Champions-League-FinaleBarcelona ist der beste Fußballclub des Kontinents

Messi, Xavi, Villa: Die Spieler des FC Barcelona dominieren Manchester United und gewinnen durch eine starke zweite Halbzeit den Champions-League-Titel. Der Spielbericht von dpa, Reuters und AFP

Barcelonas Trainer Pep Guardiola wird von seiner Mannschaft gefeiert.

Barcelonas Trainer Pep Guardiola wird von seiner Mannschaft gefeiert.  |  © Laurence Griffiths/Getty Images

FC Barcelona - Manchester United 3:1 (1:1)

Mit zwei Geniestreichen haben Lionel Messi und David Villa Manchester United entzaubert und den FC Barcelona zum vierten Mal zum Champions-League-Titel geschossen. Zwei Jahre nach dem Triumph in Rom zeigte der spanische Meister auch am Samstagabend im Londoner Wembley-Stadion den Engländern die Grenzen auf. Beim verdienten Erfolg in einem hochklassigen und temporeichen Endspiel erzielten der überragende Messi (54. Minute) und Villa (69.) die entscheidenden Treffer für die Katalanen.

Zuvor hatte Wayne Rooney (34.) die Führung durch Pedro (27.) ausgeglichen und United die Hoffnung auf den vierten Titelgewinn erhalten. Doch im zweiten Durchgang spielte der 21-malige spanische Champion wie entfesselt. Mit dem vierten Gewinn der wertvollsten europäischen Club-Trophäe zogen die Katalanen mit Bayern München und Ajax Amsterdam gleich.

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Alex Ferguson wollte die Fehler, die 2009 zur 0:2-Niederlage im Champions League-Finale geführt hatten, unbedingt vermeiden. Doch Messi, um den sich abwechselnd der Koreaner Ji-Sung Park und Michael Carrick kümmern sollten, bekamen seine Spieler überhaupt nicht in den Griff. Mit seinem 12. Tor in der Königsklasse zog der Weltfußballer mit Ruud van Nistelrooy gleich, der in der Spielzeit 2002/2003 ebenfalls ein Dutzend Mal getroffen hatte. Das Fehlen des verletzten Abwehrchefs Carles Puyol war kein Handicap gegen ein United-Team, in dem allein Rooney Offensiv-Akzente setzte.

Das Duell der beiden besten Vereinsmannschaften des Kontinents stand zunächst im Zeichen des englischen Rekordmeisters. Fergusons Schützlinge attackierten früh und zwangen die Kurzpass-Künstler damit zu überraschenden Ballverlusten. Doch schon nach einer Viertelstunde übernahmen die Katalanen im Mittelfeld dank der größeren individuellen Klasse von Messi, Xavi und Co. das Kommando.

Chancen durch Pedro (16.) und David Villa (21.), dessen Schuss der Keeper Edwin van der Sar in seinem letzten Spiel für Manchester parierte, waren logische Folge der Überlegenheit. Dann wurde Messi in letzter Sekunde von Nemanja Vidic am Einschuss gehindert (22.). Die so selbstbewusst in die Partie gestarteten Engländer fanden plötzlich kaum noch ein Mittel gegen den Angriffswirbel des Gegners. Mit einem millimetergenauen Pass auf Pedro leitete Xavi die verdiente Führung für die Elf von Pep Guardiola ein. Der 23-Jährige ließ van der Sar mit einem trockenen Schuss in die kurze Ecke keine Chance.

Nur sieben Minuten später schlug das Entsetzen der United-Fans dank Rooneys Tor wie aus dem Nichts wieder in helle Begeisterung um. Nach einem Doppelpass mit dem in abseitsverdächtiger Position angespielten Ryan Giggs nahm Englands Nationalstürmer den Ball volley und traf in den Winkel des von Victor Valdes gehüteten Kastens. Doch die als leichter Favorit ins Spiel gegangenen Spanier zeigten sich keineswegs geschockt: Nach Villas Hereingabe fehlten Messi nur Zentimeter zur erneuten Führung für Barcelona (43.).

Nach Wiederbeginn spielten die Blau-Roten noch schneller. Zeitweise wirkten Manchesters Akteure beim Kombinationswirbel des Gegners verängstigt. Neun Minuten nach der Pause fühlte sich niemand in der Abwehr für Messi zuständig, der aus 18 Metern abzog und den schlecht postierten van der Sar zum 2:1 überwand.

Danach entwickelte sich fast ein Spiel auf ein Tor, in dem sich allein Manchesters niederländischer Schlussmann in seinem fünften Finale dem Gegner entgegenstemmte und ein Debakel für seine Mannschaft verhinderte. Gegen Villas Schuss in den Torwinkel war aber auch van der Sar machtlos.

FC Barcelona: Valdés - Dani Alves (88. Puyol), Mascherano, Piqué, Abidal - Busquets, Xavi, Iniesta - Villa (86. Keita), Messi, Pedro Rodriguez (90.+2 Afellay)
Manchester United: van der Sar - Fabio (69. Nani), Ferdinand, Vidic, Evra - Valencia, Carrick (77. Scholes), Giggs, Park - Rooney - Hernández
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 87.695
Tore: 1:0 Pedro Rodriguez (27.), 1:1 Rooney (34.), 2:1 Messi (54.), 3:1 Villa (69.)
Gelbe Karten: Dani Alves, Valdés / Carrick, Valencia
Beste Spieler: Xavi, Messi / Vidic, Rooney

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Leserkommentare
  1. Es war ein gutes Finale, wenn auch weitesgehend einseitig.

    Barcelona spielt einfach unglaublich gut und ist DIE Mannschaft der letzten Jahre in Europa. Ich glaube es ist nicht übertrieben, sie als ein der besten Mannschaften der Geschichte zu titulieren. Auf einer Stufe mit den Bayern der 70er und Real Madrid der 60er Jahre.
    Die einzelnen Spieler haben eine unglaubliche Qualität, sind nach vielen Titeln immer noch hungrig und bilden zusammen ein gut harmonierendes Kollektiv, was Voraussetzung für große Erfolge ist.

    OffTopic:
    Ich hatte nebenbei den Live-Ticker von ZeitOnline auf. Den eingespielten Torjubel finde ich wirklich geil!

  2. 2. Barca

    Weltklasse, überragend. Da kann einem spielerisch, taktisch das Herz aufgehen.

    • Khef
    • 29. Mai 2011 0:09 Uhr

    ist einfach das Beste was der internationale Fussball derzeit zu bieten hat.

    Wer nach diesem Finale noch was anderes sagt, leidet wohl an absoluter Realitätsverweigerung!!

  3. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und ihre Aussagen unterstreichen.

    Ein glanzvoller Abend für den FC Barcelona und für Europa. Diese Mannschaft muss niemanden mehr etwas beweisen, doch tut dieses immer wieder.

    Das war Fußball der obersten Klasse.

  4. nachrichten aus spanien

    2 Leserempfehlungen
  5. was soll ich eigentlich mit einem Anscheinssatz anfangen, wie:
    "Doch Messi, um den sich abwechselnd der Koreaner Ji-Sung Park und Michael Carrick kümmern sollten, bekamen seine Spieler überhaupt nicht in den Griff."
    Ich befürchte, der Schreibsler ver-feldbuscht oder ver-zlatko-t.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kann an dem Satz keine Fehler erkennen.

    Vielleicht hilft folgender Hinweis: "seine" bezieht sich auf Alex Ferguson.
    Für "Anscheinssatz" hingegen habe ich keine Erklärung.

  6. Das war das Beste, seit dem Endspiel in den 60er Jahren zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon ( Di Steffano, Puskas-Euosebio, Coluna ) beim 3 : 5, was ich bis jetzt gesehen habe. Obwohl man den damaligen Fußball, mit dem heutigen, nicht vergleichen kann. Der ist um vieles schneller, dynamischer und athletischer geworden. Das war schon allererste Sahne, was da geboten wurde und hat Riesenspaß gemacht zu zuschauen. Da wäre auch ein Bayern München in Bestform nicht gegen angekommen. Das muß man neidlos anerkennen!!! Freuen wir uns auf München.

  7. Kann an dem Satz keine Fehler erkennen.

    Antwort auf "hmmmmm..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
  • Schlagworte Lionel Messi | David Villa | Wayne Rooney | Barcelona | FC Barcelona | Xavi
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