Fußballer Ömer Toprak "Integration bedeutet doch nicht, dass ich Deutscher sein muss"
Ömer Toprak ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Seit ein paar Tagen ist er Türke. Weil er sich als türkischer Nationalspieler wohler fühlt, sagt er im Interview.
© Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa

Steht vor seinem Debüt in der türkischen Nationalelf: Der Leverkusener Ömer Toprak
ZEIT ONLINE: Herr Toprak, Sie haben seit knapp einer Woche einen türkischen Pass. Wie ist das, wenn man eines Morgen aufwacht und weiß: Ab heute bin ich Türke?
Ömer Toprak: Ob nun Türke oder Deutscher ändert nichts an meinem alltäglichen Leben. Ich bin immer noch derselbe Mensch. Nur auf dem Papier ist jetzt etwas anders.
ZEIT ONLINE: Wahrscheinlich werden Sie am Dienstagabend ihr Debüt für die türkische Nationalelf geben. Im Spiel ihrer Mannschaft gegen Deutschland vor ein paar Tagen hat man gesehen, dass im türkischen Team jeder gute Verteidiger gebraucht wird. War das auch ein Grund, sich für die Türkei zu entscheiden?

Ömer Toprak wurde 1989 im oberschwäbischen Ravensburg geboren. Mit 16 Jahren wechselte er ins Fußballinternat des SC Freiburg. Toprak wurde 2008 mit der U19 des DFB Europameister. Ein Jahr später erlitt Toprak bei einem Unfall auf einer Kartbahn schwere Verbrennungen, es drohte das Karriereende.
Toprak: Ich habe mir da lange Gedanken drüber gemacht, habe viel mit meiner Familie diskutiert, alles abgewogen und bin zu dem Schluss gekommen: Ich fühle mich wohler, wenn ich für die Türkei auflaufe.
ZEIT ONLINE: Sie haben also nicht an das Schicksal ihres Abwehrkollegen Serdar Tasci gedacht, der sich einst für Deutschland entschieden hatte, jetzt aber sportlich den Anschluss verloren hat und von der Türkei mit Kusshand genommen werden würde?
Toprak: Nein, ich habe bei meiner Entscheidung an niemanden gedacht. Weil ich es bin, der am Ende damit leben muss. Im übrigen glaube ich, dass Serdar Tasci ein richtig guter Spieler ist, und es irgendwann wieder in die deutsche Mannschaft schaffen wird.
ZEIT ONLINE: Wenn Sie in der Familie diskutierten, was wurden denn da für Argumente ausgetauscht? Oder hat der Vater gesagt: Sohn, du musst!
Toprak: Nein, müssen muss man gar nichts. Ich habe mir bei meinen Eltern Rat geholt, aber am Ende habe ich auf mein inneres Gefühl gehört. Wenn Deutschland gegen die Türkei gespielt hat, war ich eben immer diesen Tick mehr für die Türkei. Besonders klar wurde mir das beim EM-Halbfinale 2008 und beim Hinspiel im Oktober. Am Ende hat das wahrscheinlich den Ausschlag gegeben.
ZEIT ONLINE: Was ist an Ihnen deutsch und was ist türkisch?
Toprak: Das ist schwer zu sagen. Ich fühle mich hier in Istanbul wohl, aber auch in Deutschland, da bin ich schließlich aufgewachsen. Ich merke, dass bei mir vor allem auf dem Fußballplatz die deutsche Disziplin durchschlägt. Im privaten Bereich merke ich, dass viele meiner Verhaltensweisen auf die türkische Mentalität zurückzuführen sind. Ich habe da vieles von meinen Eltern übernommen, ich bete zum Beispiel fünfmal am Tag. Obwohl das eigentlich nicht direkt mit der Nationalität zusammenhängt, spielt mein Glaube eine sehr wichtige Rolle.
ZEIT ONLINE: Der DFB beschwert sich schon seit einiger Zeit über vermeintlich aggressive Abwerbeversuche des türkischen Verbandes, vor allem durch den Deutschland-Scout und ehemaligen Bundesligaprofi Erdal Keser. Wie war das bei Ihnen?
Toprak: Erdal Keser hat vor zwei Jahren das erste Mal angerufen, als ich meinen Unfall hatte. Er hat einfach nur gefragt, wie es mir geht. Ein Verbandswechsel war lange eigentlich gar kein Thema, weil ich auch danach immer wieder verletzt war. Aber er hat sich in der Zeit immer erkundigt, wie es mir geht. Auch als es nicht so lief. So etwas freut einen natürlich.
ZEIT ONLINE: Und dann?
Toprak: Er kam oft nach Freiburg zu den Spielen, war auch bei uns zu Hause, hat auch mal mit meinen Eltern geredet.
ZEIT ONLINE: Haben Sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt gedrängt gefühlt?
Toprak: Überhaupt nicht. Ich hätte immer sagen können: Stopp, ich will nicht!
- Datum 11.10.2011 - 10:55 Uhr
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Toprak ist in Deutschland geboren und hier aufgewachsen. Trotzdem möchte er lieber für die Türkei spielen. Na und? Ist doch seine Sache.
Mag sein, dass er von der inzwischen hervorragenden Jugendarbeit in Deutschland profitiert hat, aber warum auch nicht? Er hat hier schließlich gelebt. Bedeutet das, dass jeder nicht autochtone Sportler dieses Landes warten muss, ob nicht doch irgend eine deutsche Institution "Erstverwertungsrecht" einfordert?
Mal gesetzt den Fall ein Kind deutscher Eltern wird in Holland geboren und durchläuft sämtliche Einrichtungen, die der holländische Fußball, bekannt und berühmt für seine erstklassige Ausbildung, so anbietet. Und entscheidet sich dann im Erwachsenenalter doch für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Gäbe es dann auch Proteste hierzulande? Oder wäre man nicht vielmehr froh, einen weiteren guten Spieler zu bekommen?
Diese nationalistischen Untertöne sind im Jahre 2011 wirklich völlig überholt.
„Diese nationalistischen Untertöne sind im Jahre 2011 wirklich völlig überholt.“
Da gebe ich Ihnen absolut recht, aber ich unterstelle mal, dass der Interviewer bei den Fragen (vielleicht sogar unbewusst) einfach nur die nationalistischen Untertöne aufgegriffen hat, die momentan in der deutschen Gesellschaft so herumschwirren, um dem Interviewten die Gelegenheit zu geben, diese ad absurdum zu führen. :)
(siehe z.B. die Reden Güls und Erdogans) sowie bei Spielern, die in Deutschland geborenen und aufgewachsen sind, aber für die Türkei spielen wollen, mit der sie eigentlich nichts weiter verbindet als eben dieser Nationalismus.
Nationalistische Töne sind überholt? BS. Solange es Nationalmannschaften gibt, wird es auch nationalistische Töne geben. Deal with it.
Aber nationalistische Töne werden ja wohl von jungen Menschen türkischer Herkunft, die in Deutschland geboren wurden, die deutsche Staatsbürgerschaft haben, aber in einer Atmophäre von türkischem Nationalismus großwerden, angeschlagen. Es gibt doch unzählige deutsche Auswanderer, die sich dem neuem Land verbunden fühlen, dessen Staatsbürgerschaft sie haben. Das holländische Beispiel ist ein bisschen müde. Nationalistische Töne werden doch dann gerne angeschlagen, wenn Özil als deutscher Fussballer auftritt, dann erschallen die Töne, von denen Sie sprechen.
Grundsätzlich soll jeder nach seiner Facon leben. Es ist sicherlich besser, ein junger deutscher Staatsbürger mit türkischer Herkunft, dessen Herz für die Türkei schlägt, seinen Roten abgibt und und den Grünen in die Tasche steckt. Das Herz braucht allerdings einen Schrittmacher, denn warum sollte jemand in einem Land leben wollen, wenn das Herz nicht für dieses schlägt. Der Haken ist, dass viele, die den Roten haben, diesen nur als Dekor haben, sie sollten sich auch den Grünen geben lassen und den Roten abgeben, unabhängig, ob sie Fussballer sind. Daran sieht man wieder, dass Doppel-Staatsbürgerschaft konfus ist. Was soll das, ich lebe seit 40 Jahren im Ausland und komme auch mit einem Reisepass aus. Meine Kinder haben trotz zweier Kulturen sich auch nur für einen Reisepass entschieden.
Ich wünsche dem jungen Mann viel Erfolg im Fussball.
Protesten reden sie?
Es geht in dem Artikel doch nicht um Proteste, sondern um die Beschreibung dessen was ist.
„Diese nationalistischen Untertöne sind im Jahre 2011 wirklich völlig überholt.“
Da gebe ich Ihnen absolut recht, aber ich unterstelle mal, dass der Interviewer bei den Fragen (vielleicht sogar unbewusst) einfach nur die nationalistischen Untertöne aufgegriffen hat, die momentan in der deutschen Gesellschaft so herumschwirren, um dem Interviewten die Gelegenheit zu geben, diese ad absurdum zu führen. :)
(siehe z.B. die Reden Güls und Erdogans) sowie bei Spielern, die in Deutschland geborenen und aufgewachsen sind, aber für die Türkei spielen wollen, mit der sie eigentlich nichts weiter verbindet als eben dieser Nationalismus.
Nationalistische Töne sind überholt? BS. Solange es Nationalmannschaften gibt, wird es auch nationalistische Töne geben. Deal with it.
Aber nationalistische Töne werden ja wohl von jungen Menschen türkischer Herkunft, die in Deutschland geboren wurden, die deutsche Staatsbürgerschaft haben, aber in einer Atmophäre von türkischem Nationalismus großwerden, angeschlagen. Es gibt doch unzählige deutsche Auswanderer, die sich dem neuem Land verbunden fühlen, dessen Staatsbürgerschaft sie haben. Das holländische Beispiel ist ein bisschen müde. Nationalistische Töne werden doch dann gerne angeschlagen, wenn Özil als deutscher Fussballer auftritt, dann erschallen die Töne, von denen Sie sprechen.
Grundsätzlich soll jeder nach seiner Facon leben. Es ist sicherlich besser, ein junger deutscher Staatsbürger mit türkischer Herkunft, dessen Herz für die Türkei schlägt, seinen Roten abgibt und und den Grünen in die Tasche steckt. Das Herz braucht allerdings einen Schrittmacher, denn warum sollte jemand in einem Land leben wollen, wenn das Herz nicht für dieses schlägt. Der Haken ist, dass viele, die den Roten haben, diesen nur als Dekor haben, sie sollten sich auch den Grünen geben lassen und den Roten abgeben, unabhängig, ob sie Fussballer sind. Daran sieht man wieder, dass Doppel-Staatsbürgerschaft konfus ist. Was soll das, ich lebe seit 40 Jahren im Ausland und komme auch mit einem Reisepass aus. Meine Kinder haben trotz zweier Kulturen sich auch nur für einen Reisepass entschieden.
Ich wünsche dem jungen Mann viel Erfolg im Fussball.
Protesten reden sie?
Es geht in dem Artikel doch nicht um Proteste, sondern um die Beschreibung dessen was ist.
Nun ist er Türke, vielleicht ist er ja übermorgen Grieche.
Verkauft man so seine Zugehörigkeit.
ich habe Bekannte hier im Ort, die leben und arbeiten schon über 20 Jahre in Österreich und haben immer noch ihren deutschen Paß. Und nach Deutschland ziehen wollen Sie auch nicht.
Eine Frechheit, oder?
zu erwähnen, daß ich selbst gebürtiger Deutscher bin und 45 Jahre in D. gelebt habe. Seit 1997 bin ich österreichischer Staatsbürger.
Aber manches Mal denke ich noch deutsch. Nicht im Sinn von nationalistisch sondern im Sinn von Bildung, Erziehung, geistiger Prägung. Manche Dinge finde ich aber hier in Österreich besser und manches Mal ertappe ich mich dabei, zum Beispiel beim Lesen von Forumsbeiträgen in der Zeit, daß ich deutsches Denken richtig peinlich finde und gottfroh bin, daß ich nicht mehr in D. leben muß.
Bin ich jetzt nach Ihrer Definition ein schlechter Mensch, weil ich in manchen Dingen lieber deutsche Verhältnisse hier in Österreich hätte und in manchen Dingen den Deutschen mehr österreichische Schlampigkeit wünschen würde.
Helfen Sie mir, ich bin so verzweifelt. ;-((
ich habe Bekannte hier im Ort, die leben und arbeiten schon über 20 Jahre in Österreich und haben immer noch ihren deutschen Paß. Und nach Deutschland ziehen wollen Sie auch nicht.
Eine Frechheit, oder?
zu erwähnen, daß ich selbst gebürtiger Deutscher bin und 45 Jahre in D. gelebt habe. Seit 1997 bin ich österreichischer Staatsbürger.
Aber manches Mal denke ich noch deutsch. Nicht im Sinn von nationalistisch sondern im Sinn von Bildung, Erziehung, geistiger Prägung. Manche Dinge finde ich aber hier in Österreich besser und manches Mal ertappe ich mich dabei, zum Beispiel beim Lesen von Forumsbeiträgen in der Zeit, daß ich deutsches Denken richtig peinlich finde und gottfroh bin, daß ich nicht mehr in D. leben muß.
Bin ich jetzt nach Ihrer Definition ein schlechter Mensch, weil ich in manchen Dingen lieber deutsche Verhältnisse hier in Österreich hätte und in manchen Dingen den Deutschen mehr österreichische Schlampigkeit wünschen würde.
Helfen Sie mir, ich bin so verzweifelt. ;-((
Hamit Altintop hat nach dem letzten Türkei-Deutschland-Spiel ein Interview mit dem türkischen Sender NTV geführt. Er ist einer von den wenigen Spielern, der von der negativen Kritik geschont blieb. Schwerpunkt seiner Klage war die mangelnde Ernsthaftigkeit, was ich auch teile.
Doch auch im Fall Toprak wird es nicht anders sein. Die jungen Spieler, die vor solch einer Entscheidung stehen sollten derartige Erfahrungen mitberücksichtigen. Dort gelten andere Regeln, die eher hinderlich für die Karriere sein können. (http://www.youtube.com/wa...)
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc
so ein wenig stört, ist daß die Jungs hier bei uns das Fußballspielen lernen und mit den Kameraden aufwachsen. Sie werden schon früh zur Kreisauswahl, Niederrheinauswahl, evtl auch in eine Jugendnationalmannschaft berufen und spielen auch dort. Dann kommt ein Herr Erdal Keser, ein sehr guter Fußballer beim BVB und versucht sie abzuwerben für ihr "Heimatland". Seid mir nicht böse, mich beschleicht da so ein komisches Gefühl, daß hier nach dem Motto verfahren wird, macht ihr die Arbeit, wir geniessen die Früchte. Das hat für mich ein Geschmäckle!!!
gute migrantenkinder duerfen nur fuer deutschland spielen, die schlechten muessen das land verlassen.
armes deutschland.
„Seid mir nicht böse, mich beschleicht da so ein komisches Gefühl, daß hier nach dem Motto verfahren wird, macht ihr die Arbeit, wir geniessen die Früchte. Das hat für mich ein Geschmäckle!!!“
Es hindert ja niemand deutsche Talentscouts daran, sich unauffällig in türkischen Vereinen herumzudrücken und dort jahrelang geförderte Talente für deutsche Vereine zu gewinnen. Wie das passiert schon lange? Unerhört, das hat aber ein Geschmäckle!
[...] mich beschleicht da so ein komisches Gefühl, daß hier nach dem Motto verfahren wird, macht ihr die Arbeit, wir geniessen die Früchte. Das hat für mich ein Geschmäckle!!!
Gerade weil Sie bei so einem Fall einen seltsamen Geschmack verspüren, fühlt er sich vielleicht in der Türkei eher zu Hause als in Deutschland. Es ist möglicherweise seine Erkenntnis, dass obwohl er hier geboren und aufgewachsen ist, fließend Deutsch spricht und viele deutsche Freunde hat, sich trotzdem wie ein Fremdkörper in diesem Land fühlt, weil er ständig gegen nationalistisch motivierte Sticheleien anzukämpfen hat.
Es wird gleich der Verdacht eines Verrats geäußert, sobald man sich zu seinen Wurzeln bekennt, und das halte ich für eine sehr unfreundliche Einstellung. In Deutschland herrscht leider immer noch eine Grundmentalität, dass alles, was nicht angepasst ist, nicht dazugehört. Dabei bedeutet Integration doch nicht Anpassung, sondern lediglich Eingliederung. Solange er unsere Gesetze respektiert und sich daran hält, ist er hervorragend integriert. Die Bringschuld ist erfüllt. Damit er in diesem Land bleibt, muss der Deutsche seinen Teil zur Integration beitragen und ihn Willkommen heißen.
In einem Land in dem die Menschen auf die Straße gehen, weil Muslime Gotteshäuser bauen wollen, kann man sich nicht Willkommen fühlen. Die Menschen halten sich nicht an ihr eigenes Grundgesetz, dass ungestörte Religionsausübung verspricht. Wer ist jetzt hier nicht integriert?
gute migrantenkinder duerfen nur fuer deutschland spielen, die schlechten muessen das land verlassen.
armes deutschland.
„Seid mir nicht böse, mich beschleicht da so ein komisches Gefühl, daß hier nach dem Motto verfahren wird, macht ihr die Arbeit, wir geniessen die Früchte. Das hat für mich ein Geschmäckle!!!“
Es hindert ja niemand deutsche Talentscouts daran, sich unauffällig in türkischen Vereinen herumzudrücken und dort jahrelang geförderte Talente für deutsche Vereine zu gewinnen. Wie das passiert schon lange? Unerhört, das hat aber ein Geschmäckle!
[...] mich beschleicht da so ein komisches Gefühl, daß hier nach dem Motto verfahren wird, macht ihr die Arbeit, wir geniessen die Früchte. Das hat für mich ein Geschmäckle!!!
Gerade weil Sie bei so einem Fall einen seltsamen Geschmack verspüren, fühlt er sich vielleicht in der Türkei eher zu Hause als in Deutschland. Es ist möglicherweise seine Erkenntnis, dass obwohl er hier geboren und aufgewachsen ist, fließend Deutsch spricht und viele deutsche Freunde hat, sich trotzdem wie ein Fremdkörper in diesem Land fühlt, weil er ständig gegen nationalistisch motivierte Sticheleien anzukämpfen hat.
Es wird gleich der Verdacht eines Verrats geäußert, sobald man sich zu seinen Wurzeln bekennt, und das halte ich für eine sehr unfreundliche Einstellung. In Deutschland herrscht leider immer noch eine Grundmentalität, dass alles, was nicht angepasst ist, nicht dazugehört. Dabei bedeutet Integration doch nicht Anpassung, sondern lediglich Eingliederung. Solange er unsere Gesetze respektiert und sich daran hält, ist er hervorragend integriert. Die Bringschuld ist erfüllt. Damit er in diesem Land bleibt, muss der Deutsche seinen Teil zur Integration beitragen und ihn Willkommen heißen.
In einem Land in dem die Menschen auf die Straße gehen, weil Muslime Gotteshäuser bauen wollen, kann man sich nicht Willkommen fühlen. Die Menschen halten sich nicht an ihr eigenes Grundgesetz, dass ungestörte Religionsausübung verspricht. Wer ist jetzt hier nicht integriert?
Doch Herr Toprak, Integration bedeutet genau daß sie Deutscher werden müssen.
Mit türkischen Wurzeln und dem Teil der türkischen Kultur, der uns bereichert.
Aber deutsch.
Niemand zwingt Sie. Wenn Sie nicht wollen, in Ordnung.
Aber dann sind sie kein Einwanderer, sind nicht integriert. Dann sind und bleiben Sie eben Gast in einem fremden Land.
wie ist denn EIN DEUTSCHER?
welchen teil der tuerkischen kultur darf man denn behalten um in dem land, in dem man aufgewachsen ist, mehr als nur "gast" sein zu?
und ist herr toprak nicht vielmehr auswanderer denn "einwanderer"?
Zitat: Aber dann sind sie kein Einwanderer, sind nicht integriert. Dann sind und bleiben Sie eben Gast in einem fremden Land.
Ich denke, dass Herr Toprak integrierter ist als so manch ein Deutscher. Er hat verstanden, dass die Menschen frei sind und bei solchen Entscheidungen nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Er lässt sich nichts von seinen Eltern einreden, er lässt sich nicht von einem Trainer bedrängen und er würde auch nie seinen Kindern so eine Entscheidung abnehmen. Das ist Freiheit in dem Sinne, wie sie unsere freiheitlich demokratische Grundordnung gewährleistet.
Wenn er sich jetzt anhören muss, dass er ein schlechtes Gewissen haben sollte, dann ist das der Beleg dafür, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Er wäre nicht mehr frei, wenn er aus nationalistischen Gründen genötigt fühlt, sich für sein Geburtsland entscheiden zu müssen.
Um in Deutschland zu leben, muss man nicht Deutscher oder Deutsche sein. Das sagt ausserdem nichts darüber aus, ob man "integriert" ist oder nicht.
Was sagen Sie denn zu jemandem, der zum Beispiel eine französische Mutter und einen deutschen Vater hat, wenn dieser sich für die französische Staatsbürgerschaft entscheidet - dass er Deutschland sofort verlassen muss, weil man diese Französelei nicht akzeptieren kann?? Wie wäre es auch, wenn er halb Amerikaner, Engländer, Ire oder Spanier wäre?
Let's face it: der Spieler hier kriegt die verbale Keile, weil er Türke und Muslim ist. Da geht man sofort zum "wir" und "die" über. Viele Kommentatoren entlarven sich sofort durch ihre Wortwahl.
Meinen Respekt hat er, weil er sich von diesem Gelaber nicht stören läßt.
wie ist denn EIN DEUTSCHER?
welchen teil der tuerkischen kultur darf man denn behalten um in dem land, in dem man aufgewachsen ist, mehr als nur "gast" sein zu?
und ist herr toprak nicht vielmehr auswanderer denn "einwanderer"?
Zitat: Aber dann sind sie kein Einwanderer, sind nicht integriert. Dann sind und bleiben Sie eben Gast in einem fremden Land.
Ich denke, dass Herr Toprak integrierter ist als so manch ein Deutscher. Er hat verstanden, dass die Menschen frei sind und bei solchen Entscheidungen nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Er lässt sich nichts von seinen Eltern einreden, er lässt sich nicht von einem Trainer bedrängen und er würde auch nie seinen Kindern so eine Entscheidung abnehmen. Das ist Freiheit in dem Sinne, wie sie unsere freiheitlich demokratische Grundordnung gewährleistet.
Wenn er sich jetzt anhören muss, dass er ein schlechtes Gewissen haben sollte, dann ist das der Beleg dafür, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Er wäre nicht mehr frei, wenn er aus nationalistischen Gründen genötigt fühlt, sich für sein Geburtsland entscheiden zu müssen.
Um in Deutschland zu leben, muss man nicht Deutscher oder Deutsche sein. Das sagt ausserdem nichts darüber aus, ob man "integriert" ist oder nicht.
Was sagen Sie denn zu jemandem, der zum Beispiel eine französische Mutter und einen deutschen Vater hat, wenn dieser sich für die französische Staatsbürgerschaft entscheidet - dass er Deutschland sofort verlassen muss, weil man diese Französelei nicht akzeptieren kann?? Wie wäre es auch, wenn er halb Amerikaner, Engländer, Ire oder Spanier wäre?
Let's face it: der Spieler hier kriegt die verbale Keile, weil er Türke und Muslim ist. Da geht man sofort zum "wir" und "die" über. Viele Kommentatoren entlarven sich sofort durch ihre Wortwahl.
Meinen Respekt hat er, weil er sich von diesem Gelaber nicht stören läßt.
"herr toprak, essen sie ab heute nur noch doener oder vertragen sie auch weiterhin schwarzbrot?"
scheint ein intelligenter junge zu sein, der im gegensatz zu dem aufdringlichen redakteur kapiert hat, dass nur der mensch zaehlt, nicht ein bloedes schriftstueck. wahrscheinlich muss er sich schon sein leben lang gegen solches schubladendenken wehren.
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