Novak Djokovic Glutenfrei zur Nummer eins im Tennis

Lange galt Novak Djokovic als Tennis-Clown. Jetzt hat er seit sechs Monaten kein Spiel mehr verloren. Sein Erfolgsgeheimnis: Essen und Liebe.

Kratzt am Rekord von John McEnroe: Novak Djokovic

Kratzt am Rekord von John McEnroe: Novak Djokovic

Novak Djokovic gibt sich in diesen Tagen sehr verschlossen. Die Hände vergräbt er in seinen Hosentaschen, den Kopf hat er nach unten gesenkt. Bei Fragen zuckt er mit den Schultern, weiß gar nicht so recht, ob er überhaupt darauf antworten soll. Wie viel er denn neuerdings trainiert? "Dazu kann ich nichts sagen." Was genau er isst? "Das ist privat.“

Die Verschlossenheit des Tennisstars hat gute Gründe. Wer verrät schon gerne das Erfolgsrezept, das für eine der erstaunlichsten Siegesserien in der Geschichte des Tennis verantwortlich ist: 41 Mal stand der 24-jährige Serbe seit Jahresbeginn auf dem Tenniscourt. 41 Mal ging er als Sieger vom Platz. Er gewann sieben Turniere in Folge, darunter das Grand-Slam-Turnier in Australien. Djokovic fertigte die gesamte Weltspitze des Tennis ab. Allein viermal besiegte er den Weltranglistenersten Rafael Nadal – sogar auf Nadals Lieblingsbelag Sand, glatt in zwei Sätzen. Es gibt nur einen Spieler, der besser in eine Saison startete: Er hieß John McEnroe, 1984.

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Djokovic’s aktuelle Siegesserie ist auch deshalb so verwunderlich, weil er bislang nicht als Kämpfernatur bekannt war. Trotz einer Reihe von Turniersiegen stand er immer im Schatten von Roger Federer und Rafael Nadal. Djokovic war der ewige Dritte – und spielte am liebsten die Rolle des Tennis-Clowns, der für Fans schon mal das Geschrei der Tennis-Diven nachahmte, oder Nadal’s sonderbares Gefummel vor dem Aufschlag. Wenn es ernst wurde, hatte der Entertainer dagegen weniger zu lachen. Häufig ging ihm die Puste aus, vor allem bei langen Matches und hohen Temperaturen. Immer wieder gab er bei wichtigen Grand-Slam-Turnieren auf, weil er nicht mehr konnte – und musste dafür auch viel Kritik und Spott von anderen Spielern einstecken.

Verstecktes Training

Die Kollegen sticheln auch heute gegen Djokovic – aber aus anderen Gründen. Roger Federer, inzwischen 29 Jahre alt und nur noch die Nummer drei der Welt, spielt den Erfolg seines erfolgreichen Rivalen herunter. Er zählt die großen Titel auf, die dem Serben noch fehlen. Nadal, immerhin amtierende Nummer eins, hat den Kontrahenten unter Druck gesetzt, indem er ihn in Paris kurzerhand zum Turnierfavoriten erklärte. "Er verteidigt die Bälle besser und hat mehr Selbstvertrauen", sagte Nadal. Unbestritten ist: Djokovic spielt derzeit fehlerfrei wie eine Ballmaschine, hat seine Rückhand verbessert und erreicht fast jede Ecke des Courts.

Wer das Geheimnis dahinter entschlüsseln will, hat es nicht leicht. Djokovic weicht nicht nur Fragen aus, sondern auch den Fans, die er früher gerne unterhielt. In Paris trainiert er nicht wie andere Champions vor den Augen vieler Zuschauer. Er versteckt sich am liebsten auf dem kleinsten, abgelegensten Platz der Anlage, dem Court Nummer 18. Der hat nicht mal eine Tribüne, ist nur von Zäunen und Gittern umgeben. Das versteckte Training des Seriensiegers managen vier Assistenten, die Djokovic nicht von der Seite weichen. Zum Aufwärmen spielt ihm der bullige Fitness-Coach einen Fußball zu. Djokovic ist großer Fan des AC Mailand, und er hat auch in seinen Beinen viel Ballgefühl. Als ein Pass daneben geht, ärgert er sich. Beim einstigen Tennis-Clown ist Schluss mit lustig.

Leser-Kommentare
  1. ...nach dem Motto "Gluten ist böse und künstlich".

  2. Das Federer-Djokovic-Match war der Hammer - ich hätte gedacht, dass Djokovic das noch dreht. Federer hat so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gespielt! Das kuriose ist ja: Wenn Federer am Sonntag auch noch gewinnt, wird Djokovic Weltranglistenerster, weil Nadal so viele Punkte aus dem Vorjahr verliert... :-)

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    Der alte Löwe beißt noch einmal zu:-)
    Hätte auch nicht gedacht, dass Federer noch so gut spielen kann, ein sagenhaftes Match. Wenn die Rückhand am Sonntag auch so stabil ist, hat er sogar gegen Nadal eine Chance, da dieser im Moment wirklich nicht auf der Höhe ist.
    Bin auch auf Wimbledon gespannt.

    Der alte Löwe beißt noch einmal zu:-)
    Hätte auch nicht gedacht, dass Federer noch so gut spielen kann, ein sagenhaftes Match. Wenn die Rückhand am Sonntag auch so stabil ist, hat er sogar gegen Nadal eine Chance, da dieser im Moment wirklich nicht auf der Höhe ist.
    Bin auch auf Wimbledon gespannt.

  3. ...noch immer nicht zu unterschätzen.

    Bei einem "normalen" Turnier geht Petkovic gegen Sharapova nie und nimmer mit einem 0:6/3:6 vom Platz. Der erste Auftritt auf einem der ganz grossen Center Courts ist in vielen Fällen vergleichbar mit einem Boxer, der zum ersten Mal einem der Klitschkos gegenüber steht.

    Djokovic war schon öfter Gast auf einem der ganz grossen Plätze. Nach seiner Glanzleistung im laufenden Jahr - 41 Spiele in Folge gewonnen - und kurz vor dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste, kam der Begegnung mit Federer für IHN eine ganz besondere Bedeutung zu.

    Für den Schweizer war es eins von sehr vielen Halbfinalen, die er - meistens erfolgreich - bestreiten durfte. Der Vorsprung dieser Erfahrung machte ihn locker und versetzte ihn in den psychologischen Vorteil, der erforderlich war, um siegreich zu sein.

    Der große Profiteur dürfte einmal mehr Rafael Nadal heißen. Sein überlegen geführtes Match gegen Murray hat ihm weder körperlich noch geistig alles abverlangt. Im Finale dürfte er kein Problem haben, seine einzigartige Vormachtstellung gegen den Schweizer eindrucksvoll zu untermauern.

    In Paris hat Nadal gegen Federer noch nie verloren.

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    Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Erfahrung ist bei den Grand Slams ein großes Plus.

    Aber leider hinkt der Vergleich bei deinen Beispielen! Denn Petkovic hat bei den Australian Open im Januar bewiesen, dass sie Sharapova bei einem wichtigen Turnier auf dem Center Court schlagen kann.

    Und auch Djokovic ist kein Unerfahrener... im Gegenteil: Er war es doch, der Federer bei den letzten beiden Grand Slams in Melbourne und New York jeweils im Halbfinale besiegt hat!

    Ich kann keinen psychologischen Vorteil aus erfahrung in diesen Fällen erkennen!

    Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Erfahrung ist bei den Grand Slams ein großes Plus.

    Aber leider hinkt der Vergleich bei deinen Beispielen! Denn Petkovic hat bei den Australian Open im Januar bewiesen, dass sie Sharapova bei einem wichtigen Turnier auf dem Center Court schlagen kann.

    Und auch Djokovic ist kein Unerfahrener... im Gegenteil: Er war es doch, der Federer bei den letzten beiden Grand Slams in Melbourne und New York jeweils im Halbfinale besiegt hat!

    Ich kann keinen psychologischen Vorteil aus erfahrung in diesen Fällen erkennen!

  4. Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Erfahrung ist bei den Grand Slams ein großes Plus.

    Aber leider hinkt der Vergleich bei deinen Beispielen! Denn Petkovic hat bei den Australian Open im Januar bewiesen, dass sie Sharapova bei einem wichtigen Turnier auf dem Center Court schlagen kann.

    Und auch Djokovic ist kein Unerfahrener... im Gegenteil: Er war es doch, der Federer bei den letzten beiden Grand Slams in Melbourne und New York jeweils im Halbfinale besiegt hat!

    Ich kann keinen psychologischen Vorteil aus erfahrung in diesen Fällen erkennen!

  5. 5. Stimmt

    Der alte Löwe beißt noch einmal zu:-)
    Hätte auch nicht gedacht, dass Federer noch so gut spielen kann, ein sagenhaftes Match. Wenn die Rückhand am Sonntag auch so stabil ist, hat er sogar gegen Nadal eine Chance, da dieser im Moment wirklich nicht auf der Höhe ist.
    Bin auch auf Wimbledon gespannt.

    Antwort auf "Weltklasse"
  6. Wirklich der Hammer, die Technik und die Ballstärke von Federer sind (fast) unschlagbar! Wenn jetzt Novak Djokovic meint, mit einer Ernährungsumstellung auf glutenfreies Essen etwas erreichen zu können, dann hat er meinen Respekt. Ich habe selbst erst vor einigen Jahren meine Ernährung komplett auf glutenfrei umgestellt (sehr erfolgreich btw) und kaufe seitdem hauptsächlich Produkte im Glutenfrei-Supermarkt.de oder bei http://www.3pauly.de - kann beide, aber insbesondere 3pauly, empfehlen. Witzig ist ja, dass selbst der große McEnroe jetzt seine Ernährung umstellen will. Wir lassen uns überraschen.

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