Fußball : Michael Ballack – Opfer einer Verschwörung

Michael Ballack ist der wichtigste deutsche Fußballer des vorigen Jahrzehnts. An ihm hat das Schicksal mehrfach seine Laune ausgelassen.
Michael Ballack, einst die Autorität des deutschen Spiels © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Im Achtelfinale der WM 2002 führte Deutschland gegen Paraguay in der Nachspielzeit 1:0, als Michael Ballacks Gegenspieler nachtrat. Dieser sah die Rote Karte, Ballack, der nichts erkennbares getan hatte, Gelb. Für das Spiel blieb diese Fehlentscheidung ohne Bedeutung, dennoch war es eine mit fatalen Spätfolgen. Im Halbfinale gegen Südkorea holte sich Ballack die zweite, diesmal berechtigte Gelbe Karte, die zu einer Sperre fürs Finale führte. Kurz darauf schoss Ballack das 1:0. Eine Heldentat, für deren Würdigung sogar englische Zeitungen nach pathetischen Worten rangen – und für die Michael Ballack bestraft wurde.

Es ist eine bezeichnende Geschichte, denn an Ballack ließ das Schicksal mehrfach seine Laune aus. Das gilt auch für das Ende in der Nationalmannschaft, das Joachim Löw gestern besiegelt hat. Als er vor fast zwölf Jahren unter Erich Ribbeck debütierte, stand die DFB-Elf bei vielen Profis, vornehmlich den Stars aus München, nicht hoch im Kurs. Das hat sich stark geändert, inzwischen ist sie wieder in der Weltspitze. Ballack hat sehr viel dazu beigetragen, nun ist er Leidtragender dieser Entwicklung. Das ist ungerecht. Aber folgerichtig. Denn die Zeit war reif für Ballacks Abschied. Der bald 35-Jährige hat nicht mehr den Status wie in den vergangenen zehn Jahren.

Der Bundestrainer hat sich vom besten und wichtigsten deutsche Fußballer des zurückliegenden Jahrzehnts getrennt. In der grauen Rudi-Völler-Ära (2000-2004) war Ballack der Lichtblick. Im Herbst 2001 verhinderte er mit seiner Leistung und seinen Toren in den Relegationsspielen gegen die Ukraine die Katastrophe, dass erstmals eine WM-Endrunde ohne Deutschland stattfinden würde. Bei der WM 2002 schoss er die entscheidenden, weil einzigen Tore in Viertel- und Halbfinale. Bei der EM 2004 ragte er besonders heraus. Umgeben von Mitläufern agierte Ballack als einziger auf höchstem internationalem Niveau. Die Völler-Elf hatte ein einziges Erfolgsrezept: Gib Ballack den Ball! Das konnte natürlich nicht genug sein.

2006 war er Jürgen Klinsmanns "Capitano", die Autorität auf und neben dem Platz, er bestimmte die taktische Marschroute mit. Von der EM 2008 hat sich sein Freistoßtor gegen Österreich ins Gedächtnis geprägt, vor allem sein von Wut und Entschlossenheit verzerrtes Gesicht, als er den Ball auf den Weg schickte. Mit 42 Toren für die Nationalmannschaft ist er der mit Abstand beste Mittelfeldspieler in dieser Statistik. Er traf mit rechts, mit links, mit dem Kopf.

Doch die Liste der tragischen Momente ist genauso lang, als hätten sich Verschwörungsgeister ein Objekt gesucht, ein Opfer. 2002 fehlte er im WM-Finale wegen der kleinlichen und sinnlosen Gelbsperrenregel der Fifa. 2006 nahm ihm die Fifa auf suspekte Weise im Halbfinale seinen wichtigsten Nebenmann, Feldwebel Torsten Frings. 2010 durchkreuzte Kevin-Prince Boateng mit einem Amokfoul Ballacks Titelwunsch.

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Kommentare

148 Kommentare Seite 1 von 17 Kommentieren

Irgendwann ist es soweit

Man kann über Art und Weise beliebig streiten und wahrscheinlich wird man das auch. Aber im Prinzip ist es der ganz normale Lauf der Dinge. Löw hat bei der WM 2010 gesehen, dass es auch ohne Ballack geht. Die Mannschaft war jung, sie funktionierte und in der EM-Qualifikation wurde klar, es geht definitiv auch ohne Ballack. Warum also etwas ändern. Klar, man hätte es Ballack eher sagen können. Aber warum etwas riskieren (Abschied von Ballack nach der WM und vor der EM-Quali), wenn man nicht weiß, ob es von Dauer ist. Nun ist klar erkennbar, es geht ohne ihn, Ballack ist nicht in Top-Form, also war es das. Das Alter spricht gegen ihn, sowohl das Alter der Mannschaft als auch sein Alter. Wäre es eine junge, unerfahrene Mannschaft, die mit Ach und Krach die EM-Quali schafft, wäre er dabei. So ist er Opfer des Erfolges der anderen. Er war ein Großer, aber nie ein ganz Großer, denn es fehlen ihm die großen Titel.

Fussball ist Teamsport

Das Argument: Er ist kein Großer, weil ihm die Titel fehlen" ist Unsinn. Fußball funktioniert nur zu 11. Alleine kann er die nicht erspielen. Da müssen Sie schon das ganze Team für blämen Für mich war Ballack in Top-Form immer eine Augenweide. Das er nicht in Top-Form ist, wenn er denn noch dazu fähig ist, liegt an den Verletzungen. Löw hätte sich das zum jetzigen Zeitpunkt sparen können. Aber Löw ist in meinen Augen eh nur ein Mittelklasse-Trainer. Sowohl im sportlichen Sinne als auch im Sinne von "Entscheidungen" treffen.

mfg

Ballack passt nicht zur neuen Mannschaft.

Heute spielt man mit Freude, greift auch mal an weil es na ja Fussball ist und ein Tor mehr nie schadet. Fouls, usw., werden mit Frohmut und Talent ersetzt. Also, Jugend trumpft das zynische Alter. Ballack war sowieso schon immer einer der grandig und boese wurde wenn's nicht nacht seinem Strich geht. Die roten/gelben Karten hatte er immer verdient, wenn auch nicht rechtzeitig. Ich fand es immer peinlich wenn anfing zu foulen wenn die Mannschaft im Rueckstand lag. Mir fiel auf der er vieles sehr persoenlich nahm. Das ist halt die falsche Einstellung fuer einen Spielleiter. Der muss besonders in schwierigen Situationen mehr Positives zum Beispile zeigen.

@Sean Pennt

Sie wissen doch selber, dass es kaum Sportler auf diesem Globus gibt, egal welche Disziplin, die ohne große internationale Titel eben keine ganz Großen waren. Selbst Spieler mit internationalen Titeln haben es heute schwer, zu den ganz Großen aufzusteigen. Dafür gibt es wahrscheinlich auch einfach zu viel Sportler, zu viele "Events", als dass sie prägend für ihre Zeit sein könnten.

Armutszeugnis

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Löw, Bierhoff und Lahm durch die Erwähnung dieser Combo etwas auf den Schlips getreten fühlten, aber unabhängig davon...Tatsache ist doch, dass Löw, der ja als Bundestrainer auch Führungsqualitäten vorweisen sollte, sich über so viele Monate um die offensichtliche Entscheidung gedrückt hat bis er dann die Personalie Ballack in einer Pressekonferenz abarbeitete. Ähnliche Charakterschwächen hat Löw auch bei Frings oder Kuranyi an den Tag gelegt.

Vor...

...allem der seitdem - zumindest bei mir - als Giftzwerg verpönte Philipp Lahm, der nach dem Viertelfinale (?) in einer unfassbaren Arroganz die Binde von seinem verletzten Kapitän einforderte. Einmalig in der deutschen Fussballgeschichte.
Ich hoffe, dass sie ihm schnellstens wieder wegggenommen wird, wenn er einmal 2 Spiele verpasst. Ein derartiges Fremdschämen hatte ich lange nicht mehr.

medien

das größte Dilemma bei der "Ballack-Sache" sind doch die Medien.
Der Fußball wird in Deutschland riesig aufgezogen, es gibt bei manchen Jahreszeiten (z.b. Sommer bei einer WM) in den deutschen Medien fast nichts anderes mehr als Fussball. Jetzt geht es auch noch mitm Frauenfussball los, obwohl das eher eine Randsportart ist und zur modernen Emanzipation dazugehört und somit auch Beiträge darüber notwendig sind.
Warum wird nicht mehr über andere Sportarten berichtet, in denen deutsche Sportler Weltklasse sind ? Basketball, Eishockey, Tischtennis, Golf, usw usw.

Würde mich sehr freuen, wenn Sie, Herr Fritsch, mal beschreiben können, wie und warum die deutschen Medien so übertrieben und überbewertet berichten, nur auf größtmögliche Auflagenquote gehen und dabei Menschen schlussendlich so etwas von fertig machen ( siehe Deisler).
Gerne evtl. auch in einem neuen Kommentar :)

Ansonsten, .. in dem Artikel ist sehr sehr Kritik an Medien, der Gesellschaft, dem Verständnis für den Fussballsport und dem verbundenen Erreichen von irgendwelchen Zielen drin.
Allerdings kommt das nur zwischen den Zeilen heraus.
Eine wirklich offene Kritik an dem Umgang von z.b der Häme ggüber Ballack, der mehrmals den 2. Platz in unterschiedlichen Wettbewerben belegte, wird es wohl nicht geben.
Ich verstehe es nicht, denn die meisten die dann sagen " Ballack = ewiger Zweiter" sitzen zu 99% im Zimmer vorm PC und beurteilen aus der Ferne die Situation.

der vergleich

mit der Popmusik ist nicht ganz so glücklich.
Musik und Sport sind grundlegend 2 ganz unterschiedliche Dinge. nur ein paar Beispiele...
(ich rede hierbei vom Profi)
Sport geht nur bis zu einem bestimmten Lebensalter
Musik das Leben lang

Sport, hier Fusball, hat einen festen Rahmen und Regeln.
In der Musik kann man sich ausleben. Oder warum gibt es heute von der "Popmusik" x Varianten davon ?

Ich war früher im Alter von 6-17 Jahren Fussballer, jetzt spiele ich Tschtennis.
Warum ? weil ich diese verdummene riesige Fussballhysterie total verabscheue.
Ich vermisse auch den kritischen Journalismus, der u.U. auch eine Entschuldigung enthält, weil man über gewisse Themen zu marktschreiend und übertrieben berichtet.
... aber halt, das geht heutzutage nicht.
da gib es ja die Begriffe " Journalismus-Wettbewerb", "Auflagenqoute", "Marktanteil", "Interessensgruppen" etc.

Vielen Dank übrigens für die schnelle Antwort und ich freue mich schon auf Ihren nächsten Artikel :)

Musik ist Teamsport

Da muss ich Ihnen ganz entschieden widersprechen!

Sport geht nur jung, Musik aber ein Leben lang?
Wieviele Popmusiker überdauern denn viele Jahre und sind auch im Alter noch erfolgreich? Sicherlich nciht sehr viele udn die wenigen, die das schaffen kann man genauso mit den paar Sportlern vergleichen, die es zu einer Trainer- oder Fernsehkarriere gebracht haben.

Und zu den Regeln:
Musik folgt genauso strengen Regeln wie der Sport. Nicht umsonst gibt es die Harmonielehre, Schönberg hat die Regeln und das Streben nach Ordnung mit seiner seriellen Musik zur Perfektion gebracht! Und Popmusik - da hängt das Befolgen von Regeln meiner Meinung nach von der Qualität ab. So wie man im Sport unter der Befolgung von Regeln immernoch ein eigenes, kreatives und ausgefallenes Spiel bieten kann sind die unendlichen Freiheiten der Musik doch auch nur unter Befolgung von (möglicherweise selbstgestesetzten) Regeln möglich.

Die "X Varianten" der Popmusik sind also in meinen Augen vergleichbar mit den unzähligen mittelmäßigen Sportlern - nur das diese nicht ständig ins Fernsehen übertragen werden ;)

Nicht zu fassen!

[...]

Er war verletzt. Erst zum Ende der letzten Saison hat er Gelegenheit gehabt, nach der Gesundung auch die sportliche Fitness zu erarbeiten und spielerisch zu glänzen. Das hat er auch beim Tabellenzweiten dann nicht nur angedeutet.

Wie das in der nächsten Saison aussehen wird, dass weiß man nicht. Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Ballak das Fußballspielen verlernt haben sollte. Er ist nach wie vor einzigartig in Deutschland und qualitativ ein Verlust für die Nationalmannschaft. Seine Führungsstärke und fußballerische Qualität hätte man im Finale gegen Spanien gut gebrauchen können, wo man die Defizite eines Khedira vorgeführt bekommen hat. Es wird weitere Momente geben, wo man sich genau diese qualitativen Eigenschaften in der Nationalmannschaft wünschen wird.

Wenn der Blick nach Leverkusen dann verraten wird, mit dem unnötigen Rausschmiss einem bis zu seiner Verletzung bisher überragenden Nationalspielers nicht nur undankbar gewesen zu sein, sondern einfach nur blöd und arrogant, wird es möglicherweise zu spät sein.

Gekürzt. Bitte bleiben Sie höflich. Die Redaktion/sc

Wien vergessen?

Das Problem an Ihrer Argumentation ist: Auch mit Ballack hat Deutschland gegen Spanien 1:0 verloren, im EM-Finale 2008. Und das sah noch schlechter aus als bei der WM. Was auch gegen Ballack spricht: Für die WM 14 scheidet er in jedem Fall aus.

Andererseits: Kann schon sein, dass er noch eine Option für die EM 12 wäre. Aber glauben Sie, der ehemalige Häuptling würde sich einordnen?

Wien nicht vergessen!

Ich sehe das ganze ein wenig anders, dass ist ja das schöne am Fussball.

Bei der Euro 2008 wurde meines Erachtens der Übergang von der jungen, wilden Mannschaft der WM 2006 hin zur immer noch jungen aber mittlerweile taktisch hervorragend eingestellten Mannschaft der WM 2010 vollzogen. Blickt man aber nun im speziellen auf das Halbfinale gegen Spanien, erkennt man, dass diese Entwicklung nicht ausgereicht hat und die Spanier taktisch und spielerisch bei weitem besser waren und Deutschland quasi nie in der Lage war, die Leistung aus den vorangegangen Spielen gegen England und Argentinien abzurufen. Dabei hätte eine Videostudie des CL Halbfinals zwischen Inter und Barca gezeigt, wie man einer solchen Mannschaft den Schneid abkauft. Und ein Michael Ballack ist in meinen Augen der einzige potentielle Nationalspieler, der auch eine "Ulli-Borowka-Gedächtnisgrätsche" aus dem Hut zaubern kann um, wie es so schön heißt, mal ein Zeichen zu setzen. Einen solchen Spieler sehe ich im derzeitigen Kader weder im defensiven noch im offensiven Mittelfeld, dort wo er meiner Meinung nach im nächsten Halbfinale oder Finale gegen Spanien dringend gebraucht würde.

Schönen Gruß,
Ersatzreifen

So leicht

ist es aber nicht.
In dieser Saison hat in der CL niemand dem FC Barcelona den Schneid abgekauft. Um gegen so eine Mannschaft gewinnen zu können, müssen einige Sachen zusammen kommen.
Ein "Zeichen setzen" reicht da nicht aus.

Ich denke, dass Ballack vor allem von seiner Persönlichkeit her nicht mehr in die jetzige Nationalmannschaft passt. Die Hierachien sind flacher geworden. Es würde ihm wahrscheinlich schwer fallen sich ins Team wieder einzufügen. Auch kann er einen außergewöhnlichen Status nicht mehr mit außergewöhnlichem Leistungen rechtfertigen. Seinen Leistungszenit hat er überschritten.
Und da kommt gleich das nächste Problem. Es mag ja sein, dass Ballack die nächste Saison wieder konstant gute Leistungen bringt. Vielleicht erst in der Rückrunde. Aber vielleicht auch gar nicht. Wann wäre der richtige Moment ihn wieder in die Mannschaft zu berufen? Würde er sich mit einem Platz auf der Bank zufrieden geben?
Darüber hinaus würde die Diskussion um Ballack bis zur EM in den Medien das vorherschende Thema bleiben und von wichtigeren Sachen ablenken.
Ich glaube Löw hat ein Gespür dafür hat, wer in seine Mannschaft passt. Das hat nichts damit zu tun nur Ja-Sager im Team zu akzeptieren, sondern eine gesunde Balance zu finden.

Auch bei Frings und vor allem Kouranyi konnte ich Löw's Entscheidungen nachvollziehen.

Genau

mit diesem kurzen Absatz ist eigentlich alles gesagt. Und vielleicht noch mit dem Satz :''Andererseits hätte Ballack die Zeichen der Zeit erkennen und seinen Rücktritt selbst verkünden können; Löw hat ihm ein Jahr lang die Chance dazu gegeben.''
Das mit dem opfer einer Verschwoerung ist schon ein wenig arg weit hergeholt. Irgendwie ist ja jeder auch ein wenig selbst verantwortlich fuer das, was er tut und fuer mich bleiben andere Dinge exemplarisch: Das beste deutsche Spiel 2002 war das Endspiel - ohne Ballack. Im halbfinale mit Chelsea haette er seinem Team den Finaleinzug sichern koennen haette er sich nicht in typischer Manier vor dem Iniesta-Torschuss weggeduckt. Und die Backpfiefe, die er bekam - ob das nunsein darf oder nicht - sie wird ihre Gruend gehabt haben.Ausserdem verstehe ich nicht, warum das Ganze jetzt 'ungerecht' sein woll? fuer mich ist das einfach normal und der Lauf der Dinge. Ballack ist nicht mehr gut genug, bzw. passt nicht mehr in das Team, bzw. in das System. UNd am Rand: woher kommt eigentlich dieser unsaegliche Spitzname 'Capitano ? Wenn er wenigstens mal in Italien gespielt haette und dort irgendwo 'Capitano' gewesen waere, aber so??

Mir fällt gerade kein Titel ein

Natürlich reicht den Schneid abkaufen alleine nicht aus. Dennoch bin der Überzeugung, dass wenn man wie im Halbfinale gegen Spanien zu sehen, 90 Minuten dem Ball bzw. dem ballführenden Spieler hinterherläuft, eine reine Offensivausrichtung der falsche Weg ist. Insbeondere dann, wenn man der gegnerischen Mannschaft spielerisch und taktisch unterlegen ist. Mit elf Mann hintenreinstellen, taktische- und Frustfouls sind nun mal auch Aspekte des Fußballs, auch wenn sie von Liebhabern verpönt werden.
Es hieß ja während der WM nicht umsonst, wie sehr die deutsche Mannschaft mit ihrer Spielweise verzückt. Dumm ist dann nur, wenn man nur spielen kann und dann eine Team daherkommt, dass das besser beherrscht und einem schlagartig die Alternativen ausgehen.

Das Team,

das da gerade mal so daherkommt ist dann immerhin Europameister und Weltmeister geworden. Nur von SPanien konnte Deutschland 2008 und 2010 aufgehalten werden. Das mag ja aergerlich sein, aber so gut wie SPanien ist, kann man sich eigentlich als Zweiter dahinter fuehlen, eine respektable Leistung. Und auch wenn im Ruecklick immer alles besser war.... Zeigen sie mir mal eine Trainer epoche, die erfolgreicher war... und die nicht unbedingt gleich 38 Jahre zurueckliegt.... Der schmeichelhafte Vize-WM Tiel und die anschliessende EM Vorrunden Blamage mit Voeller? Bertig Vogts etwa? Ok, er wurde Europameister... aber sonst...WM 94, WM 98? Oder gar die unertraegliche Ribbeck-Zeit? Ja und jetzt sind wir schon 21 Jahre zurueck bei Franz Beckenbauer... also immer mal schoen auf dem Teppich bleiben, bevor der Groessenwahn ausbricht.

Löw will...

Abhängigkeiten schaffen.

Der hat noch alte Rechnungen mit dem DFB und anderen auf.
Bis auf die Leute vom FCB plus Poldi hat er doch nur noch "kleine Kinder" in der NM, ob Khedira und Özil, die sehr gute Spieler sind bei RM oder einem anderen Top-Verein weiter reüssiueren bleibt abzuwarten.

Frings ist ein alter Hase, ohne den der SVW nächste Sasion wahrscheinlich in der zweiten Liga.

So einen richtigen Zambano auf dem Platz, der mal seinen Kinder sagt, "Quäl dich Du Sau". der fehlt nach dem Ausscheiden Ballacks völlig.

Ich bin FC Fan,

den Größenwahn habe ich mit der Muttermilch aufgesogen. :)

Nun ist es im Sport leider so, dass nur Titel zählen. Übrigens Worte die Löw vor kurzem selbst so gesagt hat. Auch wenn der 2. Platz bei der EM bzw. die beiden dritten Plätze bei der WM nicht zu verachten sind, insbesondere nach den Graupen Jahren der 90er und frühen 0er, ist es jedoch so, dass die Spanier in eigentlich allen Belangen gegenüber der restlichen Fußballwelt einen großen Vorsprung haben, mit Deutschland als 1. Verfolger. Wenn nun Jogi Löw hingeht und 2012 den Titel will, ja quasi schon verlangt, wird man notgedrungen an Spanien vorbei müssen. Und da muss er sich einen Plan B zurechtlegen, wenn man spielerisch mal wieder nicht mithalten kann.

Um auf die Forderung zurückzukommen, einen besseren Trainer, bzw. ein besseres Team zu benennen, dass nicht in den 70ern gespielt hat, kann ich nur sagen, dass Löw in meinen Augen nur der Profiteur des Umbruchs innerhalb des DFB ist. Jogi Löw war noch nicht im Amt, als in der B und A Jugend die heutigen Spieler der Nationalmannschaft geformt wurden. Er profitiert nur davon, dass man um 2000 rum die Jugendarbeit völlig umgekrempelt und modernisiert hat.

Kein Vergleich

Vogts hat das gesät was Löw und Co. jetzt ernten.
Er hat eine satte Mannschaft 1990 vorgefunden, auch die EM1992 war nicht schlecht.

Dann fehlten ihm die Spieler ab 1994, außerdem gab es schon eine Anti-Stuimmung.
Bei der WM1998 wollte man ganz klar Frankreich im Finale haben, auch 2002 sollte eines der Gastgeberländer möglichst weit kommen.

Die Ära Ribbeck war doch alleine schon dadurch geprägt, weil keiner die NM haben wollte, der DFB, also Braun und M-V, musste sie doch anbieten wie Sauerbier.

Danach Völler, den wollte der FCB zur NM abschieben.

Na das erklaert einiges.. :-)

Wie auch immer, wir kommen vom Thema ab. wobei ich manhcmal auch einen Vizetitel einfach als Erfolg ansehe, aber vielleicht bin ich da eigen.
Aber ist nun Deutschland 2008 Zweiter dank oder trotz Balack geworden, und haette man bei der WM 2010 tatsaechlich mit einem Ballack im HF gegen Spanien bessere Chancen gehabt? Das nun kann ich nicht glauben, weil Ballack gegen die flinken Spanier einfach nicht mehr mithalten kann, koeperlich und auch spieltaktisch, und einfachn mal reinzugraetschen, ob das jetzt Spanien entscheiden lahmlegt, wage ich zu bezweifeln. Wie sehr man auch die WM kritisieren mag, davor, als man von Ballacks AUS erfuhr, konnte man allerorten von den schlimmsten Befuerhctgungen lesen, so gesehen, war das, was Loew da KURZFRISTIG aus der Mannschaft holen musste doch wirklichdas Beste, was man erwarten konnte. Ballacks Zeit ist einfach vorbei und ich bin sicher das wird man in der kommenden Saison in Leverkusen sehen koennen...

Es mag sein,

dass ich ich mich in meiner Argumentation zu sehr auf Ballack beziehe. Gut, darum gehts hier eigentlich, ich möchte nur im Zuge dessen einen Blick in die Zukunft werfen. Allem Anschein nach ist Ballack über seinen Zenit hinaus und würde sich bei zukünftigen Tunieren schwer tun überhaupt erstmal wieder in Mannschaft zurückzufinden. Dennoch glaube ich, dass ein Spieler seiner Couleur fehlen wird. Fußball ist eben manchmal auch dreckig und oft genug gewinnt das Team, dass eigentlich nur zerstört. (Siehe Italien 1930-heute) :) Und im derzeitigen Kader sehe ich keinen, der diese Rolle übernehmen kann. Und somit wird Spanien beim nächsten Mal halt wieder das Ende der Fahnenstange sein, weil es spielerisch wieder nicht reichen wird.

Kleiner Denkfehler Herr Fritsch

Muss mich da leider einmischen, Herr Fritsch. Das was sie schreiben, sieht vom Ergebnis schon so aus, sicherlich. Vermute aber, dass ihnen da leider, wie auch bei anderen Sportjournalisten sich ein leichter Denkfehler eingeschlichen hat. Warum haben die Deutschen dieses Finale verloren? Nun ich denke, dass es an der unflexiblen Art und Weise lag, wie Löw seine Elf einstellte. Hinzu glaube ich, dass Jogi Löw zu keiner Zeit ein Mittel findet, wie er gegen die taktischen Vorgaben der spanischen Trainer agieren soll. Ich schließe mich der Meinung an, dass es weniger an den Spielern lag als vielmehr an einem Trainer, der zwar der oberste Bundestrainer sein sollte, aber fachlich mehr als ein Defizit als DFB-Trainer nachweist. Auch denke ich, dass er stets unglücklich bei seinen Aus- und Einwechslungen agierte. Zu spät wurden beim Finale die falschen Spieler ausgewechselt und dann noch die falschen Spieler eingewechselt. Was soll jemand in zehn Minuten bewirken? Ganz abgesehen davon, war es Löw ja auch so wichtig, dass ein Spieler wie Torsten Frings verletzt mit Brustpanzer spielte, obwohl seine Rippen angebrochen waren. Eben dieser Torsten Frings wurde danach von Löw unehrenhaft und schamlos abgesägt. So geht also der oberste Trainer mit seinen Spielern um. Wir verloren zurecht das EM-Finale, eben weil ein Jogi Löw es nicht schafft, der taktischen Überlegenheit der spanischen Nationaltrainer standzuhalten. Beweis: Aufzeichnungen des verlorenen Finales

Ich finde es schon

ziemlich anmassend wie hier mehrfach einfach so herablassend gesagt wird, der Loew taugt nix, weil er einfach keine taktischen Mittel gegen die SPanier findet und nicht einfach mal so die Titel holt. Ganz soo einfach ist es halt nicht, die Spanien haben ueber viele Jahre ein ausgekluegeltes Spielsystem aufgebaut, das man nicht so mir nichts dir nichts aushebeln kann, da sind schon einige dran gescheitert. Und ob das nun an Loew liegt oder vielleicht dopch auch daran, dass die SPieler zwar sehr gut, aber (noch) nicht gut genug sind, kann man sicher nicht mit letzter Gewissheit sagen. Also, manche sollten es hier auch mal verbal so machen, wie die SPanier ganz erfolgreich beim Fussball: immer schoen den Ball flach halten...

na ja

@maier

es geht nicht darum, dass man gegen spanien verlieren kann, es geht ums wie.
und das hat gezeigt, dass löw als trainer nicht in der lage ist gegner tatsächlich zu lesen und eine mannschaft darauf einzustellen.

hitzfeld hat nicht nur gezeigt, wie es gegen die spanier taktisch zu gehen hat, er hat sie auch geschlagen!
die holländer haben genauso gespielt und die spanier waren nur die glücklicheren in der verlängerung. robben grämt sich heut noch über seinen fehlschuss.
übrigens auch hier zu den fakten.
die deutschen ängstlichen hoppelhasen haben gegen spanien nicht eine gelbe karte gehabt. prima eingestellt.
bei den holländern die halbe mannschaft, fünf gelbe eine rote. die wollten tatsächlich gewinnen.

unterschied der trainerleistung klar ...;-)

Na dann mal ein Lob

auf die vielen Karten für die Holländer. Ich bleibe dabei, die Mannschaft muß erstmal das umsetzen können, was der Trainer sagt und vorhat und zweitens kann man eben diese spanische Mannschaft nicht einfach mal so mir nichts dir nichts ausschalten. Und ihre Antwort impliziert quasi, man müsse einfach nur mal das spanische Spiel lesen können und dann gibt eine Anweisung wie man dagegen angeht und schwupps, schon hat man gewonnen... Wie das dann auf dem Spielfeld aussieht ist eine andere Sache, aber: holland hat genauso verloren wie Deutschland. Mein von mir nicht sehr verehrter Trainer Rehhagel hat einen klugen Satz gesagt, den von der Eigendynamik des Spiels. Die Niederlage im HF gegen Spanien Löw "hauptamtlich" anzulasten - das ist schlicht überheblich vereinfacht.

Löws Master-Plan - exklusiv in der Zeit

>>> ... Und da muss er sich einen Plan B zurechtlegen, wenn man spielerisch mal wieder nicht mithalten kann.

Löws Plan ist folgender:

1. Spanien (d.h. Xavi, Iniesta, Xabi Alonso) ist bei der EM 2012 und WM 2014 4 Jahre älter und langsamer beim Rennen zu den freien Anspielstationen. Pique verschleisst bei Shakira.
2a. Daher werden nur noch Spieler unter 24 Jahren in die dt. Nationalmannschaft berufen, die schon 10 Jahre Taktikausbildung bei den Junioren hatten und die eben schneller und ausdauernder rennen können als alle anderen.
2b. Khedira und Ozil nach Spanien trainieren geschickt, Kahn, Frings, Ballack (und demnächst Klose) auf die Tribüne
3. Deutschland schlägt Spanien daher sehr vorhersagbar 2012, spätestens 2014.

4. Brasilien wird dennoch Weltmeister im eigenen Land.

Sachlich vollkommen richtig - Art und Weise diskussionswürdig

Nein, Ballack gehört nicht mehr dazu ! Etwas anderes zu behaupten wäre Schwachsinn.

Die Behauptung er hätte seine Klasse bei Leverkusen dann ja auch erneut bewiesen (wurde so zwar nicht geschrieben, gemeint war es aber so) ... naaaajaaa 17 einsätze und dabei einen Assist beizutragen ist wirklich stark. Ballack hat bei Leverkusen doch eh nur gespielt, weil man einen Neuzugang wie Ballack ungerne auf der Bank versauern lässt. Oft haben andere die Verantwortung übernommen und Ballack sah in den Spielen aufgrund der Siege auch nicht mehr so schlecht aus.

Klar hätte uns ein Ballack gegen Spanien auch nicht schlecht gestanden, aber in diesem Spiel hat der Ausfall durch Müller doch viel mehr geschmerzt, Ballack hätte im Spiel nach hinten auch nichts gegen Spanien ausrichten können. Dort haben uns eindeutig die klasse Offensivaktionen Müllers gefehlt.

Aber an einem Khedira (Stammspieler bei REAL MADRID !!!) führt doch kein Weg mehr vorbei. Und was ist mit Träsch und Kroos. WOOO soll denn Platz für dich sein Michael ?

Khedira Stammspieler bei Real?

Ehrlich, Khedira Stammspieler bei Real Madrid? Dachte, dass er öfters auf der Bank sitze, da Mourinho ab und an auf ihn verzichtet, also ein Stammspieler sieht für mich anders aus. Aber da wissen Sie bestimmt besser Bescheid als ich. Übrigens fand ich Khedira, gegen den ich eigentlich nichts habe, bei der WM nicht so überzeugend. Özil hatte 35 Einsätze, Khedira 25. Davon stand Khedira 20 mal in der Startelf. Eingewechselt wurde er fünf Mal, er schoss in der Primera División kein einziges Tor und bekam sieben gelbe Karten.

na ja

bei mir steht nicht wie "schwups" spanien geschlagen wird.
es ging, wie geschrieben ums "wie" es zu versuchen.

und da habei ich dier zwei gezeigt, die das gleiche "wie" verwendet haben und damit auf augenhöhe ihre chance hatten.

wir nicht.
und das hat seine ursache in der anderen taktik.
und die war objektiv falsch.

deshalb der hinweis mit den karten.
wenn du dich an den sechzehner zurückziehst, kannst du da gegen spanien kaum zwingende zweikämpfe machen. jedes foul, was sich schnell ergibt, ist bei den technikern hohe torgefahr.

also sind unsere spieler genau mit der angst vor dem eigenen strafraum rumgestürzt und spanien hat geflippert.

und so kam es zu null gelben karten in einem k.o. spiel.
der gegner wurde einfach nicht im mittelfeld gestellt, so einfach ist der fehler.
und so was sieht löw nicht, geschweige denn, er ändert was.
er läßt eben auch einen badstuber gegen den zu schnellen serben siebzig minuten verrecken. er stellt nicht um, er doppelt nicht, er wechselt nicht aus, er wirft mit wasserflaschen und macht grimassen.
erst als die schlussphase erreicht war und wechsel nicht mehr gegen ihn sprechen können, er hat ja alles versucht, wurde badstuber erlöst.
löw ist kein typ, er ist eine type.

na ja

an khedira führen aber alle wege vorbei.
er ist ein dauerläufer und damit eine optische mogelpackung.
das wars aber auch.
den habe ich mir zur wm genau angesehen, weil ich den verdacht hatte der stuttgarter löw stellt ihn ständig auf, weil der vfb stuttgart große kasse mit ihm machen will.

zumindest letztere war dann auch so.

khedira hat zur wm kaum zweikämpfe gegen ballführende gegner geführt. er ist nur hingelaufen ohne anzugreifen oder ist als zweiter oder dritter deutscher zur verstärkung hinzugeeilt.
geeilt ist dabei relativ, denn er ist auch nicht schnell im antritt.

offensiv hat er krasse technische mängel. bälle verspringen ihm, schüsse landen sonstwo. technisch kann er wirklich wenig.

wenn er sich nicht ändert, wird es ihm wie metzelder in spanien gehen. als überbewertet erkannt auf die bank.

Intrige um Herr Ballack

Wer war und ist der Nutznießer an der nicht mehr Berücksichtigung von Herr Frings und das Faul an Herr Ballack.

"Bastian Schweinsteiger"

Dabei möchte ich nicht unerwähnt lassen, das das Faul an Herr Ballack absichtlich durchgeführt worden sein könnte.

Es ist schon bezeichnend wie die Fernsehmoderatoren und bestimmte dümmliche Printmedien uns den Herrn Schweinsteiger als überdurchschnittlichen Fußballer verkaufen wollen.
Noch lächerlicher sind die Meldungen, das für obigen Fußballer angeblich 30 bis 40 Millionen Euro geboten werden.

Wie lange lässt sich der Rest der Republik von den Bayern (nicht nur im Fußball) verhintern

@ 119 "Intrige" - Ultra-Blödsinn

Ihre ressentimentgeladenen Äußerungern rutschen gefährlich nahe ans Paranoide: Ihrer Logik nach ist die Schlussfolgerung naheliegend, das (zweifellos von Prince Boateng absichtlich vollführte) Foul an Ballack sei einer von Schweinsteiger betriebenen Intrige zuzuschreiben.
Sind Sie in Bremen zur Schule gegangen?
Gruß aus Bayern.