Bundesliga-Fazit : Die elf Lehren dieser Bundesliga-Saison

Alle lieben Jürgen Klopp. Jung kickt gut. Felix Magath gefällt, und der Chancentod ist tot. Eine Saison geht, elf Erkenntnisse bleiben. Von Steffen Dobbert
Jürgen Klopp wird auf Händen getragen. © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Erkenntnis 1: Alle lieben Jürgen Klopp

Tausende Teenager tun es. Udo Lattek tut es. Die Journalisten tun es. Meine und sicher auch Ihre Mutter tut es: Alle lieben Jürgen Klopp. Der Fußballtrainer sagt Sätze wie: "Wir sind heiß wie Frittenfett!" oder: "Da hab' ich Bock drauf wie Zahnweh!" Klopp begeistert in jedem Milieu. Dabei ist egal, was Klopp tut. Niemand kritisiert den Trainer oder wundert sich über seine Rüpeleien. Mehrmals in dieser Saison rastete der Adrenalin-Kobold aus, schrie Kollegen an, musste auf die Tribüne verbannt werden. Einem unterwürfigen Journalisten des SWR verweigerte er ein Interview und beleidigte ihn vor laufender Kamera. Das Wort Seuchenvogel hat dank Klopp inzwischen so große Flügel, dass es auf einigen Schulhöfen alle anderen Schimpfwörter abgelöst hat. Und dann noch das Musik-Video " I wanna be like Jürgen Klopp " . Verstehen muss man das nicht. Aber zur Kenntnis nehmen: Selten war ein Fußballtrainer beliebter als Jürgen Klopp.


Erkenntnis 2: Weniger Geld schießt mehr Tore

115 Millionen Euro ist eine Menge Geld. Damit könnte man 4890 Bratwurstbuden kaufen (ohne Mengenrabatt gerechnet) und die gesamte Strecke zwischen dem Schalker und dem Dortmunder Stadion bestücken. Alle drei bis vier Meter gäbe es eine frische Wurst. Die Fußballclubs aus Wolfsburg, Schalke und Hoffenheim haben sich stattdessen zusammen für mehr als 115.000.000 Euro vor und während der Saison neue Spieler verpflichtet. Mit ihren Investitionen haben die Clubs in dieser Saison bislang 126 Tore geschossen. Der BVB, Mainz und Hannover haben für neue Spieler zusammen 10.500.000 Euro ausgegeben – aber 34 Tore mehr geschossen. Schießt Geld Tore, und wenn ja, wie viele? Niemand wird diese Frage endgültig beantworten können. Aber zumindest in dieser Spielzeit sagt das Verhältnis zwischen ausgegebenen Euros und erzielten Toren: Weniger Geld schießt mehr Tore.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

36 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Fußballkommentare, die typisch Fußball sind

Bruchlandungen sind im Fußballgeschäft üblich und unabhängig von Charakterzug des Trainers. "Großkotze" stürzen genauso ab wie der stille Trainer. Warum man aber ausgerechnet Jürgen Klopp als Großkotz bezeichnet, obwohl er sich selbst kurz vor Saisonende noch nicht so richtig zu einem "Wir wollen Meister werden" durchringen konnte, ist mir schleierhaft. Ich seh nur zwei Möglichkeiten: Bayern- oder Schalkefan?

Ach ja: Westerwelle wollte immer Meister werden...nun ja, zumindest 18+...

Dann sagen Sie doch etwas dazu.

Wenn ich als "normaler" Mensch etwas nicht ausstehen kann, dann das rumschmeissen mit Thesen. Mal einfach nur eine Feststellung ganz unbegruendet und unbewiesen in den Raum gehauen. Garnicht gut. Besonders fuer die Reputation Ihrer Meinung. Ich hab da was dagegen aber ich sag nicht warum. Voellig unverstaendlich.

Mir waere lieber Sie wuerden sagen was den Kloppo so unsympathisch macht. Besonders weil die Medien dann auch mal eine andere Sichtweise haetten, wenn Sie denn begruendet waere.

ZE

Neid muss man sich erarbeiten !!

Nun kommt die Neidgesellschadft wieder voll auf ihre Kosten, nur weil eben der Erfolg einen anderen nicht gekönnt wird.
Jetzt ist der Klopp ein Großkotz, ein Proll- eher unsymphatisch , wenig authendisch, da stellt sich die Frage wie soll ein trainer sein- so wie Frau Merkel oder Helmut Kohl?

Nein Klopp ist so wie er ist, ehrlich ,ungeduldig aber eben auch einsichtig wenn er fehler begangen hat, ich hoffe andere die Ihn so kritisieren können von sich selbst auch ein paar gute Wesenszüge aufzählen, oder zählt nur noch Neid und Missgunst ?