Borussia MönchengladbachErfolg durch Favres Zukunftstaktik

Die Teams Lucien Favres waren alle taktisch gut geschult. Dermaßen innovativ wie in dieser Saison in Gladbach hat er aber noch nie spielen lassen. von 

Borussia Mönchengladbachs Coach Lucien Favre

Borussia Mönchengladbachs Coach Lucien Favre  |  © Thorsten Wagner/Bongarts/Getty Images

Für Niklas ist es eine ganz neue Situation. Der 18-Jährige pilgert seit mehr als zehn Jahren zu den Heimspielen Borussia Mönchengladbachs und hat meist eines erlebt: Abstiegskampf. Die Geschichten von Siegen gegen Bayern München klingen in seinen Ohren wie Märchen aus vergangenen Zeiten. Erfolge sind für Niklas Zweitligaaufstiege, bisher.

Vor dem Spiel am heutigen Samstag kann Niklas zumindest ein wenig nachvollziehen, was die Alteingesessenen meinen, wenn sie von "glorreichen Tagen in den Siebzigern" erzählen. Wenn Gladbach nach Dortmund reist, wird er zum ersten Mal ein Spitzenspiel mit Beteiligung seines Clubs erleben: Borussia gegen Borussia, Erster gegen Zweiter.

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Dass Niklas' Borussia, die vor nicht einmal sechs Monaten akut abstiegsbedroht war, nun Tabellenführer werden kann, ist der Verdienst von Lucien Favre. Als Gladbach mit nur 16 Punkten aus 22 Spielen und mehr als 2,5 Gegentoren pro Spiel abgeschlagen am Tabellenende stand, übernahm der Schweizer Trainer die Leitung. Er machte aus der Schießbude der Liga ein Bollwerk.

Favre erlegte seiner Mannschaft einen modernen Konterfußball auf. Kernstück der Defensivarbeit wurden in der vergangenen Saison die zwei sehr eng stehenden Viererketten, die weit weg vom eigenen Tor verteidigen. Ziel war es, dem Gegner möglichst wenig Platz zum Kombinieren zu lassen und mit eigenen Kontern Nadelstiche zu setzen. Mit dieser Taktik ist Favre auf der Höhe der Zeit: Immer wichtiger scheint im modernen Fußball das Schließen der Räume in der Verteidigung, gerade kleinere Teams können mit kollektiver Defensivarbeit und schnellem Umschaltspiel die Großen immer öfter ärgern. Hannover 96 machte in der vergangenen Saison vor, wie man mit einer durchdachten Taktik und limitierten Mitteln in die Europa League kommen kann.

Obwohl Favre mit der abwartenden Spielweise großen Erfolg hatte, entwickelte er sein Team in dieser Saison spielerisch weiter. Zwar setzt er defensiv weiter auf zwei dichte Viererketten, offensiv hat sich im Borussia-Park aber einiges getan: In den Kategorien Ballbesitz (55%), Passgenauigkeit (81%) und in der Anzahl an kurzen Pässen (453/Spiel), den Indikatoren für eine dominante Spielweise, sind die Gladbacher nach 14 Spieltagen jeweils hinter den Bayern auf Rang zwei. Mittlerweile kann Gladbach selbst ein Spiel gestalten.

Dass Favre mit einem fußballerisch eher limitierten Kader vergleichsweise spielstark auftreten kann, ist seiner Taktik geschuldet. Die Teams des Schweizers waren schon immer taktisch gut geschult, dermaßen innovativ hat er aber noch nie spielen lassen. Das gilt vor allem für das Aufbauspiel. Während die meisten Teams der Bundesliga ihren zentralen Spielgestalter auf der Sechserposition haben, machte Favre seinen Innenverteidiger Dante zum primären Spielmacher.

Leserkommentare
  1. bei jeder mannschaft der stunde wird die taktik des trainers seziert und zum gipfel der hohen fussballschule stilisiert. tuchel, klopp und jetzt favre. zwei jahre später suchen sie meistens schon wieder einen neuen job.

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    Mir ist neu, dass Klopp und Tuchel nach einem neuen Job suchen. Könnten Sie mir Ihre Quelle nennen?

    • KG
    • 03. Dezember 2011 15:08 Uhr
    2. Genau!

    Ich glaube auch, dass es Zufall ist, dass die gleiche Mannschaft, die ganz knapp den Klassenerhalt geschafft hat mit Favre heute um Platz 1 spielt.
    Und Klopp sollte sich echt schnell auf Jobsuche begeben, so katastrophal wie der BVB derzeit in der Liga dasteht!
    Zum Glück ist noch Verlass auf die Bayern - wie die Gladbach und Dortmund weggeputzt haben war ein Fest!

    2 Leserempfehlungen
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    Sie haben doch wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank. Weggeputzt wurden die im ersten Bundesligaspiel nach der Sommerpause durch die Fohlenelf und leztzte Woche durch Mainz.

  2. Mir ist neu, dass Klopp und Tuchel nach einem neuen Job suchen. Könnten Sie mir Ihre Quelle nennen?

    Antwort auf "immer dasselbe"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se

  3. Als Anhänger von Borussia Mönchengladbach finde ich es schön, dass es derzeit so gut läuft. Vermutlich hängt es mit dem Trainer zusammen. Mehr sollte man aber zu diesem Thema auch nicht sagen. Ab dem 30. Spieltag kann man sich mit irgendwelchen Spinnereien beschäftigen. Vorher nicht. Es sei in diesem Zusammenhang an die erste Saison der Hoffenheimer oder an die letzte Saison von Mainz 05 oder gar Eintracht Frankfurt erinnert.

    Eine Leserempfehlung
  4. 5. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se

    Antwort auf "Neuer Job?"
  5. ...wird es wohl der 32. Spieltag sein. Das Spiel heute war jedenfalls in Mönchengladbach. Und "fußballerisch limitiert, aber mit spielmachendem Innenverteidiger"... Da könnte man jetzt lange drüber diskutieren.

  6. Sie haben doch wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank. Weggeputzt wurden die im ersten Bundesligaspiel nach der Sommerpause durch die Fohlenelf und leztzte Woche durch Mainz.

    Antwort auf "Genau!"
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    • KG
    • 05. Dezember 2011 5:32 Uhr

    Ok, ich weiß ja, dass sich nicht alle Räder gleich schnell drehen, aber das entsetzt mich jetzt schon ein wenig.

    Also analysieren wir gemeinsam ganz langsam die Fakten:

    Meine Aussage:
    "Und Klopp sollte sich echt schnell auf Jobsuche begeben, so katastrophal wie der BVB derzeit in der Liga dasteht!"

    Realität:
    Der BVB war zu diesem Zeitpunkt Nr.1 in der Liga.

    Aussage:
    "Zum Glück ist noch Verlass auf die Bayern - wie die Gladbach und Dortmund weggeputzt haben war ein Fest!"

    Realität:
    Die Bayern haben sowohl gegen Dortmund als auch gegen Gladbach verloren. Beide standen in der Tabelle vor den Bayern.

    Diese Behauptungen waren also objektiv und absolut offensichtlich komplett falsch. Trotz dieser Tatsache beendete ich beide Sätze mit Ausrufezeichen. Sogar die Überschrift hat ein Ausrufezeichen.

    Schlussfolgerung: Bevor man wütende Posts absetzt sollte man sich eine Sekunde Zeit nehmen und sich fragen, ob man vielleicht etwas übersehen hat, z.B. eine verborgene, metaphorische Bedeutung oder SARKASMUS!

    • KG
    • 05. Dezember 2011 5:32 Uhr

    Ok, ich weiß ja, dass sich nicht alle Räder gleich schnell drehen, aber das entsetzt mich jetzt schon ein wenig.

    Also analysieren wir gemeinsam ganz langsam die Fakten:

    Meine Aussage:
    "Und Klopp sollte sich echt schnell auf Jobsuche begeben, so katastrophal wie der BVB derzeit in der Liga dasteht!"

    Realität:
    Der BVB war zu diesem Zeitpunkt Nr.1 in der Liga.

    Aussage:
    "Zum Glück ist noch Verlass auf die Bayern - wie die Gladbach und Dortmund weggeputzt haben war ein Fest!"

    Realität:
    Die Bayern haben sowohl gegen Dortmund als auch gegen Gladbach verloren. Beide standen in der Tabelle vor den Bayern.

    Diese Behauptungen waren also objektiv und absolut offensichtlich komplett falsch. Trotz dieser Tatsache beendete ich beide Sätze mit Ausrufezeichen. Sogar die Überschrift hat ein Ausrufezeichen.

    Schlussfolgerung: Bevor man wütende Posts absetzt sollte man sich eine Sekunde Zeit nehmen und sich fragen, ob man vielleicht etwas übersehen hat, z.B. eine verborgene, metaphorische Bedeutung oder SARKASMUS!

    Antwort auf "Von wegen weggeputzt"

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