Im DFB-Pokal misst sich Klein mit Groß. In diesem Jahr ist Klein in einem Fall besonders klein. Der Eimsbütteler TV, ein Sechstligist aus Hamburg, schickt gegen Greuther Fürth eine bessere A-Jugend aufs Feld. Das ist das Ende einer sportlichen Erfolgsgeschichte und das Ende eines Streites um Geld und Macht.

Im Juni gewann der ETV überraschend den Hamburgpokal. Zuvor hatte er gegen mehrere Oberligisten gewonnen. Die Amateure, die sich mit diesem Erfolg automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert hatten, träumten vom Duell mit dem FC Bayern München oder dem Hamburger SV. Als ihnen die etwas biederen Fürther zugelost wurden, machten sie zwar lange Gesichter , dennoch sollte das Spiel für viele der Höhepunkt der Karriere werden. Kurze Zeit später traten alle Spieler aus dem Verein aus.

Mannschaft und Trainer konnten sich mit dem Vorstand nicht darüber einigen, wie die Prämie von 110.000 Euro für die Pokalqualifikation verteilt werden sollte. Der Vorstand wollte die Hälfte, also 55.000 Euro, in den Bau eines Kunstrasenplatzes stecken. Die andere Hälfte war für die Mannschaft vorgesehen. Die wollte aber mehr. Letztlich gaben 15.000 Euro den Ausschlag.

In den Hamburger Zeitungen überschütteten beide Parteien sich mit Vorwürfen. Der Vereinsvorsitzende Frank Fechner ließ den Eindruck entstehen, er habe es mit gierigen Söldnern zu tun. Mannschaft und Trainer klagten, dass der Vorstand sein Wort nicht halte, sie nicht wertschätze und ihre sportliche Entwicklung hemme. Schlichtungsversuche des Verbands scheiterten.

Unter ihrem Trainer Dennis Mitteregger, 29, war das junge Team des ETV innerhalb von vier Jahren von der Kreisliga in die Landesliga aufgestiegen. Dieser sportliche Werdegang ist auch deswegen so erstaunlich, weil der ETV kein klassischer Fußballverein ist. Der Verein zählt mehr als 12.000 Mitglieder, ist der drittgrößte Sportverein der Stadt. Seine Wasserballerinnen treten in der Bundesliga an. Andere Sportarten sind dem ETV wichtiger als Fußball.

Das bekamen die Fußballer zu spüren. Mitteregger musste sich den Trainingsplatz oft mit zwei Jugendmannschaften teilen. Sein Budget war im Vergleich mit der Konkurrenz klein. Dennoch peilte er den Aufstieg in die Oberliga an. Doch für "semiprofessionellen Fußball" sei kein Platz beim ETV, sagt der Vereinsvorsitzende Fechner.