ZDF-Sportchef "Der Frauenfußball wird wieder von der Bildfläche verschwinden"
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Erst einmal müssen der DFB und die Vereine in Vorleistung gehen

Gruschwitz: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es neben der ARD-Sportschau über die Männerfußball-Bundesliga im ZDF eine Sportsendung über die Frauenfußball-Bundesliga geben wird. Vielleicht können wir über einzelne herausragende Spiele der Frauen berichten, aber sicher nicht regelmäßig als festes Programmelement.

ZEIT ONLINE:
Wieso nicht?

Gruschwitz: Weil wir abwarten wollen, wie die Entwicklung weiter geht. Erst einmal müssen der DFB und die Vereine in Vorleistung gehen. Die Bundesligisten müssen aus sich heraus wachsen und von der WM profitieren. Wenn wir merken, da entwickelt sich was, es kommen mehr Zuschauer, dann können wir als TV-Sender darauf eingehen.

ZEIT ONLINE:
Glauben Sie, ohne das Engagement der öffentlich-rechtlichen Sender wären die WM-Stadion voll geworden?

Gruschwitz: Wir als Sender haben nicht die Aufgabe, die Zuschauer in die Stadien der Frauenfußball-Bundesliga zu treiben. Wir sind nicht die Anschieber für eine größere Akzeptanz des Frauenfußballs. Das muss die Bundesliga zunächst von sich aus schaffen. Bei der WM war es etwas anderes: Da hatten wir die Rechte und haben gesagt, jetzt berichten wir über diese WM. Das war ein Bekenntnis von uns, weil es eine große sportliche Wertigkeit gab. Deutschland ist der Titelverteidiger.

ZEIT ONLINE: Die deutsche Frauenfußball-Bundesliga ist auch nicht die schlechteste Bundesliga.

 

Gruschwitz: Lassen Sie mich noch was anderes sagen: Wir haben auch den Auftrag, über andere Sportarten zu berichten. Uns wird schon jetzt vorgeworfen, dass wir im Sportstudio zu fußballlastig sind. Wenn wir jetzt noch mehr Fußball, nämlich Frauenfußball im Programm hätten, stünden andere Sportarten noch weiter hinten an. Wir müssen und wollen immer eine Balance halten.

ZEIT ONLINE:
Der Frauenfußball wird nach der WM in Deutschland also wieder von der Bildfläche verschwinden? Ihre Bundesligaspiele werden weiterhin wohl nicht im bundesweiten TV zu sehen sein und die Olympia-Qualifikation fürs kommende Jahr haben die Frauen verpasst.

Gruschwitz: Da haben Sie Recht. Schon bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 waren die Frauenfußballspiele eine attraktive Programmware für uns. Aber auf dieser großen Bühne werden die deutschen Fußballerinnen in London 2012 nicht vertreten sein. Das Ausmaß des Olympia-Startverlusts wird in seinen vielschichtigen Auswirkungen von einigen noch gar nicht so richtig wahrgenommen.

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Leser-Kommentare
  1. Mit welcher Legitimation gegenüber anderen Sportarten (egal ob Mann oder Frau) soll der ÖR jetzt Frauenfußball pushen?!

    Der ZDF-Mann argumentiert sachlich und korrekt, Frau Dobbert argumentiert politisch und interessengesteuert.

    Und richtig: es wird sowieso schon zuviel Fußball gezeigt (auch bei den Männern). Eine Schande, dass man Nowitzki und Lisicki nicht im ÖR sehen konnte.

    10 Leser-Empfehlungen
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    • cvnde
    • 14.07.2011 um 15:30 Uhr

    gab es aber auch schon mal, als nur noch "Bobbele" lief und sich alle Leute beschwert haben, weil Übetragungen endlos lange ausgedehnt wurden.

    Redaktion

    Blauetuba, im Gespräch hat Herr Gruschwitz, meine Aussage: "Der Frauenfußball wird wieder von der Bildfläche verschwinden" wiederholt und gesagt, dass er sie teilt. Heißt es eigentlich, der Blauetuba oder die Blauetuba?
    Viele Grüße
    Steffen Dobbert

    • dacapo
    • 18.08.2011 um 15:18 Uhr

    Die NBA-Liga-Spiele aus den USA (!) ist Ihnen also wichtiger als Frauenfussball? Toll.

    Künstliches Problem überhaupt darüber zu diskutieren. Wenn z.B. über Leichtathletik oder über Tennis berichtet wird, gibt es keinen Unterschied zwischen Männer und Frauen. So sollte es auch bei Fussball sein, inländische Ligen wohlbemerkt. Dass Fussball u.U. zuviel Aufmerksamkeit in den Medien gebürt wird, ist diskussionswürdig. Aber was ich mit der NBA-Liga anfangen soll, ist mir unverständlich. Dafür gibt es dann ja entsprechende Sender, in denen über ausländsichen Ligen berichtet wird.

    • dacapo
    • 18.08.2011 um 15:22 Uhr

    ......was für Sportarten sind Nowitzki und Lisicki?

    • cvnde
    • 14.07.2011 um 15:30 Uhr

    gab es aber auch schon mal, als nur noch "Bobbele" lief und sich alle Leute beschwert haben, weil Übetragungen endlos lange ausgedehnt wurden.

    Redaktion

    Blauetuba, im Gespräch hat Herr Gruschwitz, meine Aussage: "Der Frauenfußball wird wieder von der Bildfläche verschwinden" wiederholt und gesagt, dass er sie teilt. Heißt es eigentlich, der Blauetuba oder die Blauetuba?
    Viele Grüße
    Steffen Dobbert

    • dacapo
    • 18.08.2011 um 15:18 Uhr

    Die NBA-Liga-Spiele aus den USA (!) ist Ihnen also wichtiger als Frauenfussball? Toll.

    Künstliches Problem überhaupt darüber zu diskutieren. Wenn z.B. über Leichtathletik oder über Tennis berichtet wird, gibt es keinen Unterschied zwischen Männer und Frauen. So sollte es auch bei Fussball sein, inländische Ligen wohlbemerkt. Dass Fussball u.U. zuviel Aufmerksamkeit in den Medien gebürt wird, ist diskussionswürdig. Aber was ich mit der NBA-Liga anfangen soll, ist mir unverständlich. Dafür gibt es dann ja entsprechende Sender, in denen über ausländsichen Ligen berichtet wird.

    • dacapo
    • 18.08.2011 um 15:22 Uhr

    ......was für Sportarten sind Nowitzki und Lisicki?

    • cvnde
    • 14.07.2011 um 15:29 Uhr

    fällt mir inzwischen grundsätzlich auf, dass sie keine Maßstäbe haben.
    Mal grundsätzlich, die US-Amerikanier spielen immer fürs Land egal ob Murmeln oder sonst was , wweil so ein "markiger Spruch" eben auch gut im US-TV ankommt und man wieder mal der ganzen Welt zeigen kann was man doch für "tolle Menschen sind".

    Welche deutsche Spielerin soll bitte für A. Schwarzer oder sonst wen aus der Szene spielen?

    Antwort auf
    • cvnde
    • 14.07.2011 um 15:30 Uhr

    gab es aber auch schon mal, als nur noch "Bobbele" lief und sich alle Leute beschwert haben, weil Übetragungen endlos lange ausgedehnt wurden.

    Antwort auf "keine Legitimation"
  2. @1
    Es ist immer leicht im nachhinein Gründe wie "die Amerikanerinnen spielen und kämpfen fürs Land" ins Feld zu führen. Das hat doch nichts mit der Realität zu tun.

    Dieser Logik nach müssten die Amis mit ihrem Patriotismus doch jegliche Sportarten dominieren.

    Und die Japanierinnen spielen deshalb so gut, weil es das AKW-Unglück gab.

    Und die Dänen haben die EM92 gewonnen weil sie bis kurz vorher so relaxt im Sonnenstuhl lagen.

    In den USA ist Frauenfußball populärer als Männerfußball. Ich könnte mir vorstellen, dass darum mehr Geld in den Frauenfußball fließt, viele Mädchen Interesse haben Fußball zu spielen und daher die Strukturen professioneller sind als bei den Männern. Von der MLS höre ich eigentlich nur etwas, wenn mal wieder ein Fußball-Opa aus Europa dort noch ein bisschen Kasse machen möchte.

    @2
    Ich glaube HERR Dobbert wäre angebrachter :)
    Und zu Nowitzki: ARD/ZDF versuchten die Rechte für die letzten Finals-Spiele zu bekommen, aber die NBA sagte NO. Ist das nach einem Monat noch nicht zu allen durchgedrungen???

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    in amerika gilt "unser" fußball also soccer als frauensport, das ändert sich zwar jetzt langsam ein wenig, aber es ist nach wie vor eher ein mädchen- und frauensport
    das amerikanische football ist ein männersport und wesentlich populärer als soccer und da verdienen die männer wesentlich mehr als frauen in den anderen sportarten

    männer spielen in den usa eben football, basketball und baseball, ice-hockey das gefällt denen eben besser und in diesen in amerika populären "männersportarten" kommen frauen auch kaum vor bzw sie verdienen viel weniger als die männer

    in amerika gilt "unser" fußball also soccer als frauensport, das ändert sich zwar jetzt langsam ein wenig, aber es ist nach wie vor eher ein mädchen- und frauensport
    das amerikanische football ist ein männersport und wesentlich populärer als soccer und da verdienen die männer wesentlich mehr als frauen in den anderen sportarten

    männer spielen in den usa eben football, basketball und baseball, ice-hockey das gefällt denen eben besser und in diesen in amerika populären "männersportarten" kommen frauen auch kaum vor bzw sie verdienen viel weniger als die männer

  3. 5. Titel

    Den Titel 'ZDF-Sportchef: "Der Frauenfußball wird wieder von der Bildfläche verschwinden"' dieses Artikels finde ich sehr seltsam: Durch das 'ZDF-Sportchef:' und die Anführungszeichen wird suggeriert, dass der ZDF-Sportchef dies wortwörtlich so gesagt habe. Dem Text des Artikels nach stammen diese Worte allerdings vom Interviewer der Zeit.

    28 Leser-Empfehlungen
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    "Dem Text des Artikels nach stammen diese Worte allerdings vom Interviewer der Zeit."

    Das wäre entweder eine Manipulation oder eine ungeheure journalistische Schlamperei.

    Japp, nach dem Lesen des Interviews hatte ich auch diesen Eindruck.

    "Dem Text des Artikels nach stammen diese Worte allerdings vom Interviewer der Zeit."

    Das wäre entweder eine Manipulation oder eine ungeheure journalistische Schlamperei.

    Japp, nach dem Lesen des Interviews hatte ich auch diesen Eindruck.

  4. Der sportliche Wert des Frauenfußballs ist einfach geringer. Bei den Männern gibt es mehr Tempo in den Aktionen, mehr Leidenschaft, bessere Zweikämpfe. Außerdem sind die Männer der Nationalmannschaft auch technisch am Ball erheblich besser als die Frauen. Ich habe bei der WM mehrfach Frauen unserer Mannschaft gesehen, die im Mittelfeld unbedrängt den Ball zu einer 10-15 Meter entfernten Mitspielern passen wollten, wobei der Paß sein Ziel um mehrere Meter verfehlte. Fehlpässe gibt es auch bei den Männern, aber denen passiert das auf Bundesliganiveau nur, wenn sie von einem Gegenspieler bedrängt werden.

    Es ist kein Wunder, dass die Frauen-Bundesliga erheblich weniger Zuschauer hat als die dritte Liga der Männer. Männer spielen einfach besser Fußball.

    Bitte argumentieren Sie sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/ew

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    • sioux
    • 14.07.2011 um 16:03 Uhr

    Dass Männer "besser" Fußball spielen als Frauen, finde ich recht subjektiv, sie spielen anders. Ich (als Mann) sehe mir genauso gerne einen 100 m-Lauf der Frauen an als einen der Männer. Gleiches gilt z.B. für Schwimmwettkämpfe oder Tennis. Frauenfußball ist langsamer und weniger aggressiv als Männerfußball. Das finde ich nicht schlimm, solange es leidenschaftlich und engagiert zugeht (und vielleicht auch noch spannend). Ich war vor einiger Zeit bei einem Spiel von Turbine Potsdam und ziemlich erstaunt, wie beweglich und einsatzfreudig die da alle waren.

    • Buh
    • 14.07.2011 um 23:16 Uhr

    sind fast alle Frauensportarten "sportlich weniger wert". Denn bei so gut wie jeder, sind Frauen körperlich benachteiligt. Ich würde an Ihrer Stelle mal aufpassen was ich sage, denn man rutscht schnell in eine Ecke, in der man Tennis, Leichtathletik, ganz Olympia, in Frage stellt. Ich halte diese Haltung für sexistisch. Der sportliche Wert kann nicht nur daran hängen, welches Geschlecht von Natur aus körperlich vorteilhafter ausgestattet ist. In den USA sieht man das sowieso viel lockerer. Da gehört der College-Football zum standart-Fernseh-Reportoi mit vielen Fans.

    Gaeonthil
    Nr.7
    Der sportliche Wert des Frauenfußballs ist einfach geringer. Bei den Männern gibt es mehr Tempo in den Aktionen, mehr Leidenschaft, bessere Zweikämpfe. Außerdem sind die Männer der Nationalmannschaft auch technisch am Ball erheblich besser als die Frauen. Ich habe bei der WM mehrfach Frauen unserer Mannschaft gesehen, die im Mittelfeld unbedrängt den Ball zu einer 10-15 Meter entfernten Mitspielern passen wollten, wobei der Paß sein Ziel um mehrere Meter verfehlte. Fehlpässe gibt es auch bei den Männern, aber denen passiert das auf Bundesliganiveau nur, wenn sie von einem Gegenspieler bedrängt werden.

    Es ist kein Wunder, dass die Frauen-Bundesliga erheblich weniger Zuschauer hat als die dritte Liga der Männer. Männer spielen einfach besser Fußball.

    [...]

    Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    • sioux
    • 14.07.2011 um 16:03 Uhr

    Dass Männer "besser" Fußball spielen als Frauen, finde ich recht subjektiv, sie spielen anders. Ich (als Mann) sehe mir genauso gerne einen 100 m-Lauf der Frauen an als einen der Männer. Gleiches gilt z.B. für Schwimmwettkämpfe oder Tennis. Frauenfußball ist langsamer und weniger aggressiv als Männerfußball. Das finde ich nicht schlimm, solange es leidenschaftlich und engagiert zugeht (und vielleicht auch noch spannend). Ich war vor einiger Zeit bei einem Spiel von Turbine Potsdam und ziemlich erstaunt, wie beweglich und einsatzfreudig die da alle waren.

    • Buh
    • 14.07.2011 um 23:16 Uhr

    sind fast alle Frauensportarten "sportlich weniger wert". Denn bei so gut wie jeder, sind Frauen körperlich benachteiligt. Ich würde an Ihrer Stelle mal aufpassen was ich sage, denn man rutscht schnell in eine Ecke, in der man Tennis, Leichtathletik, ganz Olympia, in Frage stellt. Ich halte diese Haltung für sexistisch. Der sportliche Wert kann nicht nur daran hängen, welches Geschlecht von Natur aus körperlich vorteilhafter ausgestattet ist. In den USA sieht man das sowieso viel lockerer. Da gehört der College-Football zum standart-Fernseh-Reportoi mit vielen Fans.

    Gaeonthil
    Nr.7
    Der sportliche Wert des Frauenfußballs ist einfach geringer. Bei den Männern gibt es mehr Tempo in den Aktionen, mehr Leidenschaft, bessere Zweikämpfe. Außerdem sind die Männer der Nationalmannschaft auch technisch am Ball erheblich besser als die Frauen. Ich habe bei der WM mehrfach Frauen unserer Mannschaft gesehen, die im Mittelfeld unbedrängt den Ball zu einer 10-15 Meter entfernten Mitspielern passen wollten, wobei der Paß sein Ziel um mehrere Meter verfehlte. Fehlpässe gibt es auch bei den Männern, aber denen passiert das auf Bundesliganiveau nur, wenn sie von einem Gegenspieler bedrängt werden.

    Es ist kein Wunder, dass die Frauen-Bundesliga erheblich weniger Zuschauer hat als die dritte Liga der Männer. Männer spielen einfach besser Fußball.

    [...]

    Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich. Danke. Die Redaktion/er

  5. "Dem Text des Artikels nach stammen diese Worte allerdings vom Interviewer der Zeit."

    Das wäre entweder eine Manipulation oder eine ungeheure journalistische Schlamperei.

    Antwort auf "Titel"
    • sioux
    • 14.07.2011 um 16:03 Uhr

    Dass Männer "besser" Fußball spielen als Frauen, finde ich recht subjektiv, sie spielen anders. Ich (als Mann) sehe mir genauso gerne einen 100 m-Lauf der Frauen an als einen der Männer. Gleiches gilt z.B. für Schwimmwettkämpfe oder Tennis. Frauenfußball ist langsamer und weniger aggressiv als Männerfußball. Das finde ich nicht schlimm, solange es leidenschaftlich und engagiert zugeht (und vielleicht auch noch spannend). Ich war vor einiger Zeit bei einem Spiel von Turbine Potsdam und ziemlich erstaunt, wie beweglich und einsatzfreudig die da alle waren.

    Antwort auf "Nicht überraschend"

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