FC Sevilla Die Rache der Gurken-Truppe
Zur Verteidigung der spanischen Gurke: Der FC Sevilla will im Spiel gegen Hannover 96 mit einer Protestnote auf dem Trikotärmel auflaufen.
© Julian Stratenschulte dpa

Piotr Trochowski (links) und der Trainer vom FC Sevilla, Marcelino Garcia Toral vor dem Spiel gegen Hannover
Die Sache mit den Deutschen konnte Jose María del Nido nicht unbeantwortet lassen. Zu sehr hatte sie ihn gekränkt. Und so entschloss sich der Präsident des FC Sevilla zu einer ungewöhnlichen Aktion: Weil deutsche Behörden im Mai zunächst fälschlicherweise spanisches Gemüse für den Ausbruch der Ehec-Epidemie verantwortlich gemacht hatten, ist auf den Trikots des spanischen Erstligisten in dieser Saison am Ärmel eine grüne Gurke zu sehen. Darunter prangt die Aufschrift: "I love pepinos" – "Ich liebe Gurken". Die Aktion sei symbolischer Natur, "zur Verteidigung der spanischen Gurke, nachdem sie diesen Krieg mit Deutschland hatte", wie del Nido begründete.
Der Rechtsanwalt stammt aus Andalusien, der Region Spaniens, in der am meisten Gurken angebaut werden.

Das Gurken-Bild auf den Trikots des FC Sevilla
Das Schicksal will es so, dass del Nidos Mannen ihre Gurken-Trikots nun ausgerechnet in Deutschland erstmalig bei einem offiziellen Pflichtspiel präsentieren könnten; die spanische Fußballliga startet offiziell erst am kommenden Wochenende. In der Qualifikation zur Europa League tritt der FC Sevilla schon am heutigen Donnerstagabend (20.30 Uhr, live im ZDF) in Hannover an. Laut DFB- und Fifa-Regeln ist es eigentlich untersagt, politische, religiöse oder persönliche Botschaften während eines offiziellen Spiels auf dem Trikot zu zeigen. Während der Pressekonferenz vor dem Spiel war der Gurken-Protest jedoch kein Thema.
Für den FC Sevilla geht es auch um weit mehr, als nur die Ehre der einheimischen Gemüsebauern zu rächen: Die Teilnahme an der Europa League würde für den Verein die Chance erhöhen, in diesem Jahr einen Titel zu gewinnen. In der Meisterschaft rechnet nämlich niemand ernsthaft damit, dass der Titelträger nicht Real Madrid oder FC Barcelona heißen wird.
Natürlich ist die Europa League finanziell eine weitere Einnahmequelle, wobei der FC Sevilla das Geld aus dem internationalen Wettbewerb gar nicht so dringend benötigt. Im Gegensatz zu den meisten Clubs aus dem Land des Weltmeisters ist man nämlich schuldenfrei. Seit del Nido vor neun Jahren das Amt des Präsidenten übernommen hat, wird beim FC Sevilla seriös gewirtschaftet. Vor allem das eigene Nachwuchs- und Scoutingsystem verschafft dem Club immer wieder Millioneneinnahmen. Verkäufe von Entdeckungen wie Dani Alves, Sergio Ramos, Adriano oder Didier Zokora haben in den vergangenen Jahren sehr viel Geld eingebracht.
Bei Neuverpflichtungen schaut man dagegen nach kostengünstigen oder ablösefreien Spielern wie dem ehemaligen Hamburger Piotr Trochowski, der nun für Sevilla spielt und Teamkollege des früheren Schalkers Ivan Rakitic ist.
Del Nidos Personalpolitik hat den einst finanziell schwer angeschlagenen Club zwar saniert, sportlich ist der FC Sevilla in den vergangenen Spielzeiten aber etwas vom Kurs abgekommen. Vor fünf Jahren hatte es noch so ausgesehen, als könnte man zumindest vorübergehend Real Madrid oder den FC Barcelona herausfordern. Der Gewinn des Uefa-Cups 2006 und die Titelverteidigung ein Jahr später hatten Begehrlichkeiten geweckt bei den Fans. Doch außer dem spanischen Pokalsieg 2010 kam kein weiterer Titel hinzu. Ständige Trainerwechsel und der kontinuierliche Verkauf von Leistungsträgern hatten das Team zu sehr geschwächt. In der vergangenen Saison scheiterte man in der Qualifikation zur Champions League sogar am Außenseiter SC Braga – was Fans und Medien der Mannschaft besonders übel nahmen. Nun möchten die Spieler für Wiedergutmachung sorgen.
"Wir wollen oben mitspielen und uns möglichst für die Champions League qualifizieren. Vieles hängt davon ab, wie wir in die Saison starten", sagt Piotr Trochowski. Vielleicht ist es ja gerade die viel gescholtene spanische Gurke, die ihm und seinen Mannschaftskollegen in diesem Jahr Glück bringt.
- Datum 18.08.2011 - 10:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wasser aus der Türkei importiert um damit ausgelaugten Böden noch ein paar Gürkchen zu entlocken, und nichts als verbrannte Erde - sowohl im eigenen Land wie in der Türkei - zurücklässt, sollte sich eigentlich bedeckt halten, wenn sein bester Kunde seinen - ökologisch gesehenen - Sprengstoff nicht länger kaufen will. Ganz davon abgesehen hat Politik im Sport (eigentlich) nichts verloren, selbst wenn unser Merkelchen ach so gerne in die Patschehändchen klopft, wenn es opportun erscheint.
So trägt man Politik in den Sport hinein. Ob das eine gute Idee ist?
Wenn dann noch solche Sätze wie "zur Verteidigung der spanischen Gurke, nachdem sie diesen Krieg mit Deutschland hatte" fallen, finde ich das sehr bedenklich.
Dies widerspricht wirklich dem Geist des Sports, zumal niemand die spanischen Gurkenanbauer schädigen wollte. Priorität Nummer 1, war die Gesundheit der Menschen und da die Indizien für Spanien sprachen, war der Importverbot gerechtfertigt.
Das ist nur albern und belegt, wie europafern die gepäppelten Südstaaten sind. Der Ausdruck "Krieg" ist völlig deplaziert.
Man stelle sich vor, die Hannoveraner würden als Antwort den Aufdruck tragen:
1,8 Mrd. Euro, sag Danke!
(Anm.: Deutschland EU-Nettozahler 8,1 Mrd. Spanien Nettobezieher 1,8Mrd)
DAS Ehec-Bakterien auf spanischen Gurken gefunden wurden, nur eben nicht der, den man damals suchte.
Und wenn man sich die Aussagen von ehemaligen Arbeitern anhört, dass in Spanien auch gerne mal mit Abwasser aus der Kanalisation gewässert wird, dann sollte die Gurke auf dem Trikot vielleicht realistischer Weise braungrün sein.
Och, bitte doch nicht alles os ernst nehmen, ich persönlich finde es ganz witzig, den Spruch "Ich liebe Gurken" kann doch auch niemand übel nehmen. Wobei ich mir einnige Sorgen um die Zucchini mache, die bekommt in letzter Zeit zu wenig aufmerksamkeit. Vielleicht sollte man es mal mit einer Anit-Diskirminierungsklage versuchen.
Sevilla hat Zokora 2009 28-jährig für viel Geld (9 Mio) gekauft und in diesem Sommer für "nur" 6 Mio. weiterverkauft. Passt in die Liste mit Ramos oder Alves nicht so recht rein...
dann bekommt sevilla zur begrüßung auf dem platz keinen wimpel, sondern eine gurke aus dem spreewald und die sache ist durch.
wer so nett bittet ...
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