Jens Lehmann "Inzwischen ignoriere ich Kahns Äußerungen einfach"
"Ich wusste immer, dass ich zu früh aufhöre", sagt Jens Lehmann im Interview. Der Torhüter spricht über sein Comeback bei Arsenal London, über Adrenalin und alte Rivalen.
© Scott Heavey/Getty Images

"Die Kinder finden es super": Jens Lehmann
ZEIT ONLINE: Wie ist es zu dem spektakulären Wechsel nach London gekommen?
Jens Lehmann: Spektakulär? Das weiß ich gar nicht. Sagen wir: überraschend. Der Torwarttrainer hat angerufen, das ist noch der gleiche wie damals, als ich bei Arsenal gespielt habe. Später hat auch der Trainer Arsène Wenger angerufen und gefragt, ob ich kommen könnte. Und da habe ich gesagt: Ja, klar, kann ich. Das ist noch einmal eine schöne Erfahrung für acht Wochen.
ZEIT ONLINE: Haben Sie lange überlegen müssen, ob Sie das Angebot annehmen?
Lehmann: Nein. Ich bin ja gerne in London. Und die Aussicht, noch einmal auf höchstem Niveau mitzutrainieren und vielleicht auch zu spielen, ist doch toll. Ich wollte sowieso noch einmal zu Arsenal, um mich auf meinen Trainerschein vorzubereiten. Jetzt spiele ich zwar mehr mit, als dass ich zuschaue, aber es ist trotzdem sehr interessant und lehrreich.

Christof Siemes, geboren 1964 in Mönchengladbach, ist seit 1993 Redakteur bei der ZEIT und Mitglied der Deutschen Akademie für Fußballkultur. Er wird für ZEIT und ZEIT ONLINE von den Olympischen Spielen in London berichten. Bis dahin schreibt er an dieser Stelle eine wöchentliche Kolumne.
ZEIT ONLINE: Was wird Ihre Rolle in der Mannschaft sein? Wird es eine Neuauflage des Konkurrenzkampfes mit Ihrem alten Rivalen Manuel Almunia geben?
Lehmann: Sagen wir mal so: Ich muss natürlich gut sein im Training – damit er besser wird. Manuel Almunia war die Nummer drei, durch die Verletzungsmisere ist er jetzt die Nummer eins. Als ich kam, habe ich ihm gleich gesagt, dass ich diesmal da bin, um ihn zu unterstützen. Die Konkurrenzsituation ist immer förderlich. Wir wollen ja Meister werden.
ZEIT ONLINE: Bei den Spielen werden Sie aber erstmal auf der Bank sitzen.
Lehmann: Natürlich. Ein Spiel gegen West Bromwich Albion hatten wir schon, in dem ich auf der Bank gesessen habe. Was ich so nicht erwartet habe: Dass die Erwartungshaltung mir gegenüber sehr hoch ist.
ZEIT ONLINE: Darauf sind Sie stolz.
Lehmann: Überrascht…
ZEIT ONLINE: Ist aber doch sicher besser, als wenn alle sagen: Oh Gott, jetzt kommt der alte Lehmann aus der Rente zurück.
Lehmann: Das hätte ich sogar ganz lustig gefunden, um zu zeigen, dass ich fitter bin als gedacht. Das wussten die anderen ja nicht.
ZEIT ONLINE: Gibt es in der Mannschaft noch Kollegen, mit denen Sie schon gespielt haben?
Lehmann: Ja, relativ viele! Aber das Verhältnis zu ihnen hat sich verändert. Ich war ja schon der Älteste, als ich vor drei Jahren hier wegging. Manche von denen könnten meine Söhne sein! Deshalb geht es für mich auch nicht so sehr darum, wie sie mich aufnehmen, sondern darum, dass ich ihnen die alten Werte eines gestandenen Fußballprofis rüberbringe. Vielleicht ist das hier im Moment meine wichtigste Aufgabe.
- Datum 01.04.2011 - 12:22 Uhr
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Man kann ihn schlecht reden wie man will...
es hat schon seinen Grund warum man lieber ihn aus der Rente zurückholt als nem anderen Torwart die Chance zu geben.
Ein starker Typ, wie es JohnPreston schon vor mir formulierte. Klug und klar. Wenn ich dagegen die Phrasendrescherei des OK hören muss nach jedem Länderspiel, unerträglich.
Kahn war zwar skupelloser, Lehmann allerdings der grössere Leader und meiner Meinung nach der modernere Torwart.
Kahn ist und war wie Cujo, der Kettenhund des Hoeness.
Recht hat er, der Jens Lehmann, die Äußerungen von Oliver Kahn sollte man bestensfalls ignorieren - wenn möglich. Bei den letzten beiden Länderspielen durfte Kahn wieder als Pausenfüller ans Moderatoren-Mikrofon. Nur warum?
Mit eindringlichem Gestus und gesenkter Stimme versucht sich Kahn bei solchen Gelegenheiten als Sport-Psychologe mit Blick hinter die Kulissen, der bemüht Erhellendes beitragen will. Jedes mal scheitert er erneut an dieser Aufgabe. Leise Töne scheinen ihm nicht zu liegen.
Kahn wirkt, als würde er auch wieder gernzurück auf den Platz und sich laut Luft machen. Geht aber nicht mehr. Weil Kahn sich alterskonform zur Ruhe gesetzt hat - und statt wie Lehmann neue Herausforderungen sportlicher Art zu suchen, jetzt ein innervierendes Dumustschonverstehen-Mantra vor der Live-Kamera übt.
Wenn Lehmann wieder Zeit hat, würde ich mich freuen, wenn er Kahn auch im Sportstudio ablöst.
Eigentlich schade, dass grade der kleine Satz über Kahn als Überschrift verwendet wird für dieses schöne und interessante Interview. Liebe Zeit, solche Effekte habt Ihr doch gar nicht nötig.
Nun aber ein Kompliment an Jens Lehmann. Er erweist sich wirklich als Gentleman darin, wie er mit seinem Kurz-Engagement bei Arsenal umgeht. Er trainiert hart, macht, was von ihm erwartet wird ohne auch nur ein provokantes Wort zu verlieren und unterstützt Almunia, auch wenn die englische Presse nur zu gerne eine Rivalität zwischen den beiden herbeischreiben möchte. Wenn man bedenkt, dass Almunia heute wie damals nie besser war als Lehmann und Wengers Umgang mit Lehmann vor drei Jahren alles andere als die feine englische Art war, dann finde ich es bemerkenswert, dass er sich zu keinerlei Retourkutschen hinreißen lässt.
Das ist ausgesprochen professionell und auch menschlich klasse. Leider konnte sich Herr K. mal wieder einen schnippischen Kommentar über Lehmann nicht verkneifen.
Ein Schelm, wer dabei an Neid und Groll denkt. Lehmann wurde im Gegensatz zu Kahn nicht durch körperliche Defizite in den Ruhestand gezwungen und kann offensichtlich immer noch im Arsenal-Training mithalten. Er hat immer noch eine intakte Familie, hat das bessere Buch geschrieben und dürfte aktuell der wohl kompetenteste und angenehmste TV-Experte sein. Und vor allen Dingen: er liebt den Fussball, etwas, über das man sich bei Kahn nie sicher sein konnte. Nur kein Neid, Olli! Der Jens ist halt ein Geniesser.
Endlich ist er zurück, die Fußballwelt hat ihn wahrlich vermisst, vllt. sollte er auch in der Nationalmannschaft wieder ins Tor.
http://www.youtube.com/wa...
[...] Zumal Lehmann lediglich fit für die Bank und einen Noteinsatz sein muss und von einem längeren Comeback in der 1. Mannschaft oder Nationalmannschaft nie die Rede war. [...]
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Der Biograf von Jens Lehmann macht mit Ihm ein Interview und am Ende kommt dabei raus "Der Lehmann, das ist aber n toller Typ".
Welch eine Überraschung...
Ach so, da hat der Interviewer wohl für Lehmann die Antworten geschrieben! Das wirft dann doch die Frage auf, wie es Lehmann in all den anderen Interviews geschafft hat ohne seinen Biografen intelligente, sympatische Antworten zu geben und eigenständig am Mikro gut bei den Leuten anzukommen, wie man an den obenstehenden Reaktionen merkt. Es kann ja nicht jeder so "sympathisch" seine wie Kahn. Bestimmt hatte Lehmann in den letzten 20 Jahren bei jedem Interview einen Ghostwriter und im TV, das ist nicht wirklich Lehmann sondern ein Hologramm mit Sprachverzerrer und in Wirklichkeit spricht sein Biograf. Gut, dass wir mal drüber geredet haben. Die Welt ist voller Rätsel.
Es ist genau so, wie Sie es sagen! Es gibt nämlich immer nur Schwarz oder Weiß!
Ach so, da hat der Interviewer wohl für Lehmann die Antworten geschrieben! Das wirft dann doch die Frage auf, wie es Lehmann in all den anderen Interviews geschafft hat ohne seinen Biografen intelligente, sympatische Antworten zu geben und eigenständig am Mikro gut bei den Leuten anzukommen, wie man an den obenstehenden Reaktionen merkt. Es kann ja nicht jeder so "sympathisch" seine wie Kahn. Bestimmt hatte Lehmann in den letzten 20 Jahren bei jedem Interview einen Ghostwriter und im TV, das ist nicht wirklich Lehmann sondern ein Hologramm mit Sprachverzerrer und in Wirklichkeit spricht sein Biograf. Gut, dass wir mal drüber geredet haben. Die Welt ist voller Rätsel.
Es ist genau so, wie Sie es sagen! Es gibt nämlich immer nur Schwarz oder Weiß!
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