Der aktuellste Neuzugang Real Madrids kostete keine Millionen. Keinen Euro gab der Verein für Leonel Angel Coira aus. Die Madrilenen müssen allerdings noch ein bisschen warten, bis sich der Linksfuß in die erste Mannschaft vorgespielt hat. Leonel ist sieben Jahre alt.

In den vergangenen Jahren hat sich in den europäischen Topligen das Scouting-System stark auf die Verpflichtung jüngster Talente spezialisiert. Frühe Transfers sollen spätere riesige Ablösesummen vermeiden. Die Kosten für eine optimale Jugendarbeit sind deutlich geringer als die Preise, die später für den Zukauf eines Stars gezahlt werden.

Obwohl nur ein minimaler Bruchteil der Jugendlichen reüssiert, geht das Konzept bislang auf: Real verpflichtete einst den acht Jahre alten Torhüter Iker Casillas . Zehn Jahre später stand er erstmals zwischen den Pfosten der Profimannschaft. Inzwischen ist Casillas der erfolgreichste Torhüter der Welt. In diesem Jahr geht er in seine 13. Saison als Nummer eins seines Fußballclubs.

Der gebürtige Argentinier Leonel ist nun der jüngste Spieler, den Real Madrid jemals offiziell unter Vertrag nahm. Juan Tapiador, ein Pressesprecher von Real sagte, dass keiner der jungen Neuzugänge bislang so viel Aufmerksamkeit erregte wie Leonel, keiner sei so gut. Das argentinische Kind wechselt am 6. September offiziell vom Provinzclub Moraleja de Enmedio nach Madrid.

Fünf Tore soll Leonel bisher im Schnitt pro Spiel geschossen haben. Sein Vater Miguel Coira, der seinen Sohn selbst trainiert, sagt stolz: "Er ist wirklich gut. Er spielt mit älteren Kindern und brilliert dabei." Wenn sein Sohn Spaß habe, laufe der Ball schon von selbst in Richtung der gegnerischen Maschen.

Nach den Probetrainingseinheiten bei Real und beim Stadtrivalen Athletico hätten beide Clubs großes Interesse signalisiert. Miguel und Leonel Coira entschieden sich für die Königlichen, sagte der Vater der spanischen Zeitung ABC : "Ich vertraue dem Club. Ich weiß, dass sie gut auf Leonel aufpassen werden." Im Internet ist Leonel auf YouTube zu finden. Obwohl nur zwei kurze Dribblings mit erfolgreichen Abschlüssen zu sehen sind, wurde das Video bereits mehr als 700.000 geklickt. Ein Fernschuss und ein Lupfer, jeweils mit dem linken Fuß, begeistern nun die Fußballwelt.

Lionel Messi ist Leonels Vorbild. In Sachen Frisur und Spitzname ("Leo") steht der siebenjährige Argentinier seinem Vorbild in nichts nach. "Ich träume davon, Messi zu treffen, mit Madrid in der ersten Liga und für Argentinien bei der Weltmeisterschaft zu spielen", sagt Leonel. Sollte seine Karriere wirklich so weitergehen, schlüge seine Stunde etwa bei der WM 2022. Dann ist Leonel 18 Jahre alt.