Wer spielt wann gegen wen?

VfB Stuttgart – Hamburger SV (Freitag, 20.30 Uhr)
Schalke 04 – SC Freiburg
FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund
VfL Wolfsburg – 1. FC Kaiserslautern
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg
FC Augsburg – Hannover 96 (alle Samstag, 15.30)
FC Bayern München – Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30)
1. FC Köln – TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30)
Werder Bremen – Hertha BSC Berlin (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Nürnberg ist das Duell zweier Überraschungsmannschaften. Auf der einen Seite die Borussia, die der nun gefeierte Trainer Lucien Favre in einem halben Jahr vom sicheren Absteiger zum aktuellen Tabellendritten geformt hat. Auf der anderen Seite der "Club", der nichts an seiner Solidität aus dem Vorjahr eingebüßt hat, obwohl er die drei Leistungsträger Ilkay Gündogan, Julian Schieber und Mehmet Ekici an größere Vereine verlor. Es ist das Werk des Trainers Dieter Hecking. Seit Jahren leistet er Qualitätsarbeit, doch ist er nie der Mann der Stunde, die Schlagzeilen gehören meist anderen, jüngeren oder jünger scheinenden, lauteren, charismatischeren, manchmal sogar solchen Trainern, die mit teureren Mannschaften weit unter ihm rangieren.

Seine Elf aus hauptsächlich jungen Nobodys beherrscht ein harmonisches 4-1-4-1-System. Im Zentrum lenkt der 34-jährige Belgier Timmy Simons das Geschehen, einer der besten 6er der Liga. Dahinter verteidigen souverän der Schweizer Timm Klose, 23, und Philipp Wollscheid, 22, der in den Notizbüchern Joachim Löws und Jupp Heynckes' stehen dürfte. Im Mittelfeld lassen Alexander Esswein, 20, und Markus Mendler, 18, den Ball laufen und sind stets bereit, ihn zurückzuerobern. Klug passt sich die Mannschaft fast jeder Spielsituation taktisch an. Beim Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Werder Bremen, der lange in Unterzahl spielte, erreichte sie über siebzig Prozent Ballbesitz, schob beide Außenverteidiger in den Sturm, schoss vierundzwanzig Mal aufs Tor, also zwölf Mal so viel wie der Gegner. Wenn auch meist daneben. Für die oberen Regionen fehlt ein Torjäger, für den Abstiegskampf ist der "Club" aber zu gut. Die beiden Nürnberger Saisonniederlagen kamen unglücklich gegen die Europapokalteilnehmer Dortmund und Hannover zustande.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Freiburg. Weil beide Mannschaften zuletzt unter ihren Möglichkeiten blieben. Schalke hat zudem einen Verlust zu verzeichnen. Der Trainer Ralf Rangnick leidet an einem Erschöpfungssyndrom und ist zurückgetreten. Ein mutiger Schritt, der alle erschrickt. Die Schalke-Fans werden am Samstag sicher Mitleid bekunden, und zwar in dem Stadion, in dem Manuel Neuer vor nicht mal einer Woche auf eine Weise verunglimpft wurde, die man bis dahin im deutschen Fußball nicht kannte. Irgendwie mulmig.

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Über Franck Ribéry, der wieder der ist, der er mal war. Als er vor vier Jahren zu den Bayern stieß, wurde er zum Star der Liga. Seitdem gingen die Leistungen leicht, aber kontinuierlich zurück. Bei den Bayern verkümmerte Ribéry im Schatten des überragenden Solisten Arjen Robben. In dieser Saison tritt er wieder ins Licht, bereitet viele Tore und Chancen vor und verteidigt sogar. Vielleicht auch, weil Robben zurzeit verletzt ist. Vielleicht auch, weil Ribéry Uli Hoeneß Dankbarkeit erweisen will, der ihn "wie eine Muschel umlegt hat" (Hoeneß), als Ribéry eine Prostituiertenaffäre zu schaffen machte. Nicht ganz so glücklich agiert Ribéry abseits des Platzes. Seinen Neugeborenen hat er Seïf el Islam genannt, übersetzt: das Schwert des Islam. Ein Sohn Gadhafis trägt den gleichen Vornamen. Zuletzt sah man ihn als eine Art Nachfolger Comical Alis auf den Straßen von Tripolis. Das Schwert redete davon, dass man die Rebellen praktisch besiegt habe.