WM 2011 Der Tag, an dem die WM erneut begann
Auf dem Papier war das Spiel belanglos. Doch der furiose Sieg gegen Frankreich könnte für die DFB-Elf zum wichtigsten Erfolg des Turniers werden.
© Roland Weihrauch/picture alliance/dpa

Lira Bajramaj feiert nach dem Spiel mit Freunden
Irgendwann muss Silvia Neid doch wieder Luft holen, bloß wann? Vorne habe ihr Team gut die Bälle gehalten, erzählt sie, habe ordentlich nachgeschoben, die zweiten Bälle gewonnen, dabei kompakt gestanden, die Bälle aber nicht nur flach nach vorne getragen, sondern auch intelligent und nach Flanken wie besprochen immer rein in den Sechzehner. "Das war alles insgesamt Klasse, ein großes Kompliment an meine Mannschaft", rafft die Bundestrainerin den Spielverlauf zusammen und atmet zur Erleichterung aller Anwesenden wieder ein. Fortan schaut sie freundlich über die zwei Fifa-Wimpelchen hinweg, die sie den Trainern bei der Pressekonferenz immer vor die Nase stellen.
Silvia Neid ist erleichtert. Sie weiß, dass es Siege gibt, bei denen es nur ums Gewinnen geht. Dem FC Bayern München wird eine Affinität zu derlei Gefühlskälte nachgesagt, ebenso den Mannschaften von José Mourinho. Sivlia Neid ist eine Trainerin, der es um mehr geht. Nicht nur um das Was, sondern auch um das Wie, am Dienstag erst Recht. Ihr Team brauchte einen Sieg, der Sicherheit gibt, der Fremd- und vor allem Selbstzweifel zerstreut. Einen Sieg, der entscheidender ist als jeder Pass, jedes Tor, jeder Rumpelsieg. Einen Sieg, der zeigt, dass doch alles möglich ist. Die deutsche Elf bekam diesen Sieg durch das furiose 4:2 gegen Frankreich.
Was hatten die Spielerinnen vorher gezweifelt! Eine halbe Woche lang schleppten sie sich mit hängenden Köpfen zu den täglichen Medienterminen. Als würden dort nicht ein paar Dutzend Journalisten mit Augenringen auf sie warten, sondern das DFB-Sportgericht. Sie seufzten dann wie Simone Laudehr, zickten rum wie Lira Bajramaj oder versuchten gewaltsam, gute Laune zu verbreiten wie Linda Bresonik.
In diesen Tagen musste man befürchten, die Nationalelf würde es irgendwie nicht hinkriegen. Vor diesem Turnier wollten die Frauen als Fußballerinnen ernst genommen werden. Sie haben das schneller geschafft als gedacht und wurden plötzlich so ernst genommen, dass alle etwas überrascht waren, als es nicht mehr um Schminktipps oder Lieblingssongs ging, sondern um Mängel im Spielaufbau und Birgit Prinz.
"Natürlich haben die Leute Erwartungen. Und in den ersten beiden Spielen hat uns das ein bisschen gelähmt", sagt die Torfrau Nadine Angerer nach dem Spiel. "Aber wir haben uns gesagt, dass wir uns nicht unter Druck setzen lassen wollen, sondern das als Motivation sehen." Gegen Frankreich sah man, das hat geklappt.
Zu diesem Stimmungsumschwung haben vor allem die Neuen beigetragen. Für die kranke Rechtsverteidigerin Linda Bresonik spielte Bianca Schmidt eine solide Partie. Für Kim Kulig, bei der Neid keine Gelbsperre im Viertelfinale riskieren wollte, durfte Lena Goeßling im defensiven Mittelfeld zeigen, dass sie mehr ist als eine Notlösung. Die Abwehr um die erneut sehr umsichtige Saskia Bartusiak machte gegen den hochgelobten französischen Sturm gute Figur. Einzig Standardsituationen sollte das DFB-Team schleunigst wieder in den Trainingsplan aufnehmen, beide Gegentore fielen nach Eckbällen.
Die Sieg bringenden Änderungen aber vollzog Silvia Neid in der Offensive, indem sie Inka Grings und Fatmire Bajramaj aufstellte. "Es war mein Ziel, schnell in die Mannschaft zu finden", sagt Inka Grings, der man die gerahmte Urkunde zur Spielerin des Spiels in die Hand gedrückt hat. Die deutsche Stürmerin muss ihre Wasserflasche aus der Hand legen und weiß nicht, wohin mit sich und dem riesigen Rahmen. Bis ein Fotograf hilft: Hier bitte, Frau Grings, lächeln, Blitzlicht.
- Datum 06.07.2011 - 10:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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es war echt ein super Spiel. Und dass, trotz bzw. wegen teils völlig neuen Gesichtern auf dem Spielfeld.
Denn saßen auf der Bank nicht etliche Spitzen-Spielerinnnen?
Hab das Spiel live bei Eurosport geguckt, war sehr interssant mal andere Kommentatoren zu hören.
Es redeten ein Mann und eine Frau abwechselnd, auf Englisch. Sodass die deutschen Namen etwas mehr Dialekt bekamen.
Und naja die beiden witzelten aber auch diesmal wieder über die Schiedsrichterin, die recht großzügig mit ihren gelben Karten war. Und so streng drein guckte,
ist ja auch egal. Aufjedenfall haben unsere Mädels bewiesen, dass sie es drauf haben und schönen Fußball spielen können.
Überzeugt hat mich ganz klar Grings (vor allem der eiskalte Elfmeter), aber auch Bajramai. Bislang hatte man bei der WM ja noch nicht viel von ihrer "Leichtigkeit" sehen könne, aber gestern war es toll,
agil, spielerisch und laufstark.
Neid sollte das auch bei zukünftiger Planung für die Aufstellung berücksichtigen!
Das war gestern ein schönes Spiel mit gut herausgespielten Toren. Verdient gewonnen! Das die deutsche Mannschaft in der Breite ziemlich stark besetzt ist, dürfte auch vorher schon jedem klar gewesen sein und hat sich gestern gezeigt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass auch vier Stammspielerinnen der Fr. auf der Bank Platz nahmen, Necib in der ersten halbzeit quasi nicht auf dem Platz war und beide Teams bereits eine Runde weiter waren. Deutschland wollte und musste gewinnen, fürs Selbstvertrauen und für die Fans. Das Frankreich nicht verlieren wollte hat man gesehen, aber wie hätte die Mannschaft in einem K.O.-Spiel reagiert?
Alles in allem sollte man diese Top-Leistung als Antrieb fürs Selbswertgefühl nehmen, aber auch ganz pragmatisch die Fehler des öfteren im Spielaufbau und in der Verteidigung analysieren. Denn bei allem Trubel darf man nicht vergessen, dass es gestern ein Spiel zwischen zwei Mannschaften war, die beide bereits für die nächste Runde qualifiziert waren, mit besonderem Blick auf den Gegner.
das stimmt.
Ich gucke die Übertragungen nur bei Eurosport. Die Kommentatoren dort sind einfach besser über Frauenfußball informiert.
Die gewechselte Startaufstellung hat gezeigt, dass die Frauen insgesamt einen super Kadar haben & aus dem Vollen schöpfen können.
Weiter so, beim nächsten Mal wird es nach etwas Training auch bei den torgefährlichen Eckballsituationen der Gegner klappen ;-)
Das war gestern ein schönes Spiel mit gut herausgespielten Toren. Verdient gewonnen! Das die deutsche Mannschaft in der Breite ziemlich stark besetzt ist, dürfte auch vorher schon jedem klar gewesen sein und hat sich gestern gezeigt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass auch vier Stammspielerinnen der Fr. auf der Bank Platz nahmen, Necib in der ersten halbzeit quasi nicht auf dem Platz war und beide Teams bereits eine Runde weiter waren. Deutschland wollte und musste gewinnen, fürs Selbstvertrauen und für die Fans. Das Frankreich nicht verlieren wollte hat man gesehen, aber wie hätte die Mannschaft in einem K.O.-Spiel reagiert?
Alles in allem sollte man diese Top-Leistung als Antrieb fürs Selbswertgefühl nehmen, aber auch ganz pragmatisch die Fehler des öfteren im Spielaufbau und in der Verteidigung analysieren. Denn bei allem Trubel darf man nicht vergessen, dass es gestern ein Spiel zwischen zwei Mannschaften war, die beide bereits für die nächste Runde qualifiziert waren, mit besonderem Blick auf den Gegner.
das stimmt.
Ich gucke die Übertragungen nur bei Eurosport. Die Kommentatoren dort sind einfach besser über Frauenfußball informiert.
Die gewechselte Startaufstellung hat gezeigt, dass die Frauen insgesamt einen super Kadar haben & aus dem Vollen schöpfen können.
Weiter so, beim nächsten Mal wird es nach etwas Training auch bei den torgefährlichen Eckballsituationen der Gegner klappen ;-)
Ein geiles fussballspiel.
Superspannend.
Lekker viele tore.
Super schieri leistung.
Kulisse klasse.
Gewonnen.
Herz, was willst du mehr.....
Das war gestern ein schönes Spiel mit gut herausgespielten Toren. Verdient gewonnen! Das die deutsche Mannschaft in der Breite ziemlich stark besetzt ist, dürfte auch vorher schon jedem klar gewesen sein und hat sich gestern gezeigt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass auch vier Stammspielerinnen der Fr. auf der Bank Platz nahmen, Necib in der ersten halbzeit quasi nicht auf dem Platz war und beide Teams bereits eine Runde weiter waren. Deutschland wollte und musste gewinnen, fürs Selbstvertrauen und für die Fans. Das Frankreich nicht verlieren wollte hat man gesehen, aber wie hätte die Mannschaft in einem K.O.-Spiel reagiert?
Alles in allem sollte man diese Top-Leistung als Antrieb fürs Selbswertgefühl nehmen, aber auch ganz pragmatisch die Fehler des öfteren im Spielaufbau und in der Verteidigung analysieren. Denn bei allem Trubel darf man nicht vergessen, dass es gestern ein Spiel zwischen zwei Mannschaften war, die beide bereits für die nächste Runde qualifiziert waren, mit besonderem Blick auf den Gegner.
der Damenfußballnationalmannschaft für eine sehr gute Leistung.
Denn bisher konnten die Französinnen Ihr feines Pass- und Angriffsspiel aufziehen und immerhin fünf Tore erzielen.
Sie fanden bis auf zwei verpatzte Standards der deutschen Hintermannschaft in Deutschland Ihren Meister, der ansonsten speziell auch inder ersten Halbzeit parktisch Nichts zugelassen hatte an Torchancen und selbst zwei blitzsaubere Tore erzielt hat.
Die Bundestrainerin hat einen efrischend klare Spielanalyse abgeliefert, indem Sie die Stärken zu Recht lobte, aber die Schwächen bei Standrads in der Anwehr klar anprangerte.
Inka Grings als Ersatz für Ingrid Prinz war ein voller Erfolg, denn nicht nur Ihre beiden Tore und die Torvorlage sondern auch zwei Freistösse von Ihr waren gefährlich und sehenswert.
Mit Abstrichen war auch Lira Bajramaj bei Ihrem ersten langen Einsatz deutlich verbessert aber immer noch zu ballverliebt, wie die Bundestrainerin richtig feststellte. Gut angefangene, schnelle Dribblings hätte Sie mit rechtzeitigem Abspiel krönen können. Aber hätte die Torfrau Frankreichs Sie wenige Meter vorm Tor nicht rüde von den Beinen geholt hätte Sie die Vorlage von Grings verwerten können.
Nach dieser wichtigen Leistungsteigerung darf man hoffen, das die deutsche Elf noch mehr Freude bereiten kann bei diesem Turnier. Beeindruckend war, das Sie jeweils nach den Anschlusstreffern also unter Druck wieder ein Tor nachlegen konnten. Genau das zeichnet eine gute Mannschaft aus.
das Interesse an der Frauenfußball-WM wieder gegeben, welches ich vor der WM hatte.
Durch die zum großen Teil schlechten Spiele (aller Mannschaften), die Schauspielerei und Unfairness der so umjubelten Marta (auf die ich mich wirklich gefreut hatte) und die von den Medien sinnlos gehypte, bescheuerte Diskussion um Birgit Prinz war mein Interesse an der WM am Nullpunkt angekommen. Aber das Spiel gestern, vor allem die zweite Hälfte, hat für vieles entschädigt.
Vielleicht muss sich die deutsche Mannschaft vom Gegner wirklich sportlich (nicht wie gegen Nigeria) herausgefordert fühlen, um ihr Potential abzurufen?
Sei's drum. Ich möchte schönen und fairen Fußball voller Einsatz sehen, ohne irgendwelche Pseudo-Diskussionen. Gestern hats geklappt.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/vn
Die zweite Halbzeit wurde zur Hälfte gegen nur 10 Fränzösinnen gespielt, trotzdem wurde nur ein 2:2 in dieser Halbzeit erreicht - könnte besser sein.
In der Anfangsphase gab es noch viele Unsicherheiten, viele Fehlpässe. Lobend sei erwähnt, dass nach dem ersten Tor viel mehr Sicherheit ins Spiel kam, es gab schöne Passspiele zu sehen. Hut ab, nach den enttäuschenden Spielen zuletzt macht das Spiel von gestern Lust auf mehr!
Glückwunsch an die deutsche Nationalmannschaft.
Absolut überzeugend. Allein der Angriff zum 2. Tor war einfach nur ein Traum. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da können sich selbst die Männer ein Beispiel nehmen. Sicheres Passspiel, viel Zug zum Tor, Spielfreude, hohes Tempo. Ich sehe da gar keine unüberwindlichen Probleme.
Wie kann man den so frei zum Kopfball kommen lassen, hätte es bei den Männern geheissen. Und so gesehen waren die Kopfbälle der Pranzosen aus bedrängter Situation besser, da schwieriger.
Aber ein schöner Angriff war es doch, und vermutlich werden wir mehr davon sehen.
Wie kann man den so frei zum Kopfball kommen lassen, hätte es bei den Männern geheissen. Und so gesehen waren die Kopfbälle der Pranzosen aus bedrängter Situation besser, da schwieriger.
Aber ein schöner Angriff war es doch, und vermutlich werden wir mehr davon sehen.
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