Basketball Aufsteiger FC Bayern will es wissen

Wenn am Montag die Basketball-Bundesliga startet, sind alle Blicke auf den FC Bayern München gerichtet. Der Aufsteiger hat große Ziele.

Neulich hat der Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger seinem Freund, dem Basketball-Nationalspieler Steffen Hamann, gezeigt, wie man von der Dreipunktelinie trifft. Beim Herumalbern in der umgebauten Münchner Rudi-Sedlmayer-Halle, die jetzt einen Sponsorennamen trägt, legte sich der Fußballnationalspieler einen Basketball an die 6,75 Meter vom Korb entfernte Linie. Steffen Hamann sah ihm interessiert zu, Würfe aus der Distanz zählen bekanntlich nicht zu seinen Stärken. Schweinsteiger traf – mit dem Fuß.

Dass der FC Bayern München mit dem Ball am Fuß gut umgehen kann, ist nichts Neues, in der am Montag beginnenden Spielzeit der Basketball-Bundesliga aber will der Klub beweisen, dass er auch wieder erstklassige Basketballer besitzt. "Wir wollen in den nächsten drei Jahren Deutscher Meister werden“, sagt Bayern-Trainer Dirk Bauermann, "in diesem Jahr ist das noch ein bisschen früh, aber danach müssen wir es uns auf die Fahnen schreiben.“ Der erste Titel wäre das allerdings nicht, 1954 und 1955 wurde der FC Bayern bereits deutscher Basketballmeister, in den Achtzigerjahren spielte der Klub zwei Jahre lang in der Bundesliga. Doch nun sind die Pläne hochtrabender. "Es geht darum, langfristig etwas aufzubauen, was der Marke FC Bayern entspricht“, sagt Dirk Bauermann, "es gehört dazu, dass man dabei Schritt für Schritt geht.“ Deshalb gilt in dieser Saison das Erreichen des Play-off-Halbfinales als offizielles Ziel. Tatsächlich zählt der Aufsteiger FC Bayern nach dem Titelverteidiger Bamberg und mit Alba Berlin, Oldenburg und Frankfurt zum erweiterten Favoritenkreis. "Es ist möglicherweise die stärkste Liga aller Zeiten“, sagt Bauermann, "und da hat der FC Bayern seinen Beitrag geleistet, dass das möglich ist.“ Denn die neue Konkurrenz hat auch die anderen Klubs veranlasst aufzurüsten.

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Die treibende Kraft hinter dem neuen Münchner Basketball-Projekt ist Uli Hoeneß. Als er das Präsidentenamt beim FC Bayern übernahm, erklärte er Basketball zur Chefsache. "Es hilft natürlich enorm, wenn Uli Hoeneß drei Wochen lang als Basketball-Manager arbeitet und sich für die Sache verwendet“, sagt Dirk Bauermann. Der Bayern-Präsident aktivierte die Sponsorenkontakte aus seiner Zeit als Fußball-Manager, heraus kam ein Etat, der zu den höchsten der Liga zählt. Der Klub legt freilich Wert darauf, dass sich die Basketballabteilung selbst trägt und nicht durch die Fußballer querfinanziert wird. "Es gibt keine Kannibalisierungstendenzen“, sagt Bauermann. Wie hoch der Etat, wollen die Beteiligten nicht sagen, der größte der Liga ist er wohl nicht. "Bamberg hat mit Sicherheit den höchsten Etat“, sagt Dirk Bauermann. Geschätzt wird der auf sieben Millionen Euro.

Das Geld reichte immerhin, um den hochkarätigen Aufstiegskader weiter aufzumotzen. Es kamen die deutschen Nationalspieler Philipp Schwethelm, Jan Jagla und Robin Benzing, sowie die US-Amerikaner Ben Hansbrough, Je’Kel Foster und der 2,13 Meter große Kameruner mit dem schönsten Namen der Bundesliga: Ruben Boumtje-Boumtje. "Allerdings haben uns Verletzungen zurückgeworfen“, sagt Marko Pesic, der mit einem Dreijahresvertrag ausgestattete neue Manager der Bayern-Basketballer. Benzing wird noch drei bis vier Wochen fehlen, Aufbauspieler Bastian Doreth noch mehrere Monate. "Schwerwiegend ist, dass uns Sharrod Ford weggebrochen ist“, sagt Pesic, "er war sehr wichtig für unser Konzept, das hat uns ein bisschen aus dem Rhythmus gebracht.“

Leser-Kommentare
  1. FC Bayern passt nicht zum Basketball

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