3. Bundesliga-Spieltag Schalke beeindruckt auch ohne Tor von Raúl

Schalke dreht das Spiel, Hannover verpasst Tabellenspitze, München glänzt gegen Hamburg, Köln holt ersten Punkt, Werder und Freiburg spielen verrückt, der Meister kommt spät in Schwung und Leverkusen, und Hoffenheim gewinnen auswärts. Die Spielberichte

FSV Mainz 05 - Schalke 04 2:4 (2:0)

Schalkes Marco Höger (r.) tackelt Eric Maxim Choupo-Moting

Schalkes Marco Höger (r.) tackelt Eric Maxim Choupo-Moting

Joel Matip und Christian Fuchs haben dem FC Schalke 04 nach verpatztem Start noch einen Sieg beim bisherigen Spitzenreiter Mainz 05 gesichert. Der kamerunische Nationalspieler Matip und der Ex-Mainzer Fuchs sorgten mit ihren späten Treffern für den zweiten Sieg in der noch jungen Saison. Klaas Jan Huntelaar und Benedikt Höwedes hatten zuvor einen 0:2-Rückstand für den lange enttäuschenden DFB-Pokalsieger egalisiert. Für die Rheinhessen trafen Andreas Ivanschitz und Elkin Soto.

Mit dem spanischen Stürmerstar Raúl in der Startelf verhalf den Schalkern erst eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause zum Sieg. Nach einer ersten Hälfte, in der die Gelsenkirchner Biss und Durchschlagskraft vermissen ließen, hatte alles noch auf einen ungefährdeten Mainzer Sieg hingedeutet. Für die spielstarken 05er waren die Gäste zeitweise nicht mehr als ein Aufbaugegner.

Das änderte sich erst nach dem Wiederanpfiff, auch wenn die Schalker wie schon bei der Schlappe im Qualifikationsspiel zur Europa League bei HJK Helsinki (0:2) am vergangenen Donnerstag oft zu umständlich und unkonzentriert agierten. Offensivmann Raúl, der seinem Klub unmittelbar vor der Partie die Treue bis zum Saisonende geschworen hatte, bereitete Huntelaars Anschlusstreffer und Matips Tor zum 3:2 stark vor.

Die Aufmerksamkeit in der erstmals ausverkauften Mainzer Arena vor 34.034 Zuschauern galt schon anfangs ganz dem 34-Jährigen - Für Aufsehen sorgte aber zunächst ausschließlich der Europa-League-Starter aus Mainz. Ehe Ralf Rangnicks Mannen so recht im Spiel angekommen waren, stand es schon 0:2. Der heranrauschende Ivanschitz verwandelte zunächst eine Freistoß-Hereingabe von Zoltan Stieber, nur 240 Sekunden später legte Elkin Soto nach.

Der kolumbianische Mittelfeldakteur profitierte bei seinem ersten Saisontreffer von einem fatalen Patzer des Schalker Torwarts Ralf Fährmann. Der Nachfolger des zum FC Bayern abgewanderten Nationalkeepers Manuel Neuer ließ einen strammen Schuss von Sami Allagui unkontrolliert nach vorn abprallen - Soto staubte ab.

Rund 3500 mitgereiste Schalker Fans warteten nach dem doppelten Rückschlag zunächst vergeblich auf ein Lebenszeichen ihrer Elf. Vielmehr vergab Allagui (44.) kurz vor der Pause noch eine weitere Mainzer Großchance und die vorzeitige Entscheidung.

Stattdessen kam Schalke mit neuem Schwung und den eingewechselten Jefferson Farfan und Julian Draxler zurück auf das Feld. Auf Vorlage von Holtby und Raúl gelang Huntelaar gegen den machtlosen Heinz Müller im FSV-Tor der Anschlusstreffer, sieben Minuten später schon köpfte Höwedes eine Farfan-Flanke zum 2:2 ein. Nach einer erneuten Ecke stand Matip bereit und drehte das Spiel endgültig. Per Freistoß setzte Fuchs in der Schlussminute noch einen drauf.

FSV Mainz 05: Heinz Müller - Caligiuri, Svensson, Noveski, Fathi - Polanski, Soto (78. Sliskovic) - Risse (46. Choupo-Moting), Ivanschitz, Stieber (61. Kirchhoff) - Allagui

Anzeige

FC Schalke 04: Fährmann - Höger, Höwedes, Matip, Fuchs - Papadopoulos, Holtby - Moravek (46. Farfán), Raúl, Jurado (46. Draxler) - Huntelaar (86. Marica)

Schiedsrichter: Perl (Pullach)

Zuschauer: 34.034 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Ivanschitz (8.), 2:0 Soto (12.), 2:1 Huntelaar (57.), 2:2 Höwedes (64.), 2:3 Matip (82.), 2:4 Fuchs (90.)

Gelbe Karten: - / Draxler (1), Papadopoulos (2)

Beste Spieler: Ivanschitz, Polanski / Holtby, Höwedes

Leser-Kommentare
  1. Hatte schon das Bayern-Spiel gegen Gladbach gesehen und gedacht: "Was geht denn hier ab? Die Jungs sind ja echt super organisiert!"

    Heute hat sich gezeigt, dass der Sieg im Auftaktspiel kein Zufall war. Hut ab vor Lucien Favre! Was der Mann in wenigen Monaten aus der Borussia geformt hat, ist aller Ehren wert.

    Noch dazu ein sympathischer, bescheidener und menschlicher Trainer. Langsam setzen sich die Richtigen durch...

  2. Es macht endlich wieder Spass, Spiele der Borussia zu schauen. Aber das Magath uns als "Geheimtip" handelt ist dann vermutlich doch etwas übertrieben. Wenn am Ende ein sicherer Platz 12 oder 13 herauskommt, wäre mir das allemal genug nach der letzten Saison.

    Dann können wir vielleicht sogar Reus halten...

    • vonDü
    • 20.08.2011 um 7:45 Uhr

    in der Bundesliga, der weiß wie man aus 11 Mann ein erfolgreich spielendes Team macht.

    Favre ist ein echter Gewinn für die Liga und der neue Gladbacher Stil, ein Gewinn für die Zuschauer.

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Favre brachte die Hertha in die Champions-League. Und das mit dem selben Systemfussbal, den er jetzt in Gladbach spielen lässt.

    Find` es schade, dass jetzt schon wieder alle Gladbach toll finden und sie schon fast mindestens in den UEFA-Cup reden. Das sind die Selben, die Dortmund nach dem ersten Spieltag als feststehenden Meister sahen, die Dortmund nach dem zweiten Spieltag nur noch bestenfalls im UEFA-Cup sahen und die Bayern nach dem ersten Spieltag wieder in tiefster Krise wähnten.

    Favre brachte die Hertha in die Champions-League. Und das mit dem selben Systemfussbal, den er jetzt in Gladbach spielen lässt.

    Find` es schade, dass jetzt schon wieder alle Gladbach toll finden und sie schon fast mindestens in den UEFA-Cup reden. Das sind die Selben, die Dortmund nach dem ersten Spieltag als feststehenden Meister sahen, die Dortmund nach dem zweiten Spieltag nur noch bestenfalls im UEFA-Cup sahen und die Bayern nach dem ersten Spieltag wieder in tiefster Krise wähnten.

  3. diesselben Spieler, die vor wenigen Monaten noch Angsthasenfußball gespielt haben, fangen an zu Zaubern. Man mag es kaum glauben.

    Keine Panik mehr bei Ballbesitz, schnelle Kombinationen, Ballsicherheit, freches Offensivspiel - und alles von der eigenen Mannschaft!

    Wolfsburg hat Glück gehabt, dass die Gladbacher Chancenverwertung - einziges Manko! - mal wieder so schlecht war. Von mir aus kann sich Magath noch Messi, Ronaldo und Lampard kaufen...

    Oh Weh - das gibt wieder Medizinbälle!

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Favre brachte die Hertha in die Champions-League. Und das mit dem selben Systemfussbal, den er jetzt in Gladbach spielen lässt.

    Find` es schade, dass jetzt schon wieder alle Gladbach toll finden und sie schon fast mindestens in den UEFA-Cup reden. Das sind die Selben, die Dortmund nach dem ersten Spieltag als feststehenden Meister sahen, die Dortmund nach dem zweiten Spieltag nur noch bestenfalls im UEFA-Cup sahen und die Bayern nach dem ersten Spieltag wieder in tiefster Krise wähnten.

    Antwort auf "Noch ein Trainer"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • vonDü
    • 21.08.2011 um 6:04 Uhr

    war er gut,

    aber in Gladbach hat er ein bereits tot gesagtes und abgeschriebenes Team, nicht nur gerettet und wiederbelebt; er hat es offenbar geschafft, die Mannschaft dauerhaft konkurrenzfähig zu machen.
    Auch für einen guten Trainer eine außergewöhnliche Leistung, die nicht unbedingt zu erwarten war.

    • vonDü
    • 21.08.2011 um 6:04 Uhr

    war er gut,

    aber in Gladbach hat er ein bereits tot gesagtes und abgeschriebenes Team, nicht nur gerettet und wiederbelebt; er hat es offenbar geschafft, die Mannschaft dauerhaft konkurrenzfähig zu machen.
    Auch für einen guten Trainer eine außergewöhnliche Leistung, die nicht unbedingt zu erwarten war.

    • homerj
    • 21.08.2011 um 1:00 Uhr
    6. .....

    man sollte das spiel der bayern nicht überbewerten. der hsv war einfach vieeeeeel zu schlecht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ITSLTD
    • 21.08.2011 um 6:24 Uhr

    Und schon feiern die Bayern ihre Meisterschaft, den Gewinn der Championsleague und den DFB Pokal ....

    Gegen den HSV hätte gestern wahrscheinlich auch jede Zweitligamannschaft gewonnen.

    Wenn der HSV so weitermacht,wird er absteigen. Schon in Dortmund hätte er eine höhere Packung verdient gehabt, gegen Hertha glücklich unentschieden gespielt und jetzt wäre auch ein 0:8 gerecht gewesen. Aber wenn man sich diese zusammen gewürfelte Truppe anschaut, darf man nicht mehr erwarten. Es fehlt vor allen Dingen der Kampfgeist. Armer HSV!

    • ITSLTD
    • 21.08.2011 um 6:24 Uhr

    Und schon feiern die Bayern ihre Meisterschaft, den Gewinn der Championsleague und den DFB Pokal ....

    Gegen den HSV hätte gestern wahrscheinlich auch jede Zweitligamannschaft gewonnen.

    Wenn der HSV so weitermacht,wird er absteigen. Schon in Dortmund hätte er eine höhere Packung verdient gehabt, gegen Hertha glücklich unentschieden gespielt und jetzt wäre auch ein 0:8 gerecht gewesen. Aber wenn man sich diese zusammen gewürfelte Truppe anschaut, darf man nicht mehr erwarten. Es fehlt vor allen Dingen der Kampfgeist. Armer HSV!

  5. Was Bayern gezeigt hat, war schon gut, aber auch ohne Gegenwehr. Schaut man sich die Chancen an, waren die Hamburger noch gut bedient.

    Gladbach hingegen überrascht, das war wirklich eine sehr ansprechende Leistung. Mit dem Abstieg werden die in dem Zustand nichts mehr zu tun haben.

    • vonDü
    • 21.08.2011 um 6:04 Uhr

    war er gut,

    aber in Gladbach hat er ein bereits tot gesagtes und abgeschriebenes Team, nicht nur gerettet und wiederbelebt; er hat es offenbar geschafft, die Mannschaft dauerhaft konkurrenzfähig zu machen.
    Auch für einen guten Trainer eine außergewöhnliche Leistung, die nicht unbedingt zu erwarten war.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es sei den Gladbachern zu gönnen, daß sie nicht wie in der vergangenen Serie wieder so zittern müssen. Nur denken Sie an die eintracht aus Frankfurt in der vergangenen Saison, Im Herbst Siebter, am Ende abgestiegen. Wie heißt es so schön treffend : man soll nicht den Tag vor dem Abend loben. Also weiterhin, viel Glück!!!

    Es sei den Gladbachern zu gönnen, daß sie nicht wie in der vergangenen Serie wieder so zittern müssen. Nur denken Sie an die eintracht aus Frankfurt in der vergangenen Saison, Im Herbst Siebter, am Ende abgestiegen. Wie heißt es so schön treffend : man soll nicht den Tag vor dem Abend loben. Also weiterhin, viel Glück!!!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service