderen Interview auf der Zeit, dass er selbst nicht einmal wusste, was Depressionen sind und wie diese Krankheit ihn beeinflusste. Ich finde es nur gut, dass er nun den Schritt wagt und oeffentlich darueber redet, was ihm zugestossen ist.
Manchmal braucht es zudem ja auch den Promi-Faktor, damit ein ernstes Thema in der Oeffentlichkeit diskutiert wird. Im Endeffekt werden auch andere depressive Personen davon profitieren, egal aus welcher Gesellschaftsschicht sie kommen.
Angesichts dieser Tatsache finde ich Ihren Beitrag mehr als unsensibel, allen Betroffenen gegenueber. Wenn es Sie nicht interessiert, lesen Sie es eben nicht, und wenn Sie sich ueber sinnlose Literatur aufregen wollen, dann gibt es wahrlich schlimmere Beispiele als Biermanns Buch.
Danke an die zeit für den schönen und interessanten Artikel. Ich verfolge als Sankt Pauli Fan schon lange die Geschehnisse um Andi Biermann.
Danke auch an adorenarin für seine passende Antwort auf Don HOmer. Ihnen kann ich nur diese Zeilen nochmals als Herz an legen. Ich denke Sie können selbst ihre Schlüsse daraus ziehen.
"Biermann ist ein Patient unter vielen, er wählt bewusst diesen Weg, er will keine Spezialbehandlung in einer Prominentenklinik am Tegernsee, keine Anonymität. Er wählt den harten und unbequemen Weg, er will klare Regeln, keine Rücksicht auf seinen Status als Profifußballer. Biermann möchte wieder einen Zugang finden, zu sich, zu seinen Gefühlen. Der ist in den letzten Jahren verschüttet worden. Biermann fühlt sich, als ob die Verbindung zwischen Kopf und Körper gekappt worden wäre. Oft liest Biermann in der Biographie von Sebastian Deisler, [...]"
Ihr Kommentar ist ärgerlich. Ich würde wetten, dass sie den Artikel nicht mal gelesen haben. Ich muss zugeben, dass ich Andreas Biermann nicht kannte. Er ist auch sicher keiner der "Fußballmillionäre". Wenn ich mir seine Leistungsdaten anschaue, so hat er meist in der Regionalliga oder Oberliga gespielt. Erst relativ spät kam er zu einigen Einsätzen in der 2. Liga. Davon wird man nicht reich. Im Gegenteil, meist reicht der Verdienst gerade für die aktuellen Kosten, wobei man als Profi, der mit Mitte 20 den absoluten Durchbruch noch nicht geschafft hat, vor der Wahl steht, was anderes Längerfristiges zu machen, oder eben zu wissen, dass man in wenigen Jahren den Beruf und die Lebenschance aufgeben muss. Auch gerade davon dürfte ein erheblicher Druck ausgehen, zumal wenn es noch eine Familie im Hintergrund gibt.
Der Vergleich mit einem ALG 2-Empfänger lässt sich natürlich immer ziehen. Aber inzwischen scheint es bei politischen Diskursen üblich zu sein, entsprechennd Godwins Law den Nazi-Vergleich durch Hartz 4 zu ersetzen. Ich glaube nicht, dass damit einem Hartz 4- Empfänger geholfen wird.
Insgesamt finde ich die Schilderung von Herrn Biermann sehr eindrücklich. Menschen, die psychisch kranke Menschen in ihrem engeren Umfeld haben, können dies teilweise sehr gut nachempfinden. So wie ich auch.
Überhaupt würde es die Hälfte an Weltliteratur nicht geben, wenn man die Autoren abzieht, die sich ihren Schmerz, ihre Neurose etc von der Seele geschrieben haben.
Die Frage stellt man sich, wenn man das Interview gelesen hat. Wenn man als an Depression erkrankter Mensch auch nach dem Fall Robert Enke seinen Job verliert weil man seine Krankheit öffentlich macht.
Und das kann jedem passieren egal ob Profifußballer oder Bauarbeiter. Natürlich ist dabei der Fall (im doppeldeutigen Sinne) eines Profifußballers interessanter, nimmt ihm das das Recht darüber zu schreiben wenn er hofft damit anderen Menschen helfen zu können?
Dass sich vielleicht doch noch etwas ändert, dass man nicht gleich gefeuert wird wenn man sich seine Krankheit eingesteht und versucht sie zu behandeln?
Und als Ex St. Pauli-Spieler hat der beim besten Willen nicht ausgesorgt und mit so nem Buchverkauf kann er sich warscheinlich auch grade so nochn paar Monate länger über Wasser halten, warum also nicht?
Auch wenn das Buch wohl still an der Öffentlichkeit vorbei gehen wird finde ich es wichtig dass dieses Thema nicht wieder in der Versenkung verschwindet.
Ich wünsch Herrn Biermann alles gute auf seinem Weg und hoffe dass er und seine Familie es Zusammen schaffen wieder ins Leben zu finden.
Sie sollten ganz schnell Ihre Depression behandeln lassen. Ansonsten fällt mir nur noch Forentroll ein. Zudem reden Sie komplett am Thema vorbei. Es ging in dem Artikel nicht um Berufsunfähigkeit, sondern um eine Krankheit, die schwer zu erfassen ist. Mit Verlaub: Ihr Problem kann man relativ schnell diagnostizieren.
Bitte bleiben Sie anderen Diskussionsteilnehmern gegenüber sachlich. Danke. Die Redaktion/er
gerne schreiben möchte, würde von der Redaktion zensiert werden.
Darum versuche ich mich möglichst zu kontrollieren.
Wer zwingt Sie denn den Artikel zu lesen, und darüberhinaus noch so einen langen Kommentar abzulassen?
Sie unterscheiden Depressionen von Gering- und Vielverdienern! Reden von Glamourfaktor und "weich fallen",
von einem Zusammenhang von "Ego und Depression"
Sie haben nicht EINEN blassen Schimmer davon, was eine Depression ist, was sie aus und mit Menschen machen kann. Und da ist es egal ob es ein Millionär ist oder ein Hartz4-Empfänger.
Mir zumindest.
Aus Ihnen spricht purer Neid. Wie zynisch und kalt müssen Sie die Welt sehen?!
Sie haben sicher nicht mal den Auszug gelesen, geschweige denn das Interview mit ihm von heute Morgen!
Dort sagt er unter anderem, dass er sich nur seiner Kinder wegen nicht umgebracht hat.
Das hat nichts mit Geld zu tun. Das sind menschliche Tragödien, die ganze Familien zerstören können.
Falls dieses Buch auch nur einem hilft, ist schon viel gewonnen. Keiner muss es lesen. Wahrscheinlich auch wenige die derzeit eine Depression haben.
Aber vielleicht hilft es jenen, die ihre Krankheit im Griff bzw überwunden haben.
Oder einfach nur Herrn Biermann selbst, sein Leben in den Griff zu bekommen und zu verarbeiten.
Oder es öffnet einfach nur die Tür zu einem Tabu-Thema(nicht nur im Fußball)einen Spalt weit.
Sehr geehrter Herr Homer,
Das ist nicht die Stelle, um Neid und Frustration abzuladen. Und bitte informieren Sie sich erstmal über das Krankheitsbild und vor Allem darüber, dass sie überhaupt nichts mit der materiellen Ausstattung bzw. der "objektiven" Lebenssituation zu tun.
Als nächstes könnten Sie über folgende Fragen nachdenken:
Dürfen (erfolg-)reiche Menschen nicht depressiv sein?
Gibt es akzeptable und weniger akzeptable Kranke?
Sollte man psychische Erkrankungen erfolgreicher Menschen weniger ernst nehmen als die weniger erfolgreicher Menschen?
Könnte es sein, dass gerade bei erfolgreichen Menschen der entsprechende (Erfolgs-)Druck sowie Verlustängste eine Ursache für das Entstehen der Krankheit ist (ebenso wie bei Hartz4-Empfängern andere Faktoren eine Rolle spielen)?
Sollte man (erfolg-)reichen daher raten, auf ihren Erfolg und ihr Geld zu verzichten?
Ich gebe Ihnen teilweise recht, was den Glamourfaktor anbelangt. Andererseits wird dadurch das Interesse auf das Thema gelenkt, was sicher keine schlechte Sache ist. Erfahrungsberichte von Normalsterblichen würde kaum einer lesen und Sie wahrscheinlich auch nicht. Außerdem ist die Behauptung, solche Artikel würden Hilfestellung anbieten, völlig aus der Luft gegriffen. Das kann und will so ein Text gar nicht leisten.
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