Katja Kraus "Bislang habe ich zu Guttenberg nicht vermisst"

Henry Maske, Take That, Michael Schumacher und nun zu Guttenberg: Im Alles-Außer-Fußball-Interview über Comebacks sagt Katja Kraus, wo sie zuletzt abgeschrieben hat.

Katja Kraus im Jahr 2007

Katja Kraus im Jahr 2007

ZEIT ONLINE: Frau Kraus, was war Ihr größter Fehler?

Katja Kraus: Na Sie steigen ja freundlich ins Gespräch ein. Ich habe eine Menge Fehler gemacht und jeden Tag kommen welche hinzu, fürchte ich. Aber ich habe keine Top-Ten-Rangliste dafür.

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ZEIT ONLINE: Wann haben Sie zuletzt abgeschrieben?

Kraus: In der Schule bei meinem Sitznachbarn. Danach höchstens Rezepte aus einem Kochbuch.

ZEIT ONLINE: Freuen Sie sich, wenn Karl Theodor zu Guttenberg ein Comeback gelingt?

Kraus: So weit ist es ja noch nicht. Zunächst ist er erst mal wieder auf die medialen Bühne zurückgekehrt. Ob er ein politisches Comeback anstrebt, hat er ja offen gelassen. Aber die Art und Weise seiner Positionierung verfolge ich mit Interesse.

Alles Außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von Katja Kraus, Corny Littmann, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Alle zwei Wochen geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Die vier sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Littmann, Hitzlsperger, Friedrich und Kraus wollen ihre Meinung sagen, beispielsweise zu den Herausforderungen der Bundesregierung, zum Alltag in der Bundesliga und darüber, wie das zusammenhängen kann.

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ZEIT ONLINE: Was beeindruckt Sie?

Kraus: Diese Inszenierung hat viele interessante Aspekte. Zunächst natürlich die Art und Weise der Rückkehr, die inhaltliche Position, die konsequente Einhaltung der Verteidigungslinie. Spannend sind auch die Reaktionen der verschiedenen Medien. Ich bin sehr gespannt, auf die weitere Entwicklung.

ZEIT ONLINE: Unter welchen Umständen kann man eine Entschuldigung annehmen?

Kraus: Für mich ist entscheidend, ob in einer Entschuldigung eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und dessen Wirkkraft sichtbar wird. Allzu oft ist eine Entschuldigungen nur eine Höflichkeitsfloskel.

ZEIT ONLINE: Hätte zu Guttenberg ein Comeback verdient?

Kraus: Womit kann man sich ein Comeback verdienen? Es gibt Menschen, über deren Rückkehr ich mich freue, weil ich sie vermisst habe oder weil sie einer Sache etwas zu geben haben.

ZEIT ONLINE: Was ist Ihr größter zunächst verheimlichter Fehler?

Kraus: Es gab es bestimmt einige, die mir so unangenehm waren, dass ich für einen Moment hoffte, sie könnten unentdeckt bleiben. Das gelingt allerdings in der Regel nicht.

ZEIT ONLINE: Sind Sie ein Mensch, dem es schwer fällt, Fehler zuzugeben?

Kraus: Ich kenne niemanden, dem es leicht fällt Fehler einzugestehen. Und es gibt Faktoren, die Offenheit zusätzlich erschweren, wie Unsicherheit oder Druck. Aber ein selbstverständlicherer Umgang mit der Zwangsläufigkeit von Fehlern in beruflichen und auch privaten Zusammenhängen würde manches erleichtern. Ich glaube, in Anerkenntnis dessen, dass die allermeisten Fehler und Unzulänglichkeiten ohnehin offenbar werden, fällt es mir nicht so schwer.

ZEIT ONLINE: Wieso brauchen einige Menschen scheinbar ein Comeback? Weshalb fährt Michael Schumacher immer noch mit einem Auto im Kreis?

Leser-Kommentare
  1. ZEIT ONLINE: Frau Kraus, wie geht es Ihnen?

    Kraus: Also ganz gut soweit, ich...

    ZEIT ONLINE: In Ordnung, nächste Frage: Finden Sie nicht auch, dass Karl-Theodor zu Guttenberg ein Comeback verdient hat?

    Mein lieber Giovanni, geht´s noch tendenziöser?

  2. Peinlich, über Guttenberg in einem Interview zu schreiben und dann für die Überschrift Zitate (das ist das, was man an Anführungszeichen erkennt) zu erfinden. Ich habe auf jeden Fall im Text gelesen:

    ZEIT ONLINE: Würde Sie zu Guttenberg auch vermissen?
    Kraus: Bislang hatte ich ihn nicht vermisst.

  3. ... dass der einzig Gesellschaftlich irgendwie, möglicherweise relevante Punkt das "Comeback" Guttenbergs ist (gemischt mir noch belangloseren Dingen). Als ob in den letzten Wochen nicht mehr passiert wäre.

    Peinlich sind auch tendenziöse Fragen wie:
    ZEIT ONLINE: Freuen Sie sich, wenn Karl Theodor zu Guttenberg ein Comeback gelingt?

    Kraus: So weit ist es ja noch nicht. Zunächst ist er erst mal wieder auf die medialen Bühne zurückgekehrt. Ob er ein politisches Comeback anstrebt, hat er ja offen gelassen. Aber die Art und Weise seiner Positionierung verfolge ich mit Interesse.

    ZEIT ONLINE: Was beeindruckt Sie?

    Das Interview ist echt zum in der Pfeife rauchen.

  4. Ich kann mich den Vorpostern nur anschließen, das Interview ist eine einzige, hochnotpeinliche Katastrophe. (Und das liegt offenkundig nicht an Kraus, die erkennbar sowohl intelligent ist als auch anscheinend – im Gegensatz z.B. zu Friedrich – durchaus was zu sagen hätte, wenn man sie nur ließe.)

    Bekommt die ZEIT bzw. Zeit-Online eigentlich eine namensnennungszählerbasierte Vergütung durch die PR-Agentur unseres höchstverehrten Ex-Ministers und nationalen Hoffnungsträgers?

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/se

    • Emwe
    • 30.11.2011 um 11:54 Uhr

    oder möglicherweise auch nur die Chefredaktion.
    Die Herumschreiberei zu KTG und dessen mögliches Comeback war ja schon kaum hinzunehmen - muss aber leider, zeigt es doch eine mögliche Tendenz in der "Zeitberichterstattung" auf, ernst genommen werden. Dieses Interview ist aber eine Quadrierung des Bisherigen. Wenn das nicht bald aufhört lese ich zukünftig das Original, den Focus.

  5. Warum sich hier viele Foristen aufregen, ist mir unerklärlich.

    Im AAFB-Gespräch behandelt man nun mal Themen abseits des Fußballs (welch Wortspiel).

    Und da nun Frau Kraus mal wieder an der Reihe war, die ja selber zurückgetreten worden ist, und das Thema um KTG nunmal äußerst aktuell ist, hat sich Herr Dobbert für ein Interview entschieden, in dem es um Rücktritte und Comebacks geht. Das ist zunächst einmal weder schlimm, sondern sogar recht naheliegend.

    Dass KTG hier weder ein prominenter Platz eingeräumt wird (die Überschrift dient wohl eher als Aufmerksamkeits-Fang, was auch vollkommen normal in der journalistischen Schule ist), noch auf irgendeine Art und Weise besondern positiv und ehrenhaft dargestellt wird (weder bei den Fragen, noch bei den Antworten), kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

    Mir scheint, als sei der Hass auf KTG bei einigen Leuten hier so groß, dass die bloße Erwähnung des Ex-Ministers panikartike Beschimpfungen auslöst.

    Aber diese Einstellung ist nun wahrlich kein Verschulden von Herrn Dobbert.

    @ Emwe: Beim traditionell links ausgerichteten Focus sind sie als Guttenberg-Kritiker wohl in der Tat besser aufgehoben. ;) Viel Spaß.

    Eine Leser-Empfehlung

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