Jürgen Klopp auf einer Pressekonferenz © Patrik Stollarz/Bongarts/Getty Images

Das Erfolgsprodukt Champions League erlebt ein Jubiläum. Vor zwanzig Jahren wurde sie ins Leben gerufen, zu einer Zeit, in der der deutsche Fußball den Anschluss an die Weltspitze verlor. Kein Wunder, dass deutsche Teams den bedeutendsten Wettbewerb des Vereinsfußballs selten geprägt haben.

Zwar gewannen zwei Bundesligisten den Titel, Borussia Dortmund 1997 und Bayern München 2001. Doch es waren andere Vereine, die wegen ihres Stils in Erinnerung bleiben: in den frühen neunziger Jahren Ajax Amsterdam und der AC Mailand mit systematischem Offensiv- sowie Juventus Turin mit systematischem Defensivfußball; Manchester United, das um die Jahrhundertwende mit wuchtigem Angriffsfußball begeisterte; und der FC Barcelona, der die Konkurrenz seit fünf Jahren mit seinen Kurzpässen dominiert.

Die stärkste deutsche Phase, die der Bayern vor rund zehn Jahren, war das Werk Ottmar Hitzfelds, der schon Dortmund zum Titel geführt hatte. Doch Bayern wie Dortmund zehrten weniger von der Spielidee des Trainers, sondern von seinem sehr geschicktem Umgang mit Führungsspielern.

Am ehesten gefielen die Leverkusener, die 2002 ein herausragendes Jahr erwischten und mit Michael Ballack überraschend ins Finale stürmten. In den Jahren darauf jedoch verhob sich Bayer an der Champions League, stieg darauf fast aus der ersten Liga ab. Ähnlich erging es Dortmund. Andere deutsche Vertreter, etwa Hamburg, Stuttgart, Bremen und Wolfsburg, blieben weitgehend blass.

Die jüngsten Vorstöße, Schalkes Halbfinalteilnahme in diesem Jahr und Bayerns Finaleinzug ein Jahr zuvor, schienen eher der Gunst der Stunde zu verdanken, die einem in einem K.-o.-Wettbewerb zufliegen kann. Oder waren das Vorläufer einer Wende?

Wenn nicht alles täuscht, haben sich die Verhältnisse zugunsten Deutschlands geändert. In Italien schwächeln die Großen, weil die Liga an Geldnot, Zuschauerverlust und einem ständigen Manipulationsverdacht leidet. Die Serie A verliert ab dem kommenden Jahr einen Startplatz an die Bundesliga. In Spanien haben alle Vereine den Anschluss an Barcelona und Madrid verloren. England schickt nur einen Favoriten, Manchester United, ins Rennen, auch wenn der Lokalrivale City dank der Millionen eines Scheichs wettbewerbsfähig geworden ist.