Borussia Mönchengladbach Ohne Effenberg, aber mit einem Jung-Siegfried im Tor

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre muss auf teure Spieler verzichten, aber den gestiegenen Ansprüchen der Fans gerecht werden.

Lucien Favre vor dem Relegationsspiel gegen den VFL Bochum am 19. Mai

Lucien Favre vor dem Relegationsspiel gegen den VFL Bochum am 19. Mai

Was hat sich verbessert?

In Mönchengladbach ist man schon froh, dass sich die Situation nicht verschlechtert hat. Bei normalem Lauf der Dinge hätte die Mannschaft schon am Wochenende den Spielbetrieb wieder aufgenommen – in der Zweiten Liga. Seit dem Winter war sie de facto abgestiegen, die Rettung in der Relegation gilt immer noch als Wunder und wird von den Verantwortlichen zu Recht als Akt der Gnade empfunden.

Doch so aufreibend die Rückrunde am Abgrund auch gewesen sein mag, der glückliche Ausgang der Geschichte scheint den Klub aus dem Zustand der Lethargie gerissen zu haben. "Ich habe das Gefühl, dass unsere Jungs viel mitnehmen von diesen Erlebnissen", sagt Sportdirektor Max Eberl. Das sollte als Verbesserung eigentlich reichen.

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Wer hat das Sagen im Verein?

Stefan Effenberg jedenfalls nicht. Dass die Revolte des einstigen Fanlieblings krachend gescheitert ist, hat die Vereinsführung vor allem Trainer Lucien Favre und seiner erfolgreichen Mission Klassenerhalt zu verdanken. Der Schweizer hat sich damit en passant eine solide Machtposition geschaffen. Favre darf die Mannschaft nun in seinem Sinne verändern – sofern es die Finanzen zulassen (siehe unten).

Das bedeutet: Wer nicht mindestens gehobene technische Fertigkeiten mitbringt, wird es schwer haben. Tobias Levels, der eher über den Kampf kommt, und Mohamadou Idrissou, bei dem Fußball schnell zum Glücksspiel wird, sind offiziell zum Verkauf freigegeben. Proteste gab es nicht.

Wer sind die Stars?

Neben Favre (siehe oben) und dem Beim-nächsten-Mal-klappt-es-bestimmt-Nationalspieler Marco Reus besitzt Torhüter Marc-André ter Stegen beste Perspektiven. Der 19-Jährige ist nach gerade sechs Bundesligaspielen von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke bereits in die Nähe der Nationalmannschaft gerückt worden. Ter Stegens Wert könnte sogar noch steigen: Wenn die Gladbacher ihre Probleme im Offensivspiel nicht beheben, wird der Erfolg in noch größerem Maße von ihrem Jung-Siegfried im Tor abhängen. 

Wie steht es um die Finanzen?

Was Klaus Wowereit sein "Arm, aber sexy", ist bei den Gladbachern: "Wir sind nicht reich, aber gesund." In diesem Sommer aber sind leichte Bedenken am Wohlbefinden des Klubs aufgekommen, weil er zum ersten Mal seit Jahren nicht nennenswert in die Mannschaft investieren konnte. "Bei Transfers kommt es nicht darauf an, möglichst viel Geld auszugeben, sondern intelligent zu handeln", sagt Geschäftsführer Stephan Schippers.

Dass man aber nur bedingt von einer stringenten Einkaufspolitik sprechen kann, zeigt der Fall Yuki Otsu. Nach seinem Probetraining wurde der Japaner zunächst wieder nach Hause geschickt, jetzt kommt er doch, obwohl Favre nicht vollständig von ihm überzeugt war. Doch das muss nichts heißen. Bei Hertha befand der überanspruchsvolle Favre einst auch Ibrahima Traoré, Manuel Schmiedebach und den Testspieler Ivan Perisic für nicht gut genug.

Leser-Kommentare
  1. auf die Elf vom Niederrhein.

    Hoffentlich wird diese Saison nicht so knapp wie die letzte. Die im letzten Moment erreichte und dann geschaffte Relegation war natürlich ein phantastischer Abschluss für die Saison, aber nochmal halten meine Nerven das nicht durch...

    Ich tippe (oder hoffe?) auf Platz 13 zum Saisonende.

  2. Bin mal gespannt. Die größte Hürde zum Saisonabschluß wurde bereits geschafft. Herr Effenberg mit seinem Kompetenz-Team. Diese selbsternannten "Experten" (außer Köppel) müssen jetzt mit der Aussage leben: "Wir müssen draußen bleiben". Gut so. Es hätte dem ganzen Verein nicht gut getan. Zuviele Häuptlinge und keine Indianer.

    Millionenschwere, vorab vergoldete und hochstilisierte Fußballgötter haben dem Verein, der Mannschaft und den Fans selten gut getan. Mit zwei Geldkoffern in der Hand kriegt man auf dem Platz noch nicht mal einen richtigen Einwurf hin.
    Siegried ter-Stegen. Kenn´ich nicht. Soviel ich weiß, war Siegfried auch verletzbar. Zwischen den Schulterblättern. Hoffentlich bleibt dem sehr guten Youngster dieser Schlag ins Genick - aus welchen Gründen auch immer - erspart.

    Favre ist nicht überanspruchsvoll. Die Jungs müssen nur die Ohren spitz machen. Favre bietet ein gutes Konzept und versucht, die vom Ansatz her - langsamste Ballsportart der Welt - zu vermitteln. Das müßte wirklich JEDER irgendwann begreifen.

    Der letzte Philosoph bei der Borussia war ein Franke. Frei nach M.: "Wir dürfen jetzt den Sand nicht in den Kopf stecken!". Puh, zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

    Auf ein Neues. Brot und Spiele.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kalle R. stammt aus Lippstadt und ist ein Zugereister. Der war koan Bayer und wird auch koaner.

    Und sein Spruch mit der Mathematik hatte nichts mit Philosophie sondern mit seiner üblichen Dummschwätzerei zu tun. (Gegenüber Hitzfeld).

    Übrigens: Wenn eine Katze im Fischladen Junge wirft - sind das Fische oder Katzen?

    Allerdings - die meisten Vorsitzenden zur Pflege bayerischen Volkstums sind Preissn. Zu erkennen z.B. an den weiß-blauen Rautenmuster ihrer Kopfstützenüberzüge.

    Und wie kriegt man einen Preissn zum woana?
    Nimmst ihm sei Gwand.

    >Humor aus<

    Kalle R. stammt aus Lippstadt und ist ein Zugereister. Der war koan Bayer und wird auch koaner.

    Und sein Spruch mit der Mathematik hatte nichts mit Philosophie sondern mit seiner üblichen Dummschwätzerei zu tun. (Gegenüber Hitzfeld).

    Übrigens: Wenn eine Katze im Fischladen Junge wirft - sind das Fische oder Katzen?

    Allerdings - die meisten Vorsitzenden zur Pflege bayerischen Volkstums sind Preissn. Zu erkennen z.B. an den weiß-blauen Rautenmuster ihrer Kopfstützenüberzüge.

    Und wie kriegt man einen Preissn zum woana?
    Nimmst ihm sei Gwand.

    >Humor aus<

  3. lange nicht mehr so herzlich gelacht !!!
    Seit wann ist denn Karl Heinz Rummenigge ein Philosoph
    und dann auch noch ein großer ??? [...]

    Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Beiträge sachlich. Danke. Die Redaktion/er

  4. Kalle R. stammt aus Lippstadt und ist ein Zugereister. Der war koan Bayer und wird auch koaner.

    Und sein Spruch mit der Mathematik hatte nichts mit Philosophie sondern mit seiner üblichen Dummschwätzerei zu tun. (Gegenüber Hitzfeld).

    Übrigens: Wenn eine Katze im Fischladen Junge wirft - sind das Fische oder Katzen?

    Allerdings - die meisten Vorsitzenden zur Pflege bayerischen Volkstums sind Preissn. Zu erkennen z.B. an den weiß-blauen Rautenmuster ihrer Kopfstützenüberzüge.

    Und wie kriegt man einen Preissn zum woana?
    Nimmst ihm sei Gwand.

    >Humor aus<

    Antwort auf "Die neue Borussia ?"
  5. Danke für die Nachricht, hatte im Sinne das gleiche wie Sie
    geschrieben, mit dem Zusatz, daß eine genauere Recherche
    sinnvoll sei, damit dann keine falsche Schlussfolgerung
    daraus gezogen werden kann. Damit hat sich wohl jemand in
    seiner EHRE angegriffen gefühlt.
    Weiterhin viel Spaß an der Freud !

    • Scouts
    • 26.07.2011 um 9:01 Uhr

    Na na, Herr Autor!
    Zitat:"Wenn die Gladbacher ihre Probleme im Offensivspiel nicht beheben, wird der Erfolg in noch größerem Maße von ihrem Jung-Siegfried im Tor abhängen."

    Mit Verlaub: Die Offensive war letzte Saison wohl kaum das Problem, 48 geschossene Tore bedeutet Platz 9.
    Man hat aber eben auch 65 kassiert (Platz 17).
    Wenn Sie also statt Offensive Defensive meinten, macht Ihre Aussage Sinn.

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