Bundesliga-Vorschau Oli Kahn, Uli Hoeneß und das doofe Internet
Warum Uli Hoeneß über Blogs schimpft. Wie ein Torjäger gegen den Jugendwahn kämpft. Und warum Schallwellen die Kölner Abwehr wecken sollen. Alle Antworten zum 3. Spieltag
© Johannes Simon/Bongarts/Getty Images

Digital Native: Oliver Kahn
Wer spielt wann gegen wen?
Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg (Freitag, 20.30 Uhr)
Borussia Dortmund – 1. FC Nürnberg (Samstag, 15.30 Uhr)
Bayern München – Hamburger SV
Werder Bremen – SC Freiburg
VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen
FC Augsburg – 1899 Hoffenheim
1. FC Köln – 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FSV Mainz – FC Schalke 04 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Hannover 96 – Hertha BSC (Sonntag, 17.30 Uhr)
Welches Spiel sollten Sie auf keinen Fall verpassen?
Bayern gegen Hamburg, weil es in München doch immer am Lustigsten ist. Protagonist des aktuellen Konflikts ist ein ehemaliger Torwart, zu dessen großer Stärke es stets gehörte, sich selbst kräftig auf die Brust zu trommeln. Nun, ohne Torwarthandschuhe ist Oliver Kahn langweilig, oder er fühlt sich nicht mehr gebraucht, beachtet oder was auch immer – Probleme, die Vorruheständler eben so haben. Deswegen zettelte er in seinem Blog eine Führungsspielerdebatte an, schimpfte auf die netten Lahm und Schweinsteiger, weil sie nett sind. Das rief neben den Kritisierten auch den Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß auf den Plan, der nicht nur gegen Kahns Aussagen ("Käse") sondern auch gegen das Internet wetterte. "Grundsätzlich denke ich, dass ein Ex-Spieler das nicht nötig hat, in irgendwelchen doofen Blogs seinen Senf zu allem dazuzugeben. Wenn er ein Problem hat, soll er das selber den Spielern sagen, aber nicht übers Internet, wo es innerhalb von zehn Sekunden von Feuerland bis Alaska durch die Welt geht", sagte Hoeneß und setzt sich mit dieser ganz und gar analogen Meta-Kritik sicher den Attacken aller Hacker dieser Welt aus. Dabei haben die Bayern ganz andere Probleme: Eine nicht vorhandene Spielidee, einen blassen Trainer und einen Torjäger, der schon lange keines mehr erlegt hat. Von den Problemen des Hamburger SV wollen wir gar nicht erst anfangen. Zu wenig Platz, trotz Internet.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Das Spiel Köln gegen Kaiserslautern hätte schmutzig werden können. Richtig schmutzig. So schmutzig, wie man es nur aus den hintersten Regalen der Erwachsenen-Videothek kennt. Frustriert von der 1:5-Niederlage ihrer Mannschaft auf Schalke, sollen Kölner Ultras Bierbecher mit Fäkalien in benachbarte Fanblöcke geworfen haben. Wir wollen nicht ins Detail gehen, es gibt ja bald wieder Essen. Die Vorwürfe aber sind in jedem Sinne handfest. Mittlerweile können die Zuschauer, man muss es so sagen, wieder aufatmen. Die Täter wurden identifiziert und dürfen drei Jahre lang kein Fußballstadion betreten.
Wer steht im Blickpunkt?
Einer, der Schluss macht mit diesem Jugendwahn. Immer jünger, fitter, faltenfreier müssen sie sein. Geht es so weiter, rekrutiert Jogi Löw seine Nationalelf bald aus der B-Junioren-Bundesliga. Gut, dass es Spieler wie Sascha Mölders gibt. Vor wenigen Wochen war er nur Fußball-Nerds bekannt, die auch die Teamkader der zypriotischen Divison A runterbeten konnten. Heute, und morgen wohl auch noch, kennt ihn das ganze Fußballland. Sascha Mölders, 26 Jahre alt, groß, kräftig, bärtig, vergammelte seine jungen Erwachsenenjahre bei Vereinen wie Wacker Bergeborbeck, Schwarz-Weiß Essen und später, um etwas Farbe ins Spiel zu bringen, bei Rot-Weiß Essen. Mittlerweile erzielte er alle Bundesliga-Tore der 104-jährigen Geschichte des FC Augsburg. Drei nämlich. Damit sicherte sich Mölders schon jetzt einen Platz im Augsburger Legendenhimmel neben Jim Knopf und Klecksi, dem Tintenfisch – und sich die Spitze der Bundeliga-Torjägerliste. Zugegeben, an den restlichen 32 Spieltagen könnte es dort noch die eine oder andere Änderung geben. Dass aber auch Spieler mittleren Alters am Ende ganz oben stehen können, die zuvor Schwierigkeiten hatten, das eigene Marathontor zu treffen, daran erinnern die Herren Michael Preetz und Martin Max. Sie erhielten die Torjägerkanone schon leicht ergraut mit 30 und 31 Jahren.
- Datum 19.08.2011 - 14:47 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







was die schalker mit raul machen ist fuer mich eine schande,
gratis kam raul nach schalke-diese lichgestalt des fussballs-er ist mit familie gekommen,seine kinder gehen dort zur schule, statt raul ganz zu entrigieren stellen sie ihn in den schatten, er ist die einziege lichtgestelt bei
[...]
Gekürzt. Der Kommentarbereich dient dem sachlichen Meinungsaustausch. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich mit konstruktiven Beiträgen beteiligen und auf Beleidigungen verzichten. Danke. Die Redaktion/er
hm ... Rechtschreibung und Anstand üben wir aber nochmal ...
hm ... Rechtschreibung und Anstand üben wir aber nochmal ...
hm ... Rechtschreibung und Anstand üben wir aber nochmal ...
...trägt schwer daran, dass die Alpha-Männchen sich (wenigstens im Fußball) größtenteils überlebt haben.
Nur mal als Beispiel: Als Oliver Kahn so alt war wie Bastian Schweinsteiger heute,nämlich 27 Jahre, da hatte er genau EINEN Titel geholt, und zwar den Uefa-Cup-Sieg mit den Bayern.
Bastian Schweinsteiger hingegen ist 5-facher Deutscher Meister, 5-facher Pokalsieger, 2x WM-Dritter, 1x Vize-Europameister.
Als Kahn seinen größten Erfolg feierte, nämlich den Championsleague-Sieg von 2001, war er fast 32 Jahre alt.
Dass zu einem solchen Titelgewinn, ebenso wie zu einem WM oder auch EM-Titel auch ein gewisses Quäntchen Glück gehört, wer wüsste das besser als Oliver Kahn. 1999 Pech gehabt, 2001 eben Glück (Elfmeterschießen), 2002 wieder Pech. Lahm und Schweinsteiger haben noch 5 Jahre Zeit, Kahn einzuholen und zu überholen.
Spielertypen wie Kahn braucht man nicht mehr, auch wenn es grade Boulevardmedien sind, die (vermeintliche) Superstars und "Leader" aufbauen wollen um von diesen dann "exklusive" Infos zu bekommen.
Es mag Spieler wie Kahn, Ballack, Effenberg und Rost hart angehen, dass ihr "Anscheißen für den Erfolg" im heutigen Spitzenfußball obsolet geworden ist.
Wenn man Interviews mit Spielern wie z.B. Xavi und auf der anderen Seite Kahn liest, fällt eines sofort ins Auge:
Der eine liebt das Spiel, der andere nur den Sieg.
Ich gebe dabei zu bedenken, dass bei der ganzen Diskussion immer Dortmund als Beispiel angeführt wird. Auch bei Dortmund gibt es einen Lautsprecher: Der heißt Klopp. Wenn die Spieler jemanden so folgen wie die Spieler den Trainer, braucht man keinen Führungsspieler. Wenn der Trainer aber kein Lautsprecher ist, so bedarf es einen.
Weder Lahm noch Schweinsteiger belegten den 2. Platz als Weltfußballer des Jahres 2002:
-Waren schon Europameister wie Kahn 1996
-1999, 2001, 2002 Welttorhüter
-Uefa Torhüter der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002
-Bester Bundesligatorhüter 1994, 1997, 1998, 1999, 2001
-Fußballer des Jahres 2000, 2001
So weit zu ihrer Meinung, dass man Spielertypen wie Kahn nicht mehr braucht, wenn der Erfolg bei EM und WM ausbleibt. PS: Oder waren Lahm /Schweinsteiger schon zweimal wie Matthäus Weltfußballer des Jahres 1990/1991?
"Fünf deutsche Nationalspieler waren in den Kreis der ursprünglich 23 Kicker berufen worden. Ein deutsches Quartett vom Champions-League-Finalisten Bayern München bestehend aus WM-Torschützenkönig Thomas Müller, DFB-Kapitän Philipp Lahm, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger stand ebenso zur Wahl wie Spielmacher Mesut Özil von Real Madrid. Allerdings schafften sie nicht den Sprung unter die besten Drei." Mehr ist nicht zu sagen.
...habe ich darauf hingewiesen, dass Oliver Kahn im gleichen Alter wie Lahm und Schweinsteiger nur EINEN Erfolg hatte...nämlich den Titel des Uefa-Cup-Siegers. Alle die unbestrittenen Erfolge, die Sie aufzählen, hat Oliver Kahn um bzw. nach seinem 30 Geburtstag erzielt...bis auf denjenigen des besten Torhüters der Bundesliga. Nun gibt es aber keine Wahl zum besten Linksverteidiger der Liga und auch der beste defensive Mittelfeldmann wird meines Wissens nicht extra ausgezeichnet.
Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Wenn die nächsten 3-4 Jahre ins Land gezogen sind und Lahm bzw. Schweinsteiger immer noch keine internationalen Titel geholt haben, dann, und nur dann, kann man Kahns Kritik eventuell annehmen. Vorher sollte er mal brav ganz stille sein, denn, wie erwähnt, die beiden sind weitaus erfolgreicher als er es in gleichem Alter war.
Btw: Den EM-Titel 1996 hat Oliver Kahn als 3.Torwart ohne Einsatz geholt. Da brauchte es seine Führungsspielerqualitäten wohl weniger.
Ich gebe dabei zu bedenken, dass bei der ganzen Diskussion immer Dortmund als Beispiel angeführt wird. Auch bei Dortmund gibt es einen Lautsprecher: Der heißt Klopp. Wenn die Spieler jemanden so folgen wie die Spieler den Trainer, braucht man keinen Führungsspieler. Wenn der Trainer aber kein Lautsprecher ist, so bedarf es einen.
Weder Lahm noch Schweinsteiger belegten den 2. Platz als Weltfußballer des Jahres 2002:
-Waren schon Europameister wie Kahn 1996
-1999, 2001, 2002 Welttorhüter
-Uefa Torhüter der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002
-Bester Bundesligatorhüter 1994, 1997, 1998, 1999, 2001
-Fußballer des Jahres 2000, 2001
So weit zu ihrer Meinung, dass man Spielertypen wie Kahn nicht mehr braucht, wenn der Erfolg bei EM und WM ausbleibt. PS: Oder waren Lahm /Schweinsteiger schon zweimal wie Matthäus Weltfußballer des Jahres 1990/1991?
"Fünf deutsche Nationalspieler waren in den Kreis der ursprünglich 23 Kicker berufen worden. Ein deutsches Quartett vom Champions-League-Finalisten Bayern München bestehend aus WM-Torschützenkönig Thomas Müller, DFB-Kapitän Philipp Lahm, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger stand ebenso zur Wahl wie Spielmacher Mesut Özil von Real Madrid. Allerdings schafften sie nicht den Sprung unter die besten Drei." Mehr ist nicht zu sagen.
...habe ich darauf hingewiesen, dass Oliver Kahn im gleichen Alter wie Lahm und Schweinsteiger nur EINEN Erfolg hatte...nämlich den Titel des Uefa-Cup-Siegers. Alle die unbestrittenen Erfolge, die Sie aufzählen, hat Oliver Kahn um bzw. nach seinem 30 Geburtstag erzielt...bis auf denjenigen des besten Torhüters der Bundesliga. Nun gibt es aber keine Wahl zum besten Linksverteidiger der Liga und auch der beste defensive Mittelfeldmann wird meines Wissens nicht extra ausgezeichnet.
Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Wenn die nächsten 3-4 Jahre ins Land gezogen sind und Lahm bzw. Schweinsteiger immer noch keine internationalen Titel geholt haben, dann, und nur dann, kann man Kahns Kritik eventuell annehmen. Vorher sollte er mal brav ganz stille sein, denn, wie erwähnt, die beiden sind weitaus erfolgreicher als er es in gleichem Alter war.
Btw: Den EM-Titel 1996 hat Oliver Kahn als 3.Torwart ohne Einsatz geholt. Da brauchte es seine Führungsspielerqualitäten wohl weniger.
weg.
Immer wieder danke für diese Texte ;-DD
Ich gebe dabei zu bedenken, dass bei der ganzen Diskussion immer Dortmund als Beispiel angeführt wird. Auch bei Dortmund gibt es einen Lautsprecher: Der heißt Klopp. Wenn die Spieler jemanden so folgen wie die Spieler den Trainer, braucht man keinen Führungsspieler. Wenn der Trainer aber kein Lautsprecher ist, so bedarf es einen.
Weder Lahm noch Schweinsteiger belegten den 2. Platz als Weltfußballer des Jahres 2002:
-Waren schon Europameister wie Kahn 1996
-1999, 2001, 2002 Welttorhüter
-Uefa Torhüter der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002
-Bester Bundesligatorhüter 1994, 1997, 1998, 1999, 2001
-Fußballer des Jahres 2000, 2001
So weit zu ihrer Meinung, dass man Spielertypen wie Kahn nicht mehr braucht, wenn der Erfolg bei EM und WM ausbleibt. PS: Oder waren Lahm /Schweinsteiger schon zweimal wie Matthäus Weltfußballer des Jahres 1990/1991?
"Fünf deutsche Nationalspieler waren in den Kreis der ursprünglich 23 Kicker berufen worden. Ein deutsches Quartett vom Champions-League-Finalisten Bayern München bestehend aus WM-Torschützenkönig Thomas Müller, DFB-Kapitän Philipp Lahm, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger stand ebenso zur Wahl wie Spielmacher Mesut Özil von Real Madrid. Allerdings schafften sie nicht den Sprung unter die besten Drei." Mehr ist nicht zu sagen.
...habe ich darauf hingewiesen, dass Oliver Kahn im gleichen Alter wie Lahm und Schweinsteiger nur EINEN Erfolg hatte...nämlich den Titel des Uefa-Cup-Siegers. Alle die unbestrittenen Erfolge, die Sie aufzählen, hat Oliver Kahn um bzw. nach seinem 30 Geburtstag erzielt...bis auf denjenigen des besten Torhüters der Bundesliga. Nun gibt es aber keine Wahl zum besten Linksverteidiger der Liga und auch der beste defensive Mittelfeldmann wird meines Wissens nicht extra ausgezeichnet.
Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Wenn die nächsten 3-4 Jahre ins Land gezogen sind und Lahm bzw. Schweinsteiger immer noch keine internationalen Titel geholt haben, dann, und nur dann, kann man Kahns Kritik eventuell annehmen. Vorher sollte er mal brav ganz stille sein, denn, wie erwähnt, die beiden sind weitaus erfolgreicher als er es in gleichem Alter war.
Btw: Den EM-Titel 1996 hat Oliver Kahn als 3.Torwart ohne Einsatz geholt. Da brauchte es seine Führungsspielerqualitäten wohl weniger.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren