Die Olympia-Befürworter können aufatmen: In Garmisch-Partenkirchen sprach sich eine Mehrheit der Bürger mit 58,07 Prozent für die Austragung der Olympischen Winterspiele im Jahr 2018 in ihrem Ort aus. Mit ihrer Stimme ermöglichten sie es der Stadt, die Bewerbung uneingeschränkt fortzuführen. Neben dem Pro-Antrag gab es auch einen der Olympia-Gegner. Dieser erhielt im Vergleich zum erfolgreichen Befürworter-Votum deutlich weniger Zustimmung: 49,41. Das reichte nicht aus. "Ich hätte mir natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht", sagte der Mitinitiator des Bürgerentscheids Axel Doering vom Netzwerk NOlympia. Aber seine Gruppe akzeptiere das Votum und werde "die Bewerbung weiter kritisch begleiten". Bürgermeister Thomas Schmied (CSB) freute sich über den Erfolg der Befürworter-Initiative "OlympiJA". "Wir wissen nun, was die Bevölkerung will", sagte er.

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,6 Prozent, insgesamt waren 20.918 Bürger stimmberechtigt. Die Initiative "OlympiJA" sieht in den Winterspielen, die gemeinsam mit München ausgerichtet werden sollen, viele Chancen für die Zugspitzregion. Dagegen warnten die Gegner vor Umweltschäden, finanziellen Risiken und einer grundsätzlichen Überforderung des Loisachtals mit seinem Hauptort Garmisch-Partenkirchen.

Die Olympia-Gegner wollten mit dem Bürgerentscheid erreichen, dass ihre Gemeinde sämtliche mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geschlossenen Verträge auf ihre Rechtsgültigkeit überprüfen muss, um so einen Weg zu finden, doch noch aus der Bewerbung auszusteigen. Selbst bei einem Erfolg der Initiative, wäre das Votum nicht bindend gewesen.

"Jetzt herrscht auch in Garmisch-Partenkirchen Klarheit. Eine deutliche Mehrheit möchte Olympische und Paralympische Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee", sagte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Gegner sieht Bach "trotz der von ihnen aufgebauten Schreckensszenarien in einem demokratischen Verfahren klar gescheitert".

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte nach Auszählung der Stimmen, dass ihm "mehrere Steine vom Herzen gefallen" seien. Er forderte die Olympia-Gegner auf, wieder Frieden in Garmisch-Partenkirchen einkehren zu lassen: "Gute Demokraten müssen auch gute Verlierer sein", forderte Ude.

Der Bürgerentscheid zur Olympia-Bewerbung hatte bundesweit Interesse ausgelöst. Das lag vor allem daran, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Münchner Kampagne zur nationalen Angelegenheit erklärt hatte. Hätten die Olympia-Gegner ein Wahlerfolg erzielt, wären die Chancen Deutschlands zum Austragungsort zu werden, deutlich niedriger gewesen.

Der Rückhalt innerhalb der Bevölkerung gilt innerhalb des Internationalen Olympia Komitees, als ein wichtiges Kriterium bei der Bewerbung. Die Münchner Bewerbungsgesellschaft hatte stets mit hohen positiven Umfragewerten für sich geworben.

Das IOC entscheidet im kommenden Juli, wo die Olympischen Winterspiele stattfinden werden. München steht im Wettbewerb mit dem französischen Annecy und dem südkoreanischen Pyeongchang. München wäre die erste Stadt, die in ihrer Geschichte Sommer- und Winterspiele veranstaltet hat – 1972 fanden dort die olympischen Sommerspiele statt. Garmisch-Partenkirchen war 1936 Gastgeber der Winterspiele.