Burn-outs im Fußball "Wer sein Hobby zum Beruf macht, kann nicht mehr entspannen"
Zwei Drittel aller Fußballlehrer haben sich bereits ausgebrannt gefühlt, fand der Psychologe Nawrath heraus. Idealisten sind besonders gefährdet, sagt er im Interview.
ZEIT ONLINE: Herr Nawrath, Sie haben eine Studie zum Thema Burn-out bei Fußballtrainern veröffentlicht. Was haben Sie herausgefunden?
Christian Nawrath: Ein Ergebnis ist, dass bei Trainern Symptome unabhängig von ihrem Erfolg oder Misserfolg auftreten können, die unter Burn-out subsumiert werden können. Im Misserfolgsfall stehen Trainer vor allem wegen der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust unter Druck. Im Erfolgsfall ist diese Angst zwar nicht da, dafür steigen die Erwartungen vom Umfeld und den Medien. Aber auch die eigenen Erwartungen.
Christian Nawrath ist Diplom-Psychologe. Im Jahr 2006 veröffentlichte er eine Studie mit dem Titel "Arbeiten auf dem Schleudersitz. Trainer werden, Trainer sein, Trainer bleiben".
ZEIT ONLINE: Für ihre Studie haben Sie mittels Interviews und Fragebogen über fünfzig Trainer aus den höchsten drei deutschen Ligen befragt. Wie viele waren Burn-out-gefährdet?
Nawrath: Rund 10 Prozent der damals befragten Trainer in der Fragebogenstudie fühlten sich aktuell ausgebrannt. Das ist nicht sehr viel. Aber: Zwei Drittel der Trainer sagten, dass sie sich in der Vergangenheit schon einmal ausgebrannt gefühlt haben. Das ist viel. Aber vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass man keine akute Schwäche zugeben will und kann.
ZEIT ONLINE: Weil das bedeuten könnte, in Zukunft nicht mehr als Trainer arbeiten zu können?
Nawrath: Natürlich steigt für einen Trainer, der eine Pause einlegt, die Gefahr, vom berühmten Trainerkarussell herunterzufallen und danach schwerer wieder einen Job zu finden – oder gar keinen mehr. Dann befindet sich der Trainer in einem Dilemma: Bleiben und auf die notwendige Erholung verzichten oder eine Pause einlegen, aber dafür vielleicht nicht mehr in den Job zurückkehren können. Das betrifft aber nicht jeden Trainer gleichermaßen. Ist man bereits sehr erfolgreich, ist eine Rückkehr nach einer Pause sehr gut möglich. Aber vor allem junge Trainer könnten aus Angst, keine zweite Chance mehr zu bekommen, auf eine notwendige Pause verzichten.
ZEIT ONLINE: Sie sprechen in diesem Zusammenhang sogar von "einer besonderen Brutalität in der Branche, da der Trainerberuf nicht von der Leistung, sondern ausschließlich vom Erfolg abhängig ist".
Nawrath: Ja. Im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern gibt es deswegen auch eine viel höhere Arbeitsplatzunsicherheit. Die meisten Trainer sagen, dass sie nur von Woche zu Woche, von Sieg zu Sieg oder eben Niederlage zu Niederlage leben. Und im Vergleich zu einem normalen Arbeitgeber stehen sie in der Öffentlichkeit, ihre Arbeit wird von den Medien und der Öffentlichkeit ständig bewertet. Erfolg oder Misserfolg kann sich jederzeit wieder ändern. Natürlich kann man sich vorbereiten, gewissenhaft seine Arbeit machen und an gewissen Stellschrauben drehen. Aber eines ist von Beginn an klar: Man kann nicht immer gewinnen. Erfolg ist aber das A und O und das höchste Kriterium für die Bewertung der Arbeit eines Trainers.
ZEIT ONLINE: Dennoch denken viele Fans, dass das Trainerdasein ein absoluter Traumberuf ist.
Nawrath: Das haben auch die allermeisten Trainer in unserer Befragung gesagt. Sie haben aber auch gesagt, dass sie für ihren Traumberuf auf viel verzichten müssen. Auf Familie, auf soziale Kontakte und natürlich auf Freizeit. Dieses Verzichten-Müssen und das Fehlen von Erholungsphasen in Verbindung mit der angesprochenen Abhängigkeit vom Erfolg erhöht die Gefahr, auszubrennen.
- Datum 27.09.2011 - 10:01 Uhr
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Bundesligatrainer sind nicht nur einfach Sportlehrer. Die Trainer sind Entscheider über Investitionen und auf vielfältige Weise in das Finanzsystem der Vereine eingebunden. Im Fußballbetrieb werden monatlich Abermillionen Euro verbrannt, von manchen Vereinen auch erwirtschaftet. Kein Bratwurststand könnte sich dieses kaufmännische Verhalten leisten.
Eine Studie über die Verflechtungen der Trainer und Manager in die Finanztransaktionen ihrer Vereine wäre aufschlußreicher.
Es macht mich wütend, dass das Thema jetzt so ausgiebig diskutiert wird, weil jemand aus dem öffentlichen Fußball-Leben betroffen ist. Wenn z.B. unzählige Personen aus den Pflegeberufen oder an Schulen dasselbe Schicksal ereilt, dann kräht kein Hahn danach.
Und um es mal ganz hart zu sagen. Ein Profi-Trainer im Fußball bekommt wahrscheinlich in einem oder in zwei Jahren so viel Geld wie ein normaler Arbeitnehmer in 40 Jahren. Dann muss man sich auch der Tatsache stellen, dass da ein anderer Druck herrscht.
Das ist doch Quatsch, was Sie da schreiben. Haben Sie in den letzten Monaten die Medienlandschaft verfolgt? Dann müssten Sie nämlich wissen, dass das Thema Burn-Out in der Presse ausgiebig behandelt wurde. Dass ein Prominenter erneut die allgemeine Aufmerksamkeit auf eine Krankheit lenkt, ist doch eher positiv denn das Gegenteil.
Zu denen, die meinen, Geld wäre die Lösung für alle Probleme dieser Welt: Sie irren sich. Menschen wie Sie, die meinen, jemand MÜSSE wegen seines Einkommens mehr Druck aushalten, machen doch solche und andere Krankheiten zum Tabuthema.
Das ist doch Quatsch, was Sie da schreiben. Haben Sie in den letzten Monaten die Medienlandschaft verfolgt? Dann müssten Sie nämlich wissen, dass das Thema Burn-Out in der Presse ausgiebig behandelt wurde. Dass ein Prominenter erneut die allgemeine Aufmerksamkeit auf eine Krankheit lenkt, ist doch eher positiv denn das Gegenteil.
Zu denen, die meinen, Geld wäre die Lösung für alle Probleme dieser Welt: Sie irren sich. Menschen wie Sie, die meinen, jemand MÜSSE wegen seines Einkommens mehr Druck aushalten, machen doch solche und andere Krankheiten zum Tabuthema.
(Konfuzius). Genau hier liegt das Problem. Für Menschen, die ihre Berufung zum Beruf bzw. Lebensinhalt machen, gibt es kein Abschalten, keine Erholung, keine Auszeiten. Perfektionismus, Leidenschaft, totales Involvment, man geht völlig in seinem Tun auf. Solche Menschen kennen keinen Beruf, keine Freizeit, kein Privatleben. Sie geben immer 110 %. Bis irgendwann früher oder später die schleichende Leere bzw. der Zusammenbruch kommt. Aus eigener Erfahrung kann ich rückblickend sagen: Man muss Auszeiten nehmen, wie es etliche Trainer machen, u. a. Hitzfeld, Favre oder derzeit auch van Gaal. Ein Profi - Trainer in Spitzenligen hat bei internationalem Einsatz bis zu 60 Spiele p. a. abzuwickeln. Gehen die Spieler ein paar Wochen in Urlaub,
bereitet er sich auf geänderten Kader und die neue Saison vor. Er ist quasi 365 Tage im Jahr im Einsatz. Mit Reisen oft rund um die Uhr. Das hält über Jahrzehnte nicht mal eine Maschine ohne Generalüberholung aus.
Zum Thema Burnout und Depression im Fußball habe ich einen sehr interessanten Artikel von Udo Lattek gefunden:
http://www.sport1.de/de/f...
Will mal aufklären, das Burn Out auch CFS Syndrom genannt ist eine Erscheinung des Menscheins unter Druck.
Der Mensch wird doch heute in eine Welt gesetzt, in der er so viel Verantwortung und gleichzeitig Druck tragen muss, und um all das zu bewältigen WILL MAN ALLES NACH AUSSEN HIN GEBEN aber vergisst seine Seele und Gesundheit.
Warum: Weil man es anderen recht machen will.
Weil man den DRUCK begegnen will. Weil man nach aussen orientiert ist, kommt da Druck? Da muss ich vorher reagieren. und so reagiert man nur noch im Vorhinein und pusht sich an die Grenzen. Es ist also ganz sicher das gesellschaftliche Klima mitverantwortlich, in dem wir keine Ruhe finden für uns selbst. WEIL WIR ZÄHLEN EINFACH NICHT.
Das auf Fussball zu isolieren halte ich für verharmlosend. Der Druck kommt eben von aussen, das ist eine Tatsache.
Es fehlt aber der Ausgleich, die Zustimmung der Anderen, dass man sich mal hinsitzt und einfach nichts tut. Wer das heute tun, nichts tuend in der Gegend rum stehen und für sich sein, der wird schäl an gesehen, der träumt ja, ist nicht da. Wir sind nicht daran gewöhnt , mal zur Ruhe zu kommen. Das ist die Wahrheit.
Ich bin selbst an Burn Out erkrankt gewesen und weiss wovon ich spreche.
"Trainer" sind wie jemand schon sagte "verhätschelte Einkommensmillionäre". Magath, der König unter ihnen mit satten 330.000 Euro im Monat. Dagegen ist Schaefer vom 1. FC Köln noch ein armer Mönch mit seinen 25.000 im Monat. Von den Gehältern einiger Fußballer will ich erst garnicht anfangen. Aber dann mit diesem Burn-out-wir wollen Mitleid-Artikel. Naja. Mit dem Geld was die kriegen, kann man toll Urlaub machen und wenn man rausgeschmissen wird hat man noch genügend Cash, wenn man es richtig anglegt.
link für unsere "Leistungsträger" : http://sportbild.bild.de/...
( Ja, ist Sportbild - schäme mich ja dafür ^^)
Auch nach A.Engelke haben wir uns damit nut 2-3 Wochen befasst und dann weiter gemacht druck auszuüben. Die Durchschnitsnoten sind sogar noch gesunken und es wird sogar noch Mehr eerfolgsdruck auf die Mentschen gelegt.
UND ?
Warum nicht? Es sind moderen gladiatoren die das Volk unterhalten sollen und dabei sehr viel Geld in kurtzer Zeit verdinen, weil man weiß das sie das nicht lange Durchhalten können.
Hat uns das jemans in anderen Gruppen gestört? Wie schon andere Kommentatoren sagen ist ja auch der Pflegesektor davon betroffen, aber es interessiert keinen da die Mentschn nun mal nicht im Rampenlich stehen und nicht so veil Geld haben.
also sollte man den Fusballen die Tipps der Pfleger geben. Einfach weiter machen oder du bist Arbeitslos und wirst eh keinen andere Job mehr finden. Reib dich einfach auf wie alle anderen auch und hör auf zu flennen. Überstunden sind bei der Plflege Normal und einen Betreuer haben die meisten Betreuer auch nicht mit dem sie mal darüber reden könnten wie es ist 5 Jahre lang das Nagative un die Schmertzen andere Mentschen in sich aufzunehmen und nur die mentschen länger kenen zu lernen die man dann in den tot begleitet.
PS
ganz wichtig finde ich das Urvertrauen.-
Wir werden aber schon bei der Geburt von den Müttern getrennt und das macht sehr viel aus. Die Kinder sollten in Armeslänge Entfernung von der Mutter sein. Mit diesem Eindruck von Verlassenheit baut sich später die Fallgrube auf, die bei jeder Gelegenheit den Druck potenzieren lässt-
Auch die Existenz hängt heutzutage am seidenen Faden (weil wir sollen arbeiten und Existenznot treibt uns dazu und wer nicht arbeitet, ist nichts wert und wenn wir den Leuten die Existenz sicherer machten ginge ja keiner arbeiten= was die perveste Mythologie der modernen Zeit ist, die sich hartnäckig hält: Wir sollen funktionieren also braucht sicgh keiner wundern, wenn wir die Krankenkassen durch psychische leiden belasten)
Dazu übrigens: Kassenpatienten warten ein halbes Jahr midnestens auf psychische Behandlung, in der Zeit verschlimmern sich die Leiden und die Behandlung wir nur teurer. Weil psychische Leiden werden von den krankenkassen im Grunde nicht behandelt.
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