Pro WM-Schiedsrichterinnen Auch Schiedsrichterinnen dürfen Fehler machen
Bitte nicht die nächste Gender-Debatte: Wer nun Männer für die Frauenfußball-WM fordert, hat einen Sinn des Turniers nicht verstanden. Ein Kommentar
© Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Im Hintergrund: Sung-Mi Cha, die Schiedsrichterin des Spiels Deutschland gegen Nigeria
Die Debatte um Männer-Frau-Vergleiche hat sich gerade beruhigt, die unsägliche Genderdiskussion rund um den WM-Start klingt ab. Es geht um Fußball. Endlich. Und dann fordert der stellvertretende Chefredakteur von ZEIT ONLINE, dass Männer Frauenfußballspiele überwachen sollen? Lieber Kollege, das kann nicht ernst gemeint sein.
Zweifellos sah das Handspiel Brunas, der Abwehrspielerin aus Äquatorialguinea, blöd aus. Wie die Schiedsrichterin das Offensichtliche übersehen konnte, ist schwer zu fassen. Gewiss gibt es auf diesem Planeten mehr gute Schiedsrichter als Schiedsrichterinnen. Doch was nützt diese Feststellung?
Vor einem Sportereignis legt der Veranstalter die Regeln fest. Beim Frauenfußball besagen die Fifa-Regeln, dass Frauen die WM-Spiele leiten sollen. Klingt logisch. Ist es auch.
Aus einem Pool von gerade einmal 550 Schiedsrichterinnen hat der Fußballverband die besten für die WM nominiert. Die Geschichte weiblicher Unparteiischer ist so kurz wie die des Frauenfußballs. In vielen Ländern dürfen Frauen kein Fußball spielen, schon gar nicht Rote Karten verteilen. Auch im Fußball ist Gleichberechtigung ein Prozess. Das Schiedsrichterwesen des Frauenfußballs wird sich sicher nicht entwickeln, wenn bei den wichtigen Spielen Männer an die Pfeife gelassen werden.
Fehlentscheidungen gehören zum Wesen des Fußballs. Siehe Wembley-Tor, Phantomtor, Hand Gottes – und jetzt das dreiste doppelte Handspiel einer Fußballerin. Das Spiel schöpft seinen Reiz auch aus den Fehlern der Unparteiischen. Seit mehreren Jahren liegen dem Weltfußballverband technische Systeme vor, die die Fehlerquote der Schiris auf ein Minimum reduzieren würden. Die Fifa setzt den Chip im Ball oder Torkameras aber nicht ein. Weil sie die Attraktivität und den Gesprächswert ihres Spiels reduzieren würde.
Lasst uns streiten, über Abseits oder kein Abseits, Foul oder nicht Foul, über gute und schlechte Leistungen der Schiedsrichterinnen! Aber über das Geschlecht bitte nicht. Vor einem Jahr debattierten wir über die Leistung der WM-Schiedsrichter in Südafrika. Einige Schiris schienen blind über den Fußballplatz zu stolpern. Die Aufregung war groß. Niemand kam auf die Idee, das liege an deren Geschlecht.
Lesen Sie hier: Profis sollen an die Pfeife – von Karsten Polke-Majewski
Alle Berichte zur Frauenfußball-WM
- Datum 05.07.2011 - 12:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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"Und dann fordert der stellvertretende Chefredakteur von ZEIT ONLINE, dass Männer Frauenfußballspiele überwachen sollen?"
Der Link funktioniert leider nicht. Außerdem hat Herr Dobbert den Beitrag von Herrn Polke-Majewski falsch wiedergegeben, denn der macht überhaupt keine Genderdebatte auf, sondern wünscht sich lediglich und zu Recht weniger Proporzdenken und mehr Qualität bei den Schiedsrichterinnen und -richtern. Da geht es gar nicht darum, dass keine Frauen pfeifen sollen, er empfiehlt doch z.B. Bibiana Steinhaus. Der Artikel von Herrn Dobbert entgleist ein wenig zu sehr ins vermeintlich politisch Korrekte.
sondern Dobbert will Frauenquote, also knallhart Genderdebatte.
Es muss doch möglich sein, über etwas so Einfaches wie Sport zu reden, ohne dass man sich von einer angeblich erdrückenden politischen Korrektheit umzingelt sieht. Ich weiß nicht einmal, was damit gemeint sein soll. Erstickte Diskussionen? Offensichtlich nicht, sonst würden wir ja nicht Woche um Woche, Tag um Tag über diese Themen reden.
sondern Dobbert will Frauenquote, also knallhart Genderdebatte.
Es muss doch möglich sein, über etwas so Einfaches wie Sport zu reden, ohne dass man sich von einer angeblich erdrückenden politischen Korrektheit umzingelt sieht. Ich weiß nicht einmal, was damit gemeint sein soll. Erstickte Diskussionen? Offensichtlich nicht, sonst würden wir ja nicht Woche um Woche, Tag um Tag über diese Themen reden.
Es ist nicht allzu lange her, da hat der Dobbert noch alle als Frauenhasser mit Minderwertigkeitskomplexen bepöbelt, die mit Frauenfussball nichts anfangen können. Und jetzt stellt sich der gleiche Typ tatsächlich hin und spricht über "unsägliche Genderdebatten". Ich bin in schallenden Gelächter ausgebrochen. Herr Dobbert, das kann nicht ernst gemeint sein!
Was Herr Dobbert uns tatsächlich wohl sagen will, ist, dass Genderdebatten nur unsäglich sind, wenn die Frauen dabei schlecht wegkommen. Männer zu bepöbeln und herabzusetzen scheint dagegen völlig okay zu sein. Manche Zeit-Redakteure müssen es wirklich hassen, Männer zu sein.
Im "Männerfussball" gibt es übrigens ein paar Schiedsrichterinnen. Und wer will dagegen wetten, dass Herr Dobbert nur zu gern eine "unsägliche Genderdebatte" vom Zaun brechen würde, wenn man Schiedsrichterinnen aus dem Männerfussball verbannen würde?
Die Zeit tut sich wirklichen keinen Gefalleb mit Redakteuren, deren Selbstherrlichkeit ihre intellektuellen Fähigkeiten deutlich in den Schatten stellt.
Qualifiziertere Schiedsrichter darf man natürlich fordern, aber wer möchte im Ernst behaupten, deshalb müsse man mehr männliche Schiedsrichter einsetzen? Wer die WM 2010 verfolgte, sollte sich an so viele objektiv falsche Entscheidungen erinnern, dass einem manchmal die Haare zu Berge standen und man sich fremdgeschämt hat. Aber das kann eben passieren, wenn man sich gegen Videobeweise stemmt. Dann muss man mit Fehlern leben.
Bei dieser WM 2011 dagegen ruft man nach "anderen Schiedsrichtern". Angeblich geschlechtsneutral, aber man meint ja: "dann eben mehr Männer".
Und das ist der Unterschied zur letzten WM und zum Männerfußball insgesamt. Bei den Männern gehören Fehlentscheidungen dazu, bei den Frauen sucht man nach Ersatz.
Falsch.
Bei der WM 2010 wurden Situationen falsch entschieden, die man hätte sehen können. Auch krasse Fehler (!) gehören dazu.
Bei der WM 2011 wird das Betreiben einer anderen Sportart, sei es Rugby oder Handball nicht abgepfiffen.
Das hat teilweise einfach nichts mit Fußball zu tun, nur diesmal ist das kein Satz wofür man sonst 3 Euro ins "Phrasenschwein" vom Doppelpass legen muss.
Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass man mit der WM vor so einem großen Publikum nicht noch ein paar Jahre gewartet hat. Ich war gespannt, musste mich aber dann fragen ob ich jetzt nur gucken "weil es die Frauen" sind oder ob ich interesse an dieser Form von Fußball habe.
Ich werde erstmal kein Frauenfußball mehr gucken.
Qualifiziertere Schiedsrichter darf man natürlich fordern, aber wer möchte im Ernst behaupten, deshalb müsse man mehr männliche Schiedsrichter einsetzen? Wer die WM 2010 verfolgte, sollte sich an so viele objektiv falsche Entscheidungen erinnern, dass einem manchmal die Haare zu Berge standen und man sich fremdgeschämt hat. Aber das kann eben passieren, wenn man sich gegen Videobeweise stemmt. Dann muss man mit Fehlern leben.
Bei dieser WM 2011 dagegen ruft man nach "anderen Schiedsrichtern". Angeblich geschlechtsneutral, aber man meint ja: "dann eben mehr Männer".
Und das ist der Unterschied zur letzten WM und zum Männerfußball insgesamt. Bei den Männern gehören Fehlentscheidungen dazu, bei den Frauen sucht man nach Ersatz.
Falsch.
Bei der WM 2010 wurden Situationen falsch entschieden, die man hätte sehen können. Auch krasse Fehler (!) gehören dazu.
Bei der WM 2011 wird das Betreiben einer anderen Sportart, sei es Rugby oder Handball nicht abgepfiffen.
Das hat teilweise einfach nichts mit Fußball zu tun, nur diesmal ist das kein Satz wofür man sonst 3 Euro ins "Phrasenschwein" vom Doppelpass legen muss.
Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass man mit der WM vor so einem großen Publikum nicht noch ein paar Jahre gewartet hat. Ich war gespannt, musste mich aber dann fragen ob ich jetzt nur gucken "weil es die Frauen" sind oder ob ich interesse an dieser Form von Fußball habe.
Ich werde erstmal kein Frauenfußball mehr gucken.
Bitte nicht die nächste Genderdebatte....
Und das ausgerechnet von Gender-Fan Dobbert. Ist schon lustig.
Wenn Gender nötig ist, wird Gender selbstverständlich instrumentalisiert, wenn es stört, wird es abgelehnt.
Früher nannte man die Dobberts auch Wendehälse, oder schlicht irrational.
was Gender bedeutete? Mir scheint hier weiß das so gut wie niemand.
was Gender bedeutete? Mir scheint hier weiß das so gut wie niemand.
"Beim Frauenfußball besagen die Fifa-Regeln, dass Frauen die WM-Spiele leiten sollen. Klingt logisch. Ist es auch."
Aber wohl nur wenn das Schiedsrichtern als eigenständige Sportart sieht wird, bei der man aus Wettbewerbsgründen aufgrund der körperlichen Unterschiede die Männer von den Frauen separieren muß. Der Artikelschreiber übersieht wohl, daß der Schiedsrichter lediglich dazu da ist das Regelwerk zur Anwendung zu bringen.
Kastendenken par excellence. Ganz schön chauvinistisch der Artikel.
Zumal es eben nicht in den Fifa-Regeln steht, dass nur Frauen Frauen-Veranstaltungen pfeifen dürften, sondern dies seit einiger Zeit nur Praxis geworden ist. Die sexistische Gepflogenheit ließe sich leicht abschaffen, ohne dass eine Regel geändert werden müsste.
Auch wenn man Schiedsrichterei als eigenständigen Sport ansähe, gäbe es keinen Grund zur Geschlechtertrennung, da körperliche Unterschiede ab einem gewissen Niveau keine Rolle mehr spielen, so wird auch im Schach meist nicht nach Geschlechtern getrennt.
Zumal es eben nicht in den Fifa-Regeln steht, dass nur Frauen Frauen-Veranstaltungen pfeifen dürften, sondern dies seit einiger Zeit nur Praxis geworden ist. Die sexistische Gepflogenheit ließe sich leicht abschaffen, ohne dass eine Regel geändert werden müsste.
Auch wenn man Schiedsrichterei als eigenständigen Sport ansähe, gäbe es keinen Grund zur Geschlechtertrennung, da körperliche Unterschiede ab einem gewissen Niveau keine Rolle mehr spielen, so wird auch im Schach meist nicht nach Geschlechtern getrennt.
sondern Dobbert will Frauenquote, also knallhart Genderdebatte.
Warum sollen Spiele von Männern von männlichen Schiris gepfiffen werden und umgekehrt Spiele von Frauen von Frauen? Sicherlich ist die körperliche Leistungsfähigkeit eines Schiris wichtig, aber nicht in dem krassen Maße wie es bei den Spielerinnen und Spielern entscheidend ist.
Wie wäre es denn, das Schiedsrichterwesen generell zu öffnen und Gender-Regeln aus dem Bereich des Unparteiischen so gut es geht herauszuhalten. Der beste verfügbare Schiedsrichter sollte bei Weltmeisterschaften das Spiel leiten.
Im Männerfussball ist längst möglich. Frauen können dort Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen werden, wenn sie die richtigen Qualifikationen erwerben und die richtigen Leistungen zeigen. Nur bei den Frauen herrscht noch Geschlechterdiskriminierung ;)
Laut dem "Contra-Artikel" gibt es in der Bundesliga bereits eine Frau, die bei den Männerspielen pfeift.
Das ist nicht viel, zugegeben, aber es spiegelt auch etwa das aktuelle Verhältnis der beiden "Sportarten" Fussball und Frauenfussball zueinander wieder.
Wenn man nun die besten Schiris pfeifen ließe, dann würden wohl nur noch männliche Europäer oder Südamerikaner pfeifen. Mit 1-2 Ausnahmen pro Tournier. Ich denke, dass der Proporzgedanke zur Förderung von "Fussballentwicklungsländern" durchaus überlegenswert ist. Dennoch sollte man diesen vielleicht erstmal die Stellen als Schiri-Assistent/Linienrichter geben, wenn sie überfordert sind.
Im Männerfussball ist längst möglich. Frauen können dort Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen werden, wenn sie die richtigen Qualifikationen erwerben und die richtigen Leistungen zeigen. Nur bei den Frauen herrscht noch Geschlechterdiskriminierung ;)
Laut dem "Contra-Artikel" gibt es in der Bundesliga bereits eine Frau, die bei den Männerspielen pfeift.
Das ist nicht viel, zugegeben, aber es spiegelt auch etwa das aktuelle Verhältnis der beiden "Sportarten" Fussball und Frauenfussball zueinander wieder.
Wenn man nun die besten Schiris pfeifen ließe, dann würden wohl nur noch männliche Europäer oder Südamerikaner pfeifen. Mit 1-2 Ausnahmen pro Tournier. Ich denke, dass der Proporzgedanke zur Förderung von "Fussballentwicklungsländern" durchaus überlegenswert ist. Dennoch sollte man diesen vielleicht erstmal die Stellen als Schiri-Assistent/Linienrichter geben, wenn sie überfordert sind.
Aus Dobberts Pöbelei gegen männliche Fussballfans: "Es gibt in unserer Gesellschaft Bereiche, in denen Frauen nicht gleichberechtigt sind. Im Profifußball gibt es nur eine Schiedsrichterin."
Mit anderen Worten: Wenn es keine Schiedsrichterinnen beim Männerfussball gibt, ist das eine Benachteiligung. Wenn es keine Schiedsrichter beim Frauenfussball gibt, ist das keine Benachteiligung.
Wer soll solche Leute ernst nehmen?
Im Männerfussball ist längst möglich. Frauen können dort Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen werden, wenn sie die richtigen Qualifikationen erwerben und die richtigen Leistungen zeigen. Nur bei den Frauen herrscht noch Geschlechterdiskriminierung ;)
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