WM 2011 Was Sie schon immer über Frauenfußball wissen wollten
Spielen Frauen anders? Wie viel verdienen Fußballerinnen? Und warum fallen mehr Tore? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Frauenfußball.
© Giang Niu/Getty Images

Szene aus dem WM-Finale 2007 zwischen Deutschland und Brasilien
Seit wann spielen Frauen Fußball?
Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland vom DFB verboten, in Brasilien bis 1982, in Saudi-Arabien ist er es noch heute. Den ersten, wenn auch inoffiziellen WM-Titel, gewannen die deutschen Frauen 1981 in Taiwan. Das erste offizielle Länderspiel bestritt die deutsche Elf im November 1982 in Koblenz, wo sie 5:1 gegen die Schweiz gewann. Das Turnier in Deutschland ist die sechste Weltmeisterschaft, die Premiere fand 1991 in China statt. Je zwei Mal gewannen die USA und Deutschland, Norwegen siegte 1995. Von zehn Europameisterschaften gewannen die Deutschen sieben.
Spielen Frauen anders?
Im eigentlich unsinnigen Vergleich zum Männerfußball fällt auf, dass das Spiel der Frauen aus physischen Gründen langsamer abläuft. Zumindest technisch aber seien sie gleichwertig, heißt es von einigen Stammtisch-Teilnehmern. Das stimmt aber nicht. Den Frauen verspringen im Vergleich häufiger die Bälle als den Männern. Zudem hat Technik im Fußball auch stets eine dynamische Komponente. Viele technisch saubere Aktionen der Frauen gelingen auch deshalb, weil der Druck auf die ballführende Spielerin und Spieltempo relativ gering sind. Dass Frauen auch technische Probleme haben, ist verständlich. Der Frauenfußball ist eine junge Sportart, der Pool an Talenten ist überschaubar, weniger Frauen sind fußballerisch gut ausgebildet. Viele begannen auch relativ spät mit dem Fußball. Die ersten Jahre, in denen viele Technik-Grundlagen gelegt werden, wurden verpasst. Das besserte sich in den vergangenen Jahren. In 20 Jahren wird sich der Frauenfußball durch bessere Jugendarbeit wohl auf einem vor allem technisch anderen Niveau abspielen.
Das Klischee des körperlosen Spiels haben die Frauen während des Champions-League-Finales zwischen Lyon und Potsdam eindrucksvoll widerlegt. Männliche Manierismen wie Schwalben, die achtfache Brazzo-Rolle und andere Täuschungsversuche sind ebenso Alleinstellungsmerkmale der Männergockel wie das Auf-den-Rasen-Spucken. Jubelchoreografien würde die Bundestrainerin Sivlia Neid wohl nicht nur mit strengen Blicken bestrafen.
Warum schießen Frauen mehr Tore als Männer?
Bei den beiden vorigen WM-Turnieren der Frauen fielen durchschnittlich 3,4 Tore pro Spiel, bei der WM 1999 sogar 3,8. Den Männern gelang im selben Zeitraum ein Schnitt von 2,2, 2,3 und 2,5. Die letzte WM, an der sie mehr als drei Mal je Spiel trafen, liegt dreiundfünfzig Jahre zurück. Der Grund ist weniger die offensivere Ausrichtung der Frauen oder deren Abwehrschwächen, sondern das Leistungsgefälle zwischen den Mannschaften, das vor allem in den WM-Vorrunden sichtbar wurde. Das erste Spiel der WM 2007 gewannen die deutschen Frauen 11:0 gegen Argentinien. So etwas kommt bei den Männern nur vor, wenn Miroslav Klose gegen Saudi-Arabien spielt.
Werden Fußballerinnen von Frauen trainiert?
Selbst in der Frauen-Bundesliga bekommt das weibliche Geschlecht selten eine Chance auf den Trainerstuhl. Bei der WM bauen immerhin, neben Deutschland (Silvia Neid), fünf weitere WM-Teilnehmer auf eine Trainerin: Kanada (Carolina Morace), die USA (Pia Sundhage), Nigeria (Ngozi Uche), England (Hope Powell) und Norwegen (Eli Landsem). Letztere hat in Norwegen aber auch schon ein Herrenteam auf Regionalligaebene trainiert. Die Trainingsinhalte Kondition, Schnelligkeit, Taktik, Technik unterscheiden sich übrigens nicht. Bezogen auf den Umfang sind Frauen genauso belastbar. Allein, was die Teamführung betrifft, gehen manche Experten von Differenzen aus. Frauen müsse man überzeugen, sie verlangten mehr Kommunikation. Im Gegenzug seien sie fleißiger, gewissenhafter und weniger divenhaft.
Wie sind die Regeln?
1991, bei der ersten WM, war noch nach achtzig Minuten Schluss, in den Achtzigern ließ der DFB die Frauen sogar nur siebzig ran, weil man glaubte, ihnen nicht mehr zumuten zu können. Mittlerweile spielen die Frauen nach den gleichen Regeln wie die Männer. Auch Tore, Ball und Spielfeld sind wie im Hand- und Basketball bei beiden Geschlechtern gleich groß (im Volleyball hängt immerhin das Netz tiefer). Für die Frauen ist damit alles relativ größer, weil sie kleiner und langsamer als Männer sind und nicht so hoch springen. Bei der Fußball-WM werden wir eine 1,67 Meter große Torhüterin aus Australien bei dem vergeblichen Versuch beobachten können, an die Torlatte zu langen.
- Datum 09.06.2011 - 15:14 Uhr
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Hooligans sind keine Bereicherung für den Sport und haben in den Stadien nichts zu suchen.
Ultras sind jedoch unter anderem auch für die eindrucksvollen Choreographien mitverantwortlich, sorgen für die oft gelobte gute Stimmung.
Sicherlich gibt es da Überschneidungen, aber Ultras pauschal als Störfaktor anzusehen, von denen man verschont bleiben muss?
Es tut mir leid, aber dieser Artikel ist mit Abstand der schlechteste, den ich je zum Thema Frauenfußball gelesen habe.
"Sind alle Fußballerinnen homosexuell?"
Bitte? Im nächsten Artikel zum Männerfußball möchte ich dann bitte die Frage beantwortet haben: "Sind alle Fußballer dumm?"
"Angeblich sind schon 620.000 der inzwischen 900.000 Tickets verkauft."
Sind sie nun verkauft oder nicht? Und was soll dieses subtile "angeblich"?
Der ganze Artikel liest sich wie eine Beschreibung einer seltenen Spezies. Wie wäre es mit: Geht raus und schaut euch die Spiele an?
Danke. Sonst wird das Thema immer mit Samthandschuhen angefasst, hier scheint das nicht der Fall zu sein.
@JuleKupfer: Sie sehen das Ganze zu verbissen. Gleichmacherei bringt unter dem Strich gar nichts. Und die Homosexuellenfrage kann und sollte man zu Recht stellen: im Männerfußball ist das ein Tabu - sollte hier nicht mit gutem Beispiel vorrangegangen werden? Verschweigen nützt nichts.
Mein Senf zum Frauenfußball: ich war von den bisherigen Sportlichen Leistungen nicht sehr angetan, aber ich denke das wird sich mit der zunehmenden Akzeptanz im Laufe der Zeit ändern. Die WM in 'Schland ist ein wichtiger Schritt!
Danke. Sonst wird das Thema immer mit Samthandschuhen angefasst, hier scheint das nicht der Fall zu sein.
@JuleKupfer: Sie sehen das Ganze zu verbissen. Gleichmacherei bringt unter dem Strich gar nichts. Und die Homosexuellenfrage kann und sollte man zu Recht stellen: im Männerfußball ist das ein Tabu - sollte hier nicht mit gutem Beispiel vorrangegangen werden? Verschweigen nützt nichts.
Mein Senf zum Frauenfußball: ich war von den bisherigen Sportlichen Leistungen nicht sehr angetan, aber ich denke das wird sich mit der zunehmenden Akzeptanz im Laufe der Zeit ändern. Die WM in 'Schland ist ein wichtiger Schritt!
"Wollt Ihr Euch für den Playboy ausziehen?"
Man werfe einen Blick auf das aktuelle Playboy-Titelblatt ;)
guter, tatsachenorientierter Artikel.
"Danke, guter, sich mit meiner Meinung deckender Artikel, den ich daher als tatsachenorientiert beschreibe. Schließlich ist meine Meinung die Wahrheit."
"Danke, guter, sich mit meiner Meinung deckender Artikel, den ich daher als tatsachenorientiert beschreibe. Schließlich ist meine Meinung die Wahrheit."
„Frauen verdienen in Deutschland für dieselbe Arbeit weniger als Männer. Im Fußball gilt das besonders.“
Den Satz hätten Sie sich noch verkneifen können. Frauen verdienen nicht wegen der Verschwörung des Patriarchats weniger beim Fußball, sondern weil Frauenfußball nur einen Bruchteil der Zuschauer hat.
Fußball ist eine Unterhaltungsshow. Was die Show wert ist, entscheidet das Publikum, nicht die Genderbeauftragten.
Ansonsten guter Artikel, der beweist, dass es gar nicht verboten ist, die Wahrheit auszusprechen, nicht mal für eine linke Zeitung.
"Fußball ist eine Unterhaltungsshow. Was die Show wert ist, entscheidet das Publikum, nicht die Genderbeauftragten."
Das kann man höchstens auf den Geldwert beziehen. Etwas ist aber nicht generell weniger wert, nur weil weniger daran interessiert sind. Zudem tun die Frauen in diesem Fall in der tat die gleiche Arbeit, bezogen auf den Sport selber, der unterscheide zwischen den beiden Hauptgeschlechtern zulässt. Dass der Fußball der Frauen weniger Geldwert hat liegt an seiner Geschichte/Entwicklung und das damit verbundene Desinteresse bei einer Menge Leuten.
Ich finde trotzdem, dass die Frauen bald mal wenigstens soviel verdienen sollten,dass sie wenigstens davon leben können. Das wird nur passieren, wenn die Herren der Schöpfung mal aufhören, den Sport ständig kleinzureden wie schon vor 40 Jahren. Kaum auszuhalten.
PS: Warum müssen Sie direkt diesen Zynismus auf den Lippent ragen von wegen "Genderbeauftragten"? Wer hat denn das eingefordert? [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg
Wenn man sich überlegt, dass die Frauennationalmannschaft auf dem Niveau der Bundesliga-B-Jugend (also einer U16 Mannschaft spielt), dann müsste man doch bei "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" auch das Lohnniveau der Nationalspielerinnen mit dem von durchschnittlichen U16-Spielern vergleichen.
"Fußball ist eine Unterhaltungsshow. Was die Show wert ist, entscheidet das Publikum, nicht die Genderbeauftragten."
Das kann man höchstens auf den Geldwert beziehen. Etwas ist aber nicht generell weniger wert, nur weil weniger daran interessiert sind. Zudem tun die Frauen in diesem Fall in der tat die gleiche Arbeit, bezogen auf den Sport selber, der unterscheide zwischen den beiden Hauptgeschlechtern zulässt. Dass der Fußball der Frauen weniger Geldwert hat liegt an seiner Geschichte/Entwicklung und das damit verbundene Desinteresse bei einer Menge Leuten.
Ich finde trotzdem, dass die Frauen bald mal wenigstens soviel verdienen sollten,dass sie wenigstens davon leben können. Das wird nur passieren, wenn die Herren der Schöpfung mal aufhören, den Sport ständig kleinzureden wie schon vor 40 Jahren. Kaum auszuhalten.
PS: Warum müssen Sie direkt diesen Zynismus auf den Lippent ragen von wegen "Genderbeauftragten"? Wer hat denn das eingefordert? [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg
Wenn man sich überlegt, dass die Frauennationalmannschaft auf dem Niveau der Bundesliga-B-Jugend (also einer U16 Mannschaft spielt), dann müsste man doch bei "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" auch das Lohnniveau der Nationalspielerinnen mit dem von durchschnittlichen U16-Spielern vergleichen.
Schöner Artikel.
Danke das ihr die "Tabu-Fragen" stellt und nüchtern beantwortet.
Nicht so gleichmacherisch anbiedernd, wie vieles was man sonst zum Thema vorgesetzt bekommt, aber trotzdem fair.
"Auch Tore, Ball und Spielfeld sind wie im Hand- und Basketball bei beiden Geschlechtern gleich groß."
Das trifft nicht zu. Beim Basketball spielen Frauen mit einem Ball der Größe 6, während Männer mit der Größe 7 spielen.
Danke. Sonst wird das Thema immer mit Samthandschuhen angefasst, hier scheint das nicht der Fall zu sein.
@JuleKupfer: Sie sehen das Ganze zu verbissen. Gleichmacherei bringt unter dem Strich gar nichts. Und die Homosexuellenfrage kann und sollte man zu Recht stellen: im Männerfußball ist das ein Tabu - sollte hier nicht mit gutem Beispiel vorrangegangen werden? Verschweigen nützt nichts.
Mein Senf zum Frauenfußball: ich war von den bisherigen Sportlichen Leistungen nicht sehr angetan, aber ich denke das wird sich mit der zunehmenden Akzeptanz im Laufe der Zeit ändern. Die WM in 'Schland ist ein wichtiger Schritt!
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