Champions LeagueBallack verliert gegen sein altes Team

Bayer Leverkusen muss gegen den FC Chelsea eine Niederlage einstecken. In letzter Sekunde sichert sich Dortmund ein Unentschieden gegen Arsenal. Die Spielberichte von dpa

Michael Ballack im Spiel gegen Chelsea

Michael Ballack im Spiel gegen Chelsea  |  © Ian Kington/AFP/Getty Images

FC Chelsea - Bayer Leverkusen 2:0 (0:0)

Ovationen für London-Rückkehrer Michael Ballack, aber Fehlstart für Bayer Leverkusen: Der Bundesligist verlor trotz einer respektablen Vorstellung bei Ballacks Ex-Club. Im Stadion an der Stamford Road erzielte Abwehrspieler David Luiz (67.) dreißig Sekunden nach der Auswechslung von Ballack das Führungstor für die Londoner. Juan Manuel Mata (90.+2) gelang die Entscheidung.

Im Zusammenspiel mit Lars Bender und Simon Rolfes sorgte Ballack zwar für Ordnung und Struktur im Mittelfeld der mit acht Champions-League-Debütanten angetretenen Bayer-Elf, vor dem gegnerischen Tor hatte er aber kein Glück. In der 57. Minute verhinderte Keeper Petr Cech einen Treffer des Deutschen. Neun Minuten später verließ Ballack unter Ovationen der Londoner Anhänger den Rasen.

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Die zunächst ohne Renato Augusto spielenden Leverkusener zeigten zur Freude der rund 1.500 mitgereisten Fans wenig Respekt vor dem Gegner, machten in der Defensive kaum Fehler und hatten in dem erst neunzehnjährigen Bernd Leno im Tor einen sicheren Rückhalt.

Im Angriff der Londoner, die ohne die geschonten Frank Lampard, Nicolas Anelka und John Terry begannen, agierte Fernando Torres lange als Alleinunterhalter. Der Spanier war an praktisch allen gefährlichen Szenen der Gastgeber beteiligt. An Leno kam er aber nicht vorbei. In der 10. Minute verhinderte der mit einer Reflexbewegung das 0:1.

Erst in der Schlussphase der ersten 45 Minuten geriet Bayer stärker unter Druck, doch wahre Torchancen konnte sich das Team von Andre Villas-Boas nicht mehr erspielen. Nach Wiederbeginn versuchten die Londoner, das Tempo noch einmal anzuziehen, doch Stefan Reinartz und Ömer Toprak behielten in der Innenverteidigung die Übersicht. Auf der Gegenseite spielte Bayer seine Konter zielstrebiger aus. Nach einer Stunde scheiterte Andre Schürrle frei vor Chelseas Torhüter Cech.

Wie aus dem Nichts ging Chelsea in Führung, als David Luiz den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar in die lange Torecke schoss. Kurz zuvor hatte Villas-Boas seine Stars Lampard und Anelka aufs Spielfeld geschickt.

FC Chelsea: Cech - Bosingwa, David Luiz (76. Alex), Ivanovic, Cole - Malouda, Mikel, Raul Meireles (64. Lampard) - Sturridge (64. Anelka), Torres, Mata

Bayer Leverkusen: Leno - Castro, Reinartz, Toprak, Kadlec - Bender (80. Balitsch), Rolfes - Sam (73. Derdiyok), Ballack (66. Renato Augusto), Schürrle - Kießling

Schiedsrichter: Lannoy (Frankreich)

Zuschauer: 33.820

Tore: 1:0 David Luiz (67.), 2:0 Mata (90.+3)

Gelbe Karten: David Luiz, Torres / Bender, Castro, Derdiyok

Beste Spieler: Mata, Sturridge / Leno, Bender

Leserkommentare
  1. Da hat sich Dutt aber gewaltig verzockt. Nachdem Ballack ausgewechselt wurde, verloren die früheren Mannschaftskameraden vor Leverkusen den Respekt. Immerhin hätte Ballack beinahe das 0:1 gemacht. Nun, da sollte sich Dutt mal Gedanken über seine Auswechslungen machen. Das mag für die Bundesliga vielleicht fruchten, aber nicht für hochkarätige Gegner wie Chelsea. Ganz nebenbei: Dortmund hätte den Sieg verdient, waren eindeutig besser. Mailand hatte großes Glück. Der Hammer, wie da dieses Tor zum Ausgleich fiel.

    2 Leserempfehlungen
    • Jativa
    • 14. September 2011 9:10 Uhr

    Ballack war der einzige leverkusener Spieler, vor dem Chelsea sichtbar Respekt hatte. Und er war der einzige Leverkusener, dem man anmerkte, daß Spiele auf diesem Niveau nichts unbekanntes sind. Als Chelsea nach der Einwechslung von Lampard und Anelka aufdrehte, war bei Leverkusen niemand zu sehen, der die Substanz bzw. Erfahrung hatte, Chelsea zu stoppen. Dutt dagegen hatte die Eingebung mit Renato Augusto.
    Ein Chelsea, das nicht in Bestbesetzung angetreten ist, ist trotzdem nicht mit den üblichen Bundesligagegnern vergleichbar. Weiß nun vielleicht auch Herr Dutt. Ansonsten reicht's nach der Gruppenrunde doch nur wieder für die Euro League.

    Eine Leserempfehlung
  2. Der Name "Ballack" scheint die unverzichtbare Leimrute für alle Schlagzeilen zu Leverkusen, doch die suggerierten Konnotationen sind auffallend einseitg: Wenn Leverkusen in der Bundesliga die Siegtore schoß, nachdem Ballack ausgewechselt wurde, oder verlor, nachdem Ballack eingewechselt wurde, prangt diese "Kausalität" bei ZO jedesmal in der Überschrift. Diesmal hat Leverkusen die Gegentore nach seiner Auswechselung bekommen. Konsequenterweise hätte ZO jetzt eigentlich mal etwas in der Art titeln müssen: "Leverkusen verlor als Ballack ging". Aber nein, auch jetzt hat wieder "Ballack verloren". Schon seltsam.

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    Das kommt daher, glaube ich, weil die "ZO" alles gut findet, was Löw macht. Wenn Prinz auf der Bank sitzt, wird Neids Kompetenz angezweifelt, aber wenn Löw Ballack aussortiert, wird das als sportliche Entscheidung gewertet. Das glaube ich, aus den Artikeln heraus gelesen zu haben.

  3. Warum Dutt Ballack ausgewechselt hat, weiss wohl nur er, meiner meinung nach ein fehler.
    Die Schreibe gegen Ballack in der Zeit wird allerdings langsam wirklich nervig : Schuldet der dem Dobbert noch Geld oder wie ?

    2 Leserempfehlungen
  4. Das kommt daher, glaube ich, weil die "ZO" alles gut findet, was Löw macht. Wenn Prinz auf der Bank sitzt, wird Neids Kompetenz angezweifelt, aber wenn Löw Ballack aussortiert, wird das als sportliche Entscheidung gewertet. Das glaube ich, aus den Artikeln heraus gelesen zu haben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Michael Ballack | Lars Bender | Bayer AG | Bundesliga | Frank Lampard | Fußball
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