Talente im Fußball Heute haben die 14-Jährigen einen Spielerberater

Vor zehn Jahren zwang die Bundesliga ihre Vereine zur Einführung von Nachwuchszentren. Inzwischen gibt es so viele Talente, dass sich ausländische Clubs darum streiten.

Der Dortmunder Mario Goetze gilt als eines der größten Talente im DFB-Team

Der Dortmunder Mario Goetze gilt als eines der größten Talente im DFB-Team

Wenn es nicht Zufall wäre, müsste man der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu diesem Termin einfach nur gratulieren. Die DFL hat zur Jubel-Pressekonferenz zu zehn Jahren Nachwuchszentren in den Borussia-Park geladen, wo die deutsche Nationalelf am Abend zwar mit 1:2 gegen Australien verlor, trotzdem aber ihre neuen, nahezu unbegrenzten personellen Möglichkeiten präsentierte. Vor exakt zehn Jahren hat ihre Generalversammlung eine Strategie-Entscheidung getroffen, die all das erst möglich gemacht hat: Wer eine Lizenz für die Bundesliga haben will, ist verpflichtet, ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum zu betreiben.

Wenn der Liga-Präsident Reinhard Rauball von einer Erfolgsstory spricht, muss man sich nur noch einmal daran erinnern, wie es vor zehn Jahren aussah. Es war die Zeit, in der Energie Cottbus erstmals in der Geschichte der Bundesliga eine Startelf mit elf Ausländern bestückte und die Nationalmannschaft bei der EM 2000 bereits in der Vorrunde ausschied. Immerhin verfügte sie noch über zwei Talente mit glänzenden Karriereaussichten: Sebastian Deisler und Michael Ballack. Aber sonst? Junge deutsche Profis gab es so gut wie gar nicht, dafür durfte ein knapp 40 Jahre alter Berufsjugendlicher namens Lothar Matthäus immer noch die Rolle des Liberos besetzen.

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Ist das wirklich erst zehn Jahre her? Inzwischen verfügt der deutsche Fußball wieder über ein stabiles Reservoir an Talenten. Pro Jahr werden in den 36 Clubs 5000 Jugendspieler ausgebildet, und schon jetzt stammen mehr als die Hälfte aller aktuellen Profis (52,4 Prozent) aus den Leistungszentren. Am Ende der laufenden Saison werden die Gesamtinvestitionen seit ihrer Einführung auf mehr als 600 Millionen Euro angewachsen sein.

Das ist eine Menge Geld – und war einer der Gründe, warum es vor zehn Jahren auch Widerstände gegen die neuen Bestimmungen gab. "Nicht alle haben Hurra geschrien", erinnert sich Andreas Rettig, Manager des FC Augsburg und Vorsitzender der Kommission Leistungszentren. "Wir mussten die Vereine zu ihrem Glück zwingen." Inzwischen zweifelt niemand mehr daran, dass der Weg der richtige war.

Leser-Kommentare
  1. hat vollkommen Recht.
    Und überhaupt darf man nicht den Fehler machen, jetzt wo man den Erfolg erntet, einfach stehen zu bleiben. Anedre Nationen schlafen auch nicht. Italien zb wird viel verändern in der Nachwauchsförderung, nach dem katastrophalen Abschneiden bei der WM.
    Ständig muss hinterfragt werden, wie man die Nachwuchsförderung verbessern kann.

    • 5zu3
    • 31.03.2011 um 9:49 Uhr

    Der DFB hat in den vergangenen 10 Jahren das DDR-Modell nachgebaut: http://bit.ly/b4Nh5V

    Bitte auf Sächsisch nachsprechen:
    "Es war doch nicht alles schlecht."

    ;-)

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