Fifa-Geschlechtstest Wo ist eigentlich die Fifa?
Drei äquatorialguineische Spielerinnen kämpfen gegen das Gerücht, sie seien Männer. Die Fifa sieht nur zu, sollte aber endlich eingreifen, kommentiert Anna Gauto.
© Getty Images

Äquatorialguineas Spielführerin Genoveva Añonma
Googelt man "Genoveva Añonma", ist klar, weshalb die Fußballspielerin keine Lust mehr hat auf Fragen zu ihrem Geschlecht: Nahezu alle gelisteten Beiträge handeln von den Spekulationen um ihr Frausein. Die fußballerische Qualität der äquatorialguineischen Stürmerin ist Nebensache.
Auch an ihren Teamkolleginnen, den Schwestern Salimata und Bilguisa Simpore haftet der Vorwurf, sie seien Männer. Die Behauptungen stammen von der afrikanischen Konkurrenz, etwa von Nigerias Nationaltrainerin Eucharia Ngozi Uche, die sich schon vor der Frauenfußball-WM durch abfällige Kommentare über Homosexualität einen zweifelhaften Namen gemacht hat. "Beweise" oder Indizien für die Zweifel sind nicht bekannt.
Wie reagiert die Fifa auf die Anschuldigungen gegen ihre Spielerinnen? Im März sagte der Leiter des Fifa-Schulungsprogramms Jürg Nepfer, dass es für die Behauptungen, im Frauenteam Äquatorialguineas spielten Männer, keine Beweise gebe. Ansonsten verzichtet der Weltfußballverband weitgehend darauf, sich in diesem Fall zu positionieren. Einen Geschlechtstest der Fifa gibt es nicht. Die Folge sind Spekulationen über die "verdächtigen Schwestern" und Geschichten vom WM-Rückzieher der Frauen, die eigentlich Männer seien.
Tatsächlich gibt es für das Fernbleiben von Bilguisa und Salimata Simpore auch eine andere Erklärungen: Bilguisa zog sich während des Afrikacups im November 2010 einen Kreuzbandriss zu. Auch Salimata blieb nicht deswegen in der Hauptstadt Malabo, weil sie etwas zu verbergen hat. Sowohl Añonma als auch der äquatorialguineische Team-Manager Romulo Ndong erklären, dass Salimata die Zweifel an ihrem Geschlecht und die Entblößungen vor internationalen Spielen nicht mehr ertragen habe und daher nicht zum WM-Vorbereitungsspiel gegen Kamerun erschienen sei. Daraufhin habe sie der Trainer Marcelo Frigerio nicht nominiert.
Ob die androgyn anmutenden Schwestern fehlen, weil sie, wie postuliert wird, Männer oder transsexuell sind, oder ob zumindest bei Salimata erniedrigende Praktiken und ständige Angriffe ursächlich sind, ist schwer aufzuklären.
Dass die Presse ihre Schlüsse zieht, ist das eine, was die Fifa (nicht) macht, das andere. Obwohl das vor der WM erlassene Fifa-Reglement für den Geschlechtstest zum Schutz der Spieler Sanktionen bei unbegründeten Verdächtigungen vorsieht, agiert der Verband passiv. Doch die Fifa sollte den Behauptungen nachgehen. Wenn sie sich als haltlos erweisen, muss das konsequenterweise Folgen haben.
- Fifa Geschlechtstest
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Seit diesem Jahr führt die Fifa eine verpflichtende medizinische Untersuchung durch, bei der die Spielfähigkeit festgestellt wird und mögliche Risikofaktoren erkannt werden sollen. Sie dient insbesondere der Früherkennung von Herzerkrankungen. Im Rahmen dieses Pre-Competition Medical Assessment (PCMA) kann die Fifa im Fall bestehender Zweifel auch weitergehende Geschlechtsabklärungen vornehmen.
Im Mai 2011 erließ die Fifa zusätzlich Regeln für den Geschlechtstest. Demnach liegt die Verantwortung, "das Geschlecht ihrer Spieler festzustellen", bei den Mitgliederverbänden und Teamärzten.
Für ein Geschlechtsprüfungsverfahren der Fifa muss ein schriftlicher Antrag eingereicht werden. Nach Angaben der Fifa liegt im Falle Äquatorialguineas bislang kein Antrag vor, "der formellen Kriterien genügt".
In einem begründeten Verdachtsfall kann auch der Fifa-Arzt vor Ort oder der Fifa-Chefarzt einen Antrag auf Geschlechtsprüfung stellen.
- Falschmeldung
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Am 22. Juni 2011 hatte die Thüringer Allgemeine in ihrer Online-Ausgabe vermeldet: "Äquatorialguinea wirft Wahl-Jenaerin aus dem WM-Kader".
Im Artikel war zu lesen, dass sich Äquatorialguinea "aufgrund der Vorwürfe und nach dem Fifa-Beschluss dazu entschlossen hat, auf zwei Spielerinnen zu verzichten, auch Genovea Añonma, die bisher für den USV Jena spielte".
Diese Nachricht hat sich im Nachhinein als Falschmeldung herausgestellt. Zuvor hatten bereits andere Medien über die Gerüchte berichtet.
- Fall Semenya
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Die androgyne Caster Semenya aus Südafrika gewann bei der Leichtathletik-WM 2009 derart überlegen die Goldmedaille, dass Zweifel an dem Geschlecht der Läuferin laut wurden.
Bis der Weltverband IAAF die "Untersuchungen im Fall Semenya" abgeschlossen hatte und die Südafrikanerin wieder zu Wettkämpfen zuließ, war fast ein Jahr vergangen.
Als Konsequenz hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit der IAAF Regeln aufgestellt. Sie definieren, wann eine intersexuelle Athletin noch bei den Frauen starten darf. Grundlage der Norm ist die Konzentration männlicher Sexualhormone (Androgene) im Körper.
Bislang überträgt der Weltfußballverband die Verantwortung, das Geschlecht der Spieler zu bestimmen, den Nationalverbänden und deren Teamärzten. Erst wenn ein "begründeter Verdachtsfall" besteht, kann ein Fifa-Arzt selbst aktiv werden. Genau dieser Mechanismus aber schafft Raum für Missbrauch und Spekulationen.
Denn wann ist ein Verdachtsfall begründet? Wenn eine Spielerin mit markantem Kiefer und ausgeprägter Muskulatur aufläuft? Wenn sie schneller ist als ihre Gegnerinnen und mehr Tore schießt? Wenn die Konkurrenz einfach behauptet, es spielen Männer mit?
Die Fifa-Regeln für den Geschlechtstest sollen faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen und gleichzeitig die Würde und Privatsphäre der Sportler und Sportlerinnen schützen. Salimata Simpore musste sich vor internationalen Spielen in Afrika entblößen, weil die Gegner an ihrem Geschlecht zweifelten. Solch entwürdigende Praktiken sollte die Fifa künftig unterbinden.
Alle Berichte zur Frauenfußball-WM
- Datum 06.07.2011 - 14:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 13
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im deutschen Herrenfussball spielen auch Frauen mit.
Wer untersucht das?
Das Tante Käthe eine Frau ist und sogar im deutschen Nationalteam gespielt hat weiss doch jeder und war noch nie ein Problem! Warum also soll nicht auch [...] Beckham die englische Nationalfrauschaft aufpeppen! Dem Frauenfußball würde das sicher nicht schaden und wer überprüft überhaupt die Schiedsrichter(innen)! Und die Grünen sollten sich für eine Frauenquote in der Bundesliga einsetzen, 50% sind das mindeste!
Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Das Tante Käthe eine Frau ist und sogar im deutschen Nationalteam gespielt hat weiss doch jeder und war noch nie ein Problem! Warum also soll nicht auch [...] Beckham die englische Nationalfrauschaft aufpeppen! Dem Frauenfußball würde das sicher nicht schaden und wer überprüft überhaupt die Schiedsrichter(innen)! Und die Grünen sollten sich für eine Frauenquote in der Bundesliga einsetzen, 50% sind das mindeste!
Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Das Tante Käthe eine Frau ist und sogar im deutschen Nationalteam gespielt hat weiss doch jeder und war noch nie ein Problem! Warum also soll nicht auch [...] Beckham die englische Nationalfrauschaft aufpeppen! Dem Frauenfußball würde das sicher nicht schaden und wer überprüft überhaupt die Schiedsrichter(innen)! Und die Grünen sollten sich für eine Frauenquote in der Bundesliga einsetzen, 50% sind das mindeste!
Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Manchmal finde ich, hat ein abwegiger Vorschlag einen eleganten Vorschlag inne: Eine Frauenquote in der Bundesliga. Das finde ich eine sehr interessante Idee! Das sollte natürlich nicht politisch durchgedrückt werden, sondern eher von der Bundesliga initiiert.
Ich kenne das noch aus dem Freizeit-Volleyball. Hat auch den Vorteil, dass an den Spielwochenende nicht nur Männer da waren (ist auch oft schön, mal unter sich zu sein....).
Gute Idee!
Gruß,
matths
Manchmal finde ich, hat ein abwegiger Vorschlag einen eleganten Vorschlag inne: Eine Frauenquote in der Bundesliga. Das finde ich eine sehr interessante Idee! Das sollte natürlich nicht politisch durchgedrückt werden, sondern eher von der Bundesliga initiiert.
Ich kenne das noch aus dem Freizeit-Volleyball. Hat auch den Vorteil, dass an den Spielwochenende nicht nur Männer da waren (ist auch oft schön, mal unter sich zu sein....).
Gute Idee!
Gruß,
matths
Wieso gehen die Berichte eigentlich davon aus, Männer könnten besser Fussball spielen als Frauen? Das ist doch antiquiert und frauenfeindlich!
Ich bitte Sie: Körperliche Kraft und Ausdauer sind bei Männern (die "männliche" Sorte Männer ;) schlicht physiologisch stärker angelegt, als bei einer typischen Frau. Männer haben mehr Muskelmasse (zumindest die meisten), während Frauen aufgrund ihrer weiblichen Hormone mehr Fettgewebe unter der Haut sammeln...
Ich bitte Sie: Körperliche Kraft und Ausdauer sind bei Männern (die "männliche" Sorte Männer ;) schlicht physiologisch stärker angelegt, als bei einer typischen Frau. Männer haben mehr Muskelmasse (zumindest die meisten), während Frauen aufgrund ihrer weiblichen Hormone mehr Fettgewebe unter der Haut sammeln...
Ich bitte Sie: Körperliche Kraft und Ausdauer sind bei Männern (die "männliche" Sorte Männer ;) schlicht physiologisch stärker angelegt, als bei einer typischen Frau. Männer haben mehr Muskelmasse (zumindest die meisten), während Frauen aufgrund ihrer weiblichen Hormone mehr Fettgewebe unter der Haut sammeln...
... mit Geschicklichkeit und Spielwitz hat dieser Zusammenhang, der in harten Zweikämpfen sehr entscheidend sein kann, natürlich nichts zu tun.
... und der Körperstatik, z.B. Gelenkwinkel, Hebelverhältnisse etc.. Zwar nicht, was den Spielwitz (der ist reine Kopfsache) aber durchaus, was die Geschicklichkeit angeht.
Dass z.B. Beckenanantomie und Beinstellung, statistisch gesehen, bei Mänern und Frauen unterschiedlich sind, ist wohl kaum zu bestreiten.
... und der Körperstatik, z.B. Gelenkwinkel, Hebelverhältnisse etc.. Zwar nicht, was den Spielwitz (der ist reine Kopfsache) aber durchaus, was die Geschicklichkeit angeht.
Dass z.B. Beckenanantomie und Beinstellung, statistisch gesehen, bei Mänern und Frauen unterschiedlich sind, ist wohl kaum zu bestreiten.
Manchmal finde ich, hat ein abwegiger Vorschlag einen eleganten Vorschlag inne: Eine Frauenquote in der Bundesliga. Das finde ich eine sehr interessante Idee! Das sollte natürlich nicht politisch durchgedrückt werden, sondern eher von der Bundesliga initiiert.
Ich kenne das noch aus dem Freizeit-Volleyball. Hat auch den Vorteil, dass an den Spielwochenende nicht nur Männer da waren (ist auch oft schön, mal unter sich zu sein....).
Gute Idee!
Gruß,
matths
...im Basketballteam der spanischen Mannschaft NICHT gesitig behinderte Mitspieler dabei waren, ist meiner Meinung nach alles möglich. Das ist sooo erbärmlich.
Für die betroffenen Frauen ist die Situation unerträglich und entweder der Heimatverband, spätestens aber wirklich die Fifa sollten nach solchen Vorwürfen tätig werden. Für Verleumdungsversuche sollten dann aber die Denunzianten zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem gibt es Menschen, die äußerlich einem Geschlecht angehören, vom Genom (und damit Muskulatur etc.) aber eher dem Anderen. Und JETZT? Dürfen die dann bei den Männern spielen?! Oder orientiert man sich am Phänotyp? Dann sollte EINMAL ausziehen reichen.
Herzliche Grüße und unseren Mädels weiter viel Erfolg! Ich schaue mir die Spiele genauso gern an!!!!!
...im Basketballteam der spanischen Mannschaft NICHT gesitig behinderte Mitspieler dabei waren, ist meiner Meinung nach alles möglich. Das ist sooo erbärmlich.
Für die betroffenen Frauen ist die Situation unerträglich und entweder der Heimatverband, spätestens aber wirklich die Fifa sollten nach solchen Vorwürfen tätig werden. Für Verleumdungsversuche sollten dann aber die Denunzianten zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem gibt es Menschen, die äußerlich einem Geschlecht angehören, vom Genom (und damit Muskulatur etc.) aber eher dem Anderen. Und JETZT? Dürfen die dann bei den Männern spielen?! Oder orientiert man sich am Phänotyp? Dann sollte EINMAL ausziehen reichen.
Herzliche Grüße und unseren Mädels weiter viel Erfolg! Ich schaue mir die Spiele genauso gern an!!!!!
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