Erkenntnis 1: Alle lieben Jürgen Klopp

Tausende Teenager tun es. Udo Lattek tut es. Die Journalisten tun es. Meine und sicher auch Ihre Mutter tut es: Alle lieben Jürgen Klopp. Der Fußballtrainer sagt Sätze wie: "Wir sind heiß wie Frittenfett!" oder: "Da hab' ich Bock drauf wie Zahnweh!" Klopp begeistert in jedem Milieu. Dabei ist egal, was Klopp tut. Niemand kritisiert den Trainer oder wundert sich über seine Rüpeleien. Mehrmals in dieser Saison rastete der Adrenalin-Kobold aus, schrie Kollegen an, musste auf die Tribüne verbannt werden. Einem unterwürfigen Journalisten des SWR verweigerte er ein Interview und beleidigte ihn vor laufender Kamera. Das Wort Seuchenvogel hat dank Klopp inzwischen so große Flügel, dass es auf einigen Schulhöfen alle anderen Schimpfwörter abgelöst hat. Und dann noch das Musik-Video " I wanna be like Jürgen Klopp " . Verstehen muss man das nicht. Aber zur Kenntnis nehmen: Selten war ein Fußballtrainer beliebter als Jürgen Klopp.


Erkenntnis 2: Weniger Geld schießt mehr Tore

115 Millionen Euro ist eine Menge Geld. Damit könnte man 4890 Bratwurstbuden kaufen (ohne Mengenrabatt gerechnet) und die gesamte Strecke zwischen dem Schalker und dem Dortmunder Stadion bestücken. Alle drei bis vier Meter gäbe es eine frische Wurst. Die Fußballclubs aus Wolfsburg, Schalke und Hoffenheim haben sich stattdessen zusammen für mehr als 115.000.000 Euro vor und während der Saison neue Spieler verpflichtet. Mit ihren Investitionen haben die Clubs in dieser Saison bislang 126 Tore geschossen. Der BVB, Mainz und Hannover haben für neue Spieler zusammen 10.500.000 Euro ausgegeben – aber 34 Tore mehr geschossen. Schießt Geld Tore, und wenn ja, wie viele? Niemand wird diese Frage endgültig beantworten können. Aber zumindest in dieser Spielzeit sagt das Verhältnis zwischen ausgegebenen Euros und erzielten Toren: Weniger Geld schießt mehr Tore.