Martin Heuberger ist neuer Handball-Bundestrainer der Männer. Verbandspräsident Ulrich Strombach stellte den 47-Jährigen aus Schutterwald wie erwartet als Nachfolger von Heiner Brand vor. Der langjährige Co-Trainer Brands unterschrieb rückwirkend ab 1. Juli einen Dreijahresvertrag bis 2014. Der Diplom-Verwaltungswirt Heuberger ist von seinem Arbeitgeber, dem Landratsamt in Offenburg, für drei Jahre von seiner eigentlichen Tätigkeit freigestellt worden.

Im Mai hatte der bisherige Bundestrainer Brand erklärt, er werde nach mehr als 14 Jahren im Amt zurückgetreten. Er arbeitet nun als Manager im Deutschen Handballbund (DHB). Der Verband hatte zusammen mit Ligavertretern nach einem Nachfolger gesucht und mit sechs Kandidaten Einzelgespräche geführt.

Als Co-Trainer von Brand war Heuberger auch gleichzeitig Trainer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Diese führt er noch zur bevorstehenden WM in Griechenland, um dort den Titel zu verteidigen. Die Herren-Auswahl wird er erstmals beim Supercup vom 3. bis 6. November betreuen.

Heuberger will dem eigenen Bekunden nach so schnell wie möglich Gespräche mit den Spielern und mit den Liga-Trainern führen. Dann werde er entscheiden, wer im Team bleibt und wer nicht. "Die Tür steht für jeden deutschen Spieler offen", sagte der neue Bundestrainer.

Die Entscheidung für Heuberger löste im Team ein positives Echo aus. "Ich glaube, das ist eine gute Wahl. Martin ist ein sehr kompetenter Mann", sagte Keeper Silvio Heinevetter. Auch Vorgänger Brand hatte seinen langjährigen Assistenten gelobt: "Ich glaube, er hat alle Voraussetzungen, die man haben muss."

Nach dem WM-Sieg der Nationalmannschaft 2007 steht Heuberger nun vor großen Herausforderungen. Das Team bewegt sich nach dem zehnten Platz bei der EM 2010 und Rang elf bei der WM nur noch im internationalen Mittelmaß. "Man kann im deutschen Handball noch sehr viel bewegen. Mittelfristig will ich das Team wieder an die internationale Spitze führen", sagte Heuberger. Nächstes erklärtes Ziel ist die Olympia-Qualifikation für London 2012.