Hannover 96 – Bayer Leverkusen 0:0 (0:0)

Leverkusens Manuel Friedrich mag nicht mehr © Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Hannover 96 bleibt zu Hause ungeschlagen, droht aber dennoch im Mittelfeld der Tabelle zu versinken. Der niedersächsische Fußball-Bundesligist musste sich gegen Bayer Leverkusen mit einem Punkt begnügen und blieb damit im sechsten Punktspiel hintereinander ohne Sieg. Das auswärtsstarke Bayer-Team bleibt durch den 15. Punkt in der Fremde vier Zähler vor Hannover.

Während Hannover im Vergleich zu den Vorwochen eine Steigerung zeigte, spielte Leverkusen nach dem enttäuschenden Auftritt in der Champions League erneut schwach. Trainer Robin Dutt hatte nach dem Unentschieden gegen Genk Michael Ballack zunächst auf der Bank gelassen, doch das tat dem Spiel der Leverkusener nicht gut.

Doch auch nach Ballack Einwechselung wurde es nicht besser. Er fiel eher durch Härte als durch fußballerische Aktionen auf. Eine Wende konnte der Routinier der Partie nicht geben, vielmehr drückte Hannover weiter. Die Gäste hatten deutlich weniger Ballbesitz und fielen durch viele Fehlpässe auf, anfangs vor allem Eren Derdiyok.

Der Schweizer Angreifer bildete zusammen mit Stefan Kießling den Zweier-Sturm. Doch die vermeintlich offensivere Aufstellung zahlte sich überhaupt nicht aus. Bayer konnte sich im Spiel nach vorne fast überhaupt nicht durchsetzen. Wie ein Champions-League-Achtelfinalist trat Bayer wahrlich nicht auf.

Kaum gefordert waren die 96-Innenverteidiger Karim Haggui und Emanuel Pogatetz, der trotz einer Verletzung in der 37. Minute weiterspielte. Der Österreicher lief mit blutender Kopfwunde, die er
sich im Duell mit Simon Rolfes zuzog, zunächst in die Kabine, kam aber kurz danach aufs Spielfeld zurück: Teamarzt Markus Schönaich hatte die Wunde mit vier Stichen genäht.

Die zuletzt schwächelnden Hannoveraner, die seit dem Sieg gegen Bayern München Probleme haben, spielten deutlich stärker als zuletzt. Im Mittelfeld störten die Gastgeber früh und dominierten die Partie.

Mit Konstantin Rausch für Christian Pander im linken Mittelfeld und Sofian Chahed als Rechtsverteidiger für Steven Cherundolo wirkte 96 sicherer. Was fehlte, waren gute Chancen. Die beste vergab Jan Schlaudraff allein vor Bayer-Torwart Bernd Leno, der glänzend reagierte (15.). Sechs Minuten später wunderten sich die 96-Fans, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann nach einem Handspiel von Gonzalo Castro im Strafraum keinen Strafstoß pfiff.

Im Sturmzentrum konnte sich Mohammed Abdellaoue nicht durchsetzen. Der Norweger war meistens Alleinunterhalter, weil Jan Schlaudraff sich immer wieder zurückfallen ließ, um das Spiel aus dem Mittelfeld anzukurbeln.

Hannover 96: Zieler - Chahed, Haggui, Pogatetz, Schulz (83. Pander) - Stindl (89. Stoppelkamp), Schmiedebach, Pinto, Rausch - Schlaudraff (80. Ya Konan), Abdellaoue

Bayer Leverkusen: Leno - Castro, Friedrich, Schwaab, Kadlec - Bender, Rolfes (46. Ballack) - Sam, Schürrle - Derdiyok, Kießling

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

Zuschauer: 44 800

Gelbe Karten: - / Leno (1), Schürrle (1)

Beste Spieler: Schlaudraff, Schmiedebach / Leno, Schwaab