Contra WM-Schiedsrichterinnen Lasst die Profis an die Pfeife!

Hilflose Schiedsrichterinnen machen den Frauenfußball lächerlich. Notfalls müssen eben Männer pfeifen. Ein Kommentar

Die australische Fußballspielerin Leena Khamis beschwert sich, nachdem das Handspiel von Äquatorialguineas Abwehrspielerin Ana Christina Bruna von der Schiedsrichterin unbemerkt blieb.

Die australische Fußballspielerin Leena Khamis beschwert sich, nachdem das Handspiel von Äquatorialguineas Abwehrspielerin Ana Christina Bruna von der Schiedsrichterin unbemerkt blieb.

Schiedsrichter sind nicht perfekt, und die Faszination des Fußballs lebt auch von denkwürdigen Fehlentscheidungen, wird gerne argumentiert. Geschenkt. Doch was sich gerade bei der Weltmeisterschaft der Fußballerinnen abspielt, gibt eine aufstrebende Sportart der Lächerlichkeit preis.

Während des Vorrundenspiels zwischen Australien und Äquatorialguinea nahm eine Spielerin den Ball im Fünfmeterraum in die Hand – ohne dass er zuvor im Aus gewesen wäre. Ein klarer Elfmeter. Alle im Stadion sahen es, nur nicht die ungarische Schiedsrichterin.

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Im Spiel Deutschland gegen Nigeria mähten die Westafrikanerinnen ihre deutschen Gegnerinnen reihenweise nieder. Doch die koreanische Unparteiische ließ ungerührt weiterspielen. Ein Kollege spottete: "Nach dem Foul an Babett Peter macht die Schiedsrichterin eine kreisrunde Handbewegung. Kniescheibe gespielt, soll das heißen."

Äquatorialguineas Abwehrspielerin Bruna im Spiel gegen Australien

Äquatorialguineas Abwehrspielerin Bruna im Spiel gegen Australien

Warum das ein Skandal ist, wo doch unter den Männern auch gerne einmal drei Gelbe Karten an einen Spieler verteilt werden? Weil der Frauenfußball längst noch nicht so etabliert ist wie sein männliches Pendant. Weil die Kickerinnen schon Wochen vor der Weltmeisterschaft mit einem steten Strom des Spottes zu kämpfen hatten: Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln!

Mag sein, es stecken hehre Motive dahinter. Mag sein, die Fifa will besonders gerecht sein und auch Länder und Verbände zum Zug kommen lassen, in denen der Frauenfußball noch wenig entwickelt ist, um den Sport dort aufzuwerten.

Doch ausgerechnet während des Turniers, das vielleicht den Durchbruch für den Frauenfußball bringen könnte, an einer zentralen Stelle aus Proporz-Denken solche Schwäche zu zeigen, hilft niemandem. Nicht den Mannschaften, die weit mehr spielerisches Vermögen zeigen, als ihnen viele zuvor zugetraut hatten. Nicht den Fans, die gute Spiele sehen wollen und sich nun durch die Unparteiischen veralbert fühlen. Nicht einmal den Schiedsrichterinnen aus jenen schwächeren Verbänden, denen man aufhelfen möchte.

Es gibt nur eine Lösung: Lasst echte Profis ran! Es gibt durchaus erfahrene Schiedsrichterinnen. Und im Zweifel suche man sich eben gute Männer. Damit Spielerinnen und Zuschauer bekommen, was sie verdienen: guten Fußball.

Lesen Sie hier: Auch Schiedsrichterinnen dürfen Fehler machen – von Steffen Dobbert

Alle Berichte zur Frauenfußball-WM

 
Leser-Kommentare
    • PW
    • 05.07.2011 um 12:35 Uhr

    Ein Sport, in dem die Regeln aufgrund überforderter Schiedsrichter nicht eingehalten werden, verliert seinen Reiz. Es gibt zwar auch bei der Fussi-WM der Herren regelmäßig Flachpfeifen - kleine Fußballnationen ohne großen Pool dürfen schließlich ebenfalls ein Kontingent an Schirirs entsenden. Es ist jedoch verwunderlich, daß weder der/die Schiri noch die Linienrichter dieses wenig subtile Handspiel bemerkt haben.

  1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Kommentare und beteiligen Sie sich mit sachlichen Hinweisen, Kritiken oder Beiträgen. Danke. Die Redaktion/er

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Ich kann dem nur zustimmen. Es ist wirklich völlig daneben, was da für Entscheidungen getroffen werden. So werden die Fußballspiele wirklich zu ner Lachnummer, ohne das die Fußballerinnen etwas dafür können.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Emanzipation um jeden Preis. Das kennt man ja... Und man merkt dann nicht, dass das er Sache abträglich ist! Hoffentlich ist diese Sommerinszenierung bald vorbei!

  4. Redaktion

    Lieber Nicolas Fabian,

    Nur, damit hier kein Missverständnis entsteht: Mir macht diese Frauenfußball-WM durchaus Spaß, und was wir zu sehen bekommen, ist keinesfalls nur "Sommerinszenierung". Gerade deshalb störe ich mich ja an solchen Schiedsrichterinnen-Entscheidungen.

    Viele Grüße
    Karsten Polke-Majewski

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    Sie können das ja so sehen, es erklärt aber nicht den Beweggrund viertklassige Schiedsrichter einzusetzen.

    PS: Ihr Ruf scheint Ihnen sehr wichtig zu sein...

    Sie können das ja so sehen, es erklärt aber nicht den Beweggrund viertklassige Schiedsrichter einzusetzen.

    PS: Ihr Ruf scheint Ihnen sehr wichtig zu sein...

    • Aldihu
    • 05.07.2011 um 12:48 Uhr

    Was die Schiedsrichterinnen bei dieser WM pfeifen ist wirklich unter aller Kanone! Gerade in den letzten 10 Jahren hat der Frauenfußball beachtliche Fortschritte gemacht und die Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert. Dieser Erfolg wird durch solche Schiedsrichterinnen innerhalb weniger Sekunden zerstört. Wo das Problem liegt Partien auch durch Männer leiten zu lassen, sehe ich nicht. Ebenso werden doch auch weibliche Schiedsrichter bereits in der Bundesliga eingesetzt.

  5. Ich bin dankbar um den Kommentar, aber enttäuscht von der Schlussfolgerung. Dankbar, weil es auch mich irritiert, dass solche Pannen, die immer einmal passieren können, offenbar ohne Konsequenzen bleiben und ich diesbezüglich diskussionsbedarf sehe. Enttäuscht, weil es in den Augen von Karsten Polke-Majewski nur eine Lösung geben kann und das sollen im Zweifel gute Männer sein. Kliescheehafter geht kaum mehr.

    Die Frage, die sich mir stellt, ist die, ob hier ein System versagt oder funktioniert. Anders gefragt, warum wird nicht professionell auf diese Mängel reagiert oder warum werden sie kommentarlos zugelassen? Im Falle des Deutschland-Spiels hatte ich erwartet, was die FIFA im Falle der Schiedsrichterin zu tun gedenkt. Nichthandeln impliziert, dass ihr verhalten gebilligt wird und damit Regelverstösse im Frauenfussball zur Regel zu machen. Welche Massen sollen damit angezogen werden? Im Australien-Fall haben gleich alle Schieds- und Linienrichter versagt und die FIFA speist das Volk mit einer Entschuldigung ab. Welches Signal soll davon ausgehen?

    Der FIFA geht es unverändert um´s Geschäft: nicht mehr und nicht weniger. Demzufolge brauche ich mir um Professionalität und Qualität, die auch die Regelkonformität entsteht, keine Gedanken mehr zu machen. Die FIFA weiss allerdings noch nicht, wie man den Frauenfußball richtig vermarkten kann. Da können Männer wahrscheinlich doch noch helfen.

    Ansonsten wäre ich dafür, die Frauen auch als Schiedsrichter zu professionalieren!

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    • Buh
    • 05.07.2011 um 13:55 Uhr

    Ich finde die Schlussfolgerung "Die Schiedsrichterinnen können nicht pfeifen also brauchen wir Schiedsrichter" bezeichnend für den alltäglichen Sexismus.

    Wer sagt denn im Stadion "Die Schiedsrichter können nichts pfeifen also brauchen wir Schiedsrichterinnen"? Warum definiert das der Autor über das biologische Geschlecht? Was wir brauchen sind nicht Männer (obwohl ich auch nicht kapiere warum es ausschließlich weibliche Schiris im Frauenfußball und männliche Schiris im Männerfußball gibt), sondern bessere Schiedsrichterinnen. Warum sollten es männliche auch besser können? Ist das biologisch determiniert? Muss man einen Penis haben um ein Handspiel zu erkennen? Es gibt ausreichend qualifizierte Schiedsrichterinnen, und viel von Ihnen haben das auch in der WM gezeigt. Die Ausfälle die wir gesehen haben, zb bei dem Deutschland-Nigeria Spiel sind meiner Meinung nach der Qualifikation durch die Fifa geschuldet. Warum lässt man Schiris spielen die im Text nur ein ausreichend bekommen? Für die WM sollte man nur das beste anstellen!

    • Buh
    • 05.07.2011 um 13:55 Uhr

    Ich finde die Schlussfolgerung "Die Schiedsrichterinnen können nicht pfeifen also brauchen wir Schiedsrichter" bezeichnend für den alltäglichen Sexismus.

    Wer sagt denn im Stadion "Die Schiedsrichter können nichts pfeifen also brauchen wir Schiedsrichterinnen"? Warum definiert das der Autor über das biologische Geschlecht? Was wir brauchen sind nicht Männer (obwohl ich auch nicht kapiere warum es ausschließlich weibliche Schiris im Frauenfußball und männliche Schiris im Männerfußball gibt), sondern bessere Schiedsrichterinnen. Warum sollten es männliche auch besser können? Ist das biologisch determiniert? Muss man einen Penis haben um ein Handspiel zu erkennen? Es gibt ausreichend qualifizierte Schiedsrichterinnen, und viel von Ihnen haben das auch in der WM gezeigt. Die Ausfälle die wir gesehen haben, zb bei dem Deutschland-Nigeria Spiel sind meiner Meinung nach der Qualifikation durch die Fifa geschuldet. Warum lässt man Schiris spielen die im Text nur ein ausreichend bekommen? Für die WM sollte man nur das beste anstellen!

  6. Ok, die Zeit zieht ihr Gender-Ding gnadenlos durch.
    Muss man nicht mehr weiter kommentieren.
    Fragt sich nur, was sind das für Redakteure die dahinter stehen. Mein Tip: Joggen und kalt duschen, dann wird der Kopf wieder klar.

    Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. Die Redaktion/ag

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