Hansa Rostock: Wie Fans ihren Verein zerstören können
Gewalt, Feuerwerk und Rowdytum: Viele Fans von Hansa Rostock gelten als notorische Randalierer. Der Hauptsponsor zieht sich nun zurück - für den Verein eine Katastrophe.
Zur Abwechselung haben sie mal nichts damit zu tun. Als es am Freitagabend in der Rostocker Arena knallt und raucht, steht der harte Kern der Hansa-Fans nur daneben. Wenige Unbelehrbare applaudieren zwar, die meisten aber pfeifen sich die Seele aus dem Leib. Im Gästeblock zünden Anhänger des 1. FC Union Böller, es kracht, bengalische Feuer brennen. Kurz darauf ziehen Nebelschwaden auf und verdichten für einige Zeit die Sicht auf das Spielfeld.
Szenen wie diese im Spiel zwischen dem FC Hansa Rostock und dem 1. FC Union gehören inzwischen zum Alltag in deutschen Fußballstadien, obwohl das Abbrennen von Feuerwerk dort verboten ist. Nur halten sich viele der Anhänger nicht an dieses Verbot und in Rostock schon gar nicht. Teile der Hansa-Fans gelten als problematisch, meist sind sie dafür verantwortlich, wenn es irgendwo raucht und kracht. Nicht selten ist dann das illegale Abbrennen von Pyrotechnik das geringste Vergehen.
In den letzten Wochen ist viel diskutiert worden über die Situation in und um Fußballstadien. Es ging um Gewalt, Feuerwerk und Rowdytum. Und fast immer waren Hansas Fans Bestandteil dieser Diskussionen. Als in der vergangenen Woche im Heimspiel gegen den FC St. Pauli Leuchtraketen aus dem Rostocker Block auf St.-Pauli-Fans flogen, wurde eine Grenze überschritten. Bereits in Dresden und Frankfurt am Main hatten Rostocker Fans randaliert, doch im Gegensatz dazu gab es dieses Mal Konsequenzen: Unter der Woche verkündete Hansas Hauptsponsor seinen Rückzug zum Saisonende. „Die regelmäßigen Ausschreitungen schädigen nicht nur die Reputation des Vereins, sondern auch die der Sponsoren“, teilte das Unternehmen mit.
Für Hansa Rostock ist diese Entscheidung eine mittlere Katastrophe. Rund 800.000 Euro gehen dem Verein dadurch verloren. Ein neuer Hauptsponsor ist nicht in Sicht, der alte war schon schwer zu finden. Wer will auch einen Klub unterstützen, dessen Fans ständig negativ auffallen? Die Lage ist ernst, dass haben viele gemäßigte Rostocker inzwischen erkannt. Vor dem Spiel gegen den 1. FC Union ruft ein Mann mittleren Alters die Ultras in der Kurve zur Vernunft auf, ohne sich dabei auszuklammern. „Wir sind dabei, unseren eigenen Verein kaputt zu machen“, sagt er über das Stadionmikrofon. „Über uns lacht doch ganz Deutschland.“ Auf der Tribüne wird genickt. „Stimmt“, sagt einer betreten.






Ich bin kein Pauli Fan und auch kein "Linker" (was ich bitte hier nicht als negative Eigenschaft darstellen möchte, es ist nur nicht meine politische Ausrichtung), aber das Märchen vom bösen DFB, der die Ostvereine nicht nach oben lassen will und im Auftrag der bösen Westclubs keinerlei Lobby für die Ostvereine bietet, dies gilt es doch zu überprüfen, ich denke man darf den schwarzen Peter nicht einfach "nach oben" schieben, was beim DFB, der viele Fehler macht ja leider einfache ist. Rechte gibt es überall, aber leider bieten Ostvereine, denke da an BFC etc. des Öfteren eine Bühne...
Das mit den NPD-Funktionären stimmt. Übrigens wurde darüber berichtet, auch in der ZEIT. Viellicht ist aber die Akzeptanz von Gewalt gegen die Zecken von der Elbe auch schon weiter in der Gesellschaft angekommen. Rostock II ?
http://www.mut-gegen-rech...
Ich finde es grundsätzlich toll, dass die Hansa als Nordclub die BL bereichert, ich finde die Stadt wundervoll und mag die Menschen, aber der Verein muss sich stärker gegen Gewalt positionieren..
"das Märchen vom bösen DFB, der die Ostvereine nicht nach oben lassen will und im Auftrag der bösen Westclubs keinerlei Lobby für die Ostvereine bietet, dies gilt es doch zu überprüfen"
Bitte dann überprüfen sie es. Ich sage nicht, dass der DFB die Ostvreiene nicht nach oben lässt. Aber die Strafen bei Ausschreitungen sind härter. In den Medien wird auch mehr darüber berichtet, wenn es in Rostock oder Dresden zu Auschreitungen kommt, das verkauft sich wahrscheinlich besser. Mir ist bewusst, dass es sich hier um eine subjektive Einschätzung handelt.
Es ist keine negative Eigenschaft "Linker" zu sein, das sehe ich als Linker Hansa-Fan (ja auch diese gibt es!) genau so.
Das Bild von den rechten Rostockern gegen die linken Paulianer wird viel zu oft gezeichnet und es werden Feindbilder geschaffen bzw. verfestigt (nicht nur von den Medien)
Es ist falsch, dass die meisten Hansa-Fans rechts sind, nur sind diese es über welche berichtet wird.
Vielleicht sollte man darüber nachdenken künftig nicht mehr über Ausschreitungen (egal bei welchem Verein) zu berichten, dann nimmt man denjenigen die auf Krawall aus sind eine Plattform.
"das Märchen vom bösen DFB, der die Ostvereine nicht nach oben lassen will und im Auftrag der bösen Westclubs keinerlei Lobby für die Ostvereine bietet, dies gilt es doch zu überprüfen"
Bitte dann überprüfen sie es. Ich sage nicht, dass der DFB die Ostvreiene nicht nach oben lässt. Aber die Strafen bei Ausschreitungen sind härter. In den Medien wird auch mehr darüber berichtet, wenn es in Rostock oder Dresden zu Auschreitungen kommt, das verkauft sich wahrscheinlich besser. Mir ist bewusst, dass es sich hier um eine subjektive Einschätzung handelt.
Es ist keine negative Eigenschaft "Linker" zu sein, das sehe ich als Linker Hansa-Fan (ja auch diese gibt es!) genau so.
Das Bild von den rechten Rostockern gegen die linken Paulianer wird viel zu oft gezeichnet und es werden Feindbilder geschaffen bzw. verfestigt (nicht nur von den Medien)
Es ist falsch, dass die meisten Hansa-Fans rechts sind, nur sind diese es über welche berichtet wird.
Vielleicht sollte man darüber nachdenken künftig nicht mehr über Ausschreitungen (egal bei welchem Verein) zu berichten, dann nimmt man denjenigen die auf Krawall aus sind eine Plattform.
Pyrotechnik ist kein Rostocker Problem. Dazu wird es vor allem medial gemacht, da sich die Journalisten meist tradierter Interpretationsrahmen und Klischees bedienen. Mit Hansa Rostock und einigen anderen Vereinen werden seit Längerem vor allem Auschreitungen und Chaos assoziiert; um Nachrichtenwerte und Auflage ist es dabei auch nicht schlecht bestellt. Ohne Frage wird der Stoff für die Artikel regelmäßig von einigen Stadionbesuchern geliefert. Nur wird teilweise mit zweierlei Maß gemessen. Bengalisches Feuer auf dem Betzenberg wird von Kommentatoren schon mal als "stimmungsvolle Atmosphäre" bezeichnet, während man in Rostock, Frankfurt oder Dresden sofort von "hässlichen Bildern" oder "Ausschreitungen" spricht und schreibt.
Ich will das Verhalten einiger "Fans" gar nicht schönreden. Da gibt es ganz klare Defizite in der Fankultur. Die Mehrheit der Stadionbesucher ist nicht willens oder in der Lage, Gewalt und vereinsschädigendes Verhalten Einzelner zu unterbinden. Da kommen dann Fragen der Sozialstruktur im Stadion und sozialer Problemlagen in bestimmten Regionen ins Spiel. Die Ursachen sind sicher in allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen zu suchen. Der Bewusstseinswandel muss aber vor allem im Stadion stattfinden. So bitter das ist: Die negativen Konsequenzen müssen auch für die Unbeteiligten erfahrbar sein, damit sie solche Aktionen eher unterbinden. Ohne Geldstrafen, Geisterspiele, Allgemeinverfügungen und Alkoholverbote ändert sich da wohl leider nichts.
"das Märchen vom bösen DFB, der die Ostvereine nicht nach oben lassen will und im Auftrag der bösen Westclubs keinerlei Lobby für die Ostvereine bietet, dies gilt es doch zu überprüfen"
Bitte dann überprüfen sie es. Ich sage nicht, dass der DFB die Ostvreiene nicht nach oben lässt. Aber die Strafen bei Ausschreitungen sind härter. In den Medien wird auch mehr darüber berichtet, wenn es in Rostock oder Dresden zu Auschreitungen kommt, das verkauft sich wahrscheinlich besser. Mir ist bewusst, dass es sich hier um eine subjektive Einschätzung handelt.
Es ist keine negative Eigenschaft "Linker" zu sein, das sehe ich als Linker Hansa-Fan (ja auch diese gibt es!) genau so.
Das Bild von den rechten Rostockern gegen die linken Paulianer wird viel zu oft gezeichnet und es werden Feindbilder geschaffen bzw. verfestigt (nicht nur von den Medien)
Es ist falsch, dass die meisten Hansa-Fans rechts sind, nur sind diese es über welche berichtet wird.
Vielleicht sollte man darüber nachdenken künftig nicht mehr über Ausschreitungen (egal bei welchem Verein) zu berichten, dann nimmt man denjenigen die auf Krawall aus sind eine Plattform.
Sehr geehrter Herr GeneTravers,
im Wesentlichen kann ich Ihrem Kommentar zustimmen. Die Problematik der Gewalt im Fußball wurde sowohl gesellschaftlich als auch medial viel zu lange vernachlässigt und totgeschwiegen. Allerdings halte ich es für nicht richtig, wenn allein Sportvereine aus den neuen Bundesländern als "Buhmänner" dargestellt werden. Die Ultraszene, welche ursprünglich aus Italien nach Deutschland schwappte, ist bei nahezu jedem Fußballverein in Deutschland vertreten, auch bei unterklassigen Mannschaften. Somit ist es nicht ein rein ostdeutsches Problem, sondern ein gesamtdeutsches Fußballproblem, das vom DFB ausschließlich mit Repressionen und harten Strafen bekämpft zu werden scheint. Auch die Fans der Eintracht in Frankfurt oder von Hertha BSC haben ein erhöhtes Gewaltpotential.
Dennoch danke ich Ihnen für Ihren konstruktiven Beitrag!
sind kein reines Problem des ostdeutschen Fußball! Auch Vereine der alten Bundesländer haben zunehmend mit gewaltbereiten Ultras zu kämpfen. Man denke nur an die sogenannten "Fans" von Hertha BSC, die in der Abstiegssaison das Spielfeld stürmten und die Stadioneinrichtung schwer beschädigten. Pyrotechnik setzten am Wochenende auch Ultras von Schalke 04 ein, genauso fielen bereits häufiger die "Fans" der Entracht in Frankfurt auf.
Der DFB reagiert auf solche Probleme und Ausschreitungen aber ausschließlich mit Repressionen und Sanktionen gegenüber den Vereinen und zerstört somit immer weiter die eigentlich für Europa vorbildliche Fankultur!
In Chemnitz gab es übrigens ein Fanprojekt, das zusammen mit den Fans gewisse Pyrotechnik im Stadion und in extra gekennzeichneten Bereichen gestattete. Dieses Projekt wurde nun vom DFB eingestampft, mit der Begründung, dass Pyrotechnik in Stadien illegal sei und somit jeder, der einen Feuerwerkskörper zündet, ein Verbrecher ist, der bestraft werden sollte! Die derzeitigen Ausschreitungen sind eine Antwort der "Fans" auf die harte Linie des DFB. Am Ende wird sich zeigen, wer den längeren Atem hat. Der DFB und sein Boss Dr. Theo Zwanziger oder doch die Fans des Fußballs. Theo Zwanziger sollte nicht vergessen, dass der Fußball nunmal nur aufgrund seiner Fans so erfolgreich ist! Deshalb sind Fanprojekte zur Integration der Anhänger viel wichtiger als Geldstrafen, Stadienverbote und autoritäre Repressionen!
Ich dachte ich wäre auf der Seite der Zeit und nicht der Bildzeitung. Was die Medien und manche Fußball Experten oft verwechseln ist eines.
Pyro ist keine Gewalt oder Randale.
Wenn in Rostock bzw. Dresden eine Kerze im Ostseestadion brennt heißt es immer Randale, Holligans usw.
Passiert das in den "alten Bundesländern" interessiert das keinen. Ich finde da wird auch von den Medien her mit zweierlei Maß gemessen.
Grüße von der schönen Ostsee!
Entfernt. Bitte üben Sie Kritik sachlich und respektvoll. Danke. Die Redaktion/vn
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