Sportliches WM-Fazit: Japan war die Ausnahme
Dem tollen Finale zum Trotz: Frauen können besser Fußball spielen, als sie es bei dieser WM gezeigt haben.
© John Macdougall/AFP/Getty Images

Die japanische Mittelfeldspielerin Homare Sawa bejubelt das zweite Ausgleichstor im WM-Finale gegen die USA
Das Finale der WM 2011 war mit den zwei besten Teams des Turniers tolle Werbung für den Frauenfußball. Auf der einen Seite die USA, eine Ansammlung von starken Individualisten wie Abby Wambach, Megan Rapinoe, Ali Krieger, Lauren Cheney oder Alex Morgan. Auf der anderen Seite Japan, eine technisch beschlagene Mannschaft, die eingespielt ist und den Ball zirkulieren lässt. Beide Teams zeichnet Teamgeist aus, beide geben nie auf. Das sehr gute, temporeiche und hochdramatische Endspiel war der Höhepunkt der WM, auch wenn die bessere Mannschaft verloren hat.
Das Finale macht allerdings nicht vergessen, dass die WM aus sportlicher Sicht viele Anhänger des Frauenfußballs mit gemischten Eindrücken zurück lässt. In vielen Spielen sah man Mängel bei der Ballan- und -mitnahme, falsches Timing bei springenden Bällen, häufige Fehlpässe, besonders beim Versuch, direkt zu spielen. Im Halbfinale brachte beispielsweise die schwedische Abwehr fast keinen offensiven Pass an die Frau.
Auch wenn viele Kopfballtreffer fielen, die Bogenspannung, wie es die Fußballfibel vorsieht, wurde offenbar zu wenig trainiert. Viele Schüsse litten an Streubreite oder den Schützinnen fehlte es schlicht an Kraft. Ausnahmen: die wuchtigen Distanztore der Mexikanerin Ocampo und der Amerikanerin Heather O'Reilly. Den größten Nachholbedarf haben die Torfrauen. Außer der Japanerin Ayumi Kajori können die wenigsten Flanken pflücken, und selbst Spitzen-Torhüterinnen wie Hope Solo versuchen manchmal, Schüsse in die Ecke zu erlaufen, oft sogar Elfmeter.
Die moderne Raumdeckung beherrschen fast alle
Die Besten dieser WM waren bekannte Namen. An der Spitze die 32-jährige Homare Sawa, gleichzeitig Regisseurin, Torjägerin und Dauerläuferin des japanischen Teams. Mit ihrem Traumpass hebelte sie die deutsche Abwehr aus, im Finale schoss sie den Ausgleich. Marta aus Brasilien bewies erneut, wie gut der Ball ihrem linken Fuß gehorcht, aber auch, welche Diva sie ist. Abby Wambach, 31, Leaderin im US-Team, zeigte Weltklasse beim Kopfballspiel, offenbarte aber große Mängel im Kombinationsspiel.
Eine junge deutsche Spielerin ist bei der WM nicht groß herausgekommen. Lira Bajramaj hätte das Zeug dazu gehabt,mit ihrer Bewegungsvielfalt, ihrer Ballbehandlung und ihrem Mut, mit Tempodribblings Abwehrreihen aufzureißen. Daran erkennt man die Straßenfußballerin. Doch sie konnte und durfte ihre Anlagen nicht zeigen.
Genoveva Anonma , die trickreiche und wendige Stürmerin aus Äquatorialguinea, spielte im falschen Team. Für viele ihrer Mitspielerinnen war die WM eine Stufe zu hoch. Etwa für Bruna, die die mehrfache Weltfußballerin Marta auch dann hauteng deckte, als diese an der Außenlinie mit ihrem Trainer sprach. Im Spiel zuvor fing sie schulmädchenhaft den Ball und hielt ihn zwei Sekunden lang – ein unter Fußballern abtrainierter Reflex und ein Tiefpunkt des Turniers .
Die moderne Raumdeckung beherrschen fast alle Mannschaften: Viererkette, Räume verengen, zum Ball verschieben, kurze Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld sowie zwischen Mittelfeld und Sturm. Beim Spiel mit dem Ball offenbaren die Mannschaften jedoch insgesamt Schwächen, etwa bei der Spieleröffnung aus der Abwehr, beim Freilaufen oder bei Überzahlangriffen.






...getreu dem Motto "das Beste zum Schluss" hat sich Zeit Online nochmal ins Zeug gelegt - und den Besten Artikel zur Frauen-WM auf den Montag danach verlegt ;)
Diziplin, Zurückhaltung, Kampfgeist, unaufdringliche Freude, Stolz sein Land vertreten zu dürfen, kein hohles Geschwätz.
Welch Kultur, welch Selbstverständnis.
Wer nach jedem Schlag aufsteht und weitermacht, hat nichts weniger als den Titel verdient.
Gute Heimreise an die Damen aus dem Land des "Beginnenden Tages".
stoppen, schauen, spielen
So hat deutschland nicht gespielt eher:
nicht stoppen, verstolpern, ball hinterherlaufen
nd zum Spiel Japan hatte Glück und die Innenverteidigerinnen der USA haben sich selbst besiegt.
Wie immer werden Vergleiche zum Herrenfußball gezogen, der implizit als "richtig" definiert wird. Nur weil man im Herrenfußball kraftvoll und mit Bogenspannung köpft ist das noch lange kein Grund, daß es im Damenfußball ebenso gemacht werden muß. Ebenso ist es sexistisch zu behaupten, daß es "fehlendes Timing" bei springenden Bällen gegeben hätte. Woher weiß der - männliche - Autor, daß es beim Frauenfußball nicht explizit gewünscht ist, den Ball zu verfehlen?
//Was das Männerteam des FC Barcelona, das Nonplusultra des Weltfußballs, neben den technischen Fähigkeiten so stark macht: [...]
Was Borussia Dortmund auszeichnet: Sti[...] Diese zwei Formen des Reagierens auf Ballverlust und Balleroberung sind Chiffren des modernen Fußballs.//
Hören Sie endlich auf mit diesen unsäglichen Vergleichen mit Männermannschaften! Das gilt vielleicht für männliche Fußballer, aber Frauenfußball darf man damit nicht vergleichen. Das wurde uns in unzähligen ZEIT-Online Artikeln eingebleut.
...wollen den Artikel bewusst falsch verstehen.
Es werden keine Geschlechter per se verglichen, sondern der Fussball, der gespielt wird.
Was ich bei der WM gesehen habe wird genau im Artikel angesprochen. Vor allem die taktischen und technischen Schwächen sind sehr auffallend gewesen.
Und warum ist Japan Weltmeister geworden? Von der individuellen Stärke her stehen sie klar hinter Mannschaften wie Deutschland oder den USA. Der Unterschied, neben der gegnerischen Unfähigkeit ihre Chancen zu verwerten, war, dass ihr Trainer einen taktischen Plan und er seine Spielerinnen durchgehend exzellent eingestellt hat.
Das hat sie zum Titel geführt und das konnte man durchweg sehen. Davon sollte sich die deutsche Mannschaft vor allem aber Frau Neid wirklich mal eine Scheibe abschneiden.
Dieses "man kann ja mal ein Spiel verlieren" sollte sich nicht durchsetzen. Denn taktisch und mental war die Leistung desolat. Die Zukunft liegt im Spiel der Japanerinnen und nicht im körperlich-betonten Spiel ala Deutschland oder den USA.
Dass der Autor nun Männervergleiche anstellt legt nunmal daran, dass dieser Fussball dort gespielt wird.
Wenn man reflexartig jeden "Vergleich" als "sexistisch" ablehnt wird sich der Frauenfussball nicht weiterentwickeln.
Vorbilder für einen besseren Fussball gibt es nunmal im Männerfussball. Das hat nichts mit "sexistischen" Vergleichen zu tun.
//Sie..
...wollen den Artikel bewusst falsch verstehen.//
Nee, Sie haben den Sarkasmus nicht verstanden. :)
Erstens mal hatte ich diesen Eindruck ueberhaupt nicht und zweitens wird es langsam aber sicher albern, sich jedesmal auch nur ueber die kleinste Andeutung aufzuregen. Der beste Fußball wird nun mal bei den Maennern gespielt, z.B. dem FC Barcelona. Das ist eine Orientierung am derzeit Besten was der Sport zu bieten hat und hat mit Geschlechtervergleich gar nichts zu tun. Machen Sie sich mal locker ... mein Guete ...
@PW: Sie schreiben: "Woher weiß der - männliche - Autor, daß es beim Frauenfußball nicht explizit gewünscht ist, den Ball zu verfehlen?"
Da haben Sie mich erwischt. Diese Frage habe ich immer vergessen zu stellen. Ein Versäumnis von mir.
:-)
...wollen den Artikel bewusst falsch verstehen.
Es werden keine Geschlechter per se verglichen, sondern der Fussball, der gespielt wird.
Was ich bei der WM gesehen habe wird genau im Artikel angesprochen. Vor allem die taktischen und technischen Schwächen sind sehr auffallend gewesen.
Und warum ist Japan Weltmeister geworden? Von der individuellen Stärke her stehen sie klar hinter Mannschaften wie Deutschland oder den USA. Der Unterschied, neben der gegnerischen Unfähigkeit ihre Chancen zu verwerten, war, dass ihr Trainer einen taktischen Plan und er seine Spielerinnen durchgehend exzellent eingestellt hat.
Das hat sie zum Titel geführt und das konnte man durchweg sehen. Davon sollte sich die deutsche Mannschaft vor allem aber Frau Neid wirklich mal eine Scheibe abschneiden.
Dieses "man kann ja mal ein Spiel verlieren" sollte sich nicht durchsetzen. Denn taktisch und mental war die Leistung desolat. Die Zukunft liegt im Spiel der Japanerinnen und nicht im körperlich-betonten Spiel ala Deutschland oder den USA.
Dass der Autor nun Männervergleiche anstellt legt nunmal daran, dass dieser Fussball dort gespielt wird.
Wenn man reflexartig jeden "Vergleich" als "sexistisch" ablehnt wird sich der Frauenfussball nicht weiterentwickeln.
Vorbilder für einen besseren Fussball gibt es nunmal im Männerfussball. Das hat nichts mit "sexistischen" Vergleichen zu tun.
//Sie..
...wollen den Artikel bewusst falsch verstehen.//
Nee, Sie haben den Sarkasmus nicht verstanden. :)
Erstens mal hatte ich diesen Eindruck ueberhaupt nicht und zweitens wird es langsam aber sicher albern, sich jedesmal auch nur ueber die kleinste Andeutung aufzuregen. Der beste Fußball wird nun mal bei den Maennern gespielt, z.B. dem FC Barcelona. Das ist eine Orientierung am derzeit Besten was der Sport zu bieten hat und hat mit Geschlechtervergleich gar nichts zu tun. Machen Sie sich mal locker ... mein Guete ...
@PW: Sie schreiben: "Woher weiß der - männliche - Autor, daß es beim Frauenfußball nicht explizit gewünscht ist, den Ball zu verfehlen?"
Da haben Sie mich erwischt. Diese Frage habe ich immer vergessen zu stellen. Ein Versäumnis von mir.
:-)
gute zusammenfassung.
die these, dass frauen besser spielen können, als zur wm gezeigt, betrifft aber nicht fussball, oder?
und man muss vielleicht auch deutlicher was zur schiedsrichterleistung sagen, die dem tunier nicht unbedingt geholfen hat.
für mich stellt sich die frage, ob den mannschaften nicht mehr geholfen ist, wenn man auch männer ran läßt.
geht ja bei den trainern auch, ein maaaaannnn war der beste ;-)
Die Schiedsrichterleistung bei der Männer WM war ebenfalls nicht weltmeisterlich. Ich bin dafür das es die besten machen. Ich kann mir auch nicht ernsthaft vorstellen, dass Schiedsrichterinnen weniger Potenzial besitzen in der Spielleitung als ihre männliche Pendants. Frau Steinhaus hat das doch während der WM gezeigt. In absehbarer Zeit pfeift sie sicher in der Bundesliga der Herren.
Die Schiedsrichterleistung bei der Männer WM war ebenfalls nicht weltmeisterlich. Ich bin dafür das es die besten machen. Ich kann mir auch nicht ernsthaft vorstellen, dass Schiedsrichterinnen weniger Potenzial besitzen in der Spielleitung als ihre männliche Pendants. Frau Steinhaus hat das doch während der WM gezeigt. In absehbarer Zeit pfeift sie sicher in der Bundesliga der Herren.
Wer drei Elefmeter in Folge nicht reinmacht, ist nicht die "bessere Mannschaft". Das wollte ich nur mal sagen.
"Frauen können besser Fußball spielen, als sie es bei dieser WM gezeigt haben."
Was für ein Quatsch.
Bei einer WM kommen die besten Mannschaften der Welt zusammen. Normalerweise geben die Mannschaften auch alles was Sie können.
Also warum glauben Sie da gerade das da mehr gehen soll?
Passt schon so.
Auch wenn es nicht gut war aber besser und anders geht es halt nicht.
@robert56: Kommt Ihnen das Phänomen bekannt vor, dass Vereinsmannschaften besser spielen als Nationalmannschaften?
Dieses Vergleichsverbot ist lächerlich. Vergleiche schaffen Erkenntnis, Vergleiche bringen voran, Vergleiche helfen dem Frauenfußball bei der Weiterentwicklung. Am Ende eines Vergleichs kann übrigens die Schlussfolgerung stehen, dass man es anders macht. Keine Fußballerin dieser Welt reagiert auf den Männervergleich so hysterisch wie viele Männer hier.
Außerdem steht in dem Text ja auch, dass man sich den Weltmeister Japan zum Maß nehmen soll.
klar geben die Manschaften bei einer WM ihr Bestes, aber Frauen sind glaube ich weniger daran gewöhnt in einem Stadion mit 70 000 Zuschauern und 15 Millionen vorm Fernseher zu spielen als die meisten männlichen Fußballer der höheren Ligen...sollte man veilleicht nicht ganz vergessen und wird durchaus was anderes sein als nur mit der Mannschaft und der Trainer/in auf dem Platz zu stehen...
@robert56: Kommt Ihnen das Phänomen bekannt vor, dass Vereinsmannschaften besser spielen als Nationalmannschaften?
Dieses Vergleichsverbot ist lächerlich. Vergleiche schaffen Erkenntnis, Vergleiche bringen voran, Vergleiche helfen dem Frauenfußball bei der Weiterentwicklung. Am Ende eines Vergleichs kann übrigens die Schlussfolgerung stehen, dass man es anders macht. Keine Fußballerin dieser Welt reagiert auf den Männervergleich so hysterisch wie viele Männer hier.
Außerdem steht in dem Text ja auch, dass man sich den Weltmeister Japan zum Maß nehmen soll.
klar geben die Manschaften bei einer WM ihr Bestes, aber Frauen sind glaube ich weniger daran gewöhnt in einem Stadion mit 70 000 Zuschauern und 15 Millionen vorm Fernseher zu spielen als die meisten männlichen Fußballer der höheren Ligen...sollte man veilleicht nicht ganz vergessen und wird durchaus was anderes sein als nur mit der Mannschaft und der Trainer/in auf dem Platz zu stehen...
...wollen den Artikel bewusst falsch verstehen.
Es werden keine Geschlechter per se verglichen, sondern der Fussball, der gespielt wird.
Was ich bei der WM gesehen habe wird genau im Artikel angesprochen. Vor allem die taktischen und technischen Schwächen sind sehr auffallend gewesen.
Und warum ist Japan Weltmeister geworden? Von der individuellen Stärke her stehen sie klar hinter Mannschaften wie Deutschland oder den USA. Der Unterschied, neben der gegnerischen Unfähigkeit ihre Chancen zu verwerten, war, dass ihr Trainer einen taktischen Plan und er seine Spielerinnen durchgehend exzellent eingestellt hat.
Das hat sie zum Titel geführt und das konnte man durchweg sehen. Davon sollte sich die deutsche Mannschaft vor allem aber Frau Neid wirklich mal eine Scheibe abschneiden.
Dieses "man kann ja mal ein Spiel verlieren" sollte sich nicht durchsetzen. Denn taktisch und mental war die Leistung desolat. Die Zukunft liegt im Spiel der Japanerinnen und nicht im körperlich-betonten Spiel ala Deutschland oder den USA.
Dass der Autor nun Männervergleiche anstellt legt nunmal daran, dass dieser Fussball dort gespielt wird.
Wenn man reflexartig jeden "Vergleich" als "sexistisch" ablehnt wird sich der Frauenfussball nicht weiterentwickeln.
Vorbilder für einen besseren Fussball gibt es nunmal im Männerfussball. Das hat nichts mit "sexistischen" Vergleichen zu tun.
...verstehen den Kommentar unbewusst falsch.
Mein Tipp: Versuchen Sie es mal mit einer Portion Ironie!
...verstehen den Kommentar unbewusst falsch.
Mein Tipp: Versuchen Sie es mal mit einer Portion Ironie!
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