Lazio Rom ist ein eigenartiger Fußballverein. Früher machte der Serie-A-Klub wegen rechtsradikaler Fans von sich reden, heute haben es die Tifosi vor allem auf den Trainer Edoardo Reja abgesehen. Zwar führte der 65-Jährige Lazio in der Vorsaison auf Platz fünf, augenblicklich fehlen der Mannschaft gar nur drei Punkte zur Tabellenspitze. Die Fans pfeifen dennoch, auch bei Siegen. Weil Lazio unter Reja viermal in Folge das Stadtderby gegen den AS Rom verlor und der Trainer den Liebling der Kurve, den eigensinnigen Mauro Zarate, zu Inter Mailand ziehen ließ.

Aber es gibt Hoffnung in Rom. Seit Sommer ist ein Friedensstifter in der italienischen Hauptstadt. Sein Name: Miroslav Klose. Der 33 Jahre alte Stürmer der deutschen Nationalmannschaft, der in der Sommerpause ablösefrei vom FC Bayern kam, trägt zwar keinen Blauhelm. Seine Wirkung ist bei Lazio Rom aber mit der einer UN-Friedensmission zu vergleichen.

Am Sonntag beim Spiel gegen den AC Florenz erzielte Klose seinen fünften Treffer im siebten Pflichtspiel. Klose hat ebenso viele Torvorlagen gegeben und wurde von der Gazzetta dello Sport erneut zum "besten Spieler" auf dem Platz gekürt.

"Klose macht Vieri und Crespo vergessen, die letzten großen Lazio-Stürmer", jubelte der römische Corriere dello Sport am Montag. Die martialischen Worte der Gazetten vom deutschen "Panzer" sind nach den ersten Wochen verklungen, weil nun auch die italienischen Journalisten gemerkt haben, dass man Klose mit militärischen Attributen nicht beikommt.

Stattdessen wird der Stürmer nicht zuletzt für sein bescheidenes Auftreten ohne Allüren in höchsten Tönen gelobt. "Einen Spieler wie Miroslav Klose gab es lange nicht mehr bei Lazio", schrieb das Lokalblatt Il Messaggero . "Ruhig, nie vorlaut, ein Vorbildprofi und charismatischer, bescheidener Champion." Solche Exemplare sind Mangelware unter den Alpha-Tieren in der Serie A.