El ClásicoSpanier stehen vor Wachablösung im Weltfußball

Real Madrid gegen den FC Barcelona – der Klassiker war in den vergangenen Jahren eine einseitige Angelegenheit. Jetzt aber könnte Real die Vorherrschaft der Katalanen brechen. von 

Derzeit obenauf: Real Madrid

Derzeit obenauf: Real Madrid  |  © Pierre-Philippe Marcou

Unter normalen Umständen wäre in der Taberna de Dominguez kein Platz mehr frei. Real Madrid spielt. Doch an diesem Mittwoch haben José Luis Ramos und seine Bekannten vom Madrider Fan-Club "Alvarado" die Eckkneipe im Stadtviertel Chamberí fast für sich allein. Fast niemand schaut zum Fernseher, oben in der Ecke, eingerahmt von Stierkampf-Fotos, Spanien-Flaggen und Schals von Real Madrid. Es ist nur Champions-League, Real ist bereits für die nächste Runde qualifiziert.

Vor allem aber können Madrids Fans derzeit nur noch an das Duell gegen den FC Barcelona am Samstag denken. José Luis, seine Frau Carmen, Ramón, Pedro und Luis verlieren sich in hitzige Debatten über mögliche Spielzüge und Mannschaftsaufstellungen von Real-Trainer José Mourinho, um es dem FC Barcelona diesmal endlich zu zeigen. "Das ist mehr ist als nur ein Spiel", sagt José Luis, der Fanclub-Präsident.

"El Clásico", wie die Spanier das Duell der beiden weltweit wohl besten Vereinsmannschaften nennen, sei pure Leidenschaft, eine Frage der Ehre, sagt Ramón. Und die von Madrid war zuletzt arg angekratzt. Vor zweieinhalb Jahren verlor Real mit 2:6 im eigenen Stadion. Im November 2010 demütigte Barcelona auch die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira mit einem 5:0 im Camp Nou. Real Madrid gewann im Frühjahr 2011 zwar das Pokalfinale gegen die Katalanen, blieb im weitaus prestigeträchtigeren Champions-League-Halbfinale aber chancenlos.

Anzeige

Real ist in Top-Form

Doch nun sind Mourinhos Mannen erstmals seit Jahren wieder Klassiker-Favorit. Real ist in Top-Form, geht das Gipfeltreffen mit der historischen Serie von 15 Siegen in Folge an. Auch in der Champions League ist die Weste der Madrilenen weiß geblieben. Mit einem aggressiven Angriffsfußball um Cristiano Ronaldo, Benzema, Higuaín, Di María und Özil erzielte Madrid bereits 57 Tore und fing sich nur neun Gegentreffer ein. Der FC Barcelona dagegen schwächelte zuletzt, verlor gegen Getafe, ließ zuvor gegen Bilbao und Sevilla Punkte liegen. Sechs Zähler beträgt der Rückstand bereits, bei einer Clásico-Niederlage wären es Neun. Gibt es am Samstag eine Wachablösung in Spanien, Europa, in der Welt?

Für Barça-Star Cesc Fabregas ist Real Madrid "im Moment die beste Mannschaft der Welt". Und selbst sein Trainer Pep Guardiola gibt zu, dass eine Niederlage im Bernabéu-Stadtion am Samstag sehr gefährlich sei: "Neun Punkte gegen Madrid aufzuholen, wäre sehr schwierig". "Ich denke, sie sind besser als letztes Jahr. Sie spielen als Team besser zusammen und haben sich verbessert. Sie befinden sich in einer ausgezeichneten Verfassung", sagte Barcelonas Torwart Victor Valdes Anfang der Woche.

Leserkommentare
  1. Muss man sich auch einmal verstaendlich machen, Real und Barca und dann der Rest der Primera Division.

    Ich kenne keine Zahlen von Fernsehgeldern und Umsatz der jeweiligen Vereine, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es da mit Sicherheit phaenomenale Diskrepanzen zwischen den 2 und den restlichen 18 gibt.

    Wie kann man bei so etwas noch von 'Wettbewerb', was ich normalerweise unter Sport verstehe, sprechen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der bestehende Vermarktungsvertrag ist hier behandelt (untere Hälfte):

    http://www.guardian.co.uk/football/blog/2010/mar/28/barcelona-real-madri...

    Madrid & Barcelona 120 Mio €, Valencia & Atletico knapp über 30 Mio €, der Rest der Mannschaften jeweils unter 20 Mio. Alles übrigends fix, und völlig unabhängig von irgendwelchen sportlichen Ergebnissen (also selbst wenn Madrid oder Barcelona mal überraschend fünfter würde, bekämen sie den "Bonus").

    Heißt: Da hat sich ein Kartell von zwei Mannschaften geblidet, die jeden Wettbewerb gegen andere Mannschaften kategorisch ausgeschlossen haben und nur noch untereinander um die Titel streiten. Wieso die Präsidenten/Verhandlungsführer der anderen Teams derartigen als TV-Varmarktung getarnten Raubzügen überhaupt zustimmen, bleibt ihr Geheimnis. Oder auch nicht: Der Präsident des Erstligaclubs Getafe, einem Vorort von Madrid, hat z.B. einen Mitgliedsausweis bei Real Madrid. Derartige Interessenkonflikte wären eigentlich qua Satzung schon zu verbieten.

  2. 2. Zahlen

    Der bestehende Vermarktungsvertrag ist hier behandelt (untere Hälfte):

    http://www.guardian.co.uk/football/blog/2010/mar/28/barcelona-real-madri...

    Madrid & Barcelona 120 Mio €, Valencia & Atletico knapp über 30 Mio €, der Rest der Mannschaften jeweils unter 20 Mio. Alles übrigends fix, und völlig unabhängig von irgendwelchen sportlichen Ergebnissen (also selbst wenn Madrid oder Barcelona mal überraschend fünfter würde, bekämen sie den "Bonus").

    Heißt: Da hat sich ein Kartell von zwei Mannschaften geblidet, die jeden Wettbewerb gegen andere Mannschaften kategorisch ausgeschlossen haben und nur noch untereinander um die Titel streiten. Wieso die Präsidenten/Verhandlungsführer der anderen Teams derartigen als TV-Varmarktung getarnten Raubzügen überhaupt zustimmen, bleibt ihr Geheimnis. Oder auch nicht: Der Präsident des Erstligaclubs Getafe, einem Vorort von Madrid, hat z.B. einen Mitgliedsausweis bei Real Madrid. Derartige Interessenkonflikte wären eigentlich qua Satzung schon zu verbieten.

    • -CKV-
    • 10. Dezember 2011 13:20 Uhr

    "Die Fans vom "Alvarado"-Fanclubsind in ihrer Kneipe in Madrid sind eher skeptisch."

    Wurde der Artikel Korrektur gelesen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ein ganz wichtiger beitrag.

    Redaktion

    Lieber CKV,

    danke für Ihre Anmerkung. Der Fehler wurde korrigiert.

    Beste Grüße

  3. 4. danke

    ein ganz wichtiger beitrag.

  4. "Gibt es am Samstag eine Wachablösung in Spanien, Europa, in der Welt?"

    Keine Sorge, Real bricht noch ein. Spätestens dann, wenn's in der Champions-League nach München geht.

    Im Übrigen: von einem "sportlichen Wettbewerb" kann weder in der Primera Division und noch weniger in der englischen Premier League die Rede sein. Wo der spanische und auch der englische Fußball tatsächlich stehen, kann man am Abschneiden der "normalen" englischen und spanischen Clubs in den europäischen Clubwettbewerben in dieser Saison sehen: da kam nämlich noch vor der Winterpause das "Aus" oder man schaffte die Qualifikation nur mit Mühe und Not.

    Und trotzdem: Real und Barca sind mir auf jeden Fall immer noch sehr sympathisch, denn bei beiden handelt es sich immer noch um VEREINE. Manchester United, Manchester City, der FC Chelsea, der AC Mailand - oder auch in Deutschland die TSG Hoffenheim - sind lediglich das Spielzeug irgendwelcher Oligarchen. Von ihnen wird man in ein paar Jahren genauso wenig hören, wie vom FC Portsmouth oder dem just abstürzenden FC Liverpool. Erinnert sich hier übrigens in irgendwer an die ehemaligen Bundesligisten SSV Ulm oder den KSV Uerdingen? - beide sind auch solche Fälle!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    den KFC Uerdingen ;-)

    sollte man dann auch erwähnen, dass Real Madrid und FC Barcelona während der letzten Jahre die beiden einnahmenstärksten Clubs in ganz Europa waren, also für Transfers ähnliche Summen wie z.B. Manchesters Vereine (oder gar mehr) ausgeben konnten....

    http://www.deloitte.com/assets/Dcom-Ecuador/Local%20Assets/Documents/Est...

    Der große Unterschied zwischen Madrid und Barcelona ist allerdings - und hier sind wir bei Ihren "echten Vereinen" - dass Madrids Mannschaft weitgehend teuer aus internationalen Stars zusammengekauft wird - wobei man zur Finanzierung auch mal vom dortigen Bürgermeister Baugrund im Stadtzenrtum zu Immobiliendeals geschenkt bekommt - während Bareclona vorrangig aus der eigenen Jugend rekrutiert und nur punktuell Zukäufe (allerdings auch hier auf Spitzenniveau) tätigt.

    Das wird sich auch heute Abend wieder zeigen, wenn bei Barcelona wieder 6-8 Spieler in der Startelf stehen werden, die schon die Jugendabteilungen des Vereins durchlaufen haben, während dies in Madrid nur noch für Iker Casillas und - sollte er denn überhaupt auflaufen - Alvaro Arbeloa gilt.

  5. den KFC Uerdingen ;-)

    Antwort auf "Keine Sorge!"
  6. Redaktion
    7. Danke

    Lieber CKV,

    danke für Ihre Anmerkung. Der Fehler wurde korrigiert.

    Beste Grüße

    • dacapo
    • 10. Dezember 2011 17:50 Uhr

    "Diese drei Spieler sind einfach interessanter als die ganze Bundesliga". Wie können drei Spieler der spanischen ersten Liga interessanter sein, wenn diese spanische Liga doch garnicht interessant sein kann, auch nicht wegen drei hervorragender Spieler. Haben Sie schon mal über eine längere Zeit Stadien in Spanien besucht, wenn Mannschaften spielen, die nicht Barca, Real und max. einer dritten starken Mannschaft waren? Können Sie sich erinnern, dass ausser den großen Zweien und einer hin und wieder dritten Mannschaft andere Mannschaften mitspielten? In der Bundesliga ohne Drei ist jedes Jahr etwas anderes zu erleben. Aber Ihnen scheinen diese Drei interessanter zu sein. Spricht nicht gerade von Phantasie.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service