Bundesliga-Rückschau Tuchel erteilt Heynckes eine Taktiklektion

Die Mainzer führen den FC Bayern vor, die Derbystars des BVB fallen fast über ihre Fans her. Und ein vergessener Stürmer schießt das Tor des Jahres.

Thomas Tuchel im Spiel gegen die Bayern

Thomas Tuchel im Spiel gegen die Bayern

Wer spielte wie gegen wen?

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach (Freitag) 0:3 (0:2)
Borussia Dortmund - FC Schalke 04 2:0 (1:0)
1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 1:0 (1:0)
Hoffenheim - SC Freiburg 1:1 (1:0)
FC Augsburg - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)
Hertha BSC - Bayer Leverkusen 3:3 (2:1)
Hannover 96 - Hamburger SV (alle Samstag) 1:1 (0:0)
Werder Bremen - VfB Stuttgart 2:0 (0:0)
1. FSV Mainz 05 - Bayern München (alle Sonntag) 3:2 (1:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Schalke, die Uroma aller Bundesliga-Derbys. Selbst dreijährige Mädchen wachten am Samstagmorgen im Ruhrpott auf und brabbelten Sätze, die die Wichtigkeit dieses Spiels betonten. Mehr als 80.000 Fußballverrückte verfolgten die Partie im Stadion, mehr als 130.000 hätten gern ihr Geld für eine Karte hergegeben. Der BVB ließ sich eigens für dieses Spektakel neue Trikots schneidern. Und die Schalker Spieler ließen sich davon beeindrucken. Gut zwanzig Minuten dauerte es, bis Roman Weidenfeller überhaupt einmal den Ball in die Finger bekam. Richtig anstrengen musste sich der Torwart der Dortmunder am ganzen Nachmittag nicht, weil seine Mitspieler die Schalker in Grund und Boden spielten. "Das waren außergewöhnliche 94 Minuten", sagte Jürgen Klopp nach dem 2:0 und vergaß dabei, was nach dem Abpfiff noch passierte: Als besiegelt war, welches Team die Nummer eins im Pott ist, stürmte die gesamte Dortmunder Mannschaft über das Feld und besetzte den Absperrungszaun vor der Südkurve. Die Sicherheitskräfte musste aufpassen, dass die Fußballstars nicht über die Fans herfielen. Das hat es in der Derbygeschichte noch nicht gegeben:

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Nürnberg gegen Kaiserslautern, ein 1:0-Spiel aus der Kategorie: Kann man sich ansehen, tut aber nicht gut. Auch der Kaiserslauterner Mittelfeldspieler Christian Tiffert überzeugte nicht durch fußballerisches Können, analysierte jedoch schon wenige Minuten nach dem Abpfiff treffend: "Derjenige, der den Ball hatte, war in diesem Spiel die ärmste Sau".

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Wie verlief das Top-Spiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Topspiel des jeweiligen Spieltages live. Ina Steinbach hat für uns das Derby Dortmund gegen Schalke im Stadion verfolgt. Alle Tweets zum Spiel können Sie hier nachlesen.

zeitonlinesport Statistiktweet: In der BL steht es bei Revierderbys 27:27. Wer auch immer heute gewinnt ist also wirklich die Nummer 1 im Pott. (is)
zeitonlinesport Wieder Pyro im Gästeblock. Die Stadiondurchsage find ich super: "Liebe Fans, ihr wisst das doch und schadet euch nur selber" (is)
zeitonlinesport "Auf Frische statt auf Eingespieltheit gesetzt, hat funktioniert," sagt Klopp. #pk #derby (is)

Wer stand im Blickpunkt?

Natürlich der erste Advent, selbstgebastelte Tannengestecke, Weihnachtspyramiden, ein im Familienkreis kredenzter Glühwein und zur Einstimmung auf die kommenden anstrengenden Festtagswochen das Sonntagabend-Spiel des FC Bayern. Während in Deutschlands Wohnküchen das erste Lichtlein angezündet wurde, verzweifelten die Münchner in der römisch-katholischen Bistumsstadt Mainz.

Das 2:3 gegen den FSV war bereits die dritte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen für die Bayern. Seit sich der wertvollste deutsche Mittelfeldspieler, Bastian Schweinsteiger, das Schultergelenk gebrochen hat, fehlen seinem Team wichtige Akzente auf seiner Schlüsselposition. Eine andere Erklärung für das vermasselte Adventswochenende sind die taktischen Fehler des gesamten Bayernteams. Thomas Tuchel ist der jüngste aller Bundesligatrainer, Jupp Heynckes der älteste. Nun spricht das Plus an Fußballerfahrung eigentlich für den Bayerncoach. Doch wie bereits im Duell gegen den BVB verloren die Münchner gegen Mainz vor allem, weil sie der Taktik des Gegners unterlegen waren. Die Bayern spielten fast doppelt so viele Pässe wie die Mainzer, hatten fast doppelt so viel Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe und waren dennoch die schwächere Mannschaft. "Fühlt sich Klasse an", sagte Tuchel dazu. Der Mainzer Trainer verwies im Moment des Erfolges auf die Leistung seiner Spieler und wusste, dass dieser Sieg vor allem sein Verdienst war.

Leser-Kommentare
  1. Das beste an dem Zitat war doch, dass er danach -- ich zitiere aus dem Gedächtnis -- sowas sagte wie: "Sie hat also eine bessere Quote als ich".

    Sonst wie immer eine gelungene Übersicht!

  2. ...und wenn wir dem jungen Mann jetzt noch seinen richtigen Nachnamen zurückgeben, dann freut er sich über sein Tor bestimmt noch mehr. ;)

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    Redaktion

    Brinkmann, wie Dr. Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik, heißt der junge Fußballer aus Augsburg. Danke Hampelman, ist berichtigt.

    Redaktion

    Brinkmann, wie Dr. Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik, heißt der junge Fußballer aus Augsburg. Danke Hampelman, ist berichtigt.

  3. Redaktion

    Brinkmann, wie Dr. Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik, heißt der junge Fußballer aus Augsburg. Danke Hampelman, ist berichtigt.

    Antwort auf "Brinkmann"
  4. Und wenn Sie auch die dreimalige Falschschreibung des Torschützen von Hannover 96 korrigieren, kann sich der Herr Schlaudraff auch besser über sein absolut tolles Tor freuen ;-) Was ist da denn passiert?

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    Redaktion

    Hafensonne, das kann ich mir nur mit dem Glühwein am ersten Advent erklären.

    Redaktion

    Hafensonne, das kann ich mir nur mit dem Glühwein am ersten Advent erklären.

    • Khef
    • 28.11.2011 um 12:20 Uhr

    wenn sie jetzt noch auf ein Video des Tors von Schlaudraff verlinken können, welches nicht nur aus zwei Pixeln besteht, dann ist dieser Artikel wirklich umfassend gelungen. ;-)

    Herzliche Grüße

    Khef

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    Das scheitert an rechtlichen Hürden. Da ist das hier verlinkte vermutlich schon sehr grenzwertig.

    Die dürfen ja kein lizenzbedürftiges Videomaterial von offiziellen Fernsehstationen verlinken, das illegal auf youtube gestellt wurde. Aber kannst ja selber suchen!

    Das scheitert an rechtlichen Hürden. Da ist das hier verlinkte vermutlich schon sehr grenzwertig.

    Die dürfen ja kein lizenzbedürftiges Videomaterial von offiziellen Fernsehstationen verlinken, das illegal auf youtube gestellt wurde. Aber kannst ja selber suchen!

  5. Das scheitert an rechtlichen Hürden. Da ist das hier verlinkte vermutlich schon sehr grenzwertig.

    Antwort auf "Liebe ZEIT-Redaktion,"
  6. Die dürfen ja kein lizenzbedürftiges Videomaterial von offiziellen Fernsehstationen verlinken, das illegal auf youtube gestellt wurde. Aber kannst ja selber suchen!

    Antwort auf "Liebe ZEIT-Redaktion,"
  7. Redaktion

    Hafensonne, das kann ich mir nur mit dem Glühwein am ersten Advent erklären.

    Antwort auf "@Redaktion"
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    Okay, das kann ich verstehen ;-)

    Okay, das kann ich verstehen ;-)

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