Bundesliga-RückschauArjen Robben denkt zuerst an sich selbst

Mit Robben kehrt der Egoismus zurück ins Bayern-Spiel, Gladbach kann es auch ohne Reus und ein Berliner trifft zum Eigentor des Jahres. von 

Seine Rückkehr birgt Konfliktpotenzial: Arjen Robben

Seine Rückkehr birgt Konfliktpotenzial: Arjen Robben  |  © Christof Stache/AFP/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg 2:0
FC Schalke 04 - FC Augsburg 3:1
FC Bayern München - SV Werder Bremen 4:1
Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 1:1
VfB Stuttgart - 1. FC Köln 2:2
SC Freiburg - Hannover 96 1:1
VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 2:2
1. FC Kaiserslautern - Hertha BSC Berlin 1:1
Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim 2:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Kaum war das Traumduo Arjen Robben und Franck Ribéry wieder vereint, beseitigte es die Kurzzeit-Krise des FC Bayern. Beim 4:1 gegen Werder Bremen trafen beide jeweils doppelt. Dieser schön heraus gespielte Sieg führte den FC Bayern nicht nur zurück an die Tabellenspitze, er offenbarte auch einen tiefen Blick in das Innere von Arjen Robben. Rückenprobleme, eine Schambeinentzündung und eine Leistenverletzung ließen den Niederländer physisch lange leiden . Noch mehr scheint ihm aber die in der erfolgreichen Bayern-Zeit diskutierte Frage, ob er überhaupt noch gebraucht werde, sowie die Kritik nach seinen Kurzeinsätzen zuletzt zugesetzt zu haben. Nach seinem ersten Treffer jubelte er emotional wie selten, dabei hatte er doch nur einen schnöden Elfmeter ins Tor geschoben. " Mein letztes Jahr war sehr schwierig. Ich war nicht so sicher, dass ich wieder zurückkommen kann, auf meinem Niveau", sagte er. Um spätere Zweifel zu beseitigen, klaute er Mario Gomez den Ball verwandelte auch gleich den zweiten Strafstoß in ein Tor. Derlei niederländische Eigensinnigkeit ist nicht neu. Der FC Bayern weiß: Ein gesunder Arjen Robben bringt auch immer etwas ungesunden Egoismus mit ins Kollektiv. Weshalb es auch kritische Worte des anderen Doppeltorschützen gab. " Ich dachte, dass Mario diesen zweiten Elfer macht. Für ihn, für sein Selbstvertrauen. Ich glaube, wir müssen ein bisschen an alle Spieler denken", sagte Franck Ribéry. Arjen Robben aber dachte zumindest an diesem Samstag zuallererst an sich selbst.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Neun Spiele, fünf Unentschieden. Das hört sich nach Langeweile, Nichtangriffspakten, Chancenarmut an. Stimmte aber nicht. Fast alle Partien, in denen sich kein Sieger ermitteln ließ, hatten Qualität. Nur Kaiserslautern gegen Hertha fiel etwas ab. Verpassen aber durfte man diese Begegnung auch nicht, wie weiter unten noch zu lesen sein wird.

Wie verlief das Top-Spiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Topspiel des jeweiligen Spieltages live. Björn Brodermanns hat für uns das Spiel der beiden Borussen im Gladbacher Stadion verfolgt. Hier drei seine Tweets. Alle Beiträge zum Spiel können Sie hier nachlesen.

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zeitonlinesport Die Mannschaften machen sich warm-schon jetzt ist die Stimmung prächtig. Freunde-das wird ein geiles Spiel um es mit Klopps Worten zu sagen.
zeitonlinesport Beide Fan-Kurven duellieren sich lautstark. Gänsehaut pur, es kribbelt. Freunde - Trikot an, Ticker verfolgen, hier passiert heute einiges.
zeitonlinesport Toooooor - Mike Hanke mit einem herrlichen Schuss aus knapp 18 Metern. Keine Chance für Weidenfeller.

Leserkommentare
  1. ein begnadeter Fussballer, so ziemlich das Beste, was es zur Zeit im internationalen Fussball gibt...
    leider kein Temspieler - ich rate jedem Trainer (wenn er in der Mannschaft ist)seine Taktik von Beginn an auf 10 Spieler auszurichten.
    Dann ist ja noch Robben- der 11. Spieler - ohne Taktik-ohne Mitspieler - aber immer für 1-2 Tore gut....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...ist nicht nur gut für 1-2 (manchmal entscheidende) Tore, sondern auch für glänzende Pässe in die Spitze wie sie nur wenige spielen können. Robben wird immer nur auf "der geht doch eh immer links vorbei" reduziert. Abgesehen davon, dass es ja angeblich immer so ist, funktioniert das trotzdem verdächtig häufig. Und von Riberys "Torklau" und dessen dreistem Interview nach dem Spiel wird natürlich nichts erwähnt.

  2. 2. Er...

    ...ist nicht nur gut für 1-2 (manchmal entscheidende) Tore, sondern auch für glänzende Pässe in die Spitze wie sie nur wenige spielen können. Robben wird immer nur auf "der geht doch eh immer links vorbei" reduziert. Abgesehen davon, dass es ja angeblich immer so ist, funktioniert das trotzdem verdächtig häufig. Und von Riberys "Torklau" und dessen dreistem Interview nach dem Spiel wird natürlich nichts erwähnt.

    Antwort auf "A. Robben"
    • sxouk2
    • 05. Dezember 2011 14:53 Uhr

    wo doch alle anderen immer zuerst an den anderen denken, oder?

    • marboll
    • 05. Dezember 2011 21:16 Uhr

    Dass sich die Zeit nun den Aussagen der Bild & Sport.1 Presse anschließt wirft kein gutes Licht auf die Redaktion, die ich ansonsten sehr schätze.
    Was wurde noch vor Wochen über die schwache Ausbeute der Bayern bei Elfmetern geredet, vor allem in der letzten Saison dann ein Problem, als Robben nicht dabei war. Daher, absolut folgerichtig, dass er geschossen hat. Er hat JEDEN Elfmeter verwandelt im Bayern Dress, man führte 3:1. Auch hier mag ich mahnend den Finger heben und fragen: Wie oft führte man gegen ähnliche unterlegene Teams im letzten Jahr und machte mit dem vierten nicht "den Deckel drauf". Ich als eingefleischter Bayern Fan bin nur froh, dass A.R. zurück ist und ein Stück weit auch Egoismus. Eben jener hätte in den CL Spielen gegen Neapel, Villareal & ManCity (jeweils die Hinspiele) gut getan, ging man doch sehr schludrig mit den Chancen um und hätte die Gegner weiter auf Distanz halten oder besiegen (Neapel) MÜSSEN.

    • Peterra
    • 07. Dezember 2011 0:02 Uhr

    ein paar kurze Fragen zum Bomber der Nation, der noch heute - über 35 Jahre nach Karriereende - zahlreiche Rekorde hält:

    1. Wie oft hätte Gerd Müller den Ball abgeben sollen, statt selbst zu schießen?
    2. An wen hätte er abgeben sollen?
    3. Wer garantiert, dass dieser "Jemand" (gem. Frage 2) ebenso viele, ebenso wichtige Tore erzielt hätte, wie G.M.?
    4. Bitte um Nennung aller Artikel, die G. M. mangelndes Teamgefühl vorgeworfen haben.

    Was soll also ein Artikel über "Egoismus im Sport" - vor allem aber was sollen die Kommentare über mannschaftsdienliches Spiel???

    Kann man seiner Mannschaft besser dienen, als durch das Erzielen von Toren???

    Fakt ist: Ribery macht seine besten Spiele, wenn Robben NICHT auf dem Platz steht. Der Ball kann eben nur in eine Richtung gespielt werden. Und wenn Robben in Form und auf dem Platz ist, ist er die Nummer 1 - der Franzose hat das Nachsehen...
    Fakt ist auch: wie viele Tore schiesst Thomas Müller/Mario Gomez, wenn Robben fehlt?

  3. Robben versenkt seine Elfer auch, im Gegensatz zu Herrn Gomez... Es ist peinlich in den Medien das Gejammer über Robben lesen zu müssen, weil er sich aus guten, wenn auch egoistischen Gründen diese beiden Tore gönnen wollte.

    Lasst uns also mal heute abend bewundern, wie sich Gomez&Co aus der Affäre ziehen werden.. OHNE Robben.
    Morgen können wir dann zu dem Thema gerne noch mal diskutieren.
    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es stets nur die journalistischen "Fachleute" sind, die solche Themen aufs Tapet bringen. Wen interessiert da schon was die eigentlich Betroffenen aus der Säbenerstarsse schon längst unmissverständlich klargestellt haben...
    Ja, man hat 5 Weltklasse Spieler für 4 Offensiv-Positionen. Ein grossses Probelm, denn jeder weiss ja aus Erfahrung das sich Fussballer prinzipiell niemals verletzen!

    • Dakra
    • 08. Dezember 2011 5:56 Uhr

    Robben wird in den Medien, auch in der ZEIT zu unrecht als Egoist dargestellt. Warum? Schaut euch mal die vergangenen beiden Bundesliga-Spielzeiten an:

    Vorlagen 2009/2010
    Rang Spiele Assists Assists/Spiel
    1. Mueller 34 11 0,32
    2. Robben 24 7 0,29
    3. Lahm 34 8 0,24

    Vorlagen 2010/2011
    Rang Spiele Assists Assists/Spiel
    1. Robben 14 10 0,71
    2. Ribery 25 17 0,68
    3. Mueller 34 13 0,38

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