Doping-Urteil des CAS Die Doper können sich nun auf London 2012 freuen

Der Internationale Sportgerichtshof hat die Regeln, wie Doper bestraft werden, gekippt. Für die Bedeutung von Olympia 2012 ist das verheerend.

Der spanische Radrennfahrer Alejandro Valverde

Der spanische Radrennfahrer Alejandro Valverde

Juristisch war die Entscheidung zweifellos richtig: Niemand darf für ein Vergehen doppelt bestraft werden, das gilt auch für dopende Sportler. Insofern konnte der Internationale Sportgerichtshof CAS am gestrigen Donnerstag nicht anders entscheiden, als die Osaka-Regel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu kippen.

Andererseits schwächt der CAS mit seinem Urteil den Kampf gegen Doping: Die Regel sollte die Sonderrolle der Olympischen Spiele betonen und überführte Athleten von der wichtigsten Bühne des Sports aussperren. Durch das Urteil wird Olympia aus Doping-Sicht nun zu einem Wettkampf unter vielen, von einem besonderen Wert sauberer Spiele kann keine Rede mehr sein.

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Die Osaka-Regel besagte, dass ein Athlet, der länger als sechs Monate wegen Dopings gesperrt war, bei den nächsten Olympischen Spielen nach Ablauf der Sperre nicht teilnehmen darf. Der CAS sah darin eine Doppelbestrafung. Auch im Sport verdient jeder eine zweite Chance – das war aber auch vor dem Urteil gewährleistet. Wer mit 19 Jahren erwischt wurde, verpasste vielleicht mit 24 die nächsten Spiele, ganz von einer olympischen Karriere verabschieden musste er sich aber nicht.

Jetzt können sich auch Olympia-erfahrene Doper wie Radprofi Alejandro Valverde oder Sprinter Justin Gatlin auf London 2012 freuen. Auch im immer bizarrer werdenden Sonderfall Claudia Pechstein gibt es die nächste Wende: Die Eisschnellläuferin darf plötzlich auf einen Start in Sotschi 2014 hoffen.

Das Internationale Olympische Komitee will jetzt in der nächsten Fassung des Welt-Antidopingcodes wieder längere Strafen festschreiben. Dabei muss das IOC darauf beharren, überführte Sportler von den jeweils nächsten Spielen auszuschließen – sonst geht die besondere Bedeutung Olympias verloren.
 

 
Leser-Kommentare
    • dth
    • 07.10.2011 um 11:30 Uhr

    Der Grundsatz verbietet doch lediglich, dass niemand wegen der gleichen Sache mehrmals angeklagt oder verurteilt werden kann. Steht die Strafe fest, kann man sich nicht später noch einmal überlegen, da mit einem neuen Urteil noch etwas drauf zu legen.
    Das sollte doch aber nicht verhindern, Strafen vorzusehen, die aus mehreren Maßnahmen bestehen. Man könnte also mit der 6-Monatigen Sperre auch gleich die Sperre für die nächsten Spiele verhängen und alle Rechtsgrundsätze bleibe gewart.

    • Homsa
    • 07.10.2011 um 12:07 Uhr

    besonders sauber? Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich bei Olympiaden besonders heftig nach Doping gesucht wird.
    Ich kann mich aber irren, wäre schön....

    Eine Leser-Empfehlung
  1. ..."du sollst dich nicht erwischen lassen" bedeutungslos.
    Schon bald ist man wahrscheinlich der Depp wenn man nicht doped.
    Es geht ja hauptsächlich ums Geld, da kann man also schon was riskieren, solange man bei der Olympiade dabei sein kann.

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    Haha, Sie sind ja lustig, der ist man doch schon längst. Und ich verrate Ihnen ein Geheimnis - das ist auch so gewollt. Mit Irrsinnsaufwand wird nach "alten" Dopingmitteln gesucht, Weiterentwicklung bezüglich neuer Dopingverfahren dagegen findet kaum statt. Man will offensichtlich den ANSCHEIN vermitteln viel zu tun aber weitere Fabelrekorde nicht gefährden.

    Es wird im Profisport flächendeckend gedoped - das ist eine Tatsache.

    Haha, Sie sind ja lustig, der ist man doch schon längst. Und ich verrate Ihnen ein Geheimnis - das ist auch so gewollt. Mit Irrsinnsaufwand wird nach "alten" Dopingmitteln gesucht, Weiterentwicklung bezüglich neuer Dopingverfahren dagegen findet kaum statt. Man will offensichtlich den ANSCHEIN vermitteln viel zu tun aber weitere Fabelrekorde nicht gefährden.

    Es wird im Profisport flächendeckend gedoped - das ist eine Tatsache.

  2. Haha, Sie sind ja lustig, der ist man doch schon längst. Und ich verrate Ihnen ein Geheimnis - das ist auch so gewollt. Mit Irrsinnsaufwand wird nach "alten" Dopingmitteln gesucht, Weiterentwicklung bezüglich neuer Dopingverfahren dagegen findet kaum statt. Man will offensichtlich den ANSCHEIN vermitteln viel zu tun aber weitere Fabelrekorde nicht gefährden.

    Es wird im Profisport flächendeckend gedoped - das ist eine Tatsache.

    • Crest
    • 07.10.2011 um 14:48 Uhr

    impliziert (folgerichtig, so muss man feststellen) Überprüfungsverfahren, die von den Verfahren einer elektronischen Fussfessel Strafgefangener kaum mehr zu unterscheiden ist.

    Dieser überwachunsgtechnische Eingriff in die persönliche Freiheit ist bei Sitzensportlern mittlerweile so umfassend, dass die Verhältnismäßigkeit in der Bewertung der betroffenen Rechtsgüter schon lange nicht mehr gewährleistet ist.

    Kurz: Die sog. "Sauberkeit" des Sports liefert keine Legitimation für derartige Eingriffe.

    Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die (sport-)politsche Einstellung gegenüber dem Doping (sie liegt quasi auf derselben Linie wie die Einstellung des Vatikan zur Geburtenkontrolle etc.) in ihren Auswirkungen lebensfremd bis lebensfeindlich ist.

    Sie muss sich ändern.

    Gewisse Stoffe und Praktiken sind zu enttabuisieren. (etwa: der Einsatz von Schmerzmittel, um hartes Training erträglicher zu gestalten.)

    Es ist an der Zeit, dass der erste Sportler gegen die Einschränkung seiner Freiheit klagt. Er wird gewinnen.

    Herzlichst Crest

  3. Dann ist für London wenigstens zu erwarten, dass die deutschen Ergebnisse wieder besser werden...

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    es gibt auf der Welt skrupellosere Gestalten als deutsche Sportfunktionäre, Trainer und Athleten.

    es gibt auf der Welt skrupellosere Gestalten als deutsche Sportfunktionäre, Trainer und Athleten.

  4. es gibt auf der Welt skrupellosere Gestalten als deutsche Sportfunktionäre, Trainer und Athleten.

    Antwort auf "Ist doch positiv!"
  5. Doping gänzlich und komplett freigeben - nicht nur bei Olympia. Pharmaunternehmen und Chemieriesen können dann ganz offen damit werben, dass ihr Mittelchen dem und dem Athleten zu besonderer Leistung verholfen hat. Oder ein Arzt mit einer neuen, wirkungsvolleren "Behandlungsmethode" seine "Athleten" noch besser ganz legal auf Wettkämpfe vorbereiten. Das würde die Dopingkontrollen, die mehr oder weniger Farce sind, entbehrlich machen und die Wettkämpfe würden noch spannender und die Geschichte ehrlicher.

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    ...dafür Doping für Sportler über 18 oder 21 Jahre freizugeben. Dies würde die und Kompetenz der Pharmakonzerne auf die realistischen Siegertreppchen stellen. Der Mensch ist dann nur noch eine "Null", die mit dem richtigen Antrieb alle Rekorde knackt.

    ...dafür Doping für Sportler über 18 oder 21 Jahre freizugeben. Dies würde die und Kompetenz der Pharmakonzerne auf die realistischen Siegertreppchen stellen. Der Mensch ist dann nur noch eine "Null", die mit dem richtigen Antrieb alle Rekorde knackt.

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