Mit einem gemeinsamen Aktionstag wollen über sechzig Sportblogs ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball setzen. Die sogenannte Aktion Libero besteht darin, dass alle teilnehmenden Blogs am 16. November eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlichen. Zusätzlich behandeln sie das Thema Homophobie in individuellen Texten. 

Damit würden Menschen, die sich für Sport interessieren und gerne im Netz darüber lesen, nahezu zwangsläufig mit dem Thema konfrontiert, heißt es auf der Website der Aktion.

Die Aktion Libero wird auch von verschiedenen Prominenten wie unter anderem der Schauspielerin Maria Furtwängler, der Vorsitzenden der Grünen, Claudia Roth, und dem Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger, unterstützt. 

Zwanziger schreibt in einer Stellungnahme, er wünsche der Aktion viel Erfolg, weil er "Fußball als ein Spiel für alle Menschen, unabhängig von ihren Besonderheiten wie (...) eben der sexuellen Orientierung" verstehe. Es müsse möglich sein, dass Lesben und Schwule geoutet ihrem Lieblingssport nachgehen können. 

Claudia Roth kritisierte im Zusammenhang mit ihrer Unterstützung, dass "schwul" immer noch eines der meist gebrauchten Schimpfwörter in Fußballstadien sei. Sie fordert besonders die Fans auf, angesichts solcher Diskriminierungen offen für Toleranz einzutreten. 

Die Aktion Libero thematisiert auch die Homophobie im Frauenfußball. Während homosexuellen Männern abgesprochen werde, Fußball spielen zu können, würden weibliche Fußballspieler oft kollektiv als Lesben abgestempelt. Die Aktion kritisiert diesbezüglich auch die "Hilflosigkeit" der FIFA bei der WM 2011. Der Verband habe sich nicht eindeutig zu dem Thema positioniert, als die nigerianische Trainerin Uche gegen die "dreckige Lebensweise" der Lesben, die sie in ihrem Team niemals tolerieren würde, gewettert habe.