Die Olympischen Spiele 2014 und 2016 werden im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein und nicht im Bezahl-Fernsehen. Nach langen Verhandlungen haben ARD und ZDF den Zuschlag erhalten.

Das Erste und das Zweite sicherten sich am Montag die audiovisuellen Medienrechte an den Winterspielen in Sotschi und den Sommerspielen in Rio de Janeiro. Zwischenzeitlich hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) damit gedroht, die Rechte an private Sender zu verkaufen.

Die Einigung erfolgte nach ungewöhnlich langen Verhandlungen. ARD und ZDF erwarben die Lizenzen erstmals direkt beim IOC, weil die Organisation die Rechte für den deutschen Markt nicht mehr an den europäischen Senderverbund European Broadcasting Union (EBU) verkaufen wollte, um mehr Geld zu verdienen. Über die Kosten machten ARD und ZDF keine Angaben. Sie sollen geschätzt im knapp dreistelligen Millionenbereich liegen.

"Ich bin sehr froh darüber, dass die Olympischen Spiele auch weiterhin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein werden", sagte die ARD-Vorsitzende Monika Piel. "Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf eine Berichterstattung auf höchstem inhaltlichen und technischen Niveau freuen."

Rund 200 Stunden werden die Sender jeweils von den Spielen übertragen. Dieser vom IOC verlangte Umfang und die Kosten führten dazu, dass die Privatsender keine ernsthafte Konkurrenz um die Rechte waren. Letztlich ging es vor allem um den Preis.

"Dies ist ein ganz wichtiger Abschluss für ARD und ZDF", kommentierte ARD-Sport-Intendant Ulrich Wilhelm. "Wir werden über die Olympischen Spiele wie in der Vergangenheit umfassend und mit großem Engagement berichten." Das größte internationale Sportereignis und Fest für Millionen Sportinteressierte werde dank der großflächigen Berichterstattung seinen besonderen Charakter bewahren.

Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der bei den Rundfunkanstalten jeweils zuständigen Gremien, heißt es bei ARD und ZDF. Die gilt als Formsache, auch wenn es zuletzt bei einem TV-Vertrag der ARD mit dem Sauerland-Boxstall zu einem Veto gekommen war.

Der Kampf um die Fernsehrechte war vor knapp 18 Monaten öffentlich eskaliert. Die ARD hatte damals den Druck auf das IOC erhöht, indem sie mit weniger Übertragungen von Randsportarten gedroht hatte. IOC- Vizepräsident Thomas Bach sprach daraufhin von "Erpressungsversuchen".